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Kategorie: Food

Marktschwärmer: Fair und regional einkaufen direkt vom Erzeuger

Marktschwärmer ist eine Initiative, die Onlineshop und Bauernmarkt verbindet. Ich habe die Plattform getestet und bei einer Schwärmerei meiner Wahl einen Gutschein eingelöst. Regional einkaufen und dabei die Erzeuger persönlich kennenlernen.

Vor einiger Zeit bekam ich eine E-Mail von Volker Zepperitz, dem Sprecher der Initiative der Marktschwärmer. Darin enthalten war ein 25-Euro-Gutschein, den ich in einer Schwärmerei meiner Wahl einlösen kann. Was um Himmels willen ist eine Schwärmerei, dachte ich? Ich hatte noch nie davon gehört. Da ich mich zu nichts verpflichtet fühlen sollte, löste ich den Gutschein ein und hatte ein positives Einkaufserlebnis und eine nette Begegnung mit den Gastgebern einer Schwärmerei in Mainz.

Ich war so begeistert von der Vision hinter dem Konzept Marktschärmer, dass ich dich an meiner Freude teilhaben lassen möchte. Vielleicht probierst du die Marktschwärmer auch mal aus?

Ich suchte mir eine Schwärmerei in meiner Nähe und zwar die Amorella Kirsch-Manufaktur in Mainz. Leider gibt es aktuell noch keine Schwärmerei in Wiesbaden (ist aber in Aufbau im Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden). Denn immer von Wiesbaden nach Mainz zu fahren ist auch nicht nachhaltig!

Marktschwärmer ist ein sozial und ökologisch orientiertes Netzwerk zur Direktvermarktung

Nun zu dem Konzept Marktschwärmer. Was ist das? Hierbei finden sich regionale Anbieter zusammen und verkaufen Lebensmittel und Getränke zu fairen Preisen an nachhaltig denkende Menschen. Aktuell gibt es 44 Schwärmereien in Deutschland. Das Ganze ist auch nicht brandneu. Zuvor hieß Marktschwärmer Food Assembly, doch dies war vielen zu international und spiegelte nicht den Grundgedanken – die Regionalität – wider. So wurde Food Assembly 2017 in Marktschwärmer umbenannt.

Der Vorteil für die Erzeuger ist, dass diese nur so viele Produkte produzieren müssen wie auch gekauft wurden. Es gibt dadurch keine Verschwendung verderblicher Lebensmittel. Lies dazu auch meinen Beitrag zum Thema Lebensmittelverschwendung.

Der Kunde bekommt nicht einfach nur eine anonyme Lieferung wie es zum Beispiel bei Lebensmittelkisten der Fall ist, sondern kann am Abholtag direkt mit den Erzeugern ins Gespräch kommen. Auch muss der Kunde nicht jeden Erzeugerhof einzeln anfahren, um dort in den Hofläden die Lebensmittel zu kaufen. Das spart Kraftstoff und somit CO2-Emissionen. Und das ist gut für unser Klima!

Kombination aus Onlineshop und Bauernmarkt

Der Einkauf erfolgt ganz bequem online, so dass beim Abholen mehr Zeit für das Wesentliche, das Miteinander sprechen bleibt, da der Bezahlvorgang schon abgeschlossen ist. Das Tolle an den Marktschwärmern ist also, dass die Erzeuger bei der Verteilung, die einmal die Woche in Mainz zum Beispiel in der Zeit von 17:30 Uhr bis 19 Uhr stattfindet, anwesend sind. So kannst du direkt etwas zu den Produkten und deren Anbau- bzw. Aufzuchtbedingungen fragen.

Ich kam leider etwas spät, so dass ich nur noch zwei Erzeuger treffen konnte. Die anderen waren schon wieder unterwegs, weil die einen längeren Anfahrtsweg von einer Stunde hatten. Die meisten meiner Produkte waren schon zusammengestellt und wurden mir von der Gastgeberin der Schwärmerei, Katja Mossel, in der Alten Waschküche vom Chausseehaus in Mainz-Marienborn überreicht.

Mit dabei waren frische Milch und Quark vom Milchhof Soonwald, zwei Sorten Käse vom Buchenhof, ein Paket Feldsalat von Stein`s Kräuter und Garten, ein halbes Dinkel-Kartoffel-Nuss-Brot (ohne jegliche Zusatzstoffe) von Kaegy’s Kornkammer. Das Highlight war das Rinder-Hackfleisch von Bauer-Balzer.

Saisonal und regional einkaufen

Leckere regionale Produkte, die ich in der Schwärmerei gekauft habe (leider nicht alle plastikfrei)
© Anja Blumschein

Gut fand ich, dass alles regional und saisonal ist. Nicht gefallen hat mir das viele Plastik bei den Verpackungen. Die Milch kam immerhin im 2-Liter-Mehrwegbehälter. Leider war die Portionsgröße 250 g beim Quark nicht in einem Mehrwegbecher möglich. Erst ab 500 g gibt es den Quark oder Joghurt im Mehrwegbecher. Auch das Rinder-Hackfleisch war in einer Plastiktüte eingepackt. Der Feldsalat war ebenfalls in einem Einwegplastikschale mit Deckel. Hier hätte ich den Vorschlag wiederverwendbare Plastikschalen zu verwenden. Das wäre umweltfreundlicher und würde mir besser gefallen. Die Erzeuger können dann wie der Milchhof Soonwald auch ein Pfand auf die Schale erheben.

Die Produkte waren allesamt sehr lecker. Den Käse und das Brot haben wir noch gleich am selben Abend probiert.

Mir gefällt das Konzept von Marktschwärmer. Daher wollte ich es hier mit euch teilen. Sicher gibt es auch Erzeuger in anderen Schwärmereien Deutschlands, die mehr auf plastikarmes Verpacken achten. Schau doch mal bei Marktschwärmer vorbei und vielleicht gibt es auch in deiner Nähe eine Schwärmerei bei der du tolle regionale Produkte kaufen kannst. Die Registrierung beziehungsweise die Mitgliedschaft bei Marktschwärmer ist kostenlos.

Katja Mossel, Gastgeberin der Schwärmerei in Mainz, erzählte mir, dass zu jedem Marktschwärmer-Tag rund 50 Menschen kommen. Da ist sicher noch Potential. Ich denke, dass viele gar nicht wissen, dass es diese Möglichkeit des regionalen Einkaufs neben Wochenmarkt und Hofladen gibt.

Für Menschen, die es zeitlich nicht schaffen auf den Wochenmarkt zu gehen, ist so eine Schwärmerei eine Alternative für den regionalen Einkauf.

Kaufst du immer regional? Und warst du schon mal bei einer Schwärmerei in deiner Nähe? Ich freue mich auf deine Erfahrung und Meinung in deinem Kommentar.

Weiterführende Informationen:

Werbevideo von Marktschwärmer: Wir sind Marktschwärmer. Und du? 
Hier kommst du zur Plattform Marktschwärmer
Marktschwärmer bei Facebook

Titelbild: © Marktschwärmer

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Foodtrends unter der Lupe: Chiasamen und regionale Superfood-Alternativen

Chiasamen, das Superfood der Mayas, Inkas und Azteken soll super-gesund sein. Wir wissen längst, dass die Anbieter mit dem Begriff Superfood eine reine Marketingstrategie verfolgen.

Chiasamen, das Superfood der Mayas, Inkas und Azteken soll super-gesund sein. Wir wissen längst, dass die Anbieter mit dem Begriff Superfood eine reine Marketingstrategie verfolgen. Viele der seit einigen Jahren angepriesenen Superfoods haben regionale Alternativen (u. a. Leinsamen, Johannisbeeren), die ebenso gute Vitamine und Nährstoffe enthalten, aber nur einen Bruchteil von dem kosten was die Anbieter für Chiasamen, Gojibeeren, Matcha-Pulver & Co verlangen.

Warum Chiasamen so beliebt sind

Chiasamen werden von Veganern gern als Eiersatz genommen, da sie sich aufgegossen mit Wasser oder Mandelmilch in eine gelartige Masse verwandeln. Aufgrund ihrer aufquellenden und dadurch sättigenden Eigenschaft sollen sie auch beim Abnehmen helfen, allerdings gibt es hier keine Beweise. Zudem ist der Abnehmerfolg auch noch davon abhängig was sonst noch so gegessen wird.

Chiasamen werden positive Wirkungen auf die Gesundheit zugesprochen. So bestehen die Samen des Salbeigewächses „Salvia hispanica“ aus vielen gesunde Bestandteilen. Sie haben zum Beispiel einen hohen Kalzium- und Eisengehalt.

Aus den Samen lässt sich auch ein Chiasamen-Öl gewinnen, das mit den enthaltenen Vitamin B3 und Zink Entzündungen vorbeugt und mit Hilfe der Antioxidantien unterstützend im Kampf gegen Bakterien, Pilze, Viren und Umweltgifte wirken soll. Chiasamen-Extrakt ist auch in der Kosmetikindustrie immer häufiger in Produkten enthalten.

Ist der Hype um Chiasamen begründet? Sind Leinsamen nicht genauso gesund?

Leinsamen sind die Früchte des Flachses (Linum usitatissimum) und sind als Verdauungshilfe beliebt. Die kleinen, glatten und braunen Samen haben auch als Nährstoffquelle eine Menge zu bieten. Es gibt zwei verschiedene Züchtungen: Öl- und Faserlein. Im letzten Jahrhundert war das nährstoffreiche Leinöl in unseren Breiten eines der am häufigsten verwendeten Öle. Aufgrund der mehrfach ungesättigten Fettsäuren steigt Leinöl in seiner Bedeutung. Der Faserleinanbau hat in Deutschland kaum mehr eine Bedeutung. Ende des 19. Jahrhundert waren noch ganze Landstriche in Schleswig-Holstein und Brandenburg von den blauen Blüten bedeckt. Baumwolle verdrängte das Textilgewebe Leinen. Leinöl kommt häufig als schnell härtendes Öl im Handwerk zum Einsatz.

Leinsamen müssen gemahlen werden, damit der Körper die guten Nährstoffe verwerten kann. Quellende Gerichte wie mit Chiasamen (z. B. Pudding) lassen sich mit Leinsamen nicht herstellen. Dennoch würde ich Leinsamen Chiasamen vorziehen, da ich den hohen CO2 Austausch von transatlantisch importierten Lebensmitteln nicht fördern möchte. Hauptanbaugebiete von Chiasamen sind Mexiko und Guatemala. Aber auch Exporte aus Argentinien, Peru und Australien nehmen zu.

Leinsamen enthalten ebenso wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren und lassen sich ähnlich wie Chiasamen verdauungsfördernd als Topping für Müslis, Joghurts oder geschrotet in Smoothies verwenden. Hier findest du zum Beispiel ein tolles Rezept für einen Heidelbeer-Mandel-Smoothie mit geschroteten Leinsamen.

Einkaufstipp: Kaufe Bio-Leinsamen, denn diese sind weniger mit Schadstoffen belastet, da im Biolandbau keine Klärschlämme ausgebracht werden dürfen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) empfielt nicht mehr als 20 Gramm Leinsamen pro Tag zu essen.

Leinöl liefert wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Wer Leinsamen pur nicht mag, kann auch zu Leinöl greifen, um etwas für die Gesundheit zu tun. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. empfielt für einen Erwachsenen eine Tagesdosis von 1-1,5 Esslöffel Leinöl pro Tag.

Besonders gut für unseren Körper sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie die alpha-Linolensäure aus der unser Körper langkettige Omega-3-Fettsäuren bilden kann. Weitere Quellen für Omega-3-Fettsäuren finden sich in Fisch, vorallem in Lachs, Makrele und Hering. Zum Vergleich: Leinöl enthält 41 % Alpha-Linolensäure, Olivenöl nur 1 %. Omega-3-Fettsäuren gelten als entzündungshemmend. In einer Studie der Universität Jena wurde nachgewiesen, dass sich der Verzehr von Leinöl positiv auf die Blutdruckwerte und Blutfette auswirkt.

Leinöl wirkt aufgrund des hohen Alpha-Linolengehaltes genau wie Chiasamen-Öl zellregenerierend. Wenn es frisch ist eignet es sich sehr gut als Hautfunktionsöl.

Leider zählt Leinöl zu den schnell verderblichen Ölen. Bereits nach wenigen Wochen ist es bitter. Im Vergleich mit Leinsamen sind Chiasamen wegen der natürlichen Konservierungsmittel ewig haltbar.

Achtung: Leinöl darf nicht erhitzt werden. Deshalb für Salate verwenden oder erst nach dem Kochen der Speise hinzufügen.

Weitere gute Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind Walnuss- oder Rapsöl. Auch Hanfsamen passen gut ins Müsli und haben viel Eiweiß, bieten Magnesium, Zink und Vitamine B und E ähnlich wie Chiasamen und Leinsamen.

Wie du siehst, können Leinsamen nicht eins zu eins mit Chiasamen verglichen werden, aber viele der positiven Eigenschaften und Wirkungen lassen sich auch mit Leinsamen erreichen. Außerdem kosten Chiasamen fünfmal so viel wie Leinsamen. Es spricht daher vieles für die regionale Superfood-Alternative Leinsamen.

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Titelbild: Leinsaat von Maja Dumat. Lizenz: CC BY 2.0

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Gentechnik: Die Gewinner sind die Saatgutmonopolisten – die Verlierer die Verbraucher, die Landwirte und die Umwelt

Nach der Verlängerung von Glyphosat (zum Glück keine Wiederzulassung für 15 Jahre, sondern nur eine Verlängerung für 18 Monate seit dem 1. Juli 2016), der Übernahme Monsantos durch Bayer und der umstrittenen Freihandelsabkommen Ceta und TTIP habe ich mich intensiver mit dem Thema Gentechnik und Agrochemie-Konzerne beschäftigt.

Nach der Verlängerung von Glyphosat (zum Glück keine Wiederzulassung für 15 Jahre, sondern nur eine Verlängerung für 18 Monate seit dem 1. Juli 2016), der Übernahme Monsantos durch Bayer und der umstrittenen Freihandelsabkommen Ceta und TTIP habe ich mich intensiver mit dem Thema Gentechnik und Agrochemie-Konzerne beschäftigt. Dieser Beitrag wird dir helfen, besser zu verstehen warum Gentechnik nicht die Lösung der Welternährungsprobleme ist. Zudem gebe ich dir wertvolle Tipps woran du in Deutschland erkennst, das Produkte gentechnikfrei sind.

Das Abkommen Ceta ist „ausverhandelt“. Die Unterzeichnung des Abkommens ist Ende Oktober auf dem EU-Kanada Gipfel geplant.

Kommen mit Ceta und TTIP auch Gentechnikprodukte in die Supermarktregale?

Die Freihandelsabkommen Ceta und TTIP werden Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen haben. Viele befürchten, dass Standards in der Landwirtschaft und bei Lebensmitteln sinken könnten. In Kanada und den USA gilt nicht das Vorsorgeprinzip, d. h. es können Produkte zugelassen werden auch wenn die Unschädlichkeit für Mensch und Umwelt noch nicht nachgewiesen wurde.

Die EU sagt, sie werde grundlegende Gesetze wie die zur Gentechnik nicht verhandeln, die Sicherheitsbewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beibehalten, ebenso das Risikomanagement-Verfahren, so der BUND.

In Wolfsburg wurde nochmals betont, dass beim Freihandelsabkommen mit Kanada bei kritischen Punkten nachgeschärft wurde, wie bei dem sogenannten Vorsorgeprinzip, das Produkte nur erlaubt, wenn deren Unschädlichkeit für Mensch und Umwelt nachgewiesen ist. Ebenso wurde von Sanktionsmechanismen gesprochen, die bei Verstößen gegen Umweltstandards entwickelt werden müssen.

Der BUND befürchtete schon länger, dass es der EU nicht um Änderungen der Gesetze geht, aber um Angleichen und Anerkennung von Standards, nach dem Motto: Was in den USA zugelassen ist, ist auch in der EU zugelassen. Ebenso ließen sich Grenzwerte einführen, wie auch schon bei den Futtermitteln geschehen.

Es bleibt also nur zu hoffen, dass zukünftig im Sinne der Bürger entschieden wird. Ich habe mich in der letzten Zeit oft gefragt, wie wir in Europa als Verbraucher vor Gentechnik geschützt sind und was ich tun kann, um sicher zu gehen, dass ich keine Lebensmittel konsumiere, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten. Noch gelingt das in Deutschland halbwegs gut. Wie es in ein paar Jahren sein wird, kann momentan kaum einer greifen. Für mich ist die Entscheidung enttäuschend. Wird auch TTIP folgen?

Die Beweggründe der Regierung sind umfassender und ich möchte auch nicht unterstellen, dass es um die Machtausdehnung der großen Konzerne geht. Dennoch werden sich Dinge ändern vor denen viele Umweltschutz- und Verbraucherschutzorganisationen lange schon gewarnt haben. Das Problem „Gentechnik“ ist nur eines von vielen.

Agro-Gentechnik verursacht massive Probleme ökologischer, sozialer und ökonomischer Art. Gentechnisch veränderte Pflanzen in der Natur sind ein nicht zu kontrollierendes Risiko.

In Kanada ist ökologischer und konventioneller Rapsanbau mittlerweile unmöglich geworden. In den Gen-Mais Gebieten Spaniens haben Bauern den Anbau von ökologischem Mais ganz aufgegeben.

Dieser Beitrag wird dir helfen, besser zu verstehen warum Gentechnik nicht die Lösung der Welternährungsprobleme ist. Zudem gebe ich dir wertvolle Tipps woran du in Deutschland erkennst, das Produkte gentechnikfrei sind.

Die Milliardenübernahme des US-Biotechnologieherstellers Monsanto durch Bayer wurde vergangenen Mittwoch von Bayer bestätigt. Die Aktionäre und die Kartellbehörde müssen der Übernahme noch zustimmen. Das kann sich bis Ende 2017 hinziehen.

Das sich nur wenige Agrochemie-Konzerne die Macht teilen, führt zu gravierenden Folgen für die Gesellschaft und die Umwelt:

  • Agrarkonzerne bestimmen was auf unseren Tellern kommt.
  • Die Abhängigkeit der Bauern von wenigen Konzernen steigt.
  • Die Kosten für Saatgut und Lebensmittel steigen.
  • Die Vielfalt landwirtschaftlicher Nutzpflanzenarten sinkt dramatisch.

Gentechnik ist ein Teilgebiet der Biotechnologie

Als „gentechnisch verändert“ werden Pflanzen oder Organismen bezeichnet, deren Erbsubstanz in einer Weise verändert wurde, die in der Natur nicht vorkommt. Während bei klassischen Züchtungsmethoden nur Arten miteinander gekreuzt werden können, die mehr oder weniger verwandt sind, ist es mit gentechnischen Methoden möglich, Gene vom Menschen auf Tiere und von Bakterien auf Pflanzen zu übertragen.

Im Sprachgebrauch unterscheiden wir drei große Bereiche der Gentechnik:

Grüne Gentechnik (Landwirtschaftliche Produktion): Die Anwendung gentechnischer Verfahren in der Pflanzenzüchtung, die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor.

Rote Gentechnik (Medizin und Pharmazie): Die Anwendung von Gentechnik in der Medizin zur Entwicklung von diagnostischen und therapeutischen Verfahren sowie von Arzneimitteln und Impfstoffen.

Weiße Gentechnik (Industrielle Verfahren): Die Herstellung von Enzymen und Feinchemikalien für industrielle Zwecke mit Hilfe gentechnisch veränderter Organismen.

In diesem Beitrag geht es hauptsächlich um die „Grüne Gentechnik“.

In welchen Ländern werden gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut?

Gentechnik findet heute nur in wenigen Anbauländern und nur für wenige Kulturpflanzen Anwendung. Nur auf 3 % der weltweiten Agrarflächen werden gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut.

Die globale Anbaufläche von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen wurde 2013 vom ISAAA auf 175,2 Millionen Hektar geschätzt. Die vier bedeutendsten Anbaupflanzen waren dabei Sojabohnen (47,6 %), Mais (32,7 %), Baumwolle (14,3 %) und Raps (5,4 %).

Geschätzte 18 Millionen Landwirte bauten 2013 in über 27 Ländern gentechnisch veränderte Kulturpflanzen an. 97 % der gesamten GV-Anbaufläche entfiel auf 9 Länder. Die Hauptanbauländer für gentechnisch veränderte Pflanzen sind nach James (2015) die USA (40,3 %) gefolgt von Brasilien (23,3 %) und Argentinien (13,4 %). Weitere Anbauländer sind Indien, Kanada, China und Paraguay.

In China und Indien findet sich vorrangig eine gentechnisch veränderte Pflanze, die aber nicht der Ernährung dient – die Baumwolle. Die Verwendung von gentechnisch veränderter Baumwolle ist nicht kennzeichnungspflichtig. Nur Textilien aus zertifizierter Bio-Baumwolle sind garantiert gentechnikfrei.

Abgesehen von Versuchsfeldern sind die Äcker in Deutschland gentechnikfreie Zone. Die Politik hat hier streng reguliert, erst 2009 verbot die damalige Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) national einen EU-weit zugelassenen Monsanto-Mais (MON810). BASF hat 2012 aufgegeben, stoppte den Anbau der Gentech-Kartoffel Amflora und verlagerte seine Gentechniksparte in die USA.

Doch im Handel gibt es zahlreiche Lebensmittel, die mithilfe von Agrar-Gentechnik hergestellt wurden – und die nicht als solche zu erkennen sind. Gentechnik gelangt vor allem über den Import in die europäische Lebensmittelkette. Derzeit sind nach Angaben der EU-Kommission 58 gentechnisch veränderte Organismen für den Gebrauch in Lebens- und Futtermitteln in der EU zugelassen.

Seit 2004 sind Lebensmittel in der EU kennzeichnungspflichtig, wenn sie pro Inhaltsstoff mehr als 0,9 % zufällige oder unvermeidbare gentechnisch veränderte Spuren enthalten. Werden gentechnisch veränderte Pflanzen oder Organismen bewusst eingesetzt, müssen diese auf den Verpackungen gekennzeichnet werden: „Enthält genetisch veränderte …“ oder „Hergestellt aus genetisch verändertem …“.

In Deutschland lehnt eine große Mehrheit Gentechnik ab

Deshalb finden sich gentechnisch veränderte Lebensmittel, die laut EU-Gesetz gekennzeichnet werden müssen, kaum in den Regalen deutscher Supermärkte. Doch die Regelungen sind lückenhaft: Verbraucher können beispielsweise nicht erkennen, ob tierische Produkte wie Milch, Fleisch oder Eier von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden. Auch nicht gekennzeichnet werden müssen Zusatzstoffe wie Aromen, Geschmacksverstärker, Vitamine und Enzyme, die mithilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt wurden.

Das „Ohne Gentechnik“ Siegel ist eine freiwillige Kennzeichnung

Verbraucher, die konventionelle Waren kaufen, haben keine Wahlfreiheit. Das Siegel „Ohne Gentechnik“ ist ein freiwilliges Siegel, das seit 2008 vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e. V. (VLOG) vergeben wird. VLOG vergibt zudem ab sofort das Siegel „VLOG geprüft“ für Futtermittel, die nach EU-Recht nicht als gentechnisch verändert gelten und nach dem strengen VLOG-Zertifizierungsstandard von unabhängigen Instituten kontrolliert wurden. Das neue Siegel für Futtermittel vereinfacht somit auch die Vergabe für das „Ohne Gentechnik“ Siegel.

Eine sichere Alternative bietet der ökologische Anbau. Hier dürfen keine gentechnisch veränderten Organismen oder gentechnisch verändertes Futter eingesetzt werden. Bio-Siegel garantieren neben der Gentechnikfreiheit auch eine artgerechte Tierhaltung.

Für Lebensmittel mit einer „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung oder einem entsprechenden Label gilt:

– ein Verbot des Einsatzes von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) oder Teilen davon

– ein Verbot des Einsatzes von Vitaminen, Aromen, Enzymen und anderen Lebensmittelzusatzstoffen, die mithilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt wurden

– eine Fütterung ohne gentechnisch veränderte Pflanzen. Dabei müssen strenge Fristen eingehalten werden

Bei pflanzlichen Lebensmitteln bedeutet das Siegel gemäß Foodwatch, das genveränderte Bestandteile noch nicht einmal in Spuren enthalten sein dürfen. Das geht über die EU-Kennzeichnungspflicht hinaus: Sind genveränderte pflanzliche Bestandteile im Produkt, muss dies erst ab einem Anteil von 0,9 Prozent deklariert werden – das „Ohne“-Siegel legt also strengere Maßstäbe an.

Anders bei Tierprodukten: Tragen Eier, Milch oder Fleisch das Siegel, bedeutet dies, dass die Futtermittel maximal 0,9 Prozent genveränderten Bestandteile enthalten (diese Futtermittel gelten vor dem Gesetz als gentechnikfrei).

Das „Ohne Gentechnik“ Siegel ist freiwillig. Foodwatch, Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) und VLOG fordern, das „Ohne Gentechnik“ Siegel durch eine verpflichtende und überarbeitete „Mit Gentechnik“ Kennzeichnung zu ersetzen. Nur Pflichtangaben schaffen Verlässlichkeit für Verbraucher.

Fakten, die zeigen, dass Gentechnik nicht das halten kann was Agrochemie-Konzerne versprochen haben

in Anlehnung an Greenpeace, 2015

In der Publikation von Greenpeace aus dem Jahr 2015 könnt ihr viele Fakten zu den größten Mythen der Agro-Gentechnik noch einmal nachlesen: Zwei Jahrzehnte des Versagens. Die gebrochenen Versprechen der Agro-Gentechnik

Große Agrochemie-Konzerne verhindern unabhängige Forschung

Mehr als 300 unabhängige Wissenschaftler lehnen den Konsens zur Unbedenklichkeit von Gen-Pflanzen ab (Hilbeck et al. 2015). Unabhängige Forschung ist schwierig, denn vielen Wissenschaftlern wird der Zugang zu Saatgutmaterial zur Durchführung von Tests zu Umweltauswirkungen erschwert oder gar nicht ermöglicht. Zudem fürchten Forscher die unbarmherzige Verfolgung und Diskreditierung der Gentechnik-Industrie (Waltz, 2009).

Pestizide werden aufgrund von Resistenzen in immer höheren Mengen ausgebracht

Monsanto entwickelte Herbizidtolerante HT-„Roundup Ready“-Gen-Pflanzen, um den vom Konzern hergestellten und vertriebenen Herbiziden auf Glyphosatbasis (Roundup) standzuhalten. Mehr als 90 % der in den USA 2009 angebauten Sojabohnen waren herbizidtolerante Gen-Pflanzen (National Agricultural Statistics Service, 2009).

Die anfänglichen Vorteile herbizidtoleranter Gen-Pflanzen können sich nicht halten, weil Unkräuter gegen extensiv eingesetzte Herbizide tolerant werden. So müssen Pestizide in immer höheren Mengen ausgebracht werden, was zu mehr Umweltbelastungen führt. Inzwischen wurden in den USA 14 glyphosatresistente Unkrautarten identifiziert, 2004 waren es noch 5 Arten (Benbrook, 2012).

Patentiertes Gen-Saatgut ist ein Geschäft der Saatgutmonopolisten zu Lasten der Kleinbauern

Die Preise für Gen-Mais-Saatgut lagen 2012 bei durchschnittlich 263 USD pro Einheit, herkömmliches Saatgut kostete hingegen nur 167 USD (Benbrook, 2012). Bei Gen-Saatgut zahlen die Bauern jedes Jahr, da die Agrochemiekonzerne verbieten, Saatgut für die nächste Saison zu gewinnen, da dies als Verletzung der Patentrechte für Gen-Saatgut ausgelegt wird.

Gen-Baumwollbauern in Indien gaben im Vergleich zu Bio-Baumwollbauern 15 bis 150 USD pro Hektar mehr für chemische Pestizide und sieben Mal mehr für Düngemittel aus (Greenpeace, 2010).

Gen-Kontaminationen sind Realität

Von 1994 bis 2013 wurden 396 Fälle von Gen-Kontaminationen erfasst (Price und Cotter, 2014). Versuchsweise angebauter Gen-Reis gelangte in China in die Lebensmittelkette, führte zu Verunreinigungen von Säuglingsnahrung und beeinträchtigte Reisexporte nach Österreich, Frankreich, Großbritannien und Deutschland (Price und Cotter, 2014).

Reichtum und Macht konzentriert in den Händen weniger Agrarkonzerne

Dadurch werden echte Innovationen verhindert. Fast alle Gen-Pflanzen gehören zu einem der sechs folgenden Unternehmen: Monsanto, Dow, Syngenta, Bayer, DuPont und BASF. Zusammen kontrollieren diese den Agrochemie-Markt zu 76 % (ETC, 2013). Fortschritte in der Saatgutzüchtung werden behindert und verlangsamt, wenn Wettbewerb, Forschung und Entwicklung von Saatgutmonopolen beeinflusst werden (Louwaars, 2009).

Mit Hilfe der Gentechnik konnten viele Probleme nicht gelöst werden.

Förderung von Ökolandbau und gentechnikfreien Biotechnologie-Innovationen

Bei der Präzisionszüchtung (SMART Breeding) oder der markergestützten Selektion (Marker Assisted Selection – MAS) werden biotechnologische Verfahren ohne Gentechnik eingesetzt, um für eine breite Palette an Nutzpflanzen viele gute Eigenschaften zu erreichen (Greenpeace, 2014).

Ökologische Anbaumethoden verbessern die Bodenfruchtbarkeit und können den Bauern ein gesichertes Einkommen verschaffen, dass vergleichbar mit dem des konventionellen Sektors ist.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten fließen Millionen in die Entwicklung von Gentechnik. Alleine 10 Millionen wurden in den USA in die gescheiterte Entwicklung des gentechnisch veränderten „Golden Rice“ gesteckt (Greenpeace, 2013). Goldener Reis ist eine Reissorte, die durch gentechnische Verfahren erhöhte Mengen an Beta-Carotin (Vitamin A) enthält.

Eine Technologie, die Monokulturen fördert, den Einsatz von Pestiziden in die Höhe treibt und den ökonomischen Druck auf Bauern erhöht, ist eindeutig keine Innovation und hat in einer ökologischen und fairen Welt keinen Platz verdient, so Greenpeace. Wünschenswert wären höhere Investitionen in den ökologischen Landbau. Biologische Diversität hat sich als entscheidender Faktor gegen Veränderungen des Ökosystems erwiesen (Chapin et. al, 2000).

4 Tipps, wie du gentechnikfrei einkaufst

#Tipp 1: Kaufe Produkte aus ökologischem Anbau.

#Tipp 2: Kaufe bei regionalen Bauern, die du im Zweifel direkt fragen kannst welche Futtermittel sie verwenden. Zudem unterstützt du die Wertschöpfung in deiner Region und trägst zum Erhalt einer gentechnikfreien Landwirtschaft bei.

#Tipp 3: Achte bei konventionellen Produkten auf die Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“.

#Tipp 4: Geschmacksverstärker, Aromen, Säuerungsmittel und vieles mehr hat seine Ursprünge in gentechnisch veränderten Enzymen, Pilzen und Bakterien. Vermeide Produkte mit Zusatzstoffen.

Nach dieser Recherche war mir erstmals so richtig bewusst wie komplex die Auswirkungen von Gentechnik sind. Und wie verheerend die Freihandelsabkommen Ceta und TTIP für uns Verbraucher und unsere Entscheidungsfreiheit beim Thema gentechnikfreie Produkte sein können.

Was denkst du über Gentechnik? Können wir als Verbraucher noch beeinflussen was wir essen? Ich freue mich über deinen Kommentar.

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Weiterführende Informationen

Eine Publikation von Greenpeace aus dem Jahr 2013 behandelt die Wahrheit über den vielfach angepriesenen „Golden Rice“, der den Vitamin-A-Mangel in Schwellen- und Entwicklungsländern lösen sollte: Die Goldene Illusion. Gentechnisch veränderter „goldener Reis“ hält nicht, was er verspricht

Wenn du mehr über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP erfahren möchtest, lies das Positionspapier des BUND: Das Gemeinwohl ist nicht ver(frei) handelbar. Kein transatlantisches Freihandelsabkommen TTIP auf Kosten von Mensch und Umwelt

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Ist Kokosöl eine ökologische Alternative zu Palmöl?

Kokosöl ist ein wahrer Alleskönner, wenn man den Medien glaubt. Selbstgemachte Beauty-Produkte mit Kokosöl werden immer beliebter: Da werden Cremes mit Kokosöl angerührt und Deos hergestellt. Auch zum Braten, Backen und Zubereiten von Süßspeisen eignet sich Kokosöl. Es verleiht Gerichten eine leichte exotische Note. Kann ich Kokosöl eigentlich unbedenklich einsetzen?

Kokosöl ist ein wahrer Alleskönner, wenn man den Medien glaubt. Selbstgemachte Beauty-Produkte mit Kokosöl werden immer beliebter: Da werden Cremes mit Kokosöl angerührt und Deos hergestellt. Auch zum Braten, Backen und Zubereiten von Süßspeisen eignet sich Kokosöl. Es verleiht Gerichten eine leichte exotische Note. Kann ich Kokosöl eigentlich unbedenklich einsetzen?

Der Kokosölmarkt  boomt

Es ist überall erhältlich und wird in vielen Produkten als Ersatz für Palmöl verwendet. Sogenannte Superfoods können heilen und es heißt viel hilft viel. Doch die Wirkung von Gojibeeren, Kokosöl, Maca und Chiasamen kann durch andere Lebensmittel genauso erzielt werden. Das wissen nur viele nicht und lassen sich von der Werbung leiten. Genauso wirkungsvoll wie Chiasamen sollen zum Beispiel Leinsamen sein.

Viele Menschen, die bewusst nachhaltig leben wollen, stellen sich die Frage, ob Kokosöl ökologischer ist als Palmöl.

 

„Von zwei Übeln, wird niemand das größere wählen, wenn er das kleinere wählen kann.“

Platon, griechischer Philosoph

 

Kokosöl wird auch in den Tropen angebaut

Kokosöl ist ein pflanzliches Öl, das aus dem getrockneten Nussfleisch (Kopra) gewonnen wird. Ursprünglich stammt Kokosöl aus Indonesien, den Philippinen, Indien, Sri Lanka, Malaysia und Papua-Neuguinea. Hierzulande ist es zu einem Hype geworden und die Nachfrage nach Kokosöl steigt. Der Transport nach Europa verursacht enorme CO2-Emissionen.

Noch wird Kokosöl meist von Kleinbauern angebaut, während Palmölpflanzen auf großen Monoplantagen angebaut werden. Für diese Monokulturen werden seit Jahrzehnten Regenwälder, oft illegal, abgeholzt oder abgebrannt. Indigene Völker und vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie der Orang Utan, der Sumatra-Tiger oder der Malaienbär werden aus ihrem Lebensraum verdrängt.

Der Malaienbär aus Südostasien ist vom Aussterben bedroht – Schuld ist die Papier-, Holz- und Palmölindustrie © Martina Berg – Fotolia.com

Laut Rettet den Regenwald e. V. brannten 2015 etwa 17.000 Quadratkilometer Regenwald auf Borneo und Sumatra. 25 Millionen Menschen leben dort. In der Trockenzeit Ende 2015 war die Schadstoffpartikelkonzentration 90 mal höher als von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen. Rettet den Regenwald e. V. sammelt Unterschriften, um die Bundesregierung aufzufordern die fatale Biospritpolitik zu beenden. Bis 2020 sollen unsere Autos mit 7 % Biosprit fahren. Aktuell enthält jede Tankfüllung durchschnittlich fünf Prozent. Bitte unterschreibt die Petition, damit die Regierung endlich aufwacht!

Palmöl ist das mit Abstand billigste Pflanzenöl auf dem Weltmarkt. Der größte Palmölproduzent ist Indonesien: Hier wurden bereits viele Millionen Hektar Regenwald vernichtet.

Was würde mit dem Ökosystem passieren, wenn die Nachfrage nach Kokosöl steigt, so dass immer mehr Monokulturen angebaut werden müssten? Der Palmölanbau steigt stetig an. Wenn auch noch der Kokosölanbau rapide ansteigt, werden weitere Flächen für die Monokulturplantagen benötigt.

Wer bewusst lebt, möchte sich vielleicht Beauty-Produkte selbst herstellen, um zu wissen welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Doch in vielen Rezepten kommt Kokosöl vor, weil man das „böse“ Palmöl nicht verwenden will.

 

Kokosöl wird als Superfood und Wundermittel von der Werbung angepriesen

Im Internet wird von dem vermeintlichen Wundermittel Kokosöl gesprochen, vielseitig einsetzbar. Da wird Kokosöl in vielerlei Funktion angepriesen: Als das perfekte Nahrungsergänzungsmittel aufgrund der Reichhaltigkeit an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralien, als die geschmeidigste Hautpflege, als Wundermittel gegen Hautalterung, als Lederpflege und als Mittel, das Bakterien abtötet und zu weißeren Zähnen verhilft. Nur frage ich mich, können diese Wirkungen nicht auch von einheimischen Ölen erzielt werden?

Beim Palmöl halte ich es persönlich so, dass ich niemals Produkte kaufe, die dieses enthalten, auch keine Produkte, die Palmöl aus ökologisch zertifiziertem Anbau versprechen. Ich hatte endlich einen Schokoaufstrich im Supermarkt vom Feinkosthändler Grashoff gefunden, der kein Palmöl enthält und sehr lecker ist.

Gerade habe ich mir nochmal die Zusammensetzung angesehen: Shea-, Raps- und Kokosnussöl. Selbst herstellen ist wahrscheinlich doch am besten. Ich kann mich daran erinnern, dass meine Mutter früher Schokoaufstrich mit Haselnüssen, Schokolade und Vollmilchpulver gemacht hat. Das war so unschlagbar lecker. Leider gibt es das Rezept nicht mehr.

Auf den Philippinen wird Biotreibstoff aus Kokosöl staatlich gefördert und in hohem Maße produziert. Die Nachfrage steigt stetig. Die Organisation Rettet den Regenwald schreibt auf ihrer Internetseite folgendes: „Doch nicht nur die Erzeugung von Palmöl hat katastrophale Auswirkungen auf die Natur und das Leben der Menschen in den Regenwaldländern. Auch andere tropische Pflanzenöle wie Kokosfett und Sojaöl sind genauso schädlich…Rettet den Regenwald fordert deshalb ein generelles Importverbot für Palm-, Kokos- und Sojaöl. Die für den europäischen Bedarf benötigten Pflanzenöle können und sollten auf heimischen Äckern angebaut werden.“

Für mich ist damit die Frage beantwortet. Kokosöl stellt für mich keine Alternative zu Palmöl dar, auch wenn das Internet häufig etwas anderes suggeriert.

Leinöl, Kürbiskernöl, Distelöl und Hanföl werden in Europa produziert und können aus meiner jetzigen Sicht bedenkenlos verwendet werden.

Welche Pflanzenöle verwendest du zum Herstellen von Kosmetik oder zum Backen und Braten? Wie sind deine Erfahrungen mit heimischen Ölen? Schreib es mir in deinem Kommentar.

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Kokosöl: Gesund und ökologischer als Palmöl? Gastbeitrag auf www.ricemilkmaid.de

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19 Kommentare zu Ist Kokosöl eine ökologische Alternative zu Palmöl?

Warum wir alle für die Lebensmittelverschwendung verantwortlich sind

Etwa 7,3 Milliarden Menschen leben heute auf der Welt. Etwa 1 Milliarde leidet täglich Hunger, obwohl weltweit Lebensmittel für 12 Milliarden Menschen produziert werden. Der deutsche Dokumentarfilm „Taste the Waste“ von Valentin Thurn aus dem Jahr 2011 machte das Thema Lebensmittelverschwendung für das breite Publikum zugänglich. In diesem Beitrag erfährst du was wir als Endverbraucher beachten müssen, um weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Etwa 7,3 Milliarden Menschen leben heute auf der Welt. Etwa 1 Milliarde leidet täglich Hunger, obwohl weltweit Lebensmittel für 12 Milliarden Menschen produziert werden. Der deutsche Dokumentarfilm „Taste the Waste“ von Valentin Thurn aus dem Jahr 2011 machte das Thema Lebensmittelverschwendung für das breite Publikum zugänglich. In diesem Beitrag erfährst du was wir als Endverbraucher beachten müssen, um weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Der Endverbraucher muss lernen umzudenken

Die Europäische Kommission hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt bis 2020 weggeworfene Lebensmittel um 50 % zu reduzieren. Über die Strategie zur Umsetzung bin ich gespannt. Momentan reden wir viel über den Sinn oder Unsinn von Verpackungsabfällen, aber auch die unnütze Lebensmittelverschwendung muss in die Köpfe der Verbraucher. Es ist das gleiche wie mit den Plastiktüten. Nur wenn der Verbraucher im übertragenen Sinne bereit ist die krumme Gurke zu kaufen, dann erst hört dieser Lebensmittelverschwendungswahnsinn auf.

In den Supermärkten erwartet der Kunde volle Regale und eine große Warenvielfalt. Der Verbraucher ist demnach mit verantwortlich, dass der Handel ein Überangebot von Lebensmitteln vorhält. In Deutschland landen beispielsweise 25 % der Backwaren auf dem Müll, weil Supermarktketten die Filialen zum Teil dazu verpflichten bis Ladenschluss volle Regale zu haben.

Der Handel entscheidet mit seiner Beschaffungspraxis auch darüber wie viel Gemüse als unverkäuflich auf den Äckern verbleibt. Die REWE Gruppe bietet laut ihrer Webseite seit Oktober 2013 unter der Eigenmarke „Wunderlinge“ Obst und Gemüse an, dass trotz besonderem Aussehen gut in Qualität und Geschmack ist. Die krummen und eigenwillig aussehenden Kartoffeln und Möhren werden zu einem günstigeren Preis angeboten. Oft können Produzenten Gemüse und Obst, dass von der Norm abweicht im Handel sonst gar nicht verkaufen.

Interessant finde ich auch die Initiative von Bäckereien, die ihr gesamtes Sortiment an Brot, Brötchen und Kuchen zum halben Preis verkaufen. Ich selbst sehe jeden Tag eine Filiale auf dem Weg zur Arbeit in Frankfurt am Main, die diesen Service in großem Maßstab neben ihrem regulären Verkauf anbietet.

Im Sinne nachhaltigen Konsums sollte die Wertschätzung für Lebensmittel in allen Teilen der Bevölkerung gesteigert werden. Lebensmittel sind Mittel zum Leben und so sollten wir sie auch behandeln. Oft ist das Verderben von Lebensmitteln Ergebnis einer falschen Lagerung oder eines falschen Transportes.

Jedes Jahr wären in Deutschland 10 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle vermeidbar

Über 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich weggeschmissen, wovon bereits heute 10 Millionen Tonnen vermeidbar wären (WWF Deutschland, 2015). Diese 10 Millionen Tonnen sind umgerechnet mit einem Ausstoß von fast 22 Millionen Tonnen Treibhausgasen verbunden.

Von den weggeworfenen Lebensmitteln sind über 60 % auf die Wertschöpfungskette vom Produzenten bis zum Großverbraucher zurückzuführen. Etwa 40 % liegen beim Endverbraucher. Insbesondere bei Gemüse, Obst, Backwaren und Speiseresten ließen sich unnötige Abfälle vermeiden.

Insgesamt liegt die globale Lebensmittelverschwendung bei etwa 30 bis 40 % unabhängig davon, ob es sich um ein Industrieland oder ein Entwicklungsland handelt. In Südamerika, Afrika und Asien sind die Ernte-, Nachernte- und Prozessverluste tendenziell höher als zum Beispiel in Nordamerika und Europa. Je höher eine Region auf der Welt wirtschaftlich entwickelt ist, desto höher sind die Verluste beim Endverbraucher.

Ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum suggeriert uns, und ich zähle mich auch dazu, das Produkt wegzuwerfen. Oft ohne zu prüfen, ob die Milch oder der Joghurt noch genießbar sind. Warum ist es aber erst dazu gekommen, dass das Lebensmittel nicht vor diesem Datum verzehrt wurde?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist seit 1981 in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Der Ernährungsminister Christian Schmidt setzt sich für die Abschaffung dieses Mindesthaltbarkeitsdatums ein. Schmidt fordert, dass auf den Verpackungen ein echtes Verfallsdatum gedruckt werden soll, nach dem diese Produkte tatsächlich nicht mehr genießbar sind.

Die Hersteller kalkulieren beim Mindesthaltbarkeitsdatum zu große Sicherheitspuffer, so dass wir als Verbraucher aus Unsicherheit dazu verleitet werden Produkte schon wegzuwerfen bevor diese überhaupt schlecht sind.

In der EU werden jährlich insgesamt 89 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, ein Großteil, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Darunter auch lange haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Kaffee. EU-Mitgliedsländer, darunter Schweden und die Niederlande,  wollen die Liste der Lebensmittel ausweiten, für die nach EU-Recht kein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben werden muss.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (im Englischen: best before) sagt lediglich aus, dass bis zu dem bestimmten Tag vom Hersteller die Qualität in Farbe, Geschmack und Nährwertgehalt garantiert wird. Anders sieht es bei Frischwaren aus: Hier handelt es sich um ein Verfallsdatum (im Englischen: use by).

Viele Verbraucher haben den Bezug zu Lebensmitteln verloren. Statt ihren eigenen Sinnen zu vertrauen, verlassen sich die Verbraucher auf einen Aufdruck der Industrie. Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn etwas schlecht riecht, ranzig schmeckt oder schimmelt, sollte man es nicht mehr essen. Früher ging es anscheinend auch ohne Mindesthaltbarkeitsdatum.

In den Industrienationen werden laut Zahlen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinigten Nationen (FAO) hauptsächlich Gemüse, Obst und Brot weggeschmissen – Lebensmittel, die ohnehin kein Mindesthaltbarkeitsdatum aufweisen müssen.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum spielt anscheinend nicht die übergeordnete Rolle bei der Lebensmittelverschwendung.

Viel entscheidender ist doch das eigene Einkaufsverhalten. Wer zuviel einkauft, verliert den Überblick und natürlich laufen dann Produkte ab, bevor wir diese überhaupt verwerten können.

Fünf einfache Tipps und Tricks, wie du in Zukunft weniger Lebensmittel wegwirfst

#Tipp 1: Am besten kaufst du nur die Produkte, die du in den nächsten zwei bis drei Tagen verzehren möchtest. Schreibe dir eine Einkaufsliste und plane dein Mittag- oder Abendessen. So vermeidest du Spontankäufe. Ich nutze als Einkaufsliste die App „Denkst du daran“. Diese ist auf mehreren Endgeräten synchron und du kannst mit jemanden zusammen einkaufen und der andere sieht was du schon in deinen Einkaufskorb gelegt hast. Das ist sehr praktisch.

#Tipp 2: Koche die Portionen so, dass du das Gericht möglichst am Zubereitungstag aufessen kannst. Aus eigener Erfahrung essen wir aufgehobene Lebensmittelreste meist nicht am Folgetag.

#Tipp 3: Obst, das bereits unschöne Stellen hat, eignet sich immer noch super für Obstsalat oder Smoothies. Eine richtig braune Banane ist zum Beispiel auch bestens für die leckersten frittierten Bananen geeignet. Erst dann haben sie die richtige Süße und schmecken genau wie im Chinarestaurant. Auch ein Bananenbrot ist umso leckerer, wenn die Bananen überreif sind.

#Tipp 4: Vertraue auf deine eigenen Sinne – riechen, schmecken, sehen. Du wirst nicht gleich an einer Lebensmittelvergiftung sterben, wenn du deine Frischmilch noch trinkst, obwohl das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist.

#Tipp 5: Verwende Abfallprodukte vom Gemüse putzen. Zum Beispiel kannst du aus den Schälresten von Spargel eine sehr leckere Spargelcremesuppe zubereiten.

Beobachte einfach einmal selbst dein Einkaufverhalten und achte darauf wie viele Lebensmittel du in die Biotonne wirfst.

Bist du für die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums und die Verwendung echter Verfallsangaben? Welche Tipps hast du noch, um weniger Lebensmittelabfälle zu produzieren? Her damit in den Kommentaren!

Weiterführende Informationen:

Hier kommst du zur Studie vom WWF Deutschland (2015): Das große Wegschmeißen. Vom Acker bis zum Verbraucher: Ausmaß und Umwelteffekte der Lebensmittelverschwendung in Deutschland.

Die Einkaufslisten-App „Denkst du daran“ findest du hier.

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Foodwatch warnt vor Mineralölen in Lebensmitteln

Insbesondere Produkte in Verpackungen aus Recyclingfasern sind betroffen, aber auch von Pappkartons aus Frischfasern gelangen Mineralöle in Lebensmittel. Darunter sind viele als Bio deklarierte Produkte.

Insbesondere Produkte in Verpackungen aus Recyclingfasern sind betroffen, aber auch von Pappkartons aus Frischfasern gelangen Mineralöle in Lebensmittel. Darunter sind viele als Bio deklarierte Produkte. Menschen, wie ich, die plastikfrei leben möchten, stoßen oft an ihre Grenzen. Was soll ich kaufen? Ganz auf Verpackungen verzichten – das ist im Alltag doch gar nicht möglich, oder?

Ich versuche nur frische Produkte zu kaufen, aber Reis, Nudeln, Kakao & Co kaufe ich in Pappkartons ohne Plastikinnenverpackung. Ich kaufe keine Produkte in Plastik, da ich nicht möchte, dass schädliche Substanzen in meinem Essen sind, aber was ist mit den zum Teil von der EU-Lebensmittelbehörde EFSA eingestuften potentiell krebserregenden Mineralölen in Papierverpackungen? Die will ich auch nicht!

Mineralöle werden über die Nahrung aufgenommen

Jeder Mensch enthält Experten nach durchschnittlich 1 Gramm Mineralöl im Körper. Der mengenmäßig größte Anteil der Verunreinigungen wird über die Nahrung aufgenommen. Wir unterscheiden in gesättigte und aromatische Mineralöle. Erstere reichern sich im Körper an. Aromatische Mineralöle stehen besonders im Verdacht krebserregend zu sein und gehören daher auf keinen Fall in Lebensmittel! Die Mineralöle stammen bei Altpapier-Verpackungen hauptsächlich aus den Druckfarben. Auch hormonwirksame Weichmacher und Lösungsmittel sind enthalten. In einem anderen Beitrag von mir, in dem ich über schädliche Substanzen in Plastikverpackungen aufgeklärt habe, kannst du Hinweise zur Gefährlichkeit von Weichmachern nachlesen.

In Deutschland enthält jedes fünfte Lebensmittel Mineralöle

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Testergebnisse Ende Oktober 2015 in Deutschland, Frankreich und in den Niederlanden veröffentlicht. Von den von Foodwatch getesteten 120 Produkten aus Deutschland und Frankreich enthielten 43 % aromatische Mineralöle. Jedes fünfte Produkt (9 von 43 Lebensmitteln) enthält demnach in Deutschland Mineralöle, die unter Verdacht stehen krebserregend und erbgutschädigend zu sein. Die umfangreiche Analyse von Foodwatch klärt auf und zeigt auf verständliche Art und Weise mit einem Ampelsystem wo Mineralöle in Lebensmitteln enthalten sind und welche Produkte du besser meiden solltest. Real zum Beispiel hat schnell auf die Studie von Foodwatch reagiert und ein belastetes Produkt aus dem Sortiment genommen, den Spitzenlangkornreis der Marke „reisfit“ und forderte vom Hersteller Maßnahmen.

Für mich war es sehr überraschend, dass in den Produkten von Uncle Bens die schädlichen aromatischen Mineralöle nachgewiesen wurden. War ich doch froh, dass ich einen Naturreis ganz ohne Plastikinnenverpackung gefunden hatte. Dieses spezielle Produkt war in der Studie zwar nicht ausgewiesen, aber ich gehe davon aus, dass Mineralöle in allen Pappkartons von Uncle Bens enthalten sind, aber laut der Studie von Foodwatch nicht in allen Produkten nachgewiesen werden. Ich bin also unsicher, ob ich den Naturreis weiter kaufen soll. Auch der Sweet Family Puderzucker von Nordzucker ist nicht mineralölfrei. Dieser enthält sowohl gesättigte Mineralöle als auch die bedenklichen aromatischen Mineralöle. Erschreckend, den habe ich auch immer gekauft.

Wer zum Beispiel Original Puddingpulver von Dr. Oetker kauft, sollte das lieber nicht mehr tun, denn im Pulver wurden gesättigte Mineralöle in einer Konzentration von 3,1 mg/kg nachgewiesen. Aufgrund der Plastikumverpackung kaufe ich diese Fertigpuddingmischungen schon lange nicht mehr.

Einen leckeren Vanillepudding kannst du leicht selbst zubereiten. Der schmeckt auch viel besser und so richtig nach Vanille. Alles was du dafür brauchst sind Milch, Eier, Puderzucker, Vanilleschote und Speisestärke. Die Speisestärke von Mondamin kannst du zum Beispiel bedenkenlos kaufen, denn da sind laut foodwatch keine Mineralölrückstände im Produkt enthalten. Die Zubereitungszeit ist nicht wesentlich länger als bei den Fertigmischungen. Probiere es aus. Du wirst den selbstgemachten Pudding lieben.

5 wertvolle Tipps wie du gesund, ökologisch und bewusst einkaufen und leben kannst

1. Kaufe am besten immer frische und unverpackte Lebensmittel, wenn möglich in Bioqualität
2. Vermeide Convenience Food und mache die Produkte selber
3. Verzichte auf Verpackungen, wenn du zum Beispiel die Möglichkeit hast in einem Unverpackt-Laden in deiner Nähe einzukaufen
4. Nutze die Produktcheck-App (Barcode-Scanner) von Codecheck
5. Lies Verbraucherschutzseiten wie www.foodwatch.org und informiere dich

Verbraucherschützer fordern Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln

Foodwatch fordert Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln. Für besonders kritische Mineralöle fordert die Organisation sogar eine Null-Toleranzgrenze. Auch Lösungen für Barrieren werden von Foodwatch gefordert, das heißt eine Grenzschicht zwischen Produkt und Papierverpackung. Ich hoffe darauf, dass Hersteller zukünftig bei der Verpackung besser auf gesundheitsverträgliche Alternativen setzen.

Auf der Webseite von Foodwatch kannst du diese Forderung unterstützen und eine Nachricht an den EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis senden. Unterstütze die Petition „Giftige Mineralöle – raus aus Lebensmitteln“, wenn du auch möchtest, dass wir Verbraucher besser geschützt werden. 89.604 Verbraucher haben bereits mit Ihrer Unterschrift ein Signal gesetzt.

Machst du dir Gedanken über schädliche Substanzen in deinen Lebensmitteln? Schreib mir deine Gedanken zu dem Thema in deinem wertvollen Kommentar.

Weitere Informationen zu Mineralölen in Lebensmitteln kannst du in einem Hintergrundpapier von Foodwatch nachlesen. Hier kommst du direkt zu den Testergebnissen der Foodwatch Studie über Mineralöle in Lebensmitteln.

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Kunststoffverpackungen vermeiden – Gesundheit schützen

Ich habe vor etwa einem Jahr angefangen Kunststoffverpackungen aus meinem Leben zu verbannen, nicht nur, weil ich weniger Abfälle produzieren möchte, sondern auch weil ich keine Lebensmittel mehr zu mir nehmen möchte, die in Kunststoff verpackt sind und Plastikteilchen enthalten können.

Ich habe vor etwa einem Jahr angefangen Kunststoffverpackungen aus meinem Leben zu verbannen, nicht nur, weil ich weniger Abfälle produzieren möchte, sondern auch weil ich keine Lebensmittel mehr zu mir nehmen möchte, die in Kunststoff verpackt sind und Plastikteilchen enthalten können.

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich mikroskopisch kleine Plastikpartikel im Gewebe von zum Beispiel Miesmuscheln anlagern.

Bisphenol A ist ein Hormongift und krebserregend

Das sogenannte Bisphenol A, auch als Weichmacher bezeichnet, ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Warum? Es handelt sich um einen Grundstoff zur Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat. Enthalten ist es in Kunststoffbeschichtungen von Konservendosen, in Getränkeflaschen, in Plastikgeschirr und in vielen weiteren Lebensmittelverpackungen, aber auch in Thermopapieren (Kassenbons). Zum Beispiel verhindert es als Beschichtung in Konservendosen, dass das Blech korrodiert und sich Metalle herauslösen.

Die Chemikalie Bisphenol A mit der Abkürzung BPA ist nachweislich ein Hormongift, erbgutschädigend und gilt als krebserregend. Das heißt es wirkt wie andere endokrine Substanzen schädlich auf unseren Organismus ein. Es wirkt ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen und soll die Fortpflanzung und die Gehirnentwicklung beeinflussen. Auch wird ein Zusammenhang zwischen Hyperaktivität und BPA vermutet. In Babytrinkflaschen ist BPA seit dem 1. Juni 2011 EU-weit verboten. Allerdings haben andere Länder schon viel früher dieses Verbot ausgesprochen. Kanada war weltweit das erste Land, dass bereits 2008 dieses Verbot ausgesprochen hat.

Verbraucherschützer fordern EU-weites Verbot von Bisphenol A in Lebensmittelverpackungen

Immer mehr Länder beschränken die Verwendung von Bisphenol A auch in anderen Lebensmittelverpackungen. So hat Frankreich sich bereits 2015 entschieden ein Verbot für BPA in Lebensmitteldosen durchzusetzen.

Laut BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland, ist der mittlere Gehalt an Bisphenol A im menschlichen Blut inzwischen höher als die Konzentration, die bei Mäusen zur Verringerung der Sexualentwicklung führen kann.

Der Ausschuss der EU-Chemikalienverordnung REACH hat am 4. Februar 2016 für eine Einstufung von Bisphenol A als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B gestimmt. Das EU-Parlament prüft einen Regulierungsentwurf, der es nach Zustimmung durch die Kommission erlauben würde, BPA in die Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufzunehmen.

Kritisch diskutiert wird der Ersatz von Bisphenol A in der Verpackungsindustrie. Die Entwicklung von Alternativen steht noch in den Kinderschuhen und es ist bisher wenig bekannt über die toxische Wirkung alternativer Substanzen.

Wie kannst du deine Gesundheit schützen und Plastik vermeiden?

Ich bin für mich schon Anfang 2015 zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht nur auf Kunststoffe verzichte, die Bisphenol A enthalten, sondern auch alle anderen Kunststoffe, wie zum Beispiel Polyethylen (Code 2 oder 4) und Polypropylen (Code 5) meide. Polyethylenterephthalat (PET), Polyvinylchlorid (PVC) und Polystyrol (PS) enthalten zwar auch kein BPA, aber dafür andere hormonähnliche Weichmacher.

Mit meinem teilweisen Verzicht auf Plastikverpackungen trage ich dazu bei, dass weniger Müll entsteht und gleichzeitig fühle ich mich sicherer, da ich nicht wissentlich meine Gesundheit gefährde. Es gibt auch ein paar Einschränkungen, die es im Alltag oft schwer machen auf Plastik im Leben zu verzichten. Zudem ist es auch oft eine Gewissensfrage – Habe ich die Zeit in den Bioladen zu gehen oder zu einem Hofladen zu fahren, um unverpackte regionale Bioprodukte zu kaufen? Wenn die Zeit vorhanden ist, dann mache ich das bevorzugt. Es ist für mich auch in Ordnung den Kompromiss einzugehen, dass ich zum Beispiel Obst im Supermarkt nur in konventioneller Qualität erhalte, da viele der Bioprodukte in der Obstabteilung in Kunststoff verpackt sind.

Seitdem ich kaum noch in Plastik verpackte Produkte kaufe, hat sich mein Kaufverhalten verändert. Mir ist aufgefallen, dass ich an bestimmten Regalen vorbeigehe. Zum Anfang fiel es mir besonders schwer bei dem Regal für Chips und andere Knabbereien. Warum werden diese Waren nicht in Papierverpackungen angeboten?

5 Tipps, um auf Plastik im Alltag zu verzichten

  1. Vermeide Fertigprodukte und koche öfter selbst
  2. Kaufe frisches und unverpacktes Obst und Gemüse und lege deine Waren an der Kasse lose auf das Band oder nutze wiederverwendbare schadstofffreie Leinenbeutel
  3. Frage deinen Metzger des Vertrauens, ob er dir die Wurst oder das Fleisch in selbst mitgebrachte Gefäße füllen kann (klappt im Supermarkt leider nicht)
  4. Kaufe Milch, Sahne und Joghurt in Mehrwegglas
  5. Verwende für Lebensmittel keine Plastikgefäße – Alternativen sind Keramik, Bambus, Holz, Glas oder Edelstahl

In einem meiner nächsten Posts werde ich dir weitere Tipps und Tricks verraten, um deinen Konsum an Plastikverpackungen zu verringern und damit maßgeblich einen Beitrag für die Umwelt zu leisten.

Was machst du, um Plastik im Alltag zu vermeiden? Ich freue mich auf deinen hilfreichen Kommentar.

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Palmöl-Boom bedroht Regenwälder

Was haben Eis, Margarine, Schokolade, Tütensuppen, Cremes und Duschbäder mit der Zerstörung von Regenwäldern zu tun? In diesem Artikel erfährst du die Auswirkungen der Palmöl-Produktion auf die einheimische Bevölkerung und die Tierwelt.

Was haben Eis, Margarine, Schokolade, Tütensuppen, Cremes und Duschbäder mit der Zerstörung von Regenwäldern zu tun? In diesem Artikel erfährst du die Auswirkungen der Palmöl-Produktion auf die einheimische Bevölkerung und die Tierwelt.

Besonders in Indonesien und Malaysia werden für Monokulturen tropische Regenwälder in großem Stil gerodet – meist verbunden mit illegaler Landnahme und der Vertreibung der Bevölkerung.

Auf der einen Seite ist die Palmölindustrie ein wichtiger Wirtschaftszweig und mit einem Drittel am globalen Gesamtverbrauch ist Palmöl das wichtigste weltweite Pflanzenöl. Auf der anderen Seite verlieren Orang-Utan, Sumatra-Tiger und andere Regenwaldbewohner ihren Lebensraum, da Brandrodungen und Trockenlegung von Torfmoorböden die Tiere verdrängen. Heute existieren nur noch wenige Populationen des Orang-Utans auf den Inseln Borneo und Sumatra, während diese Tiere einst über ganz Südostasien verbreitet waren.

Die sozio-ökologischen Folgen der Palmölexpansion

Die Wälder Indonesiens zählen nach Brasilien und dem Kongobecken zu den weltweit größten Regenwäldern. Gewachsen auf Torfböden, leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. In den Torfböden wird Kohlenstoff gespeichert. Werden die Torfmoore durch Brandrodung oder Trockenlegung zerstört, entweicht klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre.

Nach Greenpeace führten in 2015 verheerende Waldbrände in Indonesien zu einem Ausstoß von CO2, der nach wenigen Wochen höher war als der jährliche Kohlendioxidausstoß von Deutschland. 31 Millionen Hektar, fast ein Viertel der Regenwaldfläche Indonesiens, wurden seit 1990 durch die Anlage von Palmölplantagen zerstört. Nicht nur der Lebensraum stark bedrohter Tierarten wie Sumatra-Tiger und Orang-Utan verschwindet, sondern auch der Lebensraum indigener Völker.

Nach einer Bestandsaufnahme des WWF würden die Tieflandregenwaldgebiete auf Borneo und Sumatra, bei fortschreitender Entwaldung, auf beiden Inseln bis 2020 zerstört sein. Damit hat der Orang-Utan in freier Wildnis kaum noch eine Überlebenschance. Auf beiden Inseln sind nur noch etwa 50 % der ursprünglichen Waldflächen vorhanden.

Die Ölpalme (Elaeis guineensis) hat ihren Ursprung in den Regenwäldern Westafrikas und wird dort seit Jahrhunderten als Nahrungs- und Heilmittel geschätzt. Erst 1848 brachten niederländische Seeleute die Pflanze nach Indonesien. Der weltweit steigende Verbrauch führt zu einer Ausdehnung der Plantagen, nicht nur in Indonesien und Malaysia, zunehmend auch in Afrika, Zentral- und Südamerika sowie in Papua-Neuguinea.

Unübersehbar sind die sozialen Folgen der massiven Expansion der Ölpalmenplantagen. In Indonesien sind etwa 100 Millionen Menschen auf die natürlichen Ressourcen der Regenwälder angewiesen und werden ihres natürlichen Lebensraumes beraubt. Häufig werden sie ohne Entschädigung von ihrem  Land vertrieben. Nach Angaben der indonesischen Organisation Sawit Watch sind 40 Millionen Indigene betroffen. Auch der Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden ist ökologisch für Mensch und Natur bedenklich. Böden und Flüsse werden verseucht.

Die Jahresproduktion von Palmöl liegt bei etwa 62 Millionen Tonnen. Die größten Mengen importiert aktuell das Entwicklungs- und Schwellenland Indien (9,4 Millionen Tonnen), gefolgt von der Europäischen Union (7,0 Millionen Tonnen), China (5,5 Millionen Tonnen) und Pakistan (3,2 Millionen Tonnen). 2014 importierte Deutschland 1,25 Millionen Tonnen Palmöl – das sind 15 kg pro Einwohner – und zählt damit zu den größten Palmölverbrauchern Europas.

Laut FONAP (Forum für Nachhaltiges Palmöl) stammen etwa 86 % der Weltproduktion aus Indonesien und Malaysia. In Indien, Indonesien und China werden 41 % der Weltproduktion von Palmöl zum Braten, Frittieren und Kochen genutzt, da es billig ist. Zudem ist der Flächenertrag mit 3,5 Tonnen pro Hektar im Vergleich zu anderen Ölpflanzen wie Raps (etwa 1 Tonne pro Hektar), Sonnenblumen (0,8 Tonnen pro Hektar) oder Soja (0,35 Tonnen pro Hektar) wesentlich höher – ein bedeutender Aspekt angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums.

Freiwillige Verpflichtung zum verantwortlichen Palmölanbau

In vielen Ländern ist Palmöl für Kleinbauern die Lebensgrundlage. Doch die Palmölproduktion muss ökologischer, ökonomischer und sozial verträglicher gestaltet werden. Der 2004 ins Leben gerufene Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO), die größte Initiative im Palmölsektor, setzt sich für die Einhaltung von Mindeststandards für den nachhaltigen Anbau von Palmöl ein. Die Initiative wurde mit dem Ziel gegründet, eine Zertifizierung von nachhaltig produziertem Palmöl zu ermöglichen und zu fördern. Die Mitglieder des RSPO repräsentieren die gesamte Palmöl-Lieferkette. Darunter sind Palmöl-Erzeuger, Händler, Hersteller von Konsumgütern, Banken und Investoren sowie ökologisch-orientierte und sozial-orientierte Nichtregierungsorganisationen.

Die RSPO-Mitglieder verpflichten sich freiwillig mehr für Naturschutz und Menschenrechte zu tun als gesetzlich gefordert wird. Das heißt, dass neue Palmölplantagen nicht auf Primärwaldflächen beziehungsweise besonders schützenswerten Gebieten angelegt werden dürfen. Zudem ist es verboten, neue Plantagen ohne Einwilligung auf indigenem Gebiet zu errichten. Die Beachtung von Landnutzungsrechten ist vorgeschrieben. Der RSPO wird von vielen Umweltschutzorganisationen kritisiert und verhindert allein nicht die Entwaldung in den Tropen. Gerade für Entwicklungs- und Schwellenländer ist der RSPO aber ein wichtiger Schritt nach vorne und ermöglicht einen kritischen Dialog aller Beteiligten.

Mit Unterstützung des RSPO sind aktuell 21 % des weltweit produzierten Palmöls zertifiziert.

Im Rahmen der RSPO gibt es vier verschiedene Modelle bei der Zertifizierung: Beim Modell 1 „Identity Preserved“ ist die Ware zu 100 % rückverfolgbar – es wird strikt nach Plantage getrennt und es findet keine Vermischung in der Ölmühle statt.

Im Gegensatz zum Modell 1, kann beim Modell 2 „Segregation“ zertifiziertes Palmöl vermischt werden.

Die direkte Verfolgbarkeit ist beim Modell 3 „Mass Balance“ nicht gegeben, da keine Trennung erfolgt und kontrolliertes Mischen von Palmöl konventioneller und zertifizierter Plantagen erlaubt ist.

Modell 4 „Book and Claim“ (Zertifikatehandel) ist an der Kennzeichnung mit dem „GreenPalm“ Logo zu erkennen. „Book and Claim“ ermöglicht Unternehmen, die nicht RSPO zertifiziertes Palmöl gekauft haben, durch Erwerb von Zertifikaten, ihre mit konventionellem Palmöl hergestellten Produkte zertifiziert zu verkaufen, allerdings nur mit dem GreenPalm Warenzeichen und dem Zusatz „Trägt zur Herstellung von zertifiziertem nachhaltigen Palmöl bei.“

Ursprünglich war Modell 4 nur als Einstiegsmodell gedacht, mittlerweile werden aber über 70 % des unter RSPO Zertifizierung verkauften Palmöls über den Handelsweg „Book and Claim“ auf der Plattform GreenPalm gehandelt. Die Anreize für Unternehmen selbst auf zertifiziertem Anbau umzusteigen oder zertifiziertes Palmöl über die anderen Handelswege anzukaufen, sind meist zu gering. Der anspruchsvolle Ansatz des RSPO ist der getrennte Handelsweg – „Identity Preserved“ oder „Segregation“.

Einer der größten Abnehmer von Palmöl ist der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble. Du kennst einige Produkte dieses Herstellers, wie Ariel Waschmittel oder Head & Shoulders-Shampoo. Procter & Gamble hat laut Greenpeace zur Vernichtung von Regenwald in Indonesien beigetragen. Mittlerweile hat Procter & Gamble auf Druck von Greenpeace, anderen Umweltschutzorganisationen und Verbrauchern seine Waldschutz-Policy überdacht und eingelenkt. So will Procter & Gamble bis 2020 seine Produkte vollständig ohne Palmöl bzw. Palmkernöl aus Regenwaldzerstörung herstellen.

Greenpeace hat zuvor nachgewiesen, dass Procter & Gamble Palmöl von Händlern bezogen hat, die das Palmöl von der Firma BW Plantation aufgekauft hat. Die Firma BW Plantation hat nach Greenpeace in ihrer Konzession PT Adhyaksa Dharma Satya (PT ADS) in der Provinz Zentral-Kalimantan Orang-Utan-Lebensraum zerstört. Von etwa 5.466 Hektar, das als Orang-Utan-Habitat ausgewiesen ist, wurden 4.330 Hektar zerstört.

Auch Unilever will bis 2020 auf Palmöl aus nachhaltig zertifiziertem Anbau umsteigen. Ferrero verwendet bereits seit 2014 zu 100 % nachhaltiges, segregiertes Palmöl. Ferrero ist auch an der Initiative Palm Oil Innovation Group (POIG) beteiligt, zu deren Mitgliedern auch Greenpeace gehört. Die Initiative POIG baut auf den Standards des RSPO auf.

Der WWF Deutschland befragt jedes Jahr Unternehmen hinsichtlich der Nutzung von zertifiziertem Palmöl. In 2015 nutzten mehr als 50 % der befragten 200 Unternehmen zumindest teilweise zertifiziertes Palmöl. Seit 2013 hat sich die Anzahl der Unternehmen, die 100 % zertifiziertes Palmöl nutzen, verdoppelt. Schlecht abgeschnitten haben die Pharmaindustrie und die Futtermittelhersteller. Weitere Informationen kannst du in der vom WWF herausgegebenen Scorecard 2015 – Die Bewertung der Einkaufspolitik deutscher Käufer und Verarbeiter von Palmöl nachlesen.

Ist Palmöl in deinen gekauften Produkten enthalten?

Woran erkennst du, ob in deinen gekauften Produkten Palmöl enthalten ist? Das ist nicht einfach, denn unter palmölhaltigen Inhaltsstoffen sind alle Stoffe zu verstehen, die direkt oder indirekt aus Palmöl hergestellt werden können. Hersteller verwenden auch Bezeichnungen wie Palmitate, Palmate oder Pflanzenöl. Seit 2014 muss Palmöl gemäß EU-Regulation No 1169/2011 als solches auf Lebensmitteln ausgewiesen werden.

Eine für den Einkauf praktische Liste mit einem Palmöl-Schnellcheck und den Deklarationen von Palmöl bei Reinigungsmitteln und Kosmetika findest du bei Umweltblick.

Laut einer Untersuchung von Greenpeace ist fast in jedem zweiten Supermarktprodukt Palmöl enthalten. Es wird aus dem Fruchtfleisch der Palmfrüchte gewonnen, während das festere und farblose Palmkernöl aus den von den Schalen befreiten Fruchtkernen extrahiert wird. Aufgrund seiner cremigen Konsistenz wird Palmkernöl gern in Shampoos, Körperlotionen und Lippenstiften verwendet.

Stopp auch du die Regenwaldzerstörung bei deinem nächsten Einkauf 

Wenn du den Erhalt der Regenwälder unterstützen willst, greife beim nächsten Einkauf lieber zu Bioprodukten und möglichst unverarbeiteten Produkten aus saisonaler und regionaler Herkunft. Generell solltest du palmölhaltige Produkte meiden. Du kannst viele Produkte auch selbst herstellen. Wie wäre es mit einer selbstgemachten Schokolade, die garantiert palmölfrei ist? Margarine gibt es zum Beispiel auch auf Basis von Oliven- oder Sonnenblumenöl. Schokoaufstriche enthalten oft viel Palmöl. Du kannst auf Bio-Schokostriche umsteigen, aber Vorsicht – nicht alle sind palmölfrei. Solltest du trotzdem nicht verzichten können, kaufe nur Produkte, deren Palmöl aus nachhaltig zertifiziertem Anbau stammt.

Was denkst du über die Zerstörung unserer Regenwälder durch den Palmölanbau? Kaufst du konventionelle Lebensmittel und Kosmetika oder Bioprodukte, in denen Palmöl enthalten ist? Ich freue mich auf deinen hilfreichen Kommentar.

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