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Kategorie: International

RePack gewinnt Natur- und Umweltpreis des Nordischen Rates 2017

Die Menschen lieben es online einzukaufen. Mit dem expandierenden Online-Handel steigen auch die Mengen an Verpackungsmüll. Das Unternehmen RePack aus Finnland will dem Verpackungswahnsinn mit einem nachhaltigen Verpackungs- und Rückgabesystem ein Ende bereiten.

Die Menschen lieben es online einzukaufen. Mit dem expandierenden Online-Handel steigen auch die Mengen an Verpackungsmüll. Das Unternehmen RePack aus Finnland will deshalb dem Verpackungswahnsinn mit einem nachhaltigen Verpackungs- und Rückgabesystem ein Ende bereiten.

© RePack

Der diesjährige Natur- und Umweltpreis des Nordischen Rates ging an den CEO von RePack, Jonne Hellgren. Aus 11 Nominierten wurde RePack für den mit etwa 47.000 Euro dotierten Preis ausgewählt.

Die Versandverpackungen von RePack sind bis zu 20-mal wiederverwendbar, in drei Größen verfügbar, und werden zu 100 % aus recycelbaren Materialien hergestellt. Unter anderem entstehen die Verpackungen durch Upcycling von alten Plakatwänden und das passte gut zum diesjährigen Thema des Natur-und Umweltpreises des Nordischen Rates: Müllfreie Gesellschaft. Bis zu 90 % Müll und 80 % CO2 Emissionen können durch RePack im Vergleich mit anderen Verpackungen eingespart werden.

© RePack

Im Jahre 2014 gewannen die Gründer Hellgren, Piirainen und Peltonen bereits den Green Alley Award, Europas größter Startup-Award, und erlangten mit ihrem nachhaltigen Verpackungs- und Rückgabeservice erstmals große Medienwirksamkeit.

Scandinavian Outdoor, Pure Waste und Filippa K sind nur einige der 30 Unternehmen, die RePack als umweltfreundliche Versandoption anbieten. Besonders nachhaltige Unternehmen entscheiden sich dafür.

Wie funktioniert das System RePack?

Der Endverbraucher wählt RePack anstatt von Einwegverpackungen und zahlt ein kleines Pfand. Dann erhält der Verbraucher das Paket in einer nachhaltigen Verpackung und bekommt das Pfand als Gutschein zurück. Der Gutschein kann in allen Online-Shops eingelöst werden, die RePack anbieten.

© RePack

Die leere Verpackung wird wie ein Brief zusammengefaltet und kann in jeden Briefkasten der Welt geworfen werden. Die Rücksenderate liegt bei 75 %.

 

Gutscheinsystem lockt neue Kunden in die Online-Shops

Eine Studie hat ergeben, dass die Nutzer von RePack bis zu 30 % mehr Geld in Online-Shops ausgeben als durchschnittliche Käufer.

© RePack

Der skandinavische Textilhändler Finlayson bietet RePack seit 2016 an und sammelte vor Kurzem in einer Take-back Kampagne 11 Tonnen alte Jeans von Finnischen Kunden ein, stellte daraus Handtücher her und verkaufte diese wieder. Alle Leute, die sich an der Aktion beteiligten, bekamen einen 30 % Gutschein für den Finlayson Shop.

RePack ist eine Dienstleistung, das heißt die Verpackungen, die ausgedient haben, gehören RePack. Das  Unternehmen kümmert sich auch um das Rückgabe- und Verwertungssystem.

© RePack

Das intelligente Verpackungs- und Rückgabesystem von RePack könnte den gesamten Onlinehandel revolutionieren. RePack gibt es bisher hauptsächlich in Skandinavien. Jetzt hat es das Verpackungs- und Rückgabesystem aber auch nach Deutschland geschafft.

© Kiezbett

Das nachhaltige Berliner Unternehmen Kiezbett verpackt mit RePack und versendet innerhalb von Berlin und Potsdam mit dem Lastenfahrrad oder dem Elektroauto.

Mehr erfahren zu den Preisen des Nordischen Rates

Mehr Informationen zum Natur- und Umweltpreis des Nordischen Rates

Hier findest du alle RePack Stores

Kannst du dir vorstellen den Service RePack bei deiner nächsten Onlinebestellung in Anspruch zu nehmen? Lass es mich in deinem Kommentar wissen.

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Titelbild: © Magnus Froderberg – norden.org

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Müll: Ein Problem der indischen Megastadt Chennai

Da mir das Thema Müll in Schwellen- und Entwicklungsländern sehr am Herzen liegt, freue ich mich besonders diesen Gastbeitrag von Simon Dorr zu veröffentlichen, in dem es um den Umgang mit Müll in der indischen Megastadt Chennai geht.

Da mir das Thema Müll in Schwellen- und Entwicklungsländern sehr am Herzen liegt, freue ich mich besonders diesen Gastbeitrag von Simon Dorr zu veröffentlichen, in dem es um den Umgang mit Müll in der indischen Megastadt Chennai geht. Simon leistet im Rahmen des Weltwärtsprogramms ein Jahr lang einen Freiwilligendienst an der Hindu Union Comittee Middle School ab und unterrichtet die Kinder in Englisch. Die Eindrücke seines Aufenthaltes beschreibt Simon auf seinem Blog Simons Indien.

Seit neuestem bin ich nicht nur Freiwilliger, sondern auch Pendler – gezwungenermaßen.

Also heißt es für mich morgens raus und auf zum Bus.

Die Menschen und der Müll warten darauf, dass sie abgeholt werden. Der Müll wird wohl noch länger warten müssen.
© Simon Dorr

Ich gehe am Straßenrand zur Bushaltestelle, warte auf den 46G, steige ein und bezahle meine 13 Rupien. Mit etwas Glück finde ich einen Sitzplatz und kann das Treiben der indischen Großstadt auf meiner Pendlerstrecke durchs Fenster beobachten. Kurz bevor ich aussteige, wird mein Bus den Fluss überqueren. Vor diesem Streckenabschnitt beginne ich schneller zu atmen. Dann, kurz bevor wir die Brücke erreichen, hole ich nochmal tief Luft und halte den Atem an. Wenn der Bus gut durchkommt, kann ich es dadurch vermeiden, die vom Gestank des Flusses durchsetzte Luft einzuatmen.

Ich springe kurz vor meiner Haltestelle aus dem Bus und laufe in Richtung Schule. Auf dem schmalen Pfad am Straßenrand neben den Motorrädern versuche ich meine Tritte so zu setzen, dass der Schmutz möglichst nur die Sohle meiner Schuhe berührt. Denn in unmittelbarer Nähe der Müllcontainer halten sich meist Kühe und Hunde auf, die sich vom Müll ernähren. Bei Regen wird dann der Abfall der Menschen mit den Exkrementen der Tiere zu einem unangenehmen Brei vermengt und auf die Straße gespült. Nicht weiter schlimm. Es braucht nur eine etwas erhöhte Aufmerksamkeit, um trotzdem sauberen Fußes in der Schule anzukommen.

Das Kalb hat Glück und findet neben dem Müllcontainer etwas altes Gemüse zum Fressen. © Simon Dorr

Müllentsorgung in Chennai

In Deutschland gibt es eine Tonne für Restmüll, eine für Kompost und eine für Papier und Pappe. Dann gibt es Säcke für Plastik und Wertstoffe, Container für weißes, grünes und braunes Glas, kleine Boxen für die Entsorgung von Batterien und Wertstoffhöfe für Bauschutt, Sperrmüll und Elektrogeräte.

In Indien gibt es nur eine Art Müll: Müll. Den aber dafür fast überall. Gleichmäßig verteilt liegen kleine Verpackungen, Papierschnipsel und Pappbecher auf der Straße, so als hätte es gerade eben ein paar Sekunden lang Müll geregnet.

Keinesfalls kapitulieren die Bürger Chennais tatenlos vor dem Straßenmüll. Täglich werden die Straßenabschnitte vor den verschiedenen Läden und Wohnhäusern gefegt und der Müll dadurch zu größeren Ansammlungen an genau den Stellen gehäuft, für die niemand direkt zuständig ist. Das ist die erste Müllsammelstufe: Kleine Haufen an Stromkästen, Ecken von Mauern und Laternen. Es gibt einen speziellen Berufsstand, der diese Haufen mit Schüsseln und Schabern aufsammelt. Ohne Handschuhe oder Schutzmasken wird der Müll von der Straße auf Lastfahrräder befördert. Dabei pusten die Männer kräftig in eine Trillerpfeife, um den Anwohnern zu signalisieren, dass sie ihnen außerdem ihren Haushaltsmüll bringen können. Mehrmals täglich kommt derselbe Mann zu uns in die Straße, sammelt den Müll und pfeift in seine Pfeife.

Auf der einen Seite der Straße scheint die Sonne auf die bunten Hausfassaden. Auf der anderen Seite liegt Plastikmüll
© Simon Dorr

Die nächstgrößere Müllsammelstufe sind Container, die in regelmäßigen Abständen an der Straße stehen. Diese werden von der Müllabfuhr zumindest so oft abgeholt, dass mein Müllbeutel noch immer in den nächsten Container gepasst hat.

Müll Chennai Indien

Müll liegt neben den Sammelcontainern
© Simon Dorr

Obwohl es dieses System gibt, sammelt sich der Müll auf größeren freien Flächen. Dort, wo sich keine Läden befinden, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass Sperrmüll den Platz für sich beansprucht. Auch und vor allem die Flussufer sind davon betroffen. Und nicht nur deren Ufer, auch an den flacheren Stellen der Flüsse lassen die Plastikteile erahnen, was der Fluss außer Wasser ins Landesinnere transportiert. Was noch darüber hinaus mit einem Fluss passieren muss, damit er so riecht wie der durch Chennai fließende Cooum, liegt jenseits meines Vorstellungsvermögens.

Hier ein Artikel über den Ganges, der zwar 1900 km von Chennai entfernt liegt, dessen Verschmutzung aber genauso real ist.

Beim Betrachten der Müllberge fallen mir schwarze Brandflecken auf. Je weiter ich mich von der Stadt entferne, desto häufiger werden diese. Ihre Herkunft wurde mir zum ersten Mal bewusst, als ich auf einer längeren Busfahrt an einem brennenden Müllhaufen vorbeigefahren bin. Da es nur wenige Verbrennungsanlagen gibt, und es unmöglich ist, allen Müll dorthin zu transportieren, greifen die Menschen zur Selbsthilfe und die Müllverbrennung wird in Eigenregie vor Ort durchgeführt.

Von Greenpeace gibt es auf Englisch einen Artikel über diese selbstständig durchgeführten Müllverbrennungen in Indien. Dieser Artikel beschreibt, was relativ logisch erscheint: Bei einer Müllverbrennung unter freiem Himmel verschmutzen die brennbaren Bestandteile die Luft und die nicht brennbaren den Boden. Ob einfach liegen lassen die bessere Alternative ist, sei jedoch dahingestellt.

So ist die Situation. Ich traue mich zu behaupten, dass ich in dieser Hinsicht einen guten Überblick über Chennai und die nähere ländliche Umgebung bekommen habe.

Die Situation ist schlimm, den–Kinnladen–runter–kippen–lassend schlimm.

Und das ist nicht die Art Problem, über die durch das Fernsehen informiert wird. Nicht die Art Problem auf die erst aufmerksam gemacht werden muss. Der Müll ist allgegenwärtig und er stinkt. Wenn ich Lust dazu hätte, könnte ich von jedem Punkt der Straße sieben, acht Schritte gehen und eine große Handvoll Abfall aufheben. Ich könnte ein paar hundert Meter laufen und mit einem Hechtsprung in einen Müllberg stechen. Der Müll ist Teil meines Alltags und eines jeden anderen. Aber egal wie viel ich darüber nachdenke, von der Ursache habe ich nicht die geringste Vorstellung.

Woran liegt es, dass die Menschen hier nicht Herr über die Abfälle werden? Was müsste getan werden, um die Situation zu verbessern?

Häuser in der Nähe des Strandes erstrahlen in satten, leuchtenden Farben, aber zwischen die Gebäude sollten Menschen besser keinen Blick werfen.
© Simon Dorr

Zahlen- und Faktenvergleich zum Müll in Deutschland und Indien

Als ich nach dem Abfallaufkommen von Deutschland in den letzten Jahren gesucht habe, wurde ich schnell fündig. Das Umweltbundesamt liefert Statistiken zu allen möglichen Arten von Abfällen – aufgeschlüsselt für die letzten Jahre. In Deutschland fallen rund 51,6 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle an (Zahlen von 2015).

Ich habe lange recherchiert, um an ähnliche Zahlen für Indien zu gelangen, und die mir am sichersten erscheinende Quelle ist das Manual on Municipal Solid Waste Management 2016 der indischen Behörde Ministry of Urban Development.

Aus dessen Einleitung zitiert:

Even though only 31% of [the] Indian population resides in urban areas, this population of 377 million (Census of India, 2011) generates a gigantic 1,43,449 metric tonnes per day of municipal solid waste, as per the Central Pollution Control Board (CPCB), 2014-15.

Dies ist die einzige Statistik, die auch eine ungefähre Personenzahl zum Müllaufkommen angibt, auch wenn das beim modernen Phänomen der indischen Megastadt mehr ein halbblindes Schätzen als alles andere ist. „Municipal solid waste“ wird als „Siedlungsabfall“ in der Statistik übersetzt. Werden jetzt die Siedlungsabfälle aus Deutschland entsprechend umgerechnet, kommen wir auf 141.369 Tonnen pro Tag für 2015. Das entspricht ungefähr dem angegebenen Verbrauch der indischen Stadtbevölkerung.

Falls diese Zahlen stimmen, verursacht ein Deutscher im Schnitt ungefähr 4,7-mal so viel Haushaltsmüll wie ein in einer Stadt lebender Inder. Das kommt mir realistisch vor. Wer wenig hat, kann auch wenig konsumieren und wenig Müll verursachen.

Der Mensch und sein Müll

Des einen Müll ist des anderen Schatz.

Mit diesem Credo jedes Flohmarkts möchte ich dich vom Ausflug in die Welt der Statistik wieder zurück in die Realität holen.

Des einen Müll ist vielleicht noch nicht jedes anderen Schatz, aber zumindest nicht unbedingt jedes anderen Müll. Jeder hat bei Müll oder Dreck eine andere Schmerzgrenze. Manch einer kann es kaum ertragen, eine leere Pizzaschachtel nicht direkt nach dem Essen wegzuräumen, während in so manchen WGs die gleiche Schachtel schon mal eine Woche auf dem Wohnzimmertisch verbringen kann. Das ist auch der Grund, warum es immer derselbe ist, der den Tisch abräumt oder das Bad putzt. Das ist eben die Person, deren Schmerzgrenze am niedrigsten liegt.

Aber wer sind wir, die Pizzaschachtel-Liegenlasser dieser Welt zu verurteilen? Auf Pizzaschachteln kann man Dinge genauso gut abstellen wie auf dem Tisch. Welches Argument macht das Wegräumen jetzt besser als das Wegräumen in einer Woche? Was genau macht den Müll objektiv schlecht?

Wo Müll ist, sind Moskitos und dort werden Krankheiten übertragen. Wenn Indien sich durch einen einzigen Willensakt aufräumen ließe, dann würde sich die Argumentation einfacher darstellen als die am heimischen Wohnzimmertisch. Aber ich möchte auch ein weniger handfestes Argument anbringen: Der Straßenmüll, die kleinen Haufen, die offenen Container, die großen Haufen, der Gestank. Es ist die Definition der Hässlichkeit. Der Müll verunstaltet das Stadtbild und ist ständiges Mahnmal für die Probleme des Landes. Wenn er einfach toleriert wird, ist das für mich eine Art Teilabschied von der Idee eines schönen Lebens. Und da könnte man doch vielleicht eine Parallele zur unaufgeräumten Pizzaschachtel im Wohnzimmer sehen.

Deshalb möchte ich abschließend den Blick noch einmal weg vom Müll richten. Weg vom Müll und dahin, worum es letztendlich geht. Hin zu den Menschen. Meinem Urteil nach ist die Toleranz, die dem Müll entgegengebracht wird, mindestens genauso schlimm wie der Müll selbst. Der Müll ist normal. Die Verschmutzung ist Norm. Müll liegt überall herum, es stinkt in der Umgebung von Müllcontainern und in der des Flusses. Das ist so. Das wird nicht hinterfragt

© Simon Dorr

Auf dem Bild ist eine große Müllansammlung vor den Mauern meiner Schule zu sehen, neben deren Eingang sich Haushalts- und Sperrmüll türmt. Rechts von diesem Bild ist der Eingang. Noch weiter rechts sieht es zum Glück nicht so schlimm aus.

© Simon Dorr

Nach der Englischstunde drückt mir eine Schülerin eine kleine Packung Kekse in die Hand, eine weitere Packung behält sie für sich. Ich sehe die gleichen Kekse auch bei allen anderen Kindern der Klasse. Anscheinend wurden sie von jemandem für alle mitgebracht. Ich freue mich.

Ich esse auf, weiß erstmal nicht wohin mit der Verpackung und halte sie in der geschlossenen Faust meiner linken Hand. Ich blicke ein wenig durch den Raum und sehe etwas über den Boden des Klassenzimmers gleiten.

Es sind einige Hochglanz-Keksverpackungen.

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Bali am Rande einer Umweltkatastrophe – Hilft nur noch die Tourismuswende?

Bali gilt als einer der spirituellsten und magischsten Orte auf der Welt mit bezaubernden Menschen, wunderschönen Tempeln, Reisfeldern und traumhaften Landschaften und ist eine der bekanntesten und touristisch erschlossensten Inseln Indonesiens.

Bali gilt als einer der spirituellsten und magischsten Orte auf der Welt mit bezaubernden Menschen, wunderschönen Tempeln, Reisfeldern und traumhaften Landschaften und ist eine der bekanntesten und touristisch erschlossensten Inseln Indonesiens. Einerseits ist Bali abhängig vom Tourismus, andererseits führen die stetig wachsenden Touristenströme seit den 80er Jahren zu immer steigenden Umweltproblemen. Jedes Jahr kommen rund vier Millionen Touristen nach Bali. Derzeit gibt es etwa 80.000 Hotelbetten, mindestens 67 weitere Hotelanlagen sind in Bau.

Umweltprobleme auf Bali

Das zunächst sichtbarste Problem sind die wachsenden Müllberge. Aber auch die Übernutzung von Trinkwasser führt immer mehr zu spürbar absinkenden Grundwasserspiegeln. Die Akademikerin Stroma Cole erforschte über Monate die Ursachen und Auswirkungen der Wasserknappheit auf Bali. Die Tourismuswirtschaft verbraucht 65 % des auf der Insel verfügbaren Wassers. Berechnungen von Balifokus ergaben, dass bessere Hotels am Tag 500 Liter Wasser pro Zimmer verbrauchen, darin eingeschlossen sind Duschen, Zimmerreinigung, Swimmingpool und Gartenbewässerung. Im Süden Balis ist durch das Absinken des Grundwasserspiegels schon Salzwasser in das Grundwasser eingedrungen. Auch Verschmutzungen durch Fäkalien wurden festgestellt. Auf Bali gibt es kaum ein richtiges Abwasserentsorgungsnetz. Abseits der Hotels und Touristenhochburgen fließt das Abwasser oft ungefiltert direkt in die Flüsse und in das Meer.

An den sauber aufgeräumten Hotspots der Touristen und den hoteleigenen Stränden fällt das Umweltproblem vielleicht nicht immer gleich auf, aber Bali hat große Mühe die täglich anfallenden Müllberge zu bewältigen. In Kuta, dem sogenannten Ballermann von Indonesien, werden die Strände von Aufräumtrupps vom Müll befreit und trotzdem liegt dort noch jede Menge Plastikmüll, wie einschlägige Fotos im Internet beweisen. Auf einer Webseite habe ich eine Bildergalerie der 13 Strände gefunden, an denen man seinen Urlaub lieber nicht verbringen möchte. Kuta Beach auf Bali gehört leider dazu.

Trotzdem kommen viele Touristen nach Bali, denn Kuta ist nur die eine Seite, es gibt auch unzählige schöne Plätze dort, insbesondere im Landesinneren. Bali ist auch bei Surfern äußerst beliebt, aber auch die sind sehr unzufrieden mit der immer schlimmer werdenden Situation. Es ist nicht nur der schwimmende Plastikmüll im Meer, auch die Einleitung von Abwässern stinkt vielen Touristen. Vereinzelt wurden bereits dezentrale Abwasserbehandlungsanlagen insbesondere in Armenvierteln installiert. Damit Bali weiterhin ein beliebter Touristenort bleibt, muss aber sicher mehr in Sachen Umweltschutz und Ökotourismus passieren.

Wie fast überall in Indonesien gibt es auch hier nur eine mäßige von lokalen Behörden organisierte Müllabfuhr, geschweige denn genügend Abfallbehandlungsanlagen. Die Menschen schmeißen Abfälle allzu häufig auf die Straße, in Flussbetten oder ins Meer. Oft werden Abfälle auch verbrannt und verpesten damit die Luft – es riecht nicht selten nach verbranntem Plastik. Die Regenfälle schwemmen die Abfälle von den dutzenden Mülldeponien im Landesinneren an die Küste, dorthin wo die Touristen sind.

Balinesen wünschen sich einen nachhaltigen, sanften Kulturtourismus

Der Tourismus ist nichtsdestotrotz die wichtigste Einnahmequelle auf Bali. Die Entwicklung des Tourismus ging nur schneller als der Ausbau der Entsorgungsstruktur. Ökotourismus gibt es auf Bali bisher aber leider nur vereinzelt. Die Balinesen selbst möchten eigentlich keinen Massentourismus wie er jetzt vorherrscht, sie wünschen sich nachhaltigen, sanften Kulturtourismus.

Immer mehr Balinesen setzen sich daher für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein und versuchen die Balance zwischen Kultur, Natur und Tourismus wiederherzustellen. Denn gerade im Hinduismus, der Hauptreligion der Balinesen, ist der friedliche Umgang mit sich selbst und der Natur von hoher Bedeutung. So sind es insbesondere die Bewohner der Insel, die nach Lösungen für das wohl sichtbarste von allen, das Abfallproblem, suchen, nicht aber die indonesische Regierung, die sich der Problematik wohl bewusst ist und sicher auch viel mehr helfen könnte.

Erste Schritte in die richtige Richtung

Ein einzigartiges Projekt, das um die ganze Welt ging, wurde von zwei indonesischen Schwestern, Isabel und Melati Wijsen, ins Leben gerufen. Die Schwestern setzen sich für ein Bali ohne Plastiktüten ein. Ihre Initiative nennt sich „Bye Bye Plastic Bags“ und wurde gegründet als die beiden Mädchen gerade mal zehn und zwölf Jahre alt waren. Mit einem symbolischen Hungerstreik schafften es die beiden nun auch den Gouverneur Made Mangku Pastika auf sich aufmerksam zu machen und kamen mit ihm ins Gespräch. Daraufhin verkündete die Umweltschutzagentur der Insel, dass Bali ab 2018 frei von Plastiktüten sein soll. Ich bin gespannt, ob dieses Ziel erreicht wird. Ein erstes Pilotdorf gibt es bereits. Dort haben Isabel und Melati viele Ladenbesitzer und Haushalte überzeugen können auf Plastiktüten zu verzichten.

Schade ist nur, dass erst radikale Maßnahmen richtige Aufmerksamkeit bei dem Gouverneur auslösen. Die beiden Mädchen haben hier Aufgaben geleistet, die eigentlich die Regierung vollbringen müsste, nämlich das Bewusstsein bei der Bevölkerung für Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu stärken. Die Wegwerfmentalität ist in Indonesien sehr groß. Aus den Augen, aus dem Sinn, so kommt es einem vor.

Das Unternehmen Eco Bali, das 2006 gegründet wurde, bietet eine kostenpflichtige Müllabfuhr für zum Beispiel Hotels an und betreibt eine eigene Abfallsortieranlage. Zudem gibt es eine Kampagne „Bring Your Own Bag (BYOB)“, um die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren ihre eigenen Beutel zum Einkauf mitzubringen anstatt die kostenlosen Einwegplastiktüten zu nutzen, die dann überall in der Umwelt landen. Zudem bietet Eco Bali Systeme zur Eigenkompostierung für Haushalte, Restaurants und Hotels an.

Es gibt vorbildliche Eco Resorts

Eco Resorts wie zum Beispiel das Puri Dajuma Cottages & Spa auf West Bali, ein 4-Sterne-Hotel, dass kein Abwasser ins Meer leitet, Brauchwasser behandelt, Kompost aus organischen Abfällen produziert, Glas und Plastik mit Hilfe der lokalen Bevölkerung vor Ort recycelt, Energie spart, Regenwasser sammelt und lokale Projekte vor Ort unterstützt, sollte es viel mehr auf Bali geben. Zudem macht das Hotel den Gästen weitere Vorschläge wie durch eigenes Verhalten die CO2-Bilanz des Aufenthaltes um den Faktor 4 reduziert werden kann, zum Beispiel indem die Gäste die Zimmerkühlschränke vom Strom nehmen und kalte Getränke an der Bar kaufen.

Einzelbeispiele lösen leider nicht das Problem im Ganzen. Insgesamt fehlt es wie immer an mehr Unterstützung durch die lokalen Behörden vor Ort. Bali braucht ein funktionierendes Wasser-, Abwasser- und Abfallmanagement. Die Sensibilisierung und Aufklärung der Bevölkerung und der lokalen Gewerbetreibenden steht an erster Stelle.

Was ich mir für die Insel Bali wünsche

Ich wünsche mir, auch weil ich sehr oft in Indonesien war und die Kultur und Menschen dort sehr schätze, dass die Regierung sich stärker für die Umweltproblematik einsetzt. Ich habe selbst im Rahmen von Projekten im Bereich Abfallmanagement oft mit Vertretern der Regierung sprechen können. Ich denke es liegt insbesondere daran, dass Fachkräfte im Land fehlen oder oft nicht viel bewirken können, da die Umweltprobleme ein so großes Ausmaß haben. Die bessere Ausbildung an den Universitäten ist ein erster Schritt. Ich war selbst am Aufbau eines Umweltmasterstudiengangs an der staatlichen Universitas Indonesia in Depok auf der Insel Java beteiligt, dessen Schwerpunkte Wasser-, Abwasser- und Abfallmanagement sind. Die jungen gut ausgebildeten Menschen werden hoffentlich in Zukunft mehr bewirken können als es bisher vielleicht der Fall war.

Ich wünsche mir auch, dass Bali es in Zukunft schafft einen Ökotourismus aufzubauen, bei dem Mensch, Kultur und Natur im Einklang sind und dass sich die Touristenströme nicht weiter auf benachbarte Inseln wie zum Beispiel Lombok oder die Gili Inseln verlagern, wo die Umwelt noch halbwegs in Ordnung zu sein scheint. Aber das ist wohl eine Illusion, oder? Immer mehr Gebiete werden in Indonesien touristisch erschlossen mit weitreichenden Folgen für das Ökosystem. Schade, wir wollen unberührte Natur, aber sind wir auch bereit für Umweltschutz und Ökotourismus mehr zu bezahlen? Und sind wir bereit im Urlaub auf Dinge zu verzichten, die wir aus unserem Alltag kennen?

Nicht nur die Touristen sind schuld

Es sind nicht nur die Touristen Schuld, sondern auch die Bevölkerung selbst und der Einfluss der westlichen Konsumgesellschaft. Früher war es das Bananenblatt, in dem Nahrung eingewickelt wurde, heute die Plastikfolie. Weggeschmissen wird oft beides direkt in die Natur, nur mit dem Unterschied, dass das Bananenblatt verrottet. Das Bewusstsein muss sich auch innerhalb der Bevölkerung verändern. Aber wo viel Armut herrscht, wird Umweltschutz meist nachrangig, denn Nahrung, Wasser und ein Dach über den Kopf zu haben sind da verständlicherweise erstmal wichtiger. Wo die Regierung nicht viel unterstützt und vor allem als Vorbild fungiert, kann auch niemand von der Bevölkerung erwarteten, etwas zu verändern.

Jeder von uns reist gerne in ferne Länder, um andere Kulturen, Menschen und Landschaften kennenzulernen. Aber wir sollten alle darauf achten und notfalls auch darauf aufmerksam machen, dass die Betreiber von Hotels auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz achten.

Lass uns jetzt über die Konsequenzen des Tourismus auf Bali diskutieren. Wie sind deine Erfahrungen? Bist du schon auf Bali oder anderen Inseln gewesen und welchen Eindruck hast du von der Umweltverschmutzung dort? Denkst du, dass eine Tourismuswende hin zum nachhaltigen Ökotourismus umsetzbar ist und hat Bali noch genügend Zeit das zu tun oder ist es schon zu spät für die Natur? Ich freue mich auf deinen hilfreichen Kommentar.

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Wasser sparen in Windhoek – Jeder Tropfen zählt

Kann Namibia seinen Wassermangel bekämpfen? Namibia ist das trockenste Land südlich der Sahara mit durchschnittlichen Jahresniederschlägen von nur 285 Liter pro Quadratmeter (Weltbank, 2014).

Kann Namibia seinen Wassermangel bekämpfen? Namibia ist das trockenste Land südlich der Sahara mit durchschnittlichen Jahresniederschlägen von nur 285 Liter pro Quadratmeter (Weltbank, 2014).

In Deutschland regnet es im Vergleich durchschnittlich 700 Liter pro Quadratmeter. Der gesamte Regen in Namibia fällt fast ausschließlich in den Sommermonaten von November bis März.

Windhoek geht das Wasser aus

Die Wasserversorgung, insbesondere für Windhoek, bleibt nach dem offiziellen Ende der Regensaison kritisch. Bekannt ist dieses Problem und dessen Auswirkungen schon seit 2013. Verantwortlich für die anhaltende Trockenheit ist vor allem das Wetterphänomen El Niño. Auch Äthiopien, Malawi, Swasiland, Sambia, Simbabwe, Mosambik und Südafrika sind betroffen.

Der Mensch braucht Wasser zum Überleben, doch er neigt dazu verschwenderisch damit umzugehen. Windhoek besteht aus Gebieten mit hohem bis mittlerem Einkommen, Gebieten mit niedrigem Einkommen und informellen Siedlungen. Nach einer Studie der Universität Freiburg beträgt der Wasserverbrauch durchschnittlich etwa 163 Liter pro Person und Tag.

In Gebieten mit hohem Einkommen verbraucht eine Person bis zu 306 Liter pro Tag. Das liegt auch daran, dass 31 % der Personen mit hohem Einkommen einen Pool haben. Die meisten haben auch einen Garten, der bewässert werden muss. Doch auch Personen in Gebieten mit geringem bis mittlerem Einkommen haben Verbräuche zwischen 188 und 252 Liter, während der Tagesverbrauch in den informellen Siedlungen nur 27 Liter pro Person beträgt.

Aber wieviel Wasser brauchen wir eigentlich? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat errechnet, dass pro Person mindestens 25 Liter Wasser pro Tag zum Trinken, zur Nahrungszubereitung und für die Körperhygiene benötigt werden. Empfohlen werden 100 Liter pro Tag und Person, mehr brauchen wir eigentlich nicht.

Die Bewohner und ansässigen Gewerbeunternehmen hätten schon seit letztem Jahr 15 % bis 20 % Wasser sparen müssen. Vermutlich hat die Bevölkerung lange gehofft, dass sich die Situation von alleine löst. Dass Wasser im schlimmsten Fall nur noch eingeschränkt zu bestimmten Tageszeiten verfügbar sein könnte, schreckt offenbar ab, aber anscheinend nicht genug.

Wenn der Wasserverbrauch in Windhoek, Okahandja und Karibib nicht sinkt, ist der van Bach Damm spätestens im September 2016 leer, warnt der Chefhydrologe Andre Mostert von NamWater. Das hätte katastrophale Folgen für den Industriestandort Windhoek. Die Industrie und die Baufirmen sind die größten Wasserverbraucher, aber auch bei der Bevölkerung ist es in den Köpfen noch nicht richtig angekommen, dass sie zu verschwenderisch mit dem Wasser umgehen. Je nach Wassernutzungsintensität reichen die Wassermengen der Bohrlöcher dann auch nur noch kurze Zeit.

Daher wurde die Stufe 5 „Water Crisis“ ausgerufen, die in letzter Instanz strenge Restriktionen als Maßnahmen vorsieht. Der Druck, den die Bevölkerung, die Regierung und NamWater jetzt haben, kann nur vom Regen in der nächsten Regensaison 2016/17 genommen werden. Doch auch wenn die Situation dadurch möglicherweise entschärft wird – es dauert viele Jahre bis die Wasserreservoire wieder aufgefüllt sind.

Die Regierung hat deshalb auch Unternehmen aufgefordert, bis zu einem Drittel Wasser zu sparen. Jetzt hat Coca-Cola die Produktion von Getränken in Glasflaschen von Windhoek nach Oshakati in den Norden verlagert, um Wasser zu sparen. Die Getränkedosenproduktion wurde vorerst eingestellt. Namibia exportiert die Dosen nun aus Südafrika. Die Plastikflaschenproduktion bleibt aber weiterhin in Windhoek.

Selbst wenn es regnet, muss Namibia besser vorausplanen und viel mehr Wasser sparen, denn die Bevölkerung steigt jährlich um 4,5 % und es werden für 2030 doppelt so hohe Wasserverbräuche erwartet. Obwohl die Bevölkerung stetig zunimmt, wurde in den zentralen Gebieten Namibias seit der Unabhängigkeit keine Vorsorge getroffen.

Statt Investitionen in die Infrastruktur, z. B. für Rohrleitungsbau, Grundwasserbohrungen und alternative Wassersparsysteme zu tätigen, gehen zum Beispiel die Planungen für den Neubau des Parlamentsgebäudes fleißig weiter. Nach Angaben der Allgemeinen Zeitung sind die Kostenschätzungen für den Neubau von zuerst 700 Millionen Namibia Dollar auf 2 Milliarden Namibia Dollar gestiegen. Die Bevölkerung Namibias fragt sich zurecht, ob hier die richtigen Prioritäten gesetzt werden.

Wie kann Windhoek Wasser sparen?

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Wasser zu sparen, angefangen bei der Änderung im persönlichen Verhalten und der Überprüfung von Installationen nach Tropf- und Versickerungsverlusten bis hin zu technischen Lösungen.

Die Bevölkerung sollte rechtzeitig sensibilisiert und gezielter aufgeklärt werden. Hauptaugenmerk liegt dabei auf Investitionen in z. B. wassersparende Armaturen, WC-Wasserstopptasten und Wassersparduschen in öffentlichen Einrichtungen, Krankenhäusern, Fitnesszentren, Schulen, Kindergärten, Hotels und privaten Haushalten. Mit diesen Maßnahmen lassen sich bis zu 50 % des Wasserverbrauches einsparen.

Auto waschen, Garten bewässern und den Pool nachfüllen sind nun in Windhoek erst einmal verboten. Bei einem Verstoß drohen Geldstrafen in Höhe von 2.000 Namibia Dollar, auch das Wasser könnte abgestellt werden, sagt die Pressesprecherin der Stadtverwaltung.

Das Auto wird in Namibia oft selbst mit einem Schlauch gewaschen. Dafür werden bis zu 150 Liter Wasser pro Waschgang benötigt. Nun darf die Autowäsche nur noch in registrierten Waschanlagen erfolgen.

Konventionelle Waschanlagen ohne Wasserrecycling haben aber auch einen sehr hohen Verbrauch von etwa 150 Litern pro Waschgang. Mit einer modernen Waschanlage mit präziser Dosierung und Wasserrecycling könnten bis zu 45 % Wasser und mehr gespart werden. Investitionen in ökologisch effiziente Waschanlagen sind daher sinnvoll.

Sportplätze, Golfplätze und öffentliche Parks dürfen nur noch bewässert werden, wenn diese an das Netzwerk mit semigereinigten Abwasser angeschlossen sind. Baufirmen sollen ebenfalls semigereinigtes Abwasser für Erdbewegungsarbeiten nutzen. Restaurants, Wäschereien, Friseure und Fitnesszentren müssen auch sparen.

Die Stadtverwaltung sagt, dass ein Mensch, der ganztägig zu Hause ist, nur noch 90 Liter pro Tag verbrauchen soll, eine Person, die ganztags arbeitet nur noch 20 Liter.

Deutschland ist Weltmeister im Wasser sparen

In Deutschland hält der Trend zum sparsamen Umgang mit Wasser an – die Deutschen sind sozusagen „Weltmeister“ im Wasser sparen. Laut des Statistischen Bundesamtes ist seit 1990 der tägliche Pro-Kopf-Wasserverbrauch um 15 % gesunken. Heute liegt der persönliche Wasserverbrauch bei 121 Litern pro Person und Tag.

Namibia kann Wasser mit einfachen Maßnahmen sparen und muss jetzt damit beginnen. Der Beitrag von mir beschreibt bewusst die Möglichkeiten, die jeder einzelne Mensch beeinflussen kann.

Das geht uns alle an: Virtueller Wasserverbrauch versteckt im Einkaufskorb

Denke auch an deinen virtuellen Wasserverbrauch. Das ist der Wasserverbrauch, der zur Herstellung eines Produkts benötigt wird, egal ob industriell oder landwirtschaftlich. 4.000 Liter pro Tag – so hoch ist der durchschnittliche virtuelle Wasserverbrauch eines Deutschen. In Namibia ist der virtuelle Wasserverbrauch laut einer Studie ähnlich hoch.

Deinen virtuellen Wasserverbrauch kannst du direkt durch dein Konsumverhalten beeinflussen. 

Zum Beispiel werden für die Produktion einer Packung Kartoffelchips nach WWF etwa 185 Liter Wasser benötigt. Ich persönlich kaufe keine Kartoffelchips, da diese ja immer in Plastik verpackt sind und kann dadurch meinen virtuellen Wasserverbrauch etwas senken. Ein Snack aus geschnittenem Obst oder selbstgemachte Bananenchips sind genauso lecker – und viel gesünder. Zudem leiste ich einen Beitrag zum Umweltschutz, da ich Verpackungsabfälle vermeide. Lies hierzu doch auch meinen Beitrag Kunststoffverpackungen vermeiden.

In eigener Sache – Rettung für das Überleben der Wildpferde Namibias

Die anhaltende Dürre bedroht auch das Überleben der einzigen an das Wüstenleben angepassten Wildpferde der Welt, die in Garub im Süden Namibias leben. Ich war vor einigen Wochen zum vierten Mal in Namibia und konnte die Wildpferde erleben, die eine unbeschreibliche Faszination ausstrahlen. Daher ist es mein persönliches Anliegen, auf die Situation der Wildpferde aufmerksam zu machen. Ihr Überleben ist noch bis Juni 2016 gewährleistet, dank zahlreicher Spenden, die die Stiftung Namibia Wild Horses in den vergangenen Monaten erhalten hat. Mit Hilfe der Spenden konnte etwa ein Viertel bis ein Drittel des Ernährungsbedarfs der Wildpferde gedeckt werden.

Um das Überleben der Wildpferde-Population weiterhin zu gewährleisten, braucht die Stiftung dringend weitere finanzielle Unterstützung, um hochwertiges Heu und Luzerne zu kaufen. Der Bestand ist seit Beginn der Dürre bereits von 260 Pferden auf 160 geschrumpft. In den letzten drei Jahren hat kein einziges Fohlen überlebt.

Deine Hilfe wird gebraucht!
Auf der Webseite der Stiftung findest du die Möglichkeit zu spenden und erhältst Informationen über den Ursprung der Wildpferde und wie sie sich über viele Jahrzehnte an die Wüstenbedingungen angepasst haben.

Was machst du, um Wasser zu sparen? Hast du weitere Vorschläge, wie die namibische Bevölkerung mehr Wasser sparen kann? Ich freue mich auf deine Anregungen in den Kommentaren.

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2 Kommentare zu Wasser sparen in Windhoek – Jeder Tropfen zählt

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