Unsere täglichen Konsum-, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten beeinflussen unseren ökologischen Fußabdruck. Die Frage, die ich mir stelle: Gibt es eine einzig wahre Lebensweise, die als nachhaltig betrachtet werden kann? Wie kann jeder Einzelne der Gesellschaft dazu beitragen, dass wir nachhaltiger mit den Ressourcen auf der Welt umgehen?

Ich will in diesem Beitrag nicht darüber schreiben, ob Veganer und Vegetarier besser und nachhaltiger leben als Menschen mit anderen Ernährungsgewohnheiten, auch wenn das in den ersten Absätzen vielleicht so verstanden wird. Der virtuelle Wasserverbrauch wird bei Menschen, die Vegetarier sind oder vegan leben, auf jeden Fall geringer sein. Menschen essen aus verschiedenen Gründen kein Fleisch. Bei meinen Recherchen sind mir viele Vorurteile und oft auch extreme Einstellungen und Dogmatisierungen aufgefallen sowohl bei Fleischessern als auch bei Nicht-Fleischessern.

Mir geht es hier aber gar nicht darum zu sagen welche Ernährungsform nachhaltiger und tierschutzrechtlich besser ist, sondern ich möchte das Thema Alltags-Nachhaltigkeit im Ganzen betrachten, sozusagen den Mix an Maßnahmen, um den ökologischen Fußabdruck nachhaltig zu beeinflussen. Am besten lässt sich die eigene Nachhaltigkeit über den CO2- Fußabdruck und den Wasser-Fußabdruck abbilden.

Hohe Virtuelle Wasserverbräuche bei der Produktion von tierischen Produkten

In Deutschland gibt es rund 7,8 Millionen Vegetarier und 900.000 Veganer (VEBU, 2015). Das entspricht insgesamt einem prozentualen Anteil von zusammen 11,1 %. 1983 lebten nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg nur 0,6 % der Bevölkerung vegetarisch. Der Trend zum Vegetarismus und Veganismus steigt seit den letzten 20 Jahren an.

Dennoch sind laut einer Studie der Universitäten Göttingen und Hohenheim 75,1 % der Deutschen „unbekümmerte Fleischesser“, die nicht vorhaben ihren Konsum einzuschränken. Der durchschnittliche Fleischkonsum beträgt etwa 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr, das sind mehr als 1 Kilogramm pro Woche. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt allerdings nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche zu essen.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Wasserverbrauch für die Fleischproduktion viel höher liegt als bei pflanzlichen Nahrungsmitteln. So beträgt laut dem Water Footprint Network der weltweite durchschnittliche Wasserfußabdruck für ein Kilogramm Schweinefleisch 5.988 Liter. Bei Rindfleisch sind es unglaubliche 15.400 Liter Wasser pro Kilogramm, dass für die Produktion benötigt wird, darin ist auch der Wasserverbrauch, der für den Anbau des Futters benötigt wird, eingerechnet. Daher sprechen Fachleute vom virtuellen Wasserverbrauch, der indirekt für die Herstellung eines Produkts anfällt.

Im Vergleich zu tierischen Produkten werden für ein Kilogramm Kartoffeln nur 287 Liter Wasser verbraucht. Bei der Reisproduktion werden 2.497 Liter pro Kilogramm benötigt und für ein Kilogramm getrocknete Nudeln fallen 1.849 Liter virtuelles Wasser an.

Für eine Tasse Kaffee werden durchschnittlich 132 Liter Wasser verbraucht und ein T-Shirt aus Baumwolle (Gewicht 250 Gramm) schlägt mit 2.495 Liter zu Buche. Die Herstellung eines Autos verbraucht gemäß Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. unglaubliche 400.000 Liter Wasser.

Jetzt kann jeder sich selbst überlegen, ob sein virtueller Wasserverbrauch nachhaltig ist oder nicht.

CO2-Fußabdruck durch Verhaltensänderungen beeinflussen

Der CO2-Fußabdruck stellt die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Produkten und Aktivitäten dar. Am besten lassen sich CO2-Emissionen durch Verhaltensänderungen verringern. Wer aber zum Beispiel sein Auto nicht abschaffen kann oder viele Flugreisen machen will oder muss, der kann seinen CO2-Ausstoß auf den Webseiten von Greenmiles oder myclimate Deutschland berechnen. Mit einem den Emissionen entsprechenden finanziellen Beitrag kann man dann weltweit Klimaschutzprojekte mit unterstützen.

Da ich Plastik vermeide, habe ich mir die Klimabilanz genauer angeschaut. Kunststoffverpackungen haben überraschenderweise nur einen Anteil von 0,6 % des durchschnittlichen ökologischen Fußabdruckes eines europäischen Konsumenten. Das Ergebnis wurde in einer von denkstatt im Jahr 2011 publizierten Studie „Die Auswirkungen von Kunststoffen auf Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen in Europa“ veröffentlicht. Die höchsten Anteile haben der Studie nach Konsum (24 %) gefolgt von Heizung (18 %), Ernährung (15 %) und Pkw (14 %).

Die Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) hat in einer Untersuchung den ökologischen Fußabdruck verschiedener Urlaubszielorte pro Person ermittelt und 2009 den Bericht „Der touristische Klima-Fußabdruck“ herausgegeben. Bei einem All-Inclusive-Urlaub in Mexiko (Flugzeug, 14 Tage, 2 Personen) werden pro Person und Tag 515,6 kg CO2 emittiert, während bei einem Familienurlaub auf Rügen (Pkw, 14 Tage, 4 Personen) pro Person und Tag nur 18,4 kg CO2 anfallen.

Mein Wunsch ist, dass du dich bewusster damit auseinandersetzt wie dein eigenes Verhalten die Umwelt beeinflusst. Ich bin der Auffassung, dass von allem etwas weniger zu einer nachhaltigeren Lebensweise führt.

Ich möchte dir nun meine 10 Wege oder meine Ziele zu mehr Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben. Es sind Wege und keine Regeln. Wege müssen nicht gegangen werden. Wenn du aber diese Wege gehst, dann trägst du zum nachhaltigen Erhalt unserer Erde bei.

Meine 10 Wege wie du deinen ökologischen Fußabdruck verringern kannst

  1. Öfter regio-saisonale frische Produkte kaufen, weniger Convenience Food und Tiefkühlprodukte konsumieren
  2. Bewusst für Bio-Qualität entscheiden
  3. Wenig oder gar keine tierischen Produkte essen
  4. Lebensmittel nicht wegwerfen und am besten nur die Mengen kaufen, die auch verzehrt werden können, mache auch den Lebensmittelhandel darauf aufmerksam, Verschwendung zu vermeiden
  5. Weniger Konsum ist oft mehr, kaufe anstatt neuer Produkte auch ab und zu Second-Hand-Produkte, kaufe Fair Trade
  6. Nehme öfter mal den Bus, die Bahn oder das Fahrrad anstatt dein Auto
  7. Wähle auch mal Reiseziele in deiner Nähe und informiere dich über die Umweltkriterien für Hotels und Verkehrsmittel
  8. Kurzstreckenflüge belasten die Umwelt
  9. Konsumfreie Hobbys wie zum Beispiel Wandern oder Fahrradfahren sind nachhaltig und machen Spaß
  10. Unverpackte Lebensmittel kaufen spart viel Müll, vermeide auch Kleinportionspackungen
Mein Mini-Nutzgarten auf dem Balkon ist auch nachhaltig Urheber: Anja Blumschein

Mein Mini-Nutzgarten auf dem Balkon ist auch nachhaltig
Urheber: Anja Blumschein

Es gibt sicher noch viel mehr, womit du deinen ökologischen Fußabdruck verringern kannst. Was fällt dir noch ein? Verrate es mir bitte in deinem Kommentar.

Weiterführende Informationen:
Informiere dich über die Umweltauswirkungen von Urlaub und Reisen im WWF-Bericht „Der touristische Klima-Fußabdruck“.

Berechne doch mal deinen persönlichen CO2-Ausstoß. Du kannst das auf der Webseite von KlimAktiv machen. Zum Vergleich wird dir immer der deutsche Durchschnitt angezeigt.

Auf der Webseite des Water Footprint Networks kannst du deinen persönlichen Wasser-Fußabdruck berechnen.

Möchtest du mehr über den virtuellen Wasserverbrauch erfahren? Dann gefällt dir vielleicht die Broschüre „Der Wasser-Fußabdruck Deutschlands“ vom WWF.

Wie hoch ist dein CO2-Fußabdruck und dein Wasser-Fußabdruck? Wie möchtest du deinen persönlichen Fußabdruck verringern oder ist deiner schon niedriger als der Durchschnitt? Lass es mich wissen. Ich freue mich auf deine Kommentare.


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