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Autor: Anja Blumschein

Warum wir alle für die Lebensmittelverschwendung verantwortlich sind

Etwa 7,3 Milliarden Menschen leben heute auf der Welt. Etwa 1 Milliarde leidet täglich Hunger, obwohl weltweit Lebensmittel für 12 Milliarden Menschen produziert werden. Der deutsche Dokumentarfilm „Taste the Waste“ von Valentin Thurn aus dem Jahr 2011 machte das Thema Lebensmittelverschwendung für das breite Publikum zugänglich. In diesem Beitrag erfährst du was wir als Endverbraucher beachten müssen, um weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Etwa 7,3 Milliarden Menschen leben heute auf der Welt. Etwa 1 Milliarde leidet täglich Hunger, obwohl weltweit Lebensmittel für 12 Milliarden Menschen produziert werden. Der deutsche Dokumentarfilm „Taste the Waste“ von Valentin Thurn aus dem Jahr 2011 machte das Thema Lebensmittelverschwendung für das breite Publikum zugänglich. In diesem Beitrag erfährst du was wir als Endverbraucher beachten müssen, um weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Der Endverbraucher muss lernen umzudenken

Die Europäische Kommission hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt bis 2020 weggeworfene Lebensmittel um 50 % zu reduzieren. Über die Strategie zur Umsetzung bin ich gespannt. Momentan reden wir viel über den Sinn oder Unsinn von Verpackungsabfällen, aber auch die unnütze Lebensmittelverschwendung muss in die Köpfe der Verbraucher. Es ist das gleiche wie mit den Plastiktüten. Nur wenn der Verbraucher im übertragenen Sinne bereit ist die krumme Gurke zu kaufen, dann erst hört dieser Lebensmittelverschwendungswahnsinn auf.

In den Supermärkten erwartet der Kunde volle Regale und eine große Warenvielfalt. Der Verbraucher ist demnach mit verantwortlich, dass der Handel ein Überangebot von Lebensmitteln vorhält. In Deutschland landen beispielsweise 25 % der Backwaren auf dem Müll, weil Supermarktketten die Filialen zum Teil dazu verpflichten bis Ladenschluss volle Regale zu haben.

Der Handel entscheidet mit seiner Beschaffungspraxis auch darüber wie viel Gemüse als unverkäuflich auf den Äckern verbleibt. Die REWE Gruppe bietet laut ihrer Webseite seit Oktober 2013 unter der Eigenmarke „Wunderlinge“ Obst und Gemüse an, dass trotz besonderem Aussehen gut in Qualität und Geschmack ist. Die krummen und eigenwillig aussehenden Kartoffeln und Möhren werden zu einem günstigeren Preis angeboten. Oft können Produzenten Gemüse und Obst, dass von der Norm abweicht im Handel sonst gar nicht verkaufen.

Interessant finde ich auch die Initiative von Bäckereien, die ihr gesamtes Sortiment an Brot, Brötchen und Kuchen zum halben Preis verkaufen. Ich selbst sehe jeden Tag eine Filiale auf dem Weg zur Arbeit in Frankfurt am Main, die diesen Service in großem Maßstab neben ihrem regulären Verkauf anbietet.

Im Sinne nachhaltigen Konsums sollte die Wertschätzung für Lebensmittel in allen Teilen der Bevölkerung gesteigert werden. Lebensmittel sind Mittel zum Leben und so sollten wir sie auch behandeln. Oft ist das Verderben von Lebensmitteln Ergebnis einer falschen Lagerung oder eines falschen Transportes.

Jedes Jahr wären in Deutschland 10 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle vermeidbar

Über 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich weggeschmissen, wovon bereits heute 10 Millionen Tonnen vermeidbar wären (WWF Deutschland, 2015). Diese 10 Millionen Tonnen sind umgerechnet mit einem Ausstoß von fast 22 Millionen Tonnen Treibhausgasen verbunden.

Von den weggeworfenen Lebensmitteln sind über 60 % auf die Wertschöpfungskette vom Produzenten bis zum Großverbraucher zurückzuführen. Etwa 40 % liegen beim Endverbraucher. Insbesondere bei Gemüse, Obst, Backwaren und Speiseresten ließen sich unnötige Abfälle vermeiden.

Insgesamt liegt die globale Lebensmittelverschwendung bei etwa 30 bis 40 % unabhängig davon, ob es sich um ein Industrieland oder ein Entwicklungsland handelt. In Südamerika, Afrika und Asien sind die Ernte-, Nachernte- und Prozessverluste tendenziell höher als zum Beispiel in Nordamerika und Europa. Je höher eine Region auf der Welt wirtschaftlich entwickelt ist, desto höher sind die Verluste beim Endverbraucher.

Ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum suggeriert uns, und ich zähle mich auch dazu, das Produkt wegzuwerfen. Oft ohne zu prüfen, ob die Milch oder der Joghurt noch genießbar sind. Warum ist es aber erst dazu gekommen, dass das Lebensmittel nicht vor diesem Datum verzehrt wurde?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist seit 1981 in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Der Ernährungsminister Christian Schmidt setzt sich für die Abschaffung dieses Mindesthaltbarkeitsdatums ein. Schmidt fordert, dass auf den Verpackungen ein echtes Verfallsdatum gedruckt werden soll, nach dem diese Produkte tatsächlich nicht mehr genießbar sind.

Die Hersteller kalkulieren beim Mindesthaltbarkeitsdatum zu große Sicherheitspuffer, so dass wir als Verbraucher aus Unsicherheit dazu verleitet werden Produkte schon wegzuwerfen bevor diese überhaupt schlecht sind.

In der EU werden jährlich insgesamt 89 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, ein Großteil, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Darunter auch lange haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Kaffee. EU-Mitgliedsländer, darunter Schweden und die Niederlande,  wollen die Liste der Lebensmittel ausweiten, für die nach EU-Recht kein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben werden muss.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (im Englischen: best before) sagt lediglich aus, dass bis zu dem bestimmten Tag vom Hersteller die Qualität in Farbe, Geschmack und Nährwertgehalt garantiert wird. Anders sieht es bei Frischwaren aus: Hier handelt es sich um ein Verfallsdatum (im Englischen: use by).

Viele Verbraucher haben den Bezug zu Lebensmitteln verloren. Statt ihren eigenen Sinnen zu vertrauen, verlassen sich die Verbraucher auf einen Aufdruck der Industrie. Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn etwas schlecht riecht, ranzig schmeckt oder schimmelt, sollte man es nicht mehr essen. Früher ging es anscheinend auch ohne Mindesthaltbarkeitsdatum.

In den Industrienationen werden laut Zahlen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinigten Nationen (FAO) hauptsächlich Gemüse, Obst und Brot weggeschmissen – Lebensmittel, die ohnehin kein Mindesthaltbarkeitsdatum aufweisen müssen.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum spielt anscheinend nicht die übergeordnete Rolle bei der Lebensmittelverschwendung.

Viel entscheidender ist doch das eigene Einkaufsverhalten. Wer zuviel einkauft, verliert den Überblick und natürlich laufen dann Produkte ab, bevor wir diese überhaupt verwerten können.

Fünf einfache Tipps und Tricks, wie du in Zukunft weniger Lebensmittel wegwirfst

#Tipp 1: Am besten kaufst du nur die Produkte, die du in den nächsten zwei bis drei Tagen verzehren möchtest. Schreibe dir eine Einkaufsliste und plane dein Mittag- oder Abendessen. So vermeidest du Spontankäufe. Ich nutze als Einkaufsliste die App „Denkst du daran“. Diese ist auf mehreren Endgeräten synchron und du kannst mit jemanden zusammen einkaufen und der andere sieht was du schon in deinen Einkaufskorb gelegt hast. Das ist sehr praktisch.

#Tipp 2: Koche die Portionen so, dass du das Gericht möglichst am Zubereitungstag aufessen kannst. Aus eigener Erfahrung essen wir aufgehobene Lebensmittelreste meist nicht am Folgetag.

#Tipp 3: Obst, das bereits unschöne Stellen hat, eignet sich immer noch super für Obstsalat oder Smoothies. Eine richtig braune Banane ist zum Beispiel auch bestens für die leckersten frittierten Bananen geeignet. Erst dann haben sie die richtige Süße und schmecken genau wie im Chinarestaurant. Auch ein Bananenbrot ist umso leckerer, wenn die Bananen überreif sind.

#Tipp 4: Vertraue auf deine eigenen Sinne – riechen, schmecken, sehen. Du wirst nicht gleich an einer Lebensmittelvergiftung sterben, wenn du deine Frischmilch noch trinkst, obwohl das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist.

#Tipp 5: Verwende Abfallprodukte vom Gemüse putzen. Zum Beispiel kannst du aus den Schälresten von Spargel eine sehr leckere Spargelcremesuppe zubereiten.

Beobachte einfach einmal selbst dein Einkaufverhalten und achte darauf wie viele Lebensmittel du in die Biotonne wirfst.

Bist du für die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums und die Verwendung echter Verfallsangaben? Welche Tipps hast du noch, um weniger Lebensmittelabfälle zu produzieren? Her damit in den Kommentaren!

Weiterführende Informationen:

Hier kommst du zur Studie vom WWF Deutschland (2015): Das große Wegschmeißen. Vom Acker bis zum Verbraucher: Ausmaß und Umwelteffekte der Lebensmittelverschwendung in Deutschland.

Die Einkaufslisten-App „Denkst du daran“ findest du hier.

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2 Kommentare zu Warum wir alle für die Lebensmittelverschwendung verantwortlich sind

Soziale Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz – so schaffst du es frei zu sein

Jeder weiß was passiert, wenn Hennen in Massen auf dem Boden oder in Volieren gehalten werden. Sie rupfen immer wieder ihren Artgenossinnen die Federn aus und picken sie wund bis aufs Blut. Soziale Nachhaltigkeit? Ich verrate dir, wie du dich im Arbeitsalltag frei und selbstbestimmt fühlst. Es liegt in deiner Hand. Los geht’s.

Jeder weiß was passiert, wenn Hennen in Massen auf dem Boden oder in Volieren gehalten werden. Sie rupfen immer wieder ihren Artgenossinnen die Federn aus und picken sie wund bis aufs Blut. Soziale Nachhaltigkeit? Ich verrate dir, wie du dich im Arbeitsalltag frei und selbstbestimmt fühlst. Es liegt in deiner Hand. Los geht’s.

Der Mensch hat ein nachhaltiges und faires Leben am Arbeitsplatz verdient. Doch manche Personen verhalten sich wie Legehennen in Bodenhaltung.

Wir kaufen doch Bioeier, weil wir nicht unterstützen wollen, dass die Legehennen artfremd auf engem Platz gehalten werden. Freie und glückliche Hühner, die gesund sind – das wollen wir.

In meinen Beiträgen schreibe ich oft, dass wir uns wertschätzend der Umwelt gegenüber verhalten sollen. Wir schützen unsere Natur und unsere Tiere. Doch verhalten wir uns auch nachhaltig gegenüber uns selbst und anderen?

 

Ist der Mensch nicht auch ein Teil der Umwelt, der geschützt werden will?

Leben wir nicht oft in einem Käfig auf begrenztem Raum ohne die Chance zu haben uns aus eigener Kraft Platz zu verschaffen?

Wir genießen veganes Food, kaufen Fair Trade Kleidung und setzen uns für artgerechte Tierhaltung ein. Anderen Menschen gegenüber sind wir immer wieder unfair und legen ungesunde Verhaltensweisen an den Tag.

Warum ist uns Nachhaltigkeit auf ökologischer Ebene so wichtig? Und warum sind wir nicht auch öfter nachhaltig auf sozialer Ebene?

Es gibt einen Verhaltenskodex im Arbeitsleben, aber der wird gar nicht von unabhängigen Instituten oder Prüflaboren unter die Lupe genommen. Kleiner Scherz, das geht bestimmt auch nicht.

 

Woran messen wir ein mitarbeiterfreundliches Unternehmen?

Ist es das Angebot eines kostenlosen Kindergartenplatzes oder einer firmeneigenen Kantine? Vielleicht auch ein Dienstwagen, Firmenevents oder Weiterbildungsmöglichkeiten?

Oder fairer Umgang miteinander? Die Kunst den anderen zu schätzen, die Stärken und die Schwächen zu erkennen. Nicht die Schwächen des anderen und von sich selbst zu sehr in den Vordergrund zu heben, sondern die Stärken zu nutzen. Wenn dein Gegenüber deine Stärken nicht kennt: Dann zeige sie ihm doch einfach. Und finde die Stärken der anderen heraus.

Einige von euch arbeiten im Freiland, sozusagen in „artgerechter“ Biohaltung. Andere zählen sich eher zu der Gruppe Bodenhaltung mit Gehacke und Blut.

 

Wie kommst du in die Bio-Freilandhaltung?

Ich verrate es dir. Es liegt in deiner Hand.

Merke dir: Von Natur aus bist du ein freier Mensch. Also fühle dich verdammt nochmal auch auf der Arbeit frei. Wehr dich. Kommunikation ist alles. Vieles passiert oft unterschwellig, so dass wir es nicht immer gleich merken. Fang bei dir selbst an etwas zu verändern. Das merken auch die anderen.

Sei mutig, sage deinem Gesprächspartner, wenn dich etwas stört. Sonst weiß er es ja nicht. Es hilft, dass der andere dich besser versteht. Sag es direkt, sage stopp. Körpersprache verstehen kann nicht jeder. Im Normalfall sind wir ja keine Psychologen. Pack die Emotionen in den Koffer und hole sie erst raus, wenn sachliche Argumentationen nicht mehr helfen.

Die Probleme offen ansprechen. Das machen wir beim Natur- und Tierschutz doch auch. Hilft leider auch nicht immer. Etwas zu unternehmen ist aber besser als sich der hackenden Henne wehrlos auszusetzen.

Hennen, die Stress nicht so gut ertragen können, so spekulieren Wissenschaftler, neigen eher zum Federpicken, das heißt sie hacken auf Artgenossen ein, weil sie sich anders offenbar nicht zu helfen wissen. Bei freilebenden Wildhühnern treten diese Verhaltensanomalien wohl nicht auf.

Genau wie von den Legehennen wird im Arbeitsleben immer mehr Leistung gefordert. Eine qualitativ hohe Leistung ist wichtig, aber welchen Preis zahlt man uns für das Erreichen dieser Höchstleistungen? Soziales Miteinander? Faire Gehälter? Wertschätzung? Freiheit? Schutz?

Fragen über Fragen, die wir uns in einer Gesellschaft, die so oft von Nachhaltigkeit spricht, auch einmal stellen sollten.

Ich würde mich freuen, wenn du mir in deinem Kommentar schreibst wie jeder von uns zu mehr Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz beitragen kann. Und damit meine ich ausnahmsweise nicht die ökologische Dimension.

Findest du soziale Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz wichtig oder sind andere Dinge für dich von mehr Bedeutung? Ich freue mich auf deinen Kommentar. Trau dich.

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Was ist nachhaltiger Tourismus?

Wenn ich nachhaltige Kleidung kaufen möchte, ist es leicht herauszufinden, ob die Kleidung fair und ökologisch produziert wurde und Sozialstandards eingehalten werden. Bei Reisen bin ich eher verwirrt bei der Vielzahl an Siegeln, die für nachhaltigen Ökotourismus vergeben werden.

Wenn ich nachhaltige Kleidung kaufen möchte, ist es leicht herauszufinden, ob die Kleidung fair und ökologisch produziert wurde und Sozialstandards eingehalten werden. Bei Reisen bin ich eher verwirrt bei der Vielzahl an Siegeln, die für nachhaltigen Ökotourismus vergeben werden.

Diese vielen Siegel miteinander zu vergleichen ist kaum möglich, da ganz unterschiedliche Kriterien in Frage kommen. Ich habe für dich herausgefunden welchen Siegeln für nachhaltigen Ökotourismus du vertrauen kannst.

Touristenzahlen steigen weltweit weiter an

Die Anzahl der weltweiten Touristen ist von 25 Millionen in 1950 auf 1,1 Milliarden in 2015 gestiegen. Laut der Webseite von Sustaining Tourism wird bis 2030 ein Anstieg auf 1,8 Milliarden Touristen erwartet. Gerade wegen der immer steigenden Touristenzahlen ist es wichtig, dass so viele Menschen wie möglich auf nachhaltiges, soziales und umweltverträgliches Reisen setzen.

You may never know what results come of your action, but if you do nothing there will be no result. (Mahatma Gandhi)

Ökotourismus und Naturtourismus ist nicht immer nachhaltig

Viele setzen Ökotourismus mit nachhaltigem Tourismus gleich. Heutzutage wird alles, das irgendwie grün ist als Ökotourismus vermarktet. Doch das muss nicht zwingend heißen, dass es umweltverträglich und nachhaltig ist. Manchmal ist Ökotourismus nur ein Wort, das nicht das verspricht was sich der ökologisch bewusst reisende Mensch darunter vorstellt. Auch ein bloßer Ausflug ins Grüne kann damit gemeint sein oder eben die Natur als Kulisse für eine Aktivität.

Häufig führt der Begriff Naturtourismus zu falschen Vorstellungen bei Reisenden. Schutz- und Erhaltungsziele der Natur sind hier nicht immer vorhanden.

Nachhaltiger Tourismus ist ein Ansatz, der ein Ziel für alle Tourismusformen darstellt. Eine nachhaltige Reise beginnt lange vor Reiseantritt. Ökotourismus entwickelt sich immer mehr in Richtung nachhaltiger Tourismus und wäre die ökologisch nachhaltige Umsetzung des Naturtourismus.

Verantwortungsvoll durchgeführte Beobachtungstouren in kleinen Gruppen schaden der Natur meist nicht. Kritisch zu betrachten sind Massenanstürme zum Beispiel auf eine kleine Insel, die nicht auf die hohen Besucherströme ausgelegt ist. Wenn du mehr erfahren möchtest wie sich so etwas auswirken kann, lies auch meinen Beitrag Wie du auf Reisen Menschen, Kultur und Natur schätzen kannst. Auch der Massentourismus auf Bali ist ein Beispiel für die Zerstörung der Natur durch Touristen.

Wenn ich in einem Land Urlaub mache, dann versuche ich die Besonderheiten der lokalen Küche zu entdecken. Zu vermeiden sind Importprodukte, statt dessen lieber saisonale und fair gehandelte Produkte aus ökologischem oder kleinbäuerlichen Anbau genießen. Und ruhig im Restaurant nachfragen, woher die Produkte kommen.

Viele Menschen suchen während ihres Urlaubes die Erholung im Einklang mit der Natur. Doch gerade in Touristenhochburgen ist das für die Natur oft nicht nachhaltig.

Ökotourismus heißt also, dass der Mensch Verantwortung übernehmen soll. Ein kurzer Ausflug mit der Reisegruppe in den Nationalpark und zurück erzeugt viele Emissionen. Können wir das als nachhaltig bezeichnen? Ich denke, nein. Auch inszenierte Tierschauen (Delfinarien, Walbeobachtungen) sollten wir meiden und statt dessen Schutzprojekt-Besuche in den Urlaub integrieren und die Tiere dort in Ruhe beobachten.

Ökotourismus wird laut Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Instrument zur Förderung der Regionalentwicklung und Unterstützung beim Schutzgebietsmanagement gesehen. Er trägt dazu bei, dass Schutzgebiete eingerichtet werden und zum Teil finanzieren sich diese Schutzgebiete auch durch die Tourismuseinnahmen.

Da nachhaltiger Tourismus nicht immer ein Urlaub in der Wildnis bedeutet, bestehen Chancen für den Massentourismus, der auch in Richtung Nachhaltigkeit verändert werden könnte. Der gute Wille ist bei vielen Reisebuchenden da und Umweltstandards auf Reisen werden für viele immer wichtiger.

Welchen Siegeln für Ökotourismus und nachhaltigen Tourismus kannst du trauen?

Vertrauenswürdige Ökotourismus-Siegel in Deutschland sind Viabono und Blaue Schwalbe. Schweden hat zum Beispiel nur ein Ökosiegel und zwar Naturens Bästa. Auf europäischer Ebene gibt es das etablierte European Ecolabel.

Ein internationaler Standard für nachhaltigen Tourismus wurde von der unabhängigen non-profit Organisation Global Sustainable Tourism Council (GSTC) entwickelt. Diese Kriterien sind Minimumanforderungen, die von nachhaltigen Hotels und Tourveranstaltern eingehalten werden sollten, um die natürlichen und kulturellen Ressourcen der Welt nachhaltig für die späteren Generationen zu erhalten. Für mehr Informationen besuche Global Sustainable Tourism Council.

Einen guten Überblick über nachhaltige Reiseveranstalter gibt es beim forum für anders reisen e. V., der nur Reiseveranstalter als Mitglied akzeptiert, die möglichst alle Punkte des umfangreichen Kriterienkatalogs erfüllen. Der Kriterienkatalog beinhaltet ökonomische, soziale und ökologische Dimensionen genauso wie die Verantwortung gegenüber den Reisenden und den Mitarbeitenden des Unternehmens.

Das Zitat von Ghandi beschreibt sehr treffend was ich denke und mit diesem Post sagen möchte: Wenn wir nichts tun, um die Natur und Menschen zu schützen und weiterhin rücksichtslos in Länder reisen, dann werden wir auch nicht wissen wie es wäre, wenn wir nachhaltigen Tourismus leben.

Für mich ist klar: Nachhaltiger Tourismus muss sich von einer Worthülse zu einer echten Aktion entwickeln.

Ich freue mich über dein Feedback in den Kommentaren. Hat dir der Beitrag gefallen? Achtest du bei deiner Reiseplanung selbst auch auf Zertifizierungen, die Nachhaltigkeit bestätigen? Habe ich etwas Wichtiges vergessen? Dann teile es mir bitte in deinem Kommentar mit.

Noch mehr zum Thema Nachhaltig reisen: Slow Travel – Wie du nachhaltiger und wertschätzender reisen kannst

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Titelbild: © Kar Tr – Fotolia.com

5 Kommentare zu Was ist nachhaltiger Tourismus?

Auf einen Blick: faire ökologische Outdoorprodukte

Du bist auf der Suche nach ökologisch und fair produzierter Outdoorkleidung? Du möchtest einen Rucksack kaufen, der nachhaltig ist? Dann lies meinen Beitrag und verschaffe dir eine Übersicht wo du fündig wirst. Ganz leicht ist es nicht, aber es gibt einige gute Anbieter, denen ich vertrauen würde.

Du bist auf der Suche nach ökologisch und fair produzierter Outdoorkleidung? Du möchtest einen Rucksack kaufen, der nachhaltig ist? Dann lies meinen Beitrag und verschaffe dir eine Übersicht wo du fündig wirst. Ganz leicht ist es nicht, aber es gibt einige gute Anbieter, denen ich vertrauen würde.

Immer wieder wirst du in diesem Beitrag lesen: bluesign® oder GOTS zertifiziert. Was heißt das?

Wenn ein Unternehmen bluesign® system Partner ist, werden die Textilien nachhaltig und frei von umweltbelastenden Substanzen hergestellt. GOTS heißt Global Organic Textile Standard. Mit diesem Zertifikat wird gewährleistet, dass Textilien aus Biofasern aus biologisch erzeugten, natürlichen Rohstoffen gefertigt werden und das unter umwelt- und sozialverantwortlichen Bedingungen. Lies hierzu auch meinen Beitrag Textilien aus Baumwolle – Ökologische und soziale Verantwortung.

Jetzt geht es aber los mit der Übersicht zu den Anbietern von fairer und ökologischer Outdoorkleidung. Der Beitrag ist länger geworden als erwartet, da mich das Thema so gefesselt hat und ich doch mehr gute Anbieter aufspüren konnte als zuvor gedacht. Nimm dir also etwas Zeit zum Lesen. Ich beginne mit den bekannten Anbietern.

Vaude

Vaude bezeichnet sich selbst als nachhaltigster Outdoor-Ausrüster auf dem Markt und bewertet mit einem eigenen Bewertungssystem – Green Shape – wie ökologisch ein Material ist. Aber nicht nur das Material wird geprüft, sondern der gesamte Produktlebenszyklus, vom Design über die Produktionsstätte bis hin zu einem möglichen Recycling oder einer umweltfreundlichen Entsorgung.

Green Shape schließt z. B. PVC, Fluorcarbone, Nanotechnologie und lösungsmittelhaltige Drucke aus. Dabei geht die Green Shape Garantie sogar noch über die bluesign® Zertifizierung hinaus, da Green Shape den Einsatz von Fluorcarbonen nicht erlaubt, bei bluesign® das aber unter strengen Bedingungen möglich ist. Vaude ist seit 2010 Mitglied in der Fair Wear Foundation (FWF) und verpflichtet sich einen Verhaltenskodex einzuhalten. Die FWF überprüft als unabhängige non-profit Organisation regelmäßig die Fabriken und bewertet, ob die Arbeitsbedingungen sicher und sozial verträglich sind.

Vaude achtet darauf, dass sich die Produkte leicht reparieren lassen und bietet ein Reparaturhandbuch sowie einen Reparaturservice an. Sollte die Reparatur doch einmal nicht möglich sein, kannst du über Vaude die Produkte spenden. Die Altkleiderspende geht dann an FairWertung, einem Dachverband gemeinnütziger Organisationen.

Für wasserabweisende Produkte werden normalerweise poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC oder auch Fluorcarbone) eingesetzt. Vaude hat sich freiwillig verpflichtet bis 2020 komplett PFC-freie Kollektionen zu produzieren. Insbesondere Greenpeace weist seit langem mit der „Detox“ Kampagne auf diese bioakkumulativen Stoffe hin, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Der Outdoor-Ausrüster arbeitet daher an Alternativen, die sowohl eine gute Performance aufweisen als auch ökologisch und gesundheitlich verträglich sind. Erkennbar an dem Eco Finish Label.

Weitere Informationen kannst du im Nachhaltigkeitsbericht von Vaude nachlesen. Alle tollen Nachhaltigkeitsaktionen hier aufzuführen würde den Beitrag sprengen. Mit ihrem großen sozialen und nachhaltigem Engagement für die Umwelt ist Vaude für mich einer der Top Outdoor-Ausrüster. Für gemäßigtes Klima gibt es dort zum Beispiel einen coolen Schlafsack, den Arctic 450 mit Green Shape Garantie und Eco Finish Label, also ohne PFC hergestellt. Achte einfach beim Kauf immer auf das Green Shape Logo.

Patagonia

Auch Patagonia setzt auf soziale und ökologische Verantwortung. Interessant finde ich, dass Patagonia 1 % des Umsatzes zur Förderung von Umweltprojekten bereitstellt. Das habe ich zum Beispiel gar nicht gewusst, dass es diese Möglichkeit der Förderung von Umweltprojekten gibt, obwohl ich mich doch ganz gut in der Förderlandschaft auskenne. Viele der Patagonia Produkte sind bluesign® zertifiziert.

Klättermusen

Einen sehr nachhaltigen Eindruck macht auch Klättermusen. Die Produkte sind bluesign® oder GOTS zertifiziert. Es werden Produkte aus recycelten Materialien angeboten und da gehört Klättermusen zu den Pionieren bei den Outdoor-Ausrüstern. Noch ambitionierter als Vaude möchte Klättermusen im September 2017 zu 100 % auf Fluorcarbone verzichten.

Pinqponq

Bei pinqponq findest du super coole Rucksäcke mit den unverwechselbaren zwei Punkten des Labels. Die Rucksäcke wurden aus 100 % recycelten PET Flaschen hergestellt. Die Rucksäcke sind bluesign® zertifiziert.

AEP

AEP ist zwar kein Outdoor-Anbieter in dem Sinne, bietet aber auch tolle aus PET recycelte Rucksäcke für den modernen Stadtbewohner an. Die Produzenten von AEP werden von der Fair Wear Foundation überwacht. Die Produkte von AEP sind bluesign® zertifiziert. Hier findest du tolle nachhaltige  Laptoptaschen und Rucksäcke in einem modernen, minimalistischen Design.

Miceweekend

Miceweekend stellt umweltfreundliche Rucksäcke in minimalistischem Design aus 100 % Altpapier her. Es lohnt sich diese Tagesrucksäcke anzuschauen. Du wirst staunen. Das Design ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber die Idee ist toll. Mich würde interessieren wie strapazierfähig diese Rucksäcke sind und ob sie auch einen starken Regenguss überstehen?

Du siehst es gibt tolle Anbieter für faire und ökologische Outdoorkleidung und Accessoires. Aber ich habe noch viel mehr für dich gefunden.

Pyua

Mit der Kleidung von Pyua kannst du auch deinen ökologischen Fußabdruck verringern. Pyua produziert Outdoor-Bekleidung aus recycelten bzw. recycel-fähigen Polyestermaterialien und setzt wie Vaude auch auf das Closed-Loop-Recycling. Das funktioniert mit einem Rücknahmesystem, so dass aus alter Pyua Kleidung wieder neue wird. Pyua steht weiterhin für eine sozial verantwortliche Produktion in Europa und bluesign® zertifizierte Produkte ohne Fluorcarbone.

Felsenfest

Den Anbieter für Kletterbekleidung Felsenfest fand ich auch ganz spannend, denn die T-Shirts sind aus Fair Trade Biobaumwolle. Bei den Mützen aus Merinowolle wird darauf geachtet, dass die Schafe aus der Umgebung kommen und artgerecht gehalten werden. Weiterhin engagiert sich Felsenfest sozial und zwar werden die Mützen von älteren Menschen in einer sozialen Einrichtung gehäkelt.

mela wear

Das Label mela wear bietet sowohl eigene Kollektionen als auch Kollektionen der folgenden Marken an: Do U Speak Green und Frajorden. Hier handelt es sich nicht unbedingt um Outdoor-Kleidung, aber ich wollte mela wear mit aufnehmen, da hier tolle Fair Trade und GOTS zertifizierte Streetware und Schals angeboten werden.

Do U Speak Green arbeitet neben GOTS zertifizierter Biobaumwolle auch mit nachhaltigen Stoffen wie Hanf, Bambus oder Recycling Materialien. Das Modelabel Frajorden bietet Seidenschals an, wobei entgegen der konventionellen Seidenproduktion die Raupe am Leben bleibt und als Schmetterling in die Natur zurück kann.

Toll finde ich den Rucksack Ansvar, der Fair Trade und GOTS zertifiziert ist. 18 bis 25 Liter fasst dieser Rucksack, der aus robuster Biobaumwolle besteht und ausschließlich pflanzlich gegerbtes Leder hat, auch die Metalldetails sind chrom- und nickelfrei.

Wer auf Kunststofffasern bei Rucksäcken verzichten möchte, der hat mit Ansvar eine schicke Alternative in skandinavischem Design. Ansvar steht in Skandinavien übrigens für Verantwortung.

Bleed clothing

Bleed clothing ist auch kein direkter Outdoor-Ausrüster, hat aber zum Beispiel vegane Mode. Dazu findest du hier Kleidung aus verschiedenen Materialien wie Biobaumwolle, Kork, Tencel® (Naturfaser, die 50 % mehr Feuchtigkeit als Baumwolle aufnimmt), Hanf, Leinen und recyceltes Polyester. Die Produkte sind GOTS zertifiziert, vegan, fair produziert und es wird auf Wiederverwertbarkeit der Materialien geachtet. Es gibt ein paar sehr schöne Stücke dort, die auch sicher für eine Outdoor-Aktivität geeignet sind.

Kun_tiqi

Durch Zufall habe ich Kun_tiqi gefunden. Hier findest du alles was das Surfer Herz begehrt in Bio- und Fair Trade Qualität. Kun_tiqi’s Baumwolle ist GOTS zertifiziert und trägt das Fair Wear Foundation Zertifikat. Die Kleidung wird per Hand im Siebdruckverfahren bedruckt und es werden nur wasserbasierende ökologische Farben eingesetzt. Es gibt eine Kollektion für Männer und eine für Frauen.

Du bekommst hier nicht nur coole Kleidung zum Surfen, sondern auch das tolle Balsa Holz Surfboard in vielen verschiedenen Ausführungen. Kun_tiqi vertreibt auch ein Eco Surfboard Wax des Herstellers GreenFix. Aus 100 % natürlichen Stoffen und per Hand hergestellt.

Ich bin zwar keine Surferin, aber die Surfboards haben mich schon sehr beeindruckt, sind doch viel schöner als Boards aus Plastik, oder was sagen die Surfer unter euch?

Wo wir nun auch schon irgendwie bei nachhaltigen Accessoires für Outdoor-Aktivitäten sind, hier noch ein Tipp: Wie wäre es denn mit einem nachhaltigen Bambusfahrrad?

My Boo fertigt mit höchster sozialer Verantwortung Bambusfahrräder in Ghana und unterstützt mit den Einnahmen die Einheimischen vor Ort. So können dort die Bildungschancen verbessert werden.

My Boo unterstützt in Zusammenarbeit mit dem Yonso Projekt die Ausbildung junger Ghanaer, die durch das gemeinsame Projekt einen festen Job haben, fair bezahlt und sozial versichert sind. Es gibt noch weitere Bambusfahrradanbieter, aber der Gedanke hinter diesem Projekt ist genial und nachhaltig. Daumen hoch.

Jetzt bist du dran. Welche Anbieter von Outdoor-Kleidung oder Accessoires habe ich vergessen? Schreib mir in deinem Kommentar, ob dieser Überblick für dich hilfreich war. Findest du, dass wir Kleidung aus Recyclingfasern angesichts der Mikroplastikproblematik tragen können?

Und auch viel Spaß beim fair und ökologisch shoppen. Und denk immer dran: Weniger ist mehr.

Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links von Amazon.

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6 Kommentare zu Auf einen Blick: faire ökologische Outdoorprodukte

Fünf einfache Tipps, wie du deinen Papierverbrauch senken kannst

Trotz vielfältiger Dokumentenablagesystemen ist an ein papierloses Büro in der heutigen Zeit fast kaum mehr zu denken. Warum steigen die Papierverbräuche in den letzten Jahren kontinuierlich an?

Trotz vielfältiger Dokumentenablagesystemen ist an ein papierloses Büro in der heutigen Zeit fast kaum mehr zu denken. Warum steigen die Papierverbräuche in den letzten Jahren kontinuierlich an?

Das hat sicher etwas mit dem erhöhten Internetkonsum und der E-Mail-Flut zu tun, die uns täglich an unserem Arbeitsplatz erreicht.

Recyclingpapier wäre doch eine umweltfreundliche Alternative, aber vieles sagen: „Das ist doch so grau und nicht schön. Das macht den Kopierer kaputt. Da kann man nicht mit dem Füller drauf schreiben.“ Hast du auch schon oft diese Argumente gehört? Ich habe jetzt beschlossen für unsere Abteilung Recyclingpapier zu kaufen und den Papierverbrauch zu verringern.

Für die meisten ist Papier in Deutschland ein Billig- und Wegwerfprodukt. Dabei haben manche Menschen auf der Welt nicht einmal Zugang zu Papier. Weltweit zählt Deutschland zu den Spitzenreitern im Pro-Kopf-Verbrauch. Durchschnittlich 250 Kilogramm Papier verbraucht jeder Bundesbürger pro Jahr. Ein interessanter Vergleich der Initiative Pro Recyclingpapier: Das jährlich in Deutschland verbrauchte Kopierpapier würde einen Turm von 16.000 Kilometern Höhe ergeben. Die Flughöhe der Raumstation ISS beträgt 400 Kilometer.

Recyclingpapier ist nicht öde

Recyclingpapier will nicht so richtig hip werden. Dabei spart jedes Kilogramm Recyclingpapier wertvolle Rohstoffe. Bis zu 60 % Wasser und Energie weniger braucht die Herstellung aus Altpapier. Auch die Abwasserbelastung ist geringer.

Seit den 80er Jahren hat sich auch viel getan. Recyclingpapier steht Frischfaserpapieren in nichts mehr nach. Es fühlt sich nicht rau an, die Tinte verläuft nicht und auch im Drucker bereitet es keine Probleme. Hochweiße Papiere sind ebenfalls erhältlich. Wird die Druckerfarbe entfernt und das Papier mit Kalk und Kreide gestrichen, ist kein Unterschied zum herkömmlichen Frischfaserpapier festzustellen.

Beim Kauf von Recyclingpapier nimmst du am besten zertifiziertes Papier mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“. Dann handelst du umweltfreundlich und schonst unsere Regenwälder.

Ich nutze im Büro das zu 100 % aus Altpapier hergestellte Recyclingpapier von dem Unternehmen Steinbeis in zwei unterschiedlichen Qualitäten – Trend White (ISO 80) und Evolution White (ISO 100).

Weniger drucken, weniger Papierverbrauch

#Tipp 1: Noch besser als Recyclingpapier zu nutzen, ist gar kein oder weniger Papier zu verbrauchen. In unserer Abteilung haben wir unsere Gemeinschaftsdrucker so eingestellt, dass beidseitiges Drucken Standard ist.

#Tipp 2: Power Point Folien – auch so ein leidiges Thema. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt? In einigen Unternehmen werden doch tatsächlich Folien in A4 ausgedruckt. Eigentlich nicht notwendig. Besser zwei Folien auf eine Seite drucken.

#Tipp 3: Tagesordnungen nicht ausdrucken, statt dessen am Anfang des Meetings an die Leinwand werfen. Du hast jedem die Tagesordnung geschickt oder im Projektordner abgelegt und gehst davon aus, dass alle wissen worum es geht. Da gleiche gilt für Offene-Punkte-Listen, Projektunterlagen, Manuskripte.

#Tipp 4: Nicht auf Flipchart-Papier schreiben. Investiere in ein White Board. Wir haben ein interaktives, das heißt wir können auch direkt das Geschriebene als PDF-Dokument speichern und direkt an alle Teilnehmer des Meetings versenden.

#Tipp 5: Viele Unternehmen haben unter ihrer E-Mail Signatur den schönen Hinweis: Bitte denken Sie an die Umwelt, bevor Sie diese E-Mail drucken. Erst denken, dann drucken. E-Mails werden gefühlt auch immer länger. Würden wir eine kürzere E-Mail-Korrespondenz in unserer Unternehmenskultur fördern und öfter zum Telefonhörer greifen, müssten wir nicht seitenweise E-Mails drucken und hätten auch eine Kommunikation mit weniger Missverständnissen und mehr Klarheit.

Noch ein Tipp zum Schluss: Unterlagen, die digital vorhanden sind, müssen nicht immer noch in einem Ordner im Aktenschrank archiviert werden.

Nun interessiert mich: Wie ist das bei dir auf der Arbeit? Druckst du einfach drauflos oder denkst du auch an die Umwelt? Ich freue mich über deine Tipps zum Thema weniger Papier im Büroalltag. Verrate es mir in deinem Kommentar.

Bitte teile den Beitrag, um viele Menschen davon zu überzeugen ihren Papierverbrauch zu senken und Recyclingpapier toll zu finden. Und damit jeder erfährt, was wir persönlich beitragen können, um weniger Ressourcen zu verbrauchen.

6 Kommentare zu Fünf einfache Tipps, wie du deinen Papierverbrauch senken kannst

Wie du auf Reisen Menschen, Kultur und Natur schätzen kannst

Viele von uns reisen gerne in andere Länder. Wir wollen andere Kulturen kennenlernen. Was heißt das eigentlich? Nachhaltig reisen? Reiseveranstalter werben oft mit sanftem oder grünem Tourismus. Aber woran erkennst du, ob dein Reiseverhalten ökologisch und für die einheimische Bevölkerung nachhaltig ist?

Viele von uns reisen gerne in andere Länder. Wir wollen andere Kulturen kennenlernen. Was heißt das eigentlich? Nachhaltig reisen? Reiseveranstalter werben oft mit sanftem oder grünem Tourismus. Aber woran erkennst du, ob dein Reiseverhalten ökologisch und für die einheimische Bevölkerung nachhaltig ist?

Stell dir eine Insel oder an einen Ort deiner Wahl vor, wo du schon immer mal hinreisen wolltest. Du bist dort Einheimischer. Was würdest du dir von den Touristen wünschen? Du würdest dir bestimmt vorstellen, dass die Touristen deine Kultur kennenlernen, in deinem Geschäft deine Souvenirs kaufen, in deinem Restaurant lecker essen oder in deiner Unterkunft übernachten.

Nehmen wir einmal die Insel Bali in Indonesien. Kuta Beach ist vergleichbar mit dem Ballermann auf Mallorca. Jedes Jahr kommen auf Bali unzählige Hotelkomplexe hinzu. Manche Menschen kommen nach Kuta Beach, um ausgelassen Party zu machen und hinterlassen eine Menge Müll am Strand.

Würden diese Menschen das auch in ihrem Heimatort machen? Sicher nicht. Die Balinesen kommen nicht hinterher diesen Müll zu beseitigen. Dadurch wird der Strand und das Meer an manchen Stellen in Bali über kurz oder lang für bestimmte Menschen unattraktiv. Das wiederum führt zu weniger Touristen, denn nicht jeder mag im Abfall schwimmen.

Anderes Beispiel aus Thailand: Die Insel Tachai im Similan Nationalpark nordwestlich von Phuket war ein Paradies für Taucher. Einst gab es auf der nur zwölf Quadratkilometer großen Insel makellose Strände und unberührte Natur. Nun ist Tachai für Besucher gesperrt.

Von Mai bis Oktober schließt der Nationalpark sowieso wegen der Monsun-Saison. Aber 2016 durfte auch im Oktober kein Tourist mehr auf die Insel. Die Natur wurde massiv zerstört von den Touristen. Die Strände sind nur für ein paar Hundert Menschen ausgelegt. Es kamen in den letzten Jahren aber Tausende auf die Insel. Nun muss sich die Natur vom Menschen erholen.

Und so könnte ich weitere verheerende Beispiele über Zerstörung von Natur durch Tourismus aufzählen. Doch das bringt uns nicht weiter. Was will ich dir damit sagen? Bei deinen nächsten Reiseplanungen beziehe die Bevölkerung des Landes, die Kultur und die Natur stärker mit ein. Wir sollten uns in einem anderen Land genauso verhalten wie wir es uns zum Beispiel von Gästen auf unserem eigenen Gartengrundstück wünschen.

Der ethnisch korrekt und bewusst reisende Tourist möchte Land und Leute so natürlich wie möglich erfahren. Deine Unterkunft sollte keine Belastung für die Umwelt darstellen. Spüre die Natur und handle ausnahmslos umweltfreundlich. Nutze einheimische Transportmittel- und Wege. Auch zukünftig sollte an bisher wenig touristisch erschlossenen Orten keine extra Infrastruktur geschaffen werden. Denn gerade diese Unberührtheit macht doch Ökotourismus aus, oder?

Noch ein Tipp: Klar kannst du auf deiner Reise auch ein paar schöne und wertvolle Souvenirs kaufen, aber zahle auch einen angemessenen Preis an die Einheimischen.

Hat dir der Beitrag gefallen? Schreib mir doch was Ökotourismus für dich bedeutet? Welche Erfahrungen hast du auf deinen Reisen gemacht? Wo gibt es sanften Tourismus noch?

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Titelbild: © Alena Ozerova – Fotolia.com

2 Kommentare zu Wie du auf Reisen Menschen, Kultur und Natur schätzen kannst

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