Bewusst leben: Ganz einfach mit meinem 6-Schritte-Plan

Bewusst leben und einen nachhaltigen Lifestyle in deinen Alltag zu integrieren ist ein Prozess, an dem du wachsen kannst. In diesem Beitrag zeige ich dir, dass deine innere Motivation der Motor für jede bewusste Entscheidung in deinem Leben ist. Du kannst bewusst über deine Karriere bestimmen, deine Ernährung und deinen ganz persönlichen Lifestyle wählen. Mein 6-Schritte-Plan hilft dir dabei dich zu fokussieren und deinen persönlichen bewussten Weg zu finden.

„Wenn du etwas loslässt, bist du etwas glücklicher. Wenn du viel loslässt, bist du viel glücklicher. Wenn du ganz loslässt, bist du frei.“

Ajahn Chah, theravada-buddhistischer Mönch, 1918 – 1992

 

Schritt 1

Bewusst leben ist ein Prozess: Werde dir dessen bewusst

Ich schreibe hier auf Umweltgedanken oft meine eigenen Erfahrungen. Das Wissen dazu habe ich mir über einen längeren Zeitraum erarbeitet. Wie vieles im Leben, ist eine bewusste und umweltfreundliche Lebensweise ein Prozess. Du kannst nicht von heute auf morgen alles verändern und einen nachhaltigen Lifestyle leben.

Als ich mein Studium „Landeskultur und Umweltschutz“ damals im Jahr 2003 begann, da habe ich vieles noch nicht so wahrgenommen wie heute, aber eines war mir schon immer bewusst: Umweltschutz ist mir wichtig und das war auch der Grund für die Wahl meines Studiums. Wie viele Studenten auch habe ich mir damals immer mal wieder Bioprodukte gekauft, aber nicht regelmäßig, da das mit dem Budget, das ich zur Verfügung hatte gar nicht möglich war.

Und auch heute kaufe ich nicht immer alles in Bioqualität. Da ich eine plastikfreie Ernährung bevorzuge und wie die meisten in einem Supermarkt den Großteil meiner Einkäufe erledige, greife ich in letzter Zeit öfter auch zu Obst und Gemüse, das aus konventionellem Anbau stammt. Dabei achte ich auf saisonal-regionale Produkte.

Ich würde mich noch besser fühlen, wenn ich nur Obst und Gemüse unverpackt in Bioqualität kaufen würde, aber dazu müsste ich immer einen Bioladen in meiner Stadt aufsuchen. Das ist aus zeitlichen Gründen im Alltag nicht jedes Mal realisierbar. Es ist schade, dass es einem so schwer gemacht wird. Obst und Gemüse in Bioqualität im Supermarkt zu kaufen und gleichzeitig plastikfrei zu leben ist definitiv eine Herausforderung.

Ich wünsche mir von den Supermärkten, dass die Bioprodukte in der Obst- und Gemüseabteilung endlich von den Plastikummantelungen befreit werden. Nicht nachvollziehen kann ich den Grund: Plastikverpackung, damit Bio nicht mit konventioneller Ware verwechselt werden kann. Gibt es da nicht einfachere Lösungen? Zum Beispiel die komischen Aufkleber, die ich zwar auch nicht mag, die aber zu mindestens weniger Müll bedeuten würden. Das ist nur ein Beispiel, das es mir nicht so leicht macht den Weg eines plastikfreien Lebens zu gehen. Es erfordert viel Recherche und Durchhaltevermögen.

Mir fehlt oft die Zeit Kosmetik und Reinigungsprodukte selber zu machen. Da wäre auch das Beispiel Zahncreme: Ich bin mir unsicher, ob eine selbstgemachte Zahncreme wirklich so gut vor Karies schützt.

Ihr seht also: Bei meinen Lebensmitteln schaffe ich es fast immer plastikfreie Alternativen zu finden oder selbst herzustellen, aber eben nicht immer in Bioqualität. Erfreulicherweise gibt es jetzt den Biounverpackt in Wiesbaden, wo viele Produkte lose kaufen kann. Gerade bei Süßigkeiten ist es ja besonders schwierig plastikfreie Alternativen in Bioqualität zu bekommen.

Verzichten ist für mich momentan die beste Alternative. Durch das Verzichten kaufe ich viele Produkte erst gar nicht, die zum Beispiel schädliche Inhaltsstoffe enthalten.

Wie man es dreht und wendet: Es ist ein Prozess und ein langer Weg alle Punkte eines nachhaltigen und bewussten Lebens umzusetzen. Ich lebe seit mehr als einem Jahr plastikarm und habe noch nicht alle Wege beschritten, die man gehen könnte. Es erfordert sehr viel Disziplin und dass man sich damit auseinandersetzt. Das gleiche gilt für vegane Ernährung. Momentan lebe ich weder vegan noch vegetarisch, aber mein Fleischkonsum ist minimal im Vergleich zum Bundesdurchschnitt.

Schritt 2

Den Fokus nicht verlieren: Nicht alles auf einmal wollen

Es muss nicht alles sofort umgestellt werden. Du musst auch nicht gleich dein Auto verkaufen oder einen Ökostromanbieter auswählen. Obwohl das natürlich ökologisch wäre.

Plastikfrei, vegan und gesund zu leben ist eine große Herausforderung. Alles zusammen und auf einmal halte ich für sehr anstrengend. Wenn aber ein Weg beschritten wurde, kann man sich auf das nächste persönliche Projekt konzentrieren. Zum Beispiel, wenn du weißt welche Produkte du plastikfrei bekommst, kannst du besser einschätzen, ob diese ausreichend für deinen Nährstoffbedarf sind und dich vegan ernähren. Ich würde mich erst gut informieren, bevor ich vegan lebe. Du musst dann abwechslungsreich kochen, um alle Vitamine und genügend Eiweiß zu dir zu nehmen. Für den Anfang kannst du mit einer vegetarischen Ernährung auch schon viel Gutes tun.

Schritt 3

So behältst du deine Motivation langfristig

Die innere Überzeugung gibt dir am meisten Motivation. Nur durch deine eigene Willenskraft kannst du es schaffen bewusster zu leben. Interesse an nachhaltigen Fragestellungen und Grundkenntnisse im Bereich Inhaltsstoffe, Produktionsbedingungen und Umweltauswirkungen solltest du dir Stück für Stück aneignen. Sonst ist es schwer abzuwägen und Entscheidungen zu treffen.

 

Dein individueller Weg ist wichtiger als der Weg den andere gehen wollen &copy Sibgat - Fotolia.com
Dein individueller Weg ist wichtig
© Sibgat – Fotolia.com

 

Am einfachsten ist es minimalistisch zu leben, das heißt Konsumgüter nur zu besorgen, wenn du sie auch wirklich brauchst. Auch aus Kombinationen einfacher Lebensmittel kannst du tolle Kreationen kochen.

„Wenn weniger mehr ist, dann ist ’nichts‘ vielleicht alles.“

(Rem Koolhaas, niederländischer Architekt, *1944)

Motivierend ist es auch sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Erfolgserlebnisse bewusst wahrnehmen und stolz auf das sein, was man erreicht hat, kann auch einen Motivationsschub geben. Wer nachhaltig leben nur als Lifestyle betrachtet, der gerade in Mode ist, wird schnell an seine Grenzen stoßen und die Motivation langfristig verlieren.

Rückschläge oder Sackgassen werden im Prozess des bewussten Lebens immer wieder auf dich zukommen. Nach Lösungen zu suchen kann aber sehr viel Spaß machen und eine innere Befriedigung hervorrufen.

Schritt 4

Dogmatismus kann den Spaß an der Nachhaltigkeit verderben

Gönne dir ruhig auch mal eine Auszeit. Zum Beispiel haben mein Freund und ich uns dieses Jahr einmalig eine Tüte Chips gekauft, weil wir nicht mehr widerstehen konnten. Und auch auf Partys habe ich schon ab und zu ein paar Chips gegessen. Ich denke, dass das auch nicht schlimm ist und da ich Chips so selten esse, ist es ein Genusserlebnis gewesen. Wenn ich bei Freunden zum Essen eingeladen werde, würde ich auch nicht darauf bestehen nur plastikfreie Lebensmittel zu mir zu nehmen. Da bin ich dann flexibel. Und ich esse auch mal eine Pizza. Alles nicht so schlimm. Hauptsache du bist dir bewusst was du tust.

Schritt 5

Fragen stellen: So findest du heraus wie nachhaltig und bewusst du lebst

Stell dir selbst die folgenden fünf Fragen und versuche sie dir nach und nach zu beantworten. Das waren ungefähr die Fragen, die ich mir zu Beginn meines eigenen Veränderungsprozesses auch immer wieder gestellt habe.

#1 Kennst du deinen ökologischen Fußabdruck?

#2 Hast du dich schon mit dem Thema Zero Waste und einem Leben ohne Plastik auseinandergesetzt?

#3 Weißt du wirklich welche Lebensmittel du tagtäglich zu dir nimmst und was darin enthalten ist?

#4 Wie wichtig ist dir deine Gesundheit, deine persönliche Entwicklung und deine Umwelt?

#5 Was weißt du über eine bewusste und nachhaltige Lebensweise?

Schritt 6

Womit fange ich am besten an?

Das ist keine einfach zu beantwortende Frage. Jeder ist da anders. Wenn du noch nie viel Fleisch gegessen hast, wäre sicherlich die Umstellung auf eine vegetarische Ernährung gar nicht mal das Schwerste und würde deinen ökologischen Fußabdruck erheblich reduzieren. Habe ich allerdings trotz des Bewusstseins leider noch nicht geschafft. Plastikfrei einzukaufen muss man einfach ausprobieren. Nach ein paar Monaten weißt du dann ganz gut was geht und was nicht. Dazulernen kann man immer. Palmölprodukte nicht zu kaufen geht auch ganz einfach – es steht ja immer auf der Verpackung drauf. Ökologische Produkte zum Reinigen zu benutzen wäre auch eine einfache Möglichkeit nachhaltiger zu leben.

Im Prinzip kann ich das auch nicht pauschal beantworten oder will ich auch gar nicht. Wichtig ist einfach, dass du wie in Schritt 2 deinen Fokus nicht verlierst und eine Veränderung nach der anderen umsetzt. Dann gehen gewisse Handlungsweisen mit der Zeit in deinen Alltag über und du merkst gar nicht mehr, dass du ökologisch oder bewusst handelst, sondern es ist einfach dann normal für dich. Viele gute Tipps für ein nachhaltiges und bewusstes Leben findest du hier auf Umweltgedanken.

Ich hoffe, dass dir meine Schritte helfen deinen eigenen bewussten Lebensweg zu finden und wir zusammen die Welt ein wenig nachhaltiger gestalten. Schreib mir doch in den Kommentaren welche Strategie du hast. Mich würde auch interessieren, welche Prozesse des bewussten Lebens du durchlaufen hast und was dein Erfolgsgeheimnis ist? Stehst du noch ganz am Anfang? Auch gut. Schreib mir was du als nächstes vorhast, um bewusster zu leben. Ich freue mich auf deinen wertvollen Kommentar.

Lebe bewusst und nachhaltig.

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Erfahre hier mehr über mich und warum ich diesen Blog schreibe.

 

2 Kommentare zu “Bewusst leben: Ganz einfach mit meinem 6-Schritte-Plan

  1. Judith Frank

    Hallo liebe Anja,

    ich bin erst gestern auf Deinen Blog und Deine Gedanken aufmerksam geworden und habe mich gleich mal eingelesen.
    Die Themen, die Du hier beschreibst finde ich sehr wichtig und sinnvoll. Du machst Dir echt feine Gedanken! Es ist immer wieder toll, auf immer mehr Menschen zu stoßen, die in diese Richtung denken 🙂

    Ich für meinen Teil bin seit 19 Jahren vegetarisch und seit 3 Jahren vegan. Da mir Tiere immer schon sehr wichtig waren, war die erste Umstellung für mich ein Leichtes. Vegan zu werden, war dann einfach die Entwicklung und die mehr Gedanken zum Thema Umwelt (Fußabdruck) eigene Gesundheit und auch hier wieder das Thema Tier.
    Durch den Film Plastic Planet bin ich dann auch zur Plastikreduktion gekommen. Dies fällt mir aber leider in so vielen Teilen immer noch schwer… aber ich bin dran und es wird immer weniger 🙂 Allerdings habe ich hier immer wieder das Bio und Plastik oder nicht Bio und kein Plastik Problem. Ich nehme mir zwar immer vor hier beim Bioladen einzukaufen, aber leider schaffe ich dies zeitlich oft nicht 🙁 Kochen tue ich zu 100 % selber 🙂

    Ich habe leider noch keinen Garten, sondern nur eine Terrasse, auf der seit zwei Jahren ein Hochbeet steht. Ich versuche immer wieder auch über andere Menschen zu tauschen und so an möglichst viel tolles Obst und Gemüse zu kommen.

    Ich habe vor, in meinem Ort einen Bürgergarten zu gründen. Nur leider ist dies nicht ganz so einfach und braucht natürlich auch Zeit. Aber da ich das Gefühl habe, dass immer weniger Menschen (ich eingeschlossen) über Lebensmittelanbau bescheid wissen, finde ich dies ein sehr wichtiges Thema.

    An meinen Körperpflegeprodukten bin ich gerade dran, auch diese auf „selbstgemacht“ umzustellen. Ich bin gespannt.

    Zu all diesen Themen finde ich es, wie Du auch schon geschrieben hast, sehr sehr wichtig, sich nicht selbst und auch keinen anderen damit zu stressen. Wenn man das Ganze nicht locker und mit Spaß angeht, verliert man Lebensfreude und das soll das Letzte sein. Als lebensfroher Mensch, der auch mal einen Spaß drüber machen kann, der sich wohl fühlt und gesund ist, ist man doch für andere das beste Vorbild, oder?
    Ich werde weiter auf Deiner Seite stöbern!!

    Mach weiter so!! Finde ich einfach nur sowas von gut!! Ich lasse mich auch hier weiterhin inspirieren 🙂
    DANKE!!

    Liebe Grüße
    Judith

  2. Anja Blumschein

    Liebe Judith,

    das freut mich total, dass du dich von meinen Beiträgen inspirieren lassen willst. Danke für die schönen Worte! Mit dem Film Plastic Planet fing es bei mir auch irgendwie an, dass ich kein Plastik mehr konsumieren wollte. Dass du einen Bürgergarten gründen willst, finde ich toll. Da finden sich bestimmt viele Menschen, die Interesse am miteinander Gärtnern und Ausprobieren haben. In meiner Stadt gibt es auch einen – den „Tatengarten“. Es ist auch der Schulgarten einer reformpädagogischen Schule, aber dort helfen auch sehr viele Bürger Wiesbadens mit – also es ist ein richtiger Gemeinschaftsgarten. Ich verlinke dir mal deren Webseite. Der Initiator kann dir bestimmt einige Tipps zum Gründen geben 🙂
    http://www.tatengarten.de/

    Ganz liebe Grüße
    Anja

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