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Kategorie: Eco Lifestyle

3 selbstgemachte Badreiniger, die alles sauber machen

Ich möchte dir meine 3 selbstgemachten Putzmittel für unser Bad vorstellen. Schnell gemacht mit nur wenigen Zutaten und ohne schädliche Substanzen. Und dazu macht es noch Spaß die Reiniger selber zu machen.

Ich möchte dir meine 3 selbstgemachten Putzmittel für unser Bad vorstellen. Schnell gemacht mit nur wenigen Zutaten und ohne schädliche Substanzen. Und dazu macht es noch Spaß die Reiniger selber zu machen.

Zitronen-Essig-Reiniger

Zero Waste Badreiniger

© Umweltgedanken

Das brauchst du:

  • Zitronenschalen
  • Essig
  • Flasche oder Sprühflasche

Für den Zitronen-Essig-Reiniger brauchst du nur Zitronenschalen beziehungsweise ich nehme immer die ganze Zitrone und schneide diese in Stücke. Besonders praktisch, wenn du für ein Kochrezept nur die abgeriebene Schale der Zitrone brauchst. Dann gieße ich die Zitrone soweit mit Essig auf bis diese bedeckt ist. Diesen Ansatz lasse ich bis zu zwei Wochen in der Sonne stehen. Dann quetsche ich die Zitronen nochmal gut aus und gieße die Mischung durch ein Sieb. Dieser konzentrierte Reiniger eignet sich hervorragend für Armaturen und stark verkalkte Flächen. Theoretisch kannst du auch Orangenschalen für den Reiniger verwenden.

WC-Reinigertabs

Zero Waste WC-Reiniger

© Umweltgedanken

Das brauchst du:

  • 100 g Natron
  • 100 g Maisstärke
  • 100 g Zitronensäure
  • Wasser in Sprühflasche
  • Ätherisches Öl nach Belieben – Orange, Teebaumöl etc.
  • Silikonformen oder Badebomben-Formen (Affiliatelink)

Für die WC-Reinigertabs vermischst du Natron, Maisstärke und Zitronensäure zu gleichen Teilen in einer Glasschale. Dann sprühst du nach und nach Wasser drauf und vermengst alles miteinander bis es eine Masse ergibt, die ähnlich wie nasser Sand aussieht. Wer möchte kann noch ein paar Tropfen ätherisches Öl dazugeben. Ich habe den Duft Süßorange genommen. Entweder du füllst dann die Masse in Silikonformen (hat bei mir nicht funktioniert) oder wie ich in eine halbe Badebomben-Form. Fertig sind die selbstgemachten WC-Reinigertabs.

Kalkreiniger für Bad und Küche

Kalkspray selbstgemacht

© Umweltgedanken

Das brauchst du:

  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 50 g Zitronensäure
  • 1 TL Bio-Spülmittel
  • 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl – Orange, Teebaumöl etc.
  • Flasche oder Sprühflasche

Du löst die Zitronensäure in lauwarmen Wasser vollständig auf, wobei du die Zitronensäure am besten mit einem Trichter in die Flasche füllst. Dann gibst du das Spülmittel (damit das Ganze an Flächen haften bleibt und auch Fett löst) und ein ätherisches Öl deiner Wahl dazu. Anstatt einer normalen Flasche kannst du auch eine Sprühflasche nehmen, denn so lässt sich der Reiniger gut auf Flächen verteilen. Ich benutze aber eine normale Flasche und gebe den Reiniger auf einen Putzlappen.

Zitronensäure und Natron bekommst du übrigens hier oder hier plastikfrei im Papierbeutel.

Zero Waste Reiniger

© Umweltgedanken

Welche Reiniger machst du selber? Schreib mir doch mal dein Rezept in die Kommentare.

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Zero Waste im Alltag Teil 1: Haarpflege

Ich wasche schon seit zwei Jahren meine Haare mit festem Shampoo. Du erfährst in diesem Beitrag welche empfehlenswerten Anbieter für Zero Waste Shampoo es gibt und welche Produkte sich bei mir bewährt haben.

Ich wasche schon seit zwei Jahren meine Haare mit festem Shampoo. Du erfährst in diesem Beitrag welche empfehlenswerten Anbieter für Zero Waste Shampoo es gibt und welche Produkte sich bei mir bewährt haben.

Warum wasche ich meine Haare mit festem Shampoo?

Der Hauptgrund warum ich das mache, ist die Vermeidung von Plastikverpackungen. Außerdem enthalten meine festen Shampoos keine Parabene, Silikone oder Erdölprodukte. Oft enthalten diese auch nicht so scharfe Tenside wie konventionelles Shampoo aus der Drogerie oder vom Friseur. Meine derzeitigen Lieblingsanbieter, Sauberkunst und Rosenrot, bei denen ich momentan mein festes Shampoo kaufe, benutzen das Tensid Sodium Lauryl Sulfoacetate (SLSA). Ich habe dir die Anbieter weiter unten verlinkt.

Sodium Lauryl Sulfoacetate, unter Verbrauchern kurz SLSA genannt, ist ein ecozertifiziertes Tensid auf Basis von Fettsäuren aus meistens Kokosöl (kann aber auch aus Palmöl hergestellt werden). Es ist milder im Vergleich zum in der konventionellen Kosmetikindustrie verwendeten und kostengünstigeren Sodium Lauryl Sulfate.

Feste Shampoos sind keine Haarseifen! Seifen werden mit Natronlauge angesetzt und haben einen gruseligen pH-Wert für unsere Haare. Marion Garz, Naturfriseur

Mit Haarseifen bin ich nicht zurecht gekommen und meine Haare wirkten fettig. Ich hatte aber auch keine Geduld. Viele sagen, dass sich das mit der Zeit reguliert.

Ich kaufe mir das feste Shampoo entweder im Unverpackt-Laden oder im Onlineshop der jeweiligen Manufaktur. Wenn ich online bestelle, dann immer gleich eine größere Menge, damit der Versand gerechtfertigt ist. Ich achte darauf, dass alles plastikfrei geliefert wird. Ich habe zwei Lieblingsanbieter für festes Shampoo (Sauberkunst und Rosenrot), die ich euch weiter unten verlinken werde. Den ersten Anbieter nutze ich seit zwei Jahren und bin nun zu dem anderen Anbieter gewechselt. Obwohl ich den auch schon länger kannte, denn die Shampoo Bars gibt es bei uns im Unverpackt-Laden.

Lush stellt zum Beispiel auch festes Shampoo her, doch würde ich davon abraten, da darin größtenteils bedenkliche Substanzen enthalten sind. In den Lush Solidshampoos ist das Tensid Sodium Lauryl Sulfate enthalten. Außerdem kann zum Beispeil Alpha-Isomethyl Ionone enthalten sein. Das ist ein Duftstoff, der Allergien auslösen kann. Dieser Stoff ist allerdings auch in Shampoo Bars von Sauberkunst enthalten. Einige Shampoo Bars von Lush enthalten leider auch Parabene und Polyethylenglycol (PEG). Und wer auf Naturkosmetik und gute Inhaltstoffe wert legt, sollte besser zu Rosenrot oder anderen Naturkosmetikanbietern greifen beziehungsweise ganz genau die Inhaltstoffe von den Lush Shampoo Bars studieren (da gibt es erhebliche Unterschiede).

Es gibt noch festes Shampoo von Lamazuna, welches ich aber bisher nicht getestet habe. Darin ist das Tensid Sodium Cocoyl Isothioniate (SCI) enthalten, das sulfatfrei und eine milde Alternative zu SLSA ist. Es besteht ebenso aus natürlichen Fettsäuren des Kokosöls. Allerdings sind Glycerin und Stearinsäure enthalten. Die können aus Palmöl stammen. Es gibt aber auch palmölfreies Glyzerin, wie es Sauberkunst zum Beispiel verwendet.

Folgende feste Shampoos, die ohne Plastikverpackung auskommen, habe ich noch gefunden, aber noch nicht getestet:

  • Marion Garz – your loving nature (ohne Alkohol, Onlineshop, aber auch Salon & Shop in Berlin-Mitte, Naturfriseur, Shampoo Bars in Dose und als Refill & festes leave-in Pflege Konzentrat)
  • Rapunzel festes Shampookonzentrat (Tensid ist SLSA)
  • Naturseifen Manufaktur Uckermark (Tensid ist SLSA und SCI)
  • Natural & Pure Solids (Shampoo-Stein Tensid ist SLSA, Shampoo Bar Tensid ist sulfatfrei)
Zero Waste Haare waschen

Festes Shampoo (links) und Conditioner (rechts) von Rosenrot
© Anja Blumschein

Preise (23.04.2018)

  • Rosenrot (vegan, außer Honig) 8,99 Euro / 55 g (festes Shampoo mit Pappschachtel oder in Zellglas)
  • Sauberkunst (vegan) 5,50 Euro / 45 g
  • Marion Garz – your loving nature 12,00 Euro / 50 g (Refill)
  • Naturseifen Manufaktur Uckermark (vegan) 7,00 bis 8,00 Euro / 55 g
  • Natural & Pure Solids (vegan) Shampoo-Stein 7,50 Euro / 50 g; Shampoo Bar (sulfatfrei) 8,50 Euro / 70 g
  • Lamazuna (vegan) 9,90 Euro / 55 g
  • Schwesterchen Shampookonzentrat Rapunzel 14,40 Euro / 80 g
  • Lush (vegan) 8,95 Euro / 55 g

Andere Alternativen wie selbsthergestelltes Kastanienshampoo habe ich noch nicht ausprobiert – kann ich mir aber sehr gut vorstellen, da in Kastanien waschaktive Substanzen, sogenannte Saponine, enthalten sind. Das Kastanienshampoo wird ähnlich wie das Kastanienwaschmittel hergestellt. Vielleicht hast du mit einem Kastanien-Shampoo Erfahrungen und magst sie mir in einem Kommentar schreiben?

Alle Vorteile von festem Shampoo auf einen Blick:

  • Ergiebiger: Ein Stück festes Shampoo (45 g bis 55 g) reicht etwa so lange wie zwei bis drei der üblichen Shampooflaschen je nach Waschhäufigkeit.
  • Platzsparender: Auf Reisen nimmt das feste Shampoo weniger Platz im Gepäck ein. Und es hat auch ein geringeres Gewicht.
  • Mitnahme im Flugzeug: Keine Mengenbeschränkung wie bei flüssigem Shampoo.
  • Weniger Müll: Du kannst Plastik vermeiden und sparst viel unnötigen Müll.
Zero Waste Haarpflege

Feste Shampoos von Rosenrot (Sorten Kokos-Meersalz und Walnuss)
© Anja Blumschein

Fester Conditioner als Pflegespülung

Lange war ich auf der Suche nach einer plastikfreien Alternative, die meine Haare nach dem Waschen entwirrt, die Kämmbarkeit verbessert und meine Haare glänzender aussehen lässt. Meine schulterlangen Haare haben sich nach der Haarwäsche mit den Shampoo Bars von Sauberkunst oft stumpf und verfilzt angefühlt. Ich habe sie mit der Bürste kaum durchbekommen. Dann habe ich vor ein paar Wochen feste Conditioner Bits gefunden, die dazu sogar noch aus natürlichen Substanzen sind. Die funktionieren wie das Shampoo. Der Conditioner wird in die Spitzen und Längen massiert und nach einer kurzen Einwirkzeit wieder ausgespült. Die habe ich bis jetzt nur bei Rosenrot gefunden. Das war auch mit ein Grund warum ich den Anbieter jetzt gewechselt habe. Rosenrot gefällt mir von den Inhaltsstoffen aber auch besser.

Zusätzliche Geschmeidigkeit und Glanz erreichst du mit einer Apfelessig-Spülung, die du gelegentlich machen kannst. Aber nicht so oft, denn bei einem Shampookonzentrat brauchst du eine saure Rinse normalerweise nicht, nur bei Haarseifen. Für die Rinse 1 EL Apfelessig mit 1 Liter warmen Wasser mischen. Alternativ geht auch Zitronensaft, wenn du den Essiggeruch nicht magst.

Noch ein Tipp: Für unterwegs nutze ich ein kleines Organza-Säckchen zum Verstauen der Seife (das lag noch bei mir herum). Damit kann ich das Shampoo und den Conditioner auch gut zum Trocknen aufhängen. Es eignen sich aber auch Gläser, Dosen oder andere Stoffsäckchen.

Zero Waste unterwegs

Festes Shampoo auf Reisen in einem Säckchen verstauen
© Anja Blumschein

Weitere Zero Waste Pflegeprodukte

Wenn meine Haare eine extra Pflegeportion brauchen, mache ich mir eine Roggenmehl-Haarkur. Dazu 3 EL Roggenmehl mit Wasser zu einer Paste verrühren und auf das gewaschene Haar auftragen, eine kurze Zeit lang einwirken lassen und dann ausspülen. Das mache ich aber selten. Anfangs habe ich auch versucht meine Haare komplett mit Roggenmehl zu waschen. Das war mir jedoch zu unpraktisch, da ich sehr häufig Haare wasche und keine Lust hatte jedes Mal das Roggenmehl-Shampoo anzurühren. Außerdem musst du hinterher immer die Dusche oder Badewanne von den Resten reinigen.

Auch eine Pflege mit Arganöl und/oder Jojobaöl wirkt gegen trockenes und brüchiges Haar. Arganöl wirkt auch als Hitzeschutz beim Fönen. Einfach 1 bis 2 Tropfen nach der Haarwäsche ins feuchte Haar (Längen und Spitzen) auftragen.

Bei Marion Garz – your loving nature gibt es eine schnelle Pflege gegen Trockenheit: ein festes leave-in Pflege Konzentrat. Das werde ich mir demnächst kaufen.

So, nun kennst du meine Haarwaschroutine. Mehr benutze ich nicht. Das spart eine Menge Plastikmüll und meine Haare sind seit dem Weglassen von Silikonen und anderem Zeug, das in konventionellem Shampoo, Pflegespülungen und Haarkuren enthalten ist, viel gesünder. Die Shampoo Bars sind auch viel ergiebiger als Shampoo in Plastikflaschen.

Links zu den Anbietern von denen ich momentan festes Shampoo kaufe (persönliche Kaufempfehlung, keine bezahlte Werbung):

Sauberkunst
Rosenrot (hier gibt es auch den festen Conditioner, wird in kompostierbarem Zellglas geliefert)

Nach meiner Recherche für diesen Beitrag sagen mir auch die Anbieter Marion Garz – your loving nature, Naturseifen Manufaktur Uckermark und Natural & Pure Solids sehr zu.

Sauberkunst hat mittlerweile auch einen Laden in Berlin (Nikolaiviertel) und in Potzdam.

Ich hoffe, dir hat der Beitrag gefallen und dir bei deiner Enstcheidung, welches Zero Waste Shampoo das beste für dich ist, weitergeholfen. Was benutzt du so zum Haare waschen? Schreib es mir doch mal in die Kommentare.

Im zweiten Teil der Zero Waste im Alltag Serie erfährst du wie ich nachhaltig und umweltfreundlich putze und das ohne unnötige Plastikverpackungen.

Zusätzliche Informationen:

Ausführliche Liste zur Deklaration von Palmöl (Inhaltststoffe, die Palmöl enthalten können)

Sehr gute und umfangreiche Übersicht von Inhaltsstoffen in Kosmetik auf die du besser verzichten solltest

Zero Waste im Alltag Teil 1: Haarpflege

Titelbild: © drubig-photo – Fotolia.com

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Gefährliche Silvestertradition: Feinstaub durch Silvesterböller

Der Umsatz der Silvester-Branche ist seit 2013 stetig gestiegen. Zwischen 100 und 200 Millionen Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Silvester-Feuerwerk aus. Ganz schön viel Geld für Feinstaub und Müll.

Der Umsatz der Silvester-Branche ist seit 2013 stetig gestiegen. Zwischen 100 und 200 Millionen Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Silvester-Feuerwerk aus. Ganz schön viel Geld für Feinstaub und Müll.

Zersplitterte Sektflaschen, abgestürzte Raketen, Reste von Knaller-Batterien. In Frankfurt fielen 2016 rund 25 Tonnen Müll in der Silvesternacht an, in München sogar 50 Tonnen.

Was viele nicht wissen: Die Mehrheit unserer Silvesterknaller stammen aus Schwellen- und Entwicklungsländern und werden dort unter schlechten Arbeitsbedingungen hergestellt. Neben den sozialen Auswirkungen wird durch die Produktion auch die Umwelt stark belastet. In der chinesischen Provinz Hunan, wo zwei Drittel unserer Knaller produziert werden, sind um die Stadt Liuyany die Ackerflächen mit Cadmium verseucht. Dieses gelangt über Reis und Gemüse in die Nahrung und somit in den Menschen und verursacht tödliche Krankheiten.

Jedes Jahr sterben Arbeiter bei Explosionen in Feuerwerksfabriken. Erst im November 2017 kamen wieder 50 Menschen bei einer heftigen Explosion in einer Feuerwerksfabrik nahe Jakarta ums Leben. Ende 2016 starben über 30 Menschen bei einer Explosion auf einem Markt für Pyrotechnik in Mexiko.

Die Region Sivakasi in Südindien ist der Hotspot der Feuerwerksherstellung in Indien. Rund 70.000 Kinder arbeiten dort in der Feuerwerksindustrie (Aktiv gegen Kinderarbeit). Bei der Herstellung von Raketen, Böllern und Wunderkerzen verätzen sie sich die Hände, Arme und Gesicht sind mit Brandnarben gezeichnet. Manche haben keine Fingernägel mehr.

Feinstaub in der Silvesternacht höher als an anderen Tagen

Rund 5.000 Tonnen Feinstaub (PM10) werden laut Umweltbundesamt in einer Silvesternacht freigesetzt. Das sind für Deutschland etwa 17 % der jährlich im Straßenverkehr freigesetzten Feinstaubmenge. Die Luftbelastung ist also an Silvester in manchen Städten so hoch wie das ganze Jahr nicht. Die Feinstaubpartikel können die Atemwege reizen und auf Dauer die Lungenfunktion stören. Darum wird geraten Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Lärm durch Knaller löst Panik bei Tieren aus

Nicht nur der Feinstaub ist problematisch. Auch die Lärmbelastung durch das Feuerwerk löse bei vielen Tieren Panik aus. Der Naturschutzbund NABU fordert daher in Parks und Grünflächen ganz auf das Knallen zu verzichten. Einige Vögel verlieren sogar die Orientierung durch die lauten Knalleffekte.

Auf Bleigießen lieber verzichten

Auch auf das traditionelle Bleigießen solltest du besser verzichten. Giftige Bleioxide werden eingeatmet warnt das Umweltbundesamt. Beim Anfassen der Figuren gelangt Blei an die Hände und bei Kindern schnell in den Mund. Das Schwermetall kann das Nervensystem, Hirn, Niere und Leber schädigen. Zubehör, Bleireste ud alle Gegenstände, die mit Blei in direktem Kontakt kamen, gehören in den Sondermüll. Auf keinen Fall sollten diese über den Restmüll oder die Kanalisation entsorgt werden. Wer die Tradition unbedingt fortführen will, sollte Wachs statt Blei verwenden.

#silvesterohneböller

Wenn du zur Verminderung der Feinstaubbelastung in der Silvesternacht beitragen möchtest und verhindern willst, das noch mehr Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen Feuerwerkskörper herstellen müssen, verzichte doch dieses Jahr auf dein persönliches Feuerwerk.

In einigen historischen Altstädten ist das Feuerwerk aufgrund der hohen Brandgefahr verboten wie zum Beispiel in Konstanz und in Ravensburg. Aber ein komplettes Verbot für Deutschland ist leider nicht möglich. Oder vielleicht doch? Andere europäische Länder machen es vor: In Dänemark ist das private Feuerwerk verboten.

Wir brauchen keine Silvester-Knaller, um glücklich ins neue Jahr zu kommen!

Bitte kaufe keine Silvesterknaller! #silvesterohneböller

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Plastikfrei leben: 10 Tipps, die jeder im Alltag umsetzen kann

Seit 2015 versuche ich ein Leben ohne Plastik zu führen. Oft gelingt mir das sehr gut. Die folgenden Tipps, die alle leicht umsetzbar sind, kann jeder in seinen Alltag integrieren und damit viel Müll vermeiden.

Seit 2015 versuche ich ein Leben ohne Plastik zu führen. Oft gelingt mir das sehr gut. Die folgenden Tipps, die alle leicht umsetzbar sind, kann jeder in seinen Alltag integrieren und damit viel Müll vermeiden.

Warum ich plastikfrei leben möchte, kannst du im Beitrag über Kunststoffe und deren Gesundheitsgefahren nachlesen.

Tipp 1: Frisch kochen und keine abgepackten Lebensmittel kaufen

In einigen Supermärkten, in Bio- und Hofläden oder auf Wochenmärkten kannst du Obst und Gemüse lose kaufen. Verzichte auf die kostenlosen Plastik- beziehungsweise Papiertüten und nehme stattdessen einen Korb, eine Tragetasche oder einen Rucksack mit.

Für Kartoffeln oder Tomaten nehme ich einen Baumwollbeutel (Werbelink). Auch Käse, Wurst und Fleisch kaufe ich nicht mehr abgepackt. Unverpackt einkaufen ist die am meisten wirksamste Lösung, leider aber (noch) nicht überall möglich.

Tipp 2: Verzichte möglichst auf Süßigkeiten und Knabbereien der Großkonzerne

Seit dem ich plastikfrei lebe, fällt es mir gar nicht mehr schwer an den Süßigkeitenregalen im Supermarkt vorbei zu gehen. Abgesehen davon sind die meisten Süßigkeiten pure Zuckerbomben und enthalten fast immer Palmöl.  Hin und wieder gönne ich mir ein Stück Kuchen vom Bäcker oder mache uns einen leckeren selbstgemachten Schokoladenpudding.

Bei mir um die Ecke gibt es einen türkischen Bäcker, bei dem ich mir leckere frischgebackene Kekse in meine Dose abfüllen lasse. Wenn du einen Unverpackt-Laden in der Nähe hast, bekommst du dort unter anderem Nüsse, Bananenchips und andere Leckereien wie Gummibärchen oder schokolierte Früchte.

Tipp 3: Körperseife statt Duschgel und feste Shampoobars

Ich liebe zum Duschen die veganen und palmölfreien Körperseifen von SauberKunst (liefern plastikfrei). Am besten finde ich die Sorten Kirschblüte, Sanddorn und Meertau. Zum Haare waschen benutze ich feste Shampoobars (Kokosmakrone und Mango Lassi). Mein Freund benutzt das Avocado-Hanföl Shampoobar. Auch Haarseifen sind denkbar, aber da habe ich keine Erfahrung mit.

Festes Schampoobar Avocado-Hanföl
© Anja Blumschein

Tipp 4: Waschmittelpulver im Karton oder selbstgemachtes Waschmittel benutzen

Ich benutze das Frosch Aloe Vera Waschmittel im Karton. Denkbar, aber mit mehr Aufwand, wären auch selbstgemachtes Waschmittel aus Kastanien oder Efeu.

Kastanien Waschmittel

Waschmittelpulver aus Kastanien – natürlich, verpackungsfrei und ohne Konservierungs-, Duft- und Farbstoffe
© Anja Blumschein

Tipp 5: Keinen Weichspüler benutzen

Erstens ist Weichspüler nicht ökologisch und zweitens bekommst du diesen nicht ohne Plastik. Lass ihn einfach weg! Es geht auch ohne.

Tipp 6: Stofftaschentücher oder Recyclingtaschentücher aus der plastikfreien Spenderbox

Stofftaschentücher sind wieder im Kommen. Alternativ kannst du Recyclingtaschentücher aus der Spenderbox kaufen. Bei Rossmann gibt es jetzt ein Produkt mit dem Blauen Engel, das komplett ohne Plastik auskommt.

Recyclingtaschentücher in plastikfreier Spenderbox
© Anja Blumschein

Tipp 7: Benutze Mehrwegbecher für deinen Coffee to go

Wir benutzen den Contigo Thermobecher (Werbelink). Bei dem auslaufsicheren Edelstahlbecher besteht lediglich der Deckel aus Plastik. Von der Funktionalität ist dieser Becher für uns die beste Kompromisslösung. Viele Bäckereien bieten mittlerweile auch einen Preisnachlass an, wenn du deinen eigenen Becher mitbringst.

Tipp 8: Milchprodukte in Mehrwegglas kaufen

Vermeide Milch in Tetrapacks, kaufe Mehrwegflaschen. Alternativ kannst du dir Milch auch frisch vom Bauern holen. In einigen Supermärkten gibt es bereits Milchzapfstationen. Das ist aber bisher noch selten. Kaufe Joghurt und Sahne im Pfandglas. Milchreis, Gries und Pudding bereite ich selbst zu.

Verschiedene Frischkäse lasse ich mir auf dem Wochenmarkt am Käsestand in mitgebrachte Glasgefäße abfüllen. Am besten eignen sich nach meiner Erfahrung eckige Glasschalen (Werbelink).

Tipp 9: Immer eine Tragetasche dabei haben

Für den geplanten Einkauf habe ich mehrereTragetaschen aus Jute, die besonders stabil sind und sehr lange halten. In meiner Handtasche ist auch immer ein Baumwollbeutel, falls ich einen Spontankauf mache.

unverpackt einkaufen

Auf geht`s zum Einkauf mit eigenen Gefäßen und Jutebeutel
© Anja Blumschein

Tipp 10: Babys Po ohne Feuchttücher waschen

Bei unserem Baby benutzen wir nur Waschlappen und Wasser zum Reinigen des Pos. Wenn es nötig ist, halten wir den Babypo direkt unter fließendes Wasser. Feuchttücher benutzen wir nur unterwegs.

Wasser und Waschlappen anstatt Feuchttücher spart Ressourcen
© Anja Blumschein

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig inspirieren. Du musst zugeben: Alle diese Tipps kannst du direkt ab heute umsetzen. Alles andere kommt mit der Zeit.

Plastikfrei leben, aber bitte ohne Dogma ;-).

Ich liebe zum Beispiel griechischen Joghurt mit gerösteten Walnüssen und Honig. Den Joghurt bekomme ich leider nur in Plastik. Hier gebe ich mich dem Genuss hin und sage mir, es soll Spaß machen und nicht eine Last sein auf Plastik zu verzichten. Wenn jeder diese 10 Tipps beherzigen würde, wäre schon viel Plastik vermieden.

Ich verlinke dir noch das Rezept für den Schokoladenpudding, den ich gerne koche. Das Rezept ist sehr gut.

Welche Tipps hast du noch? Ich freue mich über deine besten Tipps für ein Leben ohne Plastik. Her damit in den Kommentaren. Und mich interessiert brennend worauf du gar nicht verzichten kannst.

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Kosmische Erziehung: Definition und gesellschaftliche Bedeutung

Maria Montessori, die ihr Konzept zur kosmischen Erziehung erstmals 1935 vorstellte, entwickelte die Auffassung, dass die Gesamtheit der Natur – sowohl die belebte als auch die unbelebte – seit der Entstehung des Universums bis in die heutige Zeit einem einheitlichen „Kosmischen Plan“ folge, dessen Bestandteile in gegenseitiger Abhängigkeit zueinanderstehen.

Maria Montessori, die ihr Konzept zur kosmischen Erziehung erstmals 1935 vorstellte, entwickelte die Auffassung, dass die Gesamtheit der Natur – sowohl die belebte als auch die unbelebte – seit der Entstehung des Universums bis in die heutige Zeit einem einheitlichen „Kosmischen Plan“ folge, dessen Bestandteile in gegenseitiger Abhängigkeit zueinanderstehen.

Der Mensch nimmt seine „kosmischen Aufgaben“ wahr, indem er an der Entwicklung und Gestaltung seiner „Supra-Natur“ (= Kultur) arbeitet, ohne, dass es ihm bewusst ist. Auf der einen Seite hat der Mensch die Natur bereichert und verschönert, aber auf der anderen Seite bringt er sich selbst in große Gefahr und verkennt die durch ihn selbst verursachten Bedingungen auf der Erde. Maria Montessori schreibt:

„Heute ist er nicht gerüstet, die aus einer Supra-Natur bestehende Umgebung zu beherrschen.“

Es ist deshalb umso wichtiger, dass die Menschheit verantwortungsvoll mit ihrer Umwelt umgeht und nach dem „kosmischen Plan“ handelt, um das Gleichgewicht der Natur wiederherzustellen und Katastrophen, wie Kriege oder anderweitige Störungen, abzuwenden. Kosmische Erziehung trägt im Wesentlichen zum Verstehen der Zusammenhänge einer kosmischen Ordnung bei.

In einem universalen Lehrplan müssen alle Aspekte des Wissens und vom Kosmos verbunden werden.

„Astronomie, Geographie, Geologie, Biologie, Physik, Chemie sind nur Details des Ganzen. Ihr Bezug untereinander ist das, was das Interesse von einem Zentrum bis zu seinen Ausläufern hin treibt.“

Dieser Lehrplan ist jedoch kein Lehrplan im üblichen Sinne, der in Schritten abgearbeitet werden muss. Er beinhaltet vielmehr das gesamte Spektrum der menschlichen Kultur und des Wissens aller Kulturkreise. Aus diesem breitgefächerten Angebot suchen die Kinder selbst aus und bearbeiten die Aspekte, die sie näher interessieren.

Dem Kind wird die Gesamtheit des Universums dargeboten. Montessori verfolgte dabei immer den Grundsatz:

„Das Ganze geben, indem man das Detail als Mittel gibt.“

Genauer gesagt: „Man studiert die Wirklichkeit des Details, und dann stellt man sich das Ganze vor.“

Die Vorstellungskraft wächst und führt zum Verständnis des Ganzen. Wenn das Kind einen Fluss oder See kennt, kann es sich auch die anderen Seen und Flüsse der Welt vorstellen. Es ist für den Pädagogen von Bedeutung, selbst zu verinnerlichen was das Ganze bedeutet, und wie er das Interesse in dem Kind wachruft.

„Die geringsten Details werden interessant, wenn sie als Teil eines Ganzen dargestellt werden; das Interesse wächst um so mehr, je mehr man von den Details weiß.“

Lernen am Modell und durch selbstbestimmte Erfahrung

Kinder lernen durch Beobachtung und durch aktive, selbstgesteuerte Erfahrung, das heißt es ist wichtig, Kindern die wahrhaftige Natur zu zeigen. Die Kinder sollen hinausgehen und in der Natur die Pracht einer Blumenwiese, einen rauschenden Fluss, die Schönheit eines Sternenhimmels, die Beschaffenheit des Bodens, die Vielfalt der Tiere und vieles mehr erfahren.

„Wenn das Kind wandert, bietet sich ihm die Welt selbst dar. Veranlassen wir das Kind zu wandern, zeigen wir ihm Dinge in ihrer Wirklichkeit, anstatt Gegenstände anzufertigen, die Begriffe darstellen, und sie in einen Schrank einzuschließen.“

Schlüsselgeschichten als Einführung

Im Kapitel „Menschliche Potentialität und Erziehung“ der Schrift Kosmische Erziehung beschreibt Montessori mit einer beeindruckenden Originalität und Anschaulichkeit die ökologischen Zusammenhänge. Für Kinder, speziell im Grundschulalter, entwarf Montessori sogenannte Schlüsselgeschichten, die sogenannten cosmic tales (Werbelink), um ihnen auf diese Weise in komprimierter Form Einführungen in ökologische, geschichtliche und sozial-anthropologische Zusammenhänge zu geben.

Nach der AMI-Tradition (AMI – Association Montessori Internationale) gibt es die fünf großen Erzählungen:

  • Die Geschichte des Universums (Gott hat keine Hände)
  • Die Entstehung des Lebens
  • Die Entwicklung des Menschen
  • Die Geschichte der Zahlen
  • Die Geschichte der Schrift

Die Zeit von 3 bis 6 Jahren wird als eine Art Vorbereitung auf die Zeit der kosmischen Erziehung angesehen, wobei dort zunächst nur die Phänomene an sich interessieren und nicht die Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten. Im Alter von 6 bis 12 Jahren findet die eigentliche kosmische Erziehung statt, in der auch die Zusammenhänge und das „Warum?“ von Interesse sind. Nach dem Alter von 12 Jahren wird in der Arbeit auf die kosmische Erziehung aufgebaut und zurückgegriffen.

Erdkinderplan zur Förderung der Entwicklung in einer ökologischen Gemeinschaft

Maria Montessori sieht für die 12- bis 15-jährigen Jugendlichen eine spezielle Form des Lernens und Erfahrens in ihrem „Erdkinderplan“ vor.

„Die Schulen, so wie sie heute sind, sind weder den Bedürfnissen des jungen Menschen noch denen unserer jetzigen Epoche angepasst.“

Schon damals erkannte Maria Montessori die Notwendigkeit einer Reform der Pädagogik. Einer der wenigen Versuche weltweit ist die Hershey Montessori Farm School in Ohio, die von David Kahn gegründet wurde und im Schuljahr 2000/2001 ihre Tore öffnete. In dieser Gemeinschaftseinrichtung wird die „Vorstellung eines Studien- und Arbeitszentrums auf dem Lande als eine den Bedürfnissen und Interessen dieses Alters optimal angemessene Erziehungsform umfassend verwirklicht“.

In Deutschland gibt es bisher kaum Einrichtungen dieser Art, in der es möglich ist, in dieser Art von Gemeinschaft zu leben, produktive Arbeit in der Natur zu leisten und einen ökologischen Lebensstil zu führen. Es werden stattdessen immer nur Ansätze des „Erdkinderplans“ verwirklicht. In einigen Montessori-Schulen gibt es Kooperationen mit Bauernhöfen oder praktische Wochen, in denen die Jugendlichen Handwerk in der Nachbarschaft erlernen. Der gemeinnützige Verein Erdkinder-Projekt e.V. in Eberharting im oberbayrischen Voralpenland bietet ganzheitliches und praktisches Lernen auf dem Lande in einer Montessori-Schule, einem integrativen Kinderhaus sowie in einem Abiturkolleg an.

Indviduelle Persönlichkeitsentwicklung

Nur fehlt der Ansatz, dass Kinder nach Montessori, im Alter von 12 bis 18 Jahren, bevorzugt nicht im Elternhaus die meiste Zeit verbringen sollten, da sie hier zu sehr in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung beeinflusst und gesteuert werden.

Daher wäre, wie in Ohio, ein Internat als Wohnort der Familie, im Sinne von einer Gemeinschaft junger Menschen, wünschenswert. Dort übernehmen die Internatseltern die Funktion des Vertrauenspädagogen, fördern die Entwicklung, geben aber den Jugendlichen auch den Freiraum und lassen sie ihren eigenen individuellen Weg gehen.

Es fehlen noch der Mut und die Kraft ein Projekt, wie es in Ohio funktioniert, in Deutschland zu verwirklichen. Dazu bedarf es gute Überlegungen und vor allem Ausdauer und Liebe zum Detail in der Umsetzung. Eine Akzeptanz für diese Erziehungsform beziehungsweise Erfahrungsschule ist bisher nicht weit verbreitet, sowohl bei Schulämtern, als auch bei Eltern.

Zur Vorbereitung auf eine Berufsausbildung oder ein Universitätsstudium ist diese Form des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens sicherlich von Vorteil, denn ab Verlassen der Schule sind wir auf uns alleine gestellt. Wir müssen uns die Details selber erarbeiten, um das große Ganze zu verstehen.

Zusammenfassung

Ich möchte abschließend betonen, dass ich die Art von kosmischer Erziehung, wie sie Montessori für alle Altersgruppen beschreibt, für geeignet halte und diese sollte in der Zukunft eine höhere Bedeutung in den Schulen oder sonstigen Einrichtungen haben.

Um meinen Beitrag zusammenzufassen, möchte ich einen wesentlichen Erziehungsgrundatz von Montessori anbringen:

„Einzelheiten lehren bedeutet Verwirrung stiften. Die Beziehung unter den Dingen herstellen bedeutet Erkenntnisse vermitteln“.

Die Methoden in der Lehre der kosmischen Erziehung der 6- bis 12-jährigen Kinder sind bisher sehr gut, aber auf dem Weg einer ganzheitlichen Montessori-Pädagogik für die 12- bis 15-jährigen bzw. 15- bis 18-jährigen Jugendlichen gibt es noch viele unbetretene Ufer.

Gibt es in deiner Umgebung Montessori-Schulen oder ähnliche Einrichtungen, die den von Montessori gedachten Erdkinderplan verwirklichen? Erzähl mir mehr davon in deinem Kommentar.

Literatur

Maria Montessori: Kosmische Erziehung (Werbelink) – Die Stellung des Menschen – Menschliche Potentialität und Erziehung – Von der Kindheit zur Jugend. Hrsg. Paul Oswald und Günther Schulz-Bensch. Kleine Schriften Maria Montessoris. Herder-Verlag. Freiburg. 1988.

Ela Eckert: Maria Montessoris Erdkinderplan und die Praxis der Hershey Montessori Farm School. In: Das Kind. Halbjahresschrift für Montessori-Pädagogik. 2. Halbjahr 2005, Heft 38.

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Vegane Energie: Tierethisch unbedenklicher Strom für 100 % veganes Leben?

Ökostrom kennen die meisten, aber hast du schon mal etwas von veganem Strom gehört? Eine Marke der TWL Energie Deutschland GmbH, Vegawatt, liefert Energie, die unter nachhaltig veganen Gesichtspunkten erzeugt wurde.

Ökostrom kennen die meisten, aber hast du schon mal etwas von veganem Strom gehört? Eine Marke der TWL Energie Deutschland GmbH, Vegawatt, liefert Energie, die unter nachhaltig veganen Gesichtspunkten erzeugt wurde. In diesem Beitrag erfährst du den Unterschied zwischen konventionellem Strom, Ökostrom und veganem Strom. Ich gehe auch der Frage nach, wie vegan unterschiedliche Ökostromarten sind.

Zunächst werde ich etwas zu den Motiven einer veganen Lebensweise schreiben.

Veganer konsumieren keine tierischen Lebensmittel, tragen keine Kleidung aus Pelz, Wolle, Leder oder Seide, benutzen keine Produkte, die an Tieren getestet wurden, gehen nicht jagen oder angeln und meiden Orte, an denen Tiere ausgestellt, vorgeführt oder von anderen Tieren gehetzt werden.

Es gibt viele Motive sich dafür zu entscheiden vegan zu leben. Die meisten Veganer entscheiden sich für diese Lebensweise aus ethisch-moralischen Gründen. So sind die Motive unter anderem Mitleid mit den Tieren und die Forderung nach gesellschaftlicher Anerkennung der Rechte von Tieren, zum Beispiel das Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit. Aber auch ökologische, gesundheitliche und religiöse Motive spielen eine Rolle.

Vegawatt liefert tierethisch unbedenkliche Energie

Ist Ökostrom auch veganer Strom?

Konventioneller Strom wird unter anderem in Kohle- und Atomkraftwerken erzeugt. Die Ausgangsprodukte sind zum Beispiel entweder Stein- oder Braunkohle oder Uran, Thorium sowie Plutonium. Aus ökologischer Sicht und mit Blick auf das Tierwohl ist die Erzeugung von Energie aus Atom- und Kohlekraftwerken nicht empfehlenswert. Denken wir bei Atomkraftwerken nur an mögliche Reaktorunglücke wie Tschernobyl und Fukushima.

Ökostrom stammt, im Gegensatz zu Kohle- und Atomenergie, aus erneuerbaren Quellen und ist nahezu unbegrenzt verfügbar. Doch die grünen Energiearten Wind, Wasser und Biomasse, wenngleich umweltfreundlich, haben mitunter negative Auswirkungen auf die Tierwelt.

Windenergie ist aufgrund des Vogelschlags aus veganer Sicht bedenklich. Das gilt auch für den negativen Einfluss von Offshore-Anlagen auf die Meerestiere.

Wasserkraftanlagen wirken sich ebenso nachteilig auf die Tierwelt aus. Für solche Anlagen sind Eingriffe in die Natur mit massiven Erdbewegungen unvermeidbar. Staudämme und Wehre führen dazu, dass Fische ihre Laichplätze nicht mehr finden. Trotz Fischtreppen sterben immer noch Fische. Ganze Landstriche trocknen durch Staudämme aus. Andererseits werden große Natur- und Kulturlandschaften von Stauseen überschwemmt.

Auch konventionelle Gaserzeugungsarten wie Erdgas und Fracking sind weder nachhaltig noch vegan. Insbesondere der Pipelinebau hat empfindliche Auswirkungen auf die Tierwelt.

Biomasse zählt zu den ökologischen Energiearten, wenn organische Abfälle verwertet werden. Wenn aber nachwachsende Biomasse auf Flächen angepflanzt wird, die eigentlich der Nahrungsmittelerzeugung dienen sollten, dann ist das nicht ganz ökologisch. Energie aus Biomasse ist nicht 100 % klimaneutral, da schädliche Methangase ausgestoßen werden. Biogas oder Strom aus Biomasse klingt erstmal ökologisch, doch werden für die Vergärung tierische Abfälle verwendet, ist das nicht vegan. Wenn es sich nicht um eine kontrolliert biologische Tierhaltung handelt, fördert der Gebrauch von Biogas außerdem die Massentierhaltung.

Vegawatt

Biogaserzeugung aus Abfällen der Zuckerrübe, wie es Vegawatt macht, ist vegan, ökologisch und nachhaltig
© Bits and Splits – Fotolia.com

Vegawatt verwendet für die vegane Biogasherstellung Zuckerrübenabfälle und hat einen Biogaserzeuger gefunden, der ausschließlich Zuckerrübenschnitzel in seiner Anlage fermentiert. Zudem wird das Gas direkt in das Ortsnetz eingespeist, so dass kein Pipelinebau notwendig ist.

Sonnenenergie ist relativ klimaneutral und lässt sich gut als vegane Energiequelle nutzen. Allerdings werden die Auswirkungen des Rohstoffabbaus sowie die CO2-Emissionen zur Herstellung der Solarzellen nicht genügend berücksichtigt.

Vegawatt produziert veganen Strom aus Photovoltaikanlagen. Auf den ersten Blick hat diese Art der Stromerzeugung keinen negativen Einfluss auf den Lebensraum der Tiere, sofern die Anlagen in Europa hergestellt und installiert werden. In einer vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Studie wurde hingegen nachgewiesen, dass die Reproduktionsrate von Insekten und Reptilien in der Nähe von Solarparks sinkt, da die Tiere ihre Eier auf den wasserähnlich aussehenden Paneelen ablegen.

Auf Freiflächen, die zum Nahrungsmittelanbau geeignet sind, sollten keine Photovoltaikanlagen aufgestellt werden. Aus veganer Sicht sind Photovoltaikanlagen auf Dächern von Fleischindustrie und Tierhaltungsbetrieben inakzeptabel. Ein weiteres Problem von Solaranlagen ist die Veränderung der Bodenstruktur (Verdichtung) sowie die Überschirmung und damit die Verschattung von Flächen was dazu führt, dass sich das Mikroklima ändert. Wegen der Einzäunung der Anlage wird der Lebensraum von insbesondere mittelgroßen bis großen Tieren zerschnitten.

Genau wie Solarenergie ist auch Geothermie eine weitgehend vegane Energiequelle. Dennoch kann es auch bei Geothermie durch mögliche Erdabsenkungen zu negativen Auswirkungen auf die Tierwelt kommen.

Mein Fazit: 100 % vegane Energie gibt es nicht. Selbst Solarenergie und Geothermie können negative Auswirkungen auf die Tierwelt haben. Einem Veganer geht es aber um das Vermeiden des Vermeidbaren und da sind diese beiden Energiearten veganer als andere.

Im deutschen Stromnetz kommt immer ein Mix aus konventioneller und grüner Energie aus der Steckdose. Vielleicht fragst du dich jetzt: Warum soll ich veganen Strom von Vegawatt beziehen, wenn ich diesen Strom gar nicht geliefert bekomme?

Die Antwort ist einfach: Du unterstützt damit tierethisch unbedenklichen Strom in Deutschland und vielleicht kommt dann schon bald veganer Strom aus deiner Steckdose.

Wer sich vegane Energie wünscht, kommt an Ökostrom oder Ökogas von Vegawatt nicht vorbei.

Wechsel zu Vegawatt, unterstütze die Energiewende und lebe konsequent vegan. Berechne dir jetzt deinen veganen Tarif.

Bist du selbst Veganer und nutzt schon vegane Energie oder möchtest du in Zukunft zu einem veganen Energieanbieter wechseln? Erzähl mir mehr davon in deinem Kommentar.

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Vegawatt entstanden.

Titelbild: © VioNet – Fotolia.com

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Reisetipp: Plastikfrei einkaufen in der Markthalle Colmar

Ausspannen. Genießen. Kurzurlaub. Ich war mit meiner kleinen Familie für ein Wochenende in der wunderschönen elsässischen Stadt Colmar in Frankreich. Dort habe ich die traditionelle Markthalle (Marché Couvert) besucht und war begeistert von dem Angebot. Die Markthalle gehört zu den Top Sehenswürdigkeiten in Colmar.

Ausspannen. Genießen. Kurzurlaub. Ich war mit meiner kleinen Familie für ein Wochenende in der wunderschönen elsässischen Stadt Colmar in Frankreich. Dort habe ich die traditionelle Markthalle (Marché Couvert) besucht und war begeistert von dem Angebot. Die Markthalle gehört zu den Top Sehenswürdigkeiten in Colmar.

Colmar ist eine hübsche Stadt mit viel Charme und einer mittelalterlichen Altstadt. Die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser kannst du bei einem Bummel durch das besonders interessante Petit Venice (Klein-Venedig) bewundern. Dort war auch unsere kleine Ferienwohnung. Vielleicht kommst du bei deinem Spaziergang entlang der Lauch (Fluss in Colmar) mit deren üppigen Blumendekorationen an der Markthalle vorbei. Die tollen Blumenarrangements an Brückengeländern und Straßenlaternen sind mir überall im Elsass begegnet.

Blumendekoration entlang der Lauch (rechts Markthalle Colmar) © R. Kubisch

Fachwerkhäuser Petit Venice © R. Kubisch

© R. Kubisch

Allein die Architektur der Markthalle lohnt für einen Besuch. Die Halle wurde zwischen 1863 bis 1865 von dem Architekten Louis-Michael Boltz aus Ziegelstein und Sandstein gebaut. Jahrzehntelang wurde die Markthalle als Garage für Autos genutzt. Erst dank einer umfassenden Renovierung im Jahr 2010 dient sie heute wieder als Ort an dem Feinschmecker voll auf ihre Kosten kommen.

Markthalle Colmar © R. Kubisch

Neben Biogemüse gibt es viele regionale elsässische Spezialitäten. Wir haben dort kleine Snacks für den Nachmittagsausflug zum Col de la Schlucht, einem 1139 m hohen Pass in den Vogesen, und für unser Abendessen gekauft.

Sehenswerte Deckenkonstruktion in der Markthalle Colmar © R. Kubisch

Plastiktüten habe ich bei den Händlern in der Markthalle keine gesehen. Das Obst und Gemüse wird vom Kunden selbst in Papiertüten oder Körbe gepackt. Auch Nüsse und Gewürze lassen sich in Papiertütchen abfüllen. Ich habe viele Kunden beobachtet, die kleine Baumwollsäckchen oder eigene Körbe dabei hatten, in die dann Tomaten und Kartoffeln gelegt wurden.

© R. Kubisch

In der Reduzierung von Plastiktüten spielt Frankreich eine Vorreiterrolle in Europa. Seit 1. Juli 2016 sind bereits Einkaufstüten aus Plastik verboten. Danach folgte das Verbot von Plastiktüten zum Verpacken für Lebensmittel. In diesem Sinne dürfen seit dem 1. Januar 2017 abseits der Kasse nur noch Verpackungen aus Papier und Stoff oder solche, die biologisch abbaubar sind, ausgelegt werden. Das betrifft vor allem Tüten für Obst und Gemüse, Aufschnitt, Fleisch und Fisch.

Kräuter in der Markthalle © R. Kubisch

Frankreichs Regierung übernimmt noch viel mehr Verantwortung für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. So muss Einweggeschirr bis 2020 biologisch abbaubar sein. Außerdem dürfen unverkaufte Lebensmittel in großen Supermärkten mit einer Ladenfläche ab 400 Quadratmeter nicht mehr weggeworfen werden und müssen einer kariativen Einrichtung gespendet werden. Im Gegensatz zu Frankreich baut Deutschland statt auf ein Gesetz mehr auf Aufklärung, denn die größten Lebensmittelverschwender sind die Verbraucher selbst.

Elsässische Spezialitäten, die mein Herz höher schlagen lassen

Wenn du im Elsass bist, probiere unbedingt den leckeren Käse dort. Besonders der Munster hat es uns angetan. Der Munster wird östlich der Vogesen im Münstertal hergestellt.

Wir haben unseren Munsterkäse in der traditionellen Schaukäserei Maison du Fromage auf dem Weg von Munster nach Gunsbach gekauft. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail eine moderne und gut gemachte Ausstellung zum Thema Käseherstellung aufgebaut.

Traditionelle Schaukäserei Maison du Fromage © R. Kubisch

Den Käse haben wir dann nachmittags zusammen mit Baguette genossen. Ein Träumchen! Zum Nachtisch gab es Tarte aux chocolat (französische Schokoladentarte) und Tarte aux pommes (französische Apfeltarte), die wir auch in der Markthalle gekauft haben.

Einkäufe aus der Markthalle © R. Kubisch

Kleiner Käseladen in Colmar  © R. Kubisch

Colmar – eine Stadt zum Verlieben © R. Kubisch

Mehr traditionelle Markthallen wie die in Colmar oder kleine Käseläden wären doch auch bei uns schön, oder? Kennst du ähnliche dauerhafte Markthallen in anderen Ländern, die auf Regionalität, Bio und Nachhaltigkeit setzen? Ich freue mich auf deinen Tipp.

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Nachhaltige Inspirationen für Kinderkrippe und Kindergarten

Du bist auf der Suche nach einer Checkliste für die Kinderkrippe oder den Kindergarten? Du suchst Inspirationen und nachhaltige Ideen? Mit dieser Liste vergisst du bestimmt nichts mehr.

Du bist auf der Suche nach einer Checkliste für die Kinderkrippe oder den Kindergarten? Du suchst Inspirationen und nachhaltige Ideen? Mit dieser Liste vergisst du bestimmt nichts mehr.

Welche Dinge du brauchst, ist individuell von Einrichtung zu Einrichtung verschieden. Beim Informationsgespräch wirst du bestimmt eine Liste mit benötigten Dingen bekommen.

Hygieneprodukte

In den meisten Kinderkrippen bringst du deine eigenen Hygieneprodukte mit.

Windeln

Ich nutze Windeln von Lillydo, da sie frei von Parfum, Lotion und Farbstoffen sind und mir von der Haptik und dem Design gut gefallen. Im Praxistest haben sich die Windeln bewährt. Aus Nachhaltigkeitsaspekten sind es nicht die besten Windeln (enthalten unter anderem saugstarke Mikroperlen), da gibt es sicher bessere, zum Beispiel Windeln von Naty by Nature oder Stoffwindeln. Lillydo bezeichnet sich trotz OEKO-TEX Standard 100 Zertifizierung auch nicht als Öko-Windelmarke. Im Vergleich zu Pampers etc. sind Lillydo dennoch ökologischer und dazu angenehmer auf der Haut. Die Produktion ist in Europa, die Verpackung ist industriell kompostierbar, die Feuchttücher sind zu 100 % biologisch abbaubar und die Windeln bestehen aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Ist schon alles nachhaltiger als bei anderen Herstellern. Besonders praktisch finde ich bei den Lillydo Windeln, dass sie im Abonnement monatlich nach Hause geliefert werden und ich online Menge und Größe ändern und jederzeit kündigen kann.

Ein paar wenige Kinderkrippen wickeln auch mit Stoffwindeln.

Erhalte 10 Euro Rabatt auf deine erste Bestellung bei Abschluss eines Lillydo Windelabos (begrenztes Angebot). Einfach den Code A3400C51 bei deiner Bestellung angeben.

Feuchttücher

Zu Hause benutzen wir keine Feuchttücher, sondern waschen mit Mullwaschlappen und Wasser oder bei größeren Verschmutzungen direkt unter dem Wasserhahn. Für unterwegs beziehungsweise die Kinderkrippe empfehle ich die Feuchttücher von Lillydo oder von Naty by Nature (Werbelink). Übrigens diesen tollen Mullwaschlappen aus Bio-Baumwolle habe ich bei einem Dawanda Shop (Lunaciel) bestellt.

Wasser und Waschlappen anstatt Feuchttücher spart Ressourcen
© Anja Blumschein

Wundschutzcreme

Der Babypopo von unserem Kind ist kaum wund. Wenn aber doch einmal eine kleine Stelle zu sehen ist, benutzen wir den Windelbalsam von Ingeborg Stadelmann. Dieser enthält Rohstoffe aus Bioanbau, ist frei von Konservierungsstoffen, Stabilisatoren und anderen Zusatzstoffen (kein Zink!). Das Produkt ist nicht ganz günstig, wirkt aber Wunder und ist sehr ergiebig. Ich würde keine andere Wundcreme mehr nehmen. Leider ist die Creme in einem Plastiktiegel. Ich gehe hier aufgrund des guten Produkts aber den Kompromiss ein.

Umweltfreundliche Brotbox ohne Plastik

Ob du überhaupt eine Brotbox brauchst, hängt davon ab, ob dein Kind eine Ganztagesverpflegung in der Kita bekommt oder eventuell das Frühstück und einen Nachmittagssnack mitbringen muss. Inspirationen für abwechslungsreiche und bunt gestaltete Brotboxfüllungen gibt es zum Beispiel auf der Seite Lunchboxdiary. Mir wäre wichtig, dass nur frische Biolebensmittel in die Brotbox meines Kindes wandern. Außerdem sollen keine verpackten Produkte in die Brotbox kommen, da ich versuche so weit wie möglich auf Verpackungen zu verzichten.

Aufgepasst bei Biokunststoffbrotboxen aus Bambus oder Maisstärke! Wer plastikfrei lebt, möchte möglichst keine Schadstoffe, aber Eltern sollten genau hinsehen: Frei von Bisphenol-A (BPA) bedeutet noch lange nicht schadstofffrei. Angepriesen als reine Ökoware sind in manchen Biokunststoffbrotboxen auch Kunststoffe, unter anderem Melaminharze und Polylactat enthalten. Da die Hersteller diese Brotboxen meist als rein natürlich anpreisen, ist das Verbrauchertäuschung. Problematisch ist der Produktionsgrundstoff des Melaminharzes: Formaldehyd. Dieses wird von der EU als krebsverdächtig eingestuft.

Eine gute Alternative zu Plastikbrotboxen sind Edelstahlbrotboxen. Da gibt es zum Beispiel die ECO Brotbox (Werbelink), die in einem Familienbetrieb in Indien produziert wird. Kinderarbeit ist dort selbstverständlich tabu und den Arbeitern werden faire Löhne gezahlt. Die Box hat an den Seiten Klippverschlüsse, die von den Kindern leicht bedient werden können. Hier kannst du dir ein Video über die Produktion der ECO Brotbox ansehen.

 

Die Edelstahl Brotbox von LunchBots mit 3 Fächern (Werbelink) finde ich auch sehr praktisch, zum Beispiel für Käsewürfel, Gemüsesticks oder Obst.

Geschirrset und Trinkbecher

In einigen Einrichtungen musst du das Geschirrset und einen Trinkbecher mitbringen.

Glas und Porzellangeschirr, sofern erlaubt, sollte frei von Blei und Kadmium sein.

Bei Bioplastik gilt das gleiche wie bei den Brotboxen. Biokunststoff heißt nicht gleich schadstofffrei. Fast immer ist das gefährliche Melamin enthalten. In der Ökotest 02/2016 wurde Kindergeschirr getestet. Getestet wurde vor allem ob die Produkte Melamin oder Formaldehyd abgeben. Das Raupe Nimmersatt Geschirrset war unetr anderem unter den Testsiegern. Fünf getestete Kunststoffalternativen aus Bambus (darunter Hungry Flamingo Set von Zupersozial und Biobu von Ekobo) wurden als nicht verkehrsfähig eingestuft! Ein Bambusset sonderte sogar krebsverdächtiges Formaldehyd in Mengen, die über dem EU-Grenzwert liegen, in heiße Speisen ab.

Besonders schade ist, dass das Beco Feeding Set nicht mehr produziert wird, da es kein Melamin enthalten hat, sondern aus Bambus, Reiskörnern und einem natürlichen Bindemittel (eine Art Harz aus Aminosäuren) bestand (Quelle). Es ist frei von BPA und Phthalaten. Mit ein bisschen Internetrecherche lassen sich noch Restposten bei dem einen oder anderen Shop ergattern. Warum der Hersteller die Produktion eingestellt hat, weiß ich nicht. Der Hersteller heißt jetzt Beco pets statt Beco things, so dass ich vermute, dass er nur noch umweltfreundliche Artikel für Tiere produziert.

Melaminfreies Bioplastikgeschirr: Teller, Schale und Becher aus Bambusabfallprodukten und Spelzen von Reiskörnern mit einem natürlichen Bindemittel
© Anja Blumschein

Ich habe kürzlich noch ein Beco Feeding Set kaufen können. Die Lieferung erfolgte allerdings aus Italien. Zusätzlich habe ich noch eine Babybreischale und -löffel aus Olivenholz (Werbelink). Diese kann ich später auch als Salat- oder Müslischale für das Kind verwenden. Olivenholzprodukte sind nicht für die Spülmaschine geeignet.

Babybreischale und -löffel aus Olivenholz
© Anja Blumschein

Für ältere Kinder eignet sich Besteck aus Edelstahl zum Beispiel das Kinder-Besteckset von Lunchbots (Werbelink).

Für die kleinen Babys, die noch nicht aus einem normalen Becher trinken können empfehle ich statt Schnabeltasse oder anderer Trinklernbecher den Doidy Cup (Werbelink). Dieser ist sowohl BPA als auch PVC frei. Dieser Becher hat zwei Henkel zum Festhalten und durch die schräge Form kann das Kind den Inhalt gut sehen. Eine korrekte Mund- und Kieferentwicklung sowie das gesunde Wachstum der Milchzähne werden unterstützt. Der Becher ist laut Hersteller ab 3 Monate geeignet. Der Kopf muss beim Trinken nicht nach hinten geneigt werden.

Trinkflasche

Als Trinkflasche, die auf den Ausflug oder auf den Spielplatz mitkommt, gefällt mir die Emil Bio Line, Größe 0,3 Liter (Werbelink) am besten. Emil, die ökologische Trinkflasche, ist bereits seit 1991 auf dem Markt und wird in Europa hergestellt. Ich bevorzuge Glas, da das Wasser einfach besser schmeckt. Die Emil Flasche hat einen bruchsicheren Thermo-Isolierbecher (aus Polypropylen ohne Weichmacher) um das Glas, so dass auch nichts kaputt gehen kann. Toll ist auch die Individualisierbarkeit der Flasche mit Hilfe der bunten Stofftaschen. Übrigens ist eine Trinkflasche auch für den Hin- und Heimweg sinnvoll.


Emil Bio Line, Größe 0,3 Liter (Werbelink)

Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor

Da Babys und Kleinkinder eine größere Hautoberfläche im Verhältnis zur Körpergröße haben, ist es besonders wichtig, dass der Sonnenschutz frei von schädlichen Substanzen ist. Die enthaltenen Schadstoffe werden von der Haut absorbiert und damit in höherem Umfang aufgenommen als bei Erwachsenen. Der beste Sonnenschutz ist immer noch lange Kleidung und eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz. Bei Babys unter einem Jahr sollte auch versucht werden ganz auf Sonnenschutzcreme zu verzichten, um die junge Haut nicht unnötig zu beanspruchen.

Laut Ökotest 2015 wurde der Sonnenbalsam LSF 30 Sonnenmichel von Alverde (dm Drogeriemarkt) als einziges Produkt mit sehr gut bewertet und zählt zu den günstigsten Produkten. Mit gut bewertet wurden unter anderem die Bübchen Sensitive Sonnenlotion LSF 50+, die Ladival Sonnenschutzmilch für Kinder 50+ und die Lavera Sun Sensitiv Sonnencreme LSF 30.

Ich benutze aktuell die vegane Sonnencreme von eco cosmetics Baby & Kids neutral (Werbelink) (ebenfalls von Ökotest mit gut bewertet und ohne Parfum), die frei von Konservierungs- und Farbstoffen, Nanopartikeln, PEG und Parabenen ist. Die Produkte von eco Cosmetics bestehen aus rein natürlichen Rohstoffe, viele davon aus Bio-Anbau, sowie Demeter-zertifizierte Öle.

Gummistiefel, Regenjacke und Matschhose

Bei Matschhosen gibt es für die ganz Kleinen auch welche mit Fuß (gesehen bei Hans Natur). Ich empfehle sowohl Regenkleidung als auch Gummistiefel in zweifacher Ausführung anzuschaffen, so dass einmal davon immer im Kindergarten bleibt. PVC freie Regenjacken und Gummistiefel aus synthetischem Kautschuk (Werbelink) gibt es bei dem nachhaltigen Hersteller Kamik, der auch den Zero Waste Gedanken in der Produktion verfolgt.

Regenkleidung und Gummistiefel am besten in zweifacher Ausführung kaufen, einmal für den Kindergarten und einmal für zu Hause
© Peter – Fotolia.com

Wechselkleidung

Die Wechselkleidung sollte vom Body bis zu den Socken eine komplette Garnitur umfassen. Für die schmutzige Kleidung brauchst du noch einen Wäschebeutel. Das kann ein einfacher Baumwollbeutel oder ein wasserfester Beutel (zum Beispiel Permanenttragetasche) sein. Meine Lieblingsökoonlineshops für Baby- und Kinderbekleidung habe ich hier für dich zusammengestellt.

Hausschuhe

Da wirst du sicher auch in einem meiner empfohlenen Ökoonlineshops für Babys und Kinder fündig.

Zahnbürste und Zahncreme

Wenn dein Kind eine Zahnbürste für den Kindergarten braucht, empfehle ich eine aus Bambus, um Plastik zu vermeiden. Bambuszahnbürsten sind kompostierbar. Die Auswahl der Anbieter ist mittlerweile groß und es ist gar nicht so einfach das beste Produkt auf dem Markt zu finden. Am besten nimmst du eine bei der auch die Borsten plastikfrei sind. Ich benutze eine von pandoo® (Werbelink).

Bei der Zahncreme ist entscheidend: Mit oder ohne Fluorid? Ich möchte nicht darüber schreiben, ob Fluorid ja oder nein. Ich denke, es sollte eine Zahncreme sein, die speziell für die Bedürfnisse von kleinen Kindern entwickelt ist, das heißt nicht zu scharf im Geschmack und ohne Farb- und Süßstoffe. Kinderärzte empfehlen die Verwendung fluoridhaltig Zahncreme erst ab einem Alter von 4 Jahren, wenn ein Verschlucken von Zahncreme weitestgehend ausgeschlossen werden kann. Säuglinge und Kleinkinder sollen Fluorid in Form von Tabletten bekommen. Zahnärzte sind da anderer Auffassung. Wenn es nach ihnen geht müssen Kinder fluoridhaltige Zahncreme benutzen. Über die Art der Fluoridaufnahme streiten sich die Experten. Eines ist aber sicher: Niemals Fluoridtabletten verabreichen und fluoridhaltige Zahncreme gleichzeitig benutzen. Ökotest hat im Jahr 2016 Kinderzahnpastas getestet. Die Testsieger findest du hier, darunter zum Beispiel die Elmex Junior. Schreib mir doch gerne in die Kommentare wie du das mit dem Fluorid siehst.

Kuscheltier und Schmusetuch

Schöne schadstofffreie Kuscheltiere gibt es zum Beispiel bei Efie.

Schlafsack

In manchen Einrichtungen musst du einen eigenen Schlafsack mitbringen. Meine Favoriten sind die Schlafsäcke von Lotties und PoPoLiNi Iobio.

Rucksack oder Umhängetasche

Tolle fair produzierte Kindergartenrucksäcke und Kindergartentaschen in verschiedenen Größen findest du bei Affenzahn. Der Affenzahn Kinderrucksack Toni Tiger (Werbelink) und der Affenzahn Kinderrucksack Timmy Tiger (Werbelink) sind meine Favoriten. Ich kann mich nicht entscheiden: Welchen würdest du nehmen?

Wer es nicht so verspielt mag, dem möchte ich die Vaude Kinderrucksäcke ans Herz legen. Vaude setzt sich für faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz ein.

Habe ich etwas Wichtiges in der Checkliste vergessen? Schreib mir bitte einen Kommentar.

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Zero Waste: Neo-Ökologische Nische oder mehr als nur ein Ökotrend?

Aus bestehenden Business-Strategien wie Bio-Produkten, Fair Trade, Cradle-to-Cradle und Sharing Economy entwickelte sich mit Zero Waste ein weiterer Ansatz nachhaltigen Konsumierens.

Aus bestehenden Business-Strategien wie Bio-Produkten, Fair Trade, Cradle-to-Cradle und Sharing Economy entwickelte sich mit Zero Waste ein weiterer Ansatz nachhaltigen Konsumierens.

Körperseife und festes Shampoo statt Duschgel aus der Plastikverpackung, wiederverwendbare Baumwollbeutel für Obst und Gemüse statt Plastiktüten, selbstgemachte Zahnpasta, Bambuszahnbürste (Werbelink) und Menstruationstasse statt Tampons – das sind nur einige Schlagworte für den noch jungen Ökotrend Zero Waste.

Zero Waste ist ein Trend der Neo-Ökologie und die Weiterführung des Cradle-to-Cradle Konzepts, ein Wirtschaftssystem ohne Abfall. Neo-Ökologie umfasst laut Zukunftsinstitut dabei nicht nur die klassischen ökologischen Themen, sondern auch die sozio-ökologischen Folgen unseres Handelns. Es ist immer mehr eine Ökonomisierung einst rein moralischer, ethischer oder ökologischer Fragen zu beobachten.

Precycling – Upcycling – Recycling

Den Cradle-to-Cradle Ansatz von Chemiker Michael Braungart und Architekt William McDonough gibt es schon seit mehr als 15 Jahren, doch schon lange sind nicht mehr nur Recycling oder Upcycling von Bedeutung. Jetzt wird Precycling, also erst gar keinen Müll entstehen zu lassen, ein zunehmend wichtiges Thema auf den Konsummärkten.

Restaurant ohne Müll

In Brighton (Großbritannien) gibt es seit 2014 ein Zero Waste Restaurant, das Silo, in dem alles darauf ausgerichtet ist keinen Müll zu produzieren. Gleichzeitig ist es auch Bäckerei, Rösterei und Brauerei. Gegründet wurde es von Doug McMaster, der zuvor 2012 „Silo by Joost“, das erste Zero Waste Restaurant in Melbourne ins Leben gerufen hatte. Gekocht wird im Silo regional-saisonal. Getränke werden in recycelten Marmeladengläsern serviert. Muss ich mir unbedingt merken und auch ausprobieren. Die Inneneinrichtung besteht komplett aus recycelbaren Materialien. Kernstück des Restaurants ist ein Schnellkomposter, der die biologischen Abfälle innerhalb von 24 Stunden in Kompost umwandelt. Klingt super.

Warum gibt es das (noch) nicht bei uns? Oder weiter gedacht: Warum können nicht alle Restaurants und Bars Zero Waste Ansätze wie die des Silos integrieren? Bisher kann ich in Deutschland wohl nicht mehr tun als meinen eigenen plastikfreien Glas- oder Edelstahltrinkhalm mit ins Restaurant nehmen, um wenigstens den Milchshake Zero Waste zu schlürfen.

Umdenken bei Verbrauchern

Verbraucher achten auch vermehrt darauf wie Konsumgüter hergestellt werden. So sinkt zum Beispiel die Akzeptanz von industriell verarbeiteten Produkten auf dem Foodmarkt immer mehr.

Auch mit dem To-Go Lifestyle sind viele Verbraucher nicht mehr einverstanden, denn dieser kostet viel Energie bei der Produktion. Beispielsweise entspricht der Energieverbrauch für die geschätzten 2,8 Milliarden Coffee-To-Go-Becher, die deutschlandweit jährlich im Müll landen, dem jährlichen Strombedarf einer Stadt mit 100.000 Einwohnern (Deutsche Umwelthilfe). Immer mehr Coffee-To-Go-Anbieter erlauben das Mitbringen eigener wiederverwendbarer Thermobecher. Einige gewähren sogar einen Preisnachlass.

Zero Waste Coffee

Thermobecher für den Coffee-To-Go sind umweltfreundlich
© Everest – Fotolia.com

Mit einer erhöhten Sensibilität für Ressourcenverschwendung möchten Verbraucher sich aus umweltschädlichen Systemen ausklinken.

Zero Waste Pionierin Bea Johnson und Bloggerin Shia vom Blog Wasteland Rebel leben es vor. Ihr Restmüll eines ganzen Jahres passt in ein kleines Schraubglas. Von Skeptikern kritisiert werden die beiden, weil sie auf den ersten Blick utopische Vorstellungen verkaufen. Auch bei den radikalen Zero Waste Verfechtern fällt Müll an, allerdings fast nur Müll, der recycelt oder kompostiert werden kann. Nichtsdestotrotz ist das ökologische Engagement und das was jede(r) theoretisch erreichen könnte, wenn sie(er) so leben würde wie die beiden, lobenswert und alles andere als negativ kritisierbar.

Anzahl der Unverpackt-Läden steigt

Das Einkaufen ohne Verpackungen begann in Deutschland 2014 mit dem Unverpackt Kiel und Original Unverpackt in Berlin. Europäisches Vorbild war das Unpacked in London. Heute gibt es mehr als 50 Unverpackt-Läden in Deutschland. Während die Idee des verpackungslosen Einkaufens bei uns erst in den letzten Jahren an Zustimmung gewann, gab es in den USA schon lange Bulkstores, wo die Verbraucher sich die losen Lebensmittel aus Bulks in mitgebrachte Behälter abfüllen können.

Verpackungswahnsinn im Onlinehandel 

Neben dem Foodmarkt bietet der Onlinehandel ein großes Potential für Zero-Waste-Konzepte. Laut einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney gehört Deutschland zu den fünf wachstumsstärksten Märkten für Onlinegeschäfte. Der gestiegene Onlinehandel lässt sich auch am aktuell steigenden Konzernergebnis der Deutschen Post erkennen. Mit steigenden Paketzahlen wachsen auch die Verpackungsberge. Eine wunderbare Zero Waste Lösung für den Verpackungswahnsinn im Onlinehandel bietet seit 2014 das Unternehmen RePack aus Finnland.

© RePack

Das ist aber bisher leider nicht sonderlich bekannt oder akzeptiert. RePack stellt recycelbare Verpackungen her, die bis zu 20-mal wiederverwendet werden können. Die erhaltene Verpackung wird dann gefaltet wieder in einen Briefkasten gesteckt und kostenfrei an den Absender geschickt

© RePack

Natural Branding: Laser-Logo für Obst und Gemüse

Bioprodukte und Zero Waste scheinen bisher kaum vereinbar und wenn nur in reinen Bioläden. Das „Natural Branding“, bei dem das Bio-Siegel mittels Laser auf das Obst und Gemüse aufgebracht wird, könnte die Plastikverpackungen im konventionellen Handel ersetzen. Seit März 2017 ist es in Filialen von Penny und Rewe in Nordrhein-Westfalen im Test. Es ist noch nicht klar, wann und ob sich das überall durchsetzt. Unklar ist auch die Akzeptanz beim Verbraucher. Schädlich ist es nicht, denn es werden mittels eines Lasers lediglich die Pigmente der äußersten Schalenschicht abgetragen. In Neuseeland und Australien gibt es diese Methode schon seit 2009.

Mehr Mehrweg?

Es wäre zudem wünschenswert, wenn es eine größere Auswahl an Mehrwegprodukten in Supermärkten oder auch Discountern gäbe. Bisher lassen sich nur Milch, Sahne und Joghurt Zero Waste einkaufen und das auch nicht überall. Das geringe Angebot an Mehrwegglas im Kühlregal lässt sich möglicherweise auf logistische Gründe zurückführen. Der Transport von Produkten in Mehrwegglas braucht mehr Kraftstoff, unter Umständen sind mehr Transporte nötig und auch die Leerguttransporte müssen mitberücksichtigt werden. Da bleibt zu überlegen, ob der ökologische Nutzen dann noch gegeben ist.

Ist ein Leben komplett ohne Müll möglich?

Nein. Zero Waste ist im Alltag nicht immer realisierbar, teilweise mit Verzicht und Aufwand verbunden und auch (noch) nicht für jeden alltagstauglich. Wir müssen uns auf keinen Fall schlecht fühlen, wenn es nur Less Waste und Less Plastic ist. Jeder Schritt ist ein Schritt zu mehr ökologischem Bewusstsein.

Zusammengefasst: Auch wenn die selbstgemachte Zahnpasta oder die Menstruationstasse nichts für dich ist, kannst du trotzdem in deinem Alltag eine erhebliche Menge Müll reduzieren und leistest somit einen nachhaltigen Beitrag zum Umweltschutz. Seinen eigenen Konsum kritisch hinterfragen kann jeder. Denk immer daran: Die Herstellung neuer Produkte und somit auch Verpackungen kostet wertvolle Ressourcen wie Energie, Wasser und Rohstoffe.

Plastikfreies Badezimmer

Zero Waste Badezimmer mit Bambuszahnbürste und Körperseife
© Anja Blumschein

Vorsicht! Zero Waste als Marketingstrategie

Leider wird Zero Waste von Unternehmen immer häufiger auch als öffentlichkeitswirksame Marketingstrategie genutzt, um Nachhaltigkeit zu demonstrieren. Das bedeutet, immer achtsam sein und prüfen, ob das Unternehmen auf einem ganzheitlichen Niveau nachhaltig ist. Einige Produkte, die eine Cradle-to-Cradle Zertifizierung haben, das heißt die vollständig wiederverwertbar oder in deren Bestandteile zerlegbar sind, findest du zum Beispiel in dem Onlineshop cradlelution.

Starke Argumente für einen (plastikfreien) Zero Waste Lifestyle

Minimalismus: Das Bewusstsein für das Notwendige wird gestärkt. Es macht Spaß Zero Waste zu leben und auf Produkte bewusst zu verzichten, weil du merkst, dass du diese nicht vermisst.

Gesundheit: Der Verzicht auf Plastik ist gut für deine Gesundheit, denn die in Plastik enthaltenen Schadstoffe (Bisphenol A, Phthalate und Flammschutzmittel) sind krebserregend und zum Teil hormonwirksam. In meinem Beitrag über Plastik vermeiden erfährst du mehr über die Schadstoffe und deren Wirkung.

Vorbild: Je mehr Menschen eine ökologische Lebensweise ausprobieren und befürworten, desto mehr setzen wir Hersteller unter Druck nachhaltige Produkte auf den Markt zu bringen und die Unternehmenskultur zu überdenken.

Auch wenn es den einen oder anderen Kritiker gibt, glaube ich weiterhin an Zero Waste und den Cradle-to-Cradle Ansatz und hoffe, dass noch mehr Menschen und vor allem Unternehmen diesen neo-ökologischen Trends folgen. Zukünftig wird ein verantwortungsvolles Wirtschaften, das Rücksicht auf die Ressourcen der Natur und des Menschens nimmt, im Vordergrund stehen.

Erdbeerwoche - Nachhaltige Frauenhygiene. Die neue Generation.

Umwelt-Mantra für den Monat September

Cradle-to-Cradle und Zero Waste sind ökoeffektive Trend-Konzepte, die den Gedanken der Kreislaufführung beziehungsweise des Precyclings verfolgen und zukunftsweisend sind. Eine völlig müllfreie Welt ist Utopie, aber dank der Zero-Waste und Cradle-to-Cradle Bewegung kann das Bewusstsein für langlebige Produkte und nachhaltige Verpackungskonzepte weltweit gestärkt und weiterentwickelt werden.

Less Waste, less Worries!

Weiterführende Informationen

Auf dem Blog Wasteland Rebel findest du eine umfangreiche Liste von Unverpackt-Läden.

Jetzt bist du gefragt: Hat die Zero-Waste und Cradle-to-Cradle Bewegung Zukunft und wie kann eine breitere Masse der Gesellschaft mit Ökotrends erreicht werden? Lebst du selber Zero Waste? Schreib es mir in deinem Kommentar. Ich freue mich auf deine Meinung und deine Erfahrungen.

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4 Kommentare zu Zero Waste: Neo-Ökologische Nische oder mehr als nur ein Ökotrend?

Mit diesen Tipps gelingt das Einfrieren ohne Plastik

Das gute selbstgebackene Brot einfrieren? Oder die übriggebliebene Suppe? Oft habe ich mich gefragt wie ich das ohne Plastikgefäße oder Gefriertüte machen soll? In diesem Beitrag findest du brauchbare Tipps, damit es in Zukunft auch bei dir mit dem plastikfreien Einfrieren klappt.

Das gute selbstgebackene Brot einfrieren? Oder die übriggebliebene Suppe? Oft habe ich mich gefragt wie ich das ohne Plastikgefäße oder Gefriertüte machen soll? In diesem Beitrag findest du brauchbare Tipps, damit es in Zukunft auch bei dir mit dem plastikfreien Einfrieren klappt.

Brot und Brötchen plastikfrei einfrieren mit Papier und Stoff

Brot kannst du in Papier oder Stofftücher (alte Bettlaken, Tischdecken, Geschirrtücher) einschlagen. Frische Brötchen lassen sich auch in den Papiertüten vom Bäcker einfrieren.

Wenn du Papier nimmst, solltest du das Gefriergut beim Auftauen vorher aus dem Papier nehmen und das Brot oder die Brötchen gegebenenfalls im Backofen kurz aufbacken. Du kannst auch Leinen- oder Baumwollbeutel zum Einfrieren verwenden. Bei allen Varianten würde ich das Gefriergut nicht über lange Zeit einfrieren, ein paar Monate sind aber möglich.

Naturtasche Brotbeutel (Werbelink)

Achtung Glasbruch: Flüssigkeiten in Glasgefäßen nicht bis oben auffüllen

Einmachglas eignet sich zum Einfrieren von Flüssigkeiten. Achte darauf, dass du Flüssigkeiten nicht komplett bis oben auffüllst, sonst könnte das Glas aufgrund der Ausdehnung von der Flüssigkeit platzen. Im Gegensatz zu stückigem Gefriergut, wie zum Beispiel Erbsen oder Bohnen, sind bei Flüssigkeiten keine Hohlräume vorhanden, so dass sich das Gefriergut nicht ausdehnen kann. Deswegen sollte jedes Glas nur zu dreiviertel gefüllt werden und stehend gefrieren.

Weiter Öffnungsquerschnitt reduziert den Druck auf die Glaswände

Besonderen Einfluss hat der Querschnitt des Glases im Verhältnis zum Volumen. Vermeide daher schmale hohe Gläser und verwende am besten Gläser mit weiten Öffnungen, so dass der Druck auf die Glaswände geringer ist.

Wichtig: Lasse erhitzte Speisen erst erkalten bevor du sie ins Tiefkühlfach gibst.

Auch frische Kräuter kannst du in Einmachgläsern einfrieren. Lediglich das Platzproblem ist nervig, denn runde Gläser lassen sich schlechter stapeln als eckige Formen.

In Schraubgläsern kannst du Gemüse, Apfelmus, Kräuter, Obst und anderes einfrieren. Das Glas in den Gefrierschrank stellen, den Deckel nur locker auflegen bis der Inhalt am Tag darauf gefroren ist und dann erst fest zuschrauben.

Im Prinzip eignen sich alle Gläser von Marmeladen oder Konserven mit Schraubverschluss. Einmachgläser sind aber besonders hitzestabil und halten Spannungen besonders gut aus.

Einmachgläser (Werbelink)

Bioplastik ist frei von Bisphenol-A und Phthalaten, aber nicht die umweltfreundlichste Alternative

Gefriersichere Biokunststoffbehälter gibt es zum Beispiel von ajaa. Diese sind ohne Bisphenol-A und bestehen zu 100 % aus dem nachwachsenden Rohstoff und Biopolymer Zucker. Es gibt die Dosen in unterschiedlichen Volumina. Das Platzproblem wird durch solche Dosen geringer, da eckige Formen besser sind als runde Gläser. Ich habe selbst eine Dose des Herstellers und bin zufrieden.

Rohes Fleisch luftdicht einfrieren oder vorher kochen

Rohes Fleisch würde ich nur äußerst luftdicht einfrieren. Ich habe bisher noch keine Erfahrungen mit Einmachgläsern gemacht. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du das Fleisch vorher zubereitest und dann erst einfrierst. Wer das nicht möchte, kann Fleisch frisch kaufen und direkt zubereiten und verzehren.

Für diejenigen, die Fleisch in großen Mengen zur Selbstversorgung einfrieren, eignen sich vermutlich nur Bioplastiktüten, da diese sich vakuumdicht verschließen lassen. Da gibt es zum Beispiel die in Österreich produzierten Bio-Gefrierbeutel von NaKu, die laut Hersteller innerhalb weniger Wochen im Kompost verrotten. Ich würde mich über eure Erfahrungen darüber sehr freuen.

Kräuter und Bratenfond lassen sich in Eiswürfelbehältern vorportionieren

Selbst gekochter, konzentrierter Bratenfond und Kräuter lassen sich auch super in Eiswürfelbehälter einfrieren, ebenso Spinat. Bei den Kräutern kommt noch etwas Wasser dazu. Wenn die Portionen tiefgefroren sind, kannst du diese herauslösen und direkt verwenden. Bei größeren Mengen empfehle ich die gefrorenen Portionen in ein Glasgefäß umzufüllen und schnell wieder einzufrieren. Dann kannst du aus dem Gefäß immer die gewünschte Menge entnehmen. Eiswürfelformen gibt es plastikfrei.

Wiederverwendbare Kühlsteine aus Edelstahl und Speckstein für Cocktails und Longdrinks

Bei der Recherche bin ich noch auf diese wiederverwendbaren Eiswürfel aus Edelstahl gestoßen. Vielleicht eine nachhaltige Alternative für Getränke? Es gibt diese wiederverwendbaren Kühlsteine auch aus Speckstein. Schöner Nebeneffekt: Es verwässert dein Getränk nicht.

 Eiswürfel aus Edelstahl (Werbelink)

Hast du noch Tipps für das gelingsichere plastikfreie Einfrieren? Habe ich etwas vergessen? Her damit in den Kommentaren!

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Noch mehr Tipps für ein plastikfreies Leben bekommst du in dem Buch Besser leben ohne Plastik von Anneliese Bunk und Nadine Schubert oder hier auf Umweltgedanken.

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2 Kommentare zu Mit diesen Tipps gelingt das Einfrieren ohne Plastik

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