Nachhaltigkeit, Yoga & Meditation
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Naturkautschuk Yogamatten sind nicht automatisch auch nachhaltig: Darauf solltest du achten

Nachhaltiger Kautschukanbau

Der konventionelle Anbau von Naturkautschuk führt zum Verlust der Artenvielfalt und dem Abholzen und Abbrennen von Regenwäldern. Daher haben Hannes und Lasse, die Gründer von Southern Shores, ihre OCEAN MAT weiterentwickelt und stellen durch eine FSC-Zertifizierung sicher, dass der Naturkautschuk ausschließlich aus Quellen stammt, die die biologische Vielfalt und ökologische Integrität erhalten.

Weltweite Nachfrage nach Naturkautschuk steigt

Die Nachfrage nach Kautschuk steigt aufgrund der immer stärker wachsenden Automobilindustrie, insbesondere durch den ökonomischen Aufschwung Asiens. Deshalb stellt der Kautschukanbau für viele Kleinbauern eine lukrative Einnahmequelle dar.

Kautschuk wird zu 70 % für Autoreifen gebraucht, der Naturstoff ist aber auch in Matratzen, Gummistiefeln, Luftballons, Kondomen, Schnullern und Yogamatten enthalten.

Während die weltweite Herstellung an Naturkautschuk im Jahr 2018 noch bei fast 14 Millionen Tonnen lag (Statista, 2020), soll der Bedarf nach dem Internationale Währungsfond (IWF) weltweit auf 16 Millionen Tonnen im Jahr 2024 steigen.

Naturkautschuk ist zwar eine schnell erneuerbare und natürlich abbaubare Ressource, bisher ist jedoch kaum bekannt zu welchen ökologischen und wirtschaftlichen Problemen der Kautschukanbau führen kann.

Oft wird durch die Industrie und auch durch Yogamarken suggeriert, dass der Anbau von Naturkautschuk klimaneutral und umweltfreundlich ist. Dennoch bedeutet erneuerbar nicht unbedingt nachhaltig, da der Großteil des weltweiten Kautschukanbaus in Monokulturen erfolgt.

Kautschukplantagen sind Teeplantagen von den Strukturen recht ähnlich (lies diesen Blogpost). Oftmals werden diese auch von den gleichen Betreiberfirmen bewirtschaftet und deren Mitarbeiter*innen gehören den gleichen Gewerkschaften an (z. B. in Indien und Sri Lanka).

Abholzung und Verbrennung von Regenwäldern

Ursprünglich stammt der Kautschukbaum (Hevea brasiliensis) aus dem Amazonas-Gebiet, doch mit wachsender Nachfrage wird heute der meiste Naturkautschuk nicht mehr in Brasilien angepflanzt und geerntet, sondern in Asien.

Nach FAOSTAT (2013) stammen rund 90 % der weltweiten Naturkautschuk-Produktion aus den tropischen Ländern Asiens. Die Länder mit der höchsten Produktion sind Thailand, Indonesien, Malaysia, Indien und Vietnam. Neue Plantagen werden in der Regel auf gerodeten Flächen angelegt, auf denen zuvor lebendiger Regenwald gewachsen ist.

Landkonflikte

Tiere wie z. B. Elefanten wurden durch das Anlegen der Plantagen aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt. Wenn es sehr trocken ist, dann kommen die Elefanten in die Plantagen, da dort alles schön grün ist und fressen die Kautschukbäume. Dadurch entstehen große wirtschaftliche Schäden. Wenn es aber Bananen oder Gras als Zwischenwuchs geben würde, würden sie viel lieber diese fressen.

Monokulturen zerstören die biologische Artenvielfalt

Monokulturen sind anfälliger für Schädlingsbefall (z. B. Pilze) und erfordern im konventionellen Anbau einen verstärkten Einsatz von Pestiziden. Die Bodenfruchtbarkeit verringert sich, und als Folge dessen werden vermehrt Kunstdünger eingesetzt. Monokulturen sind in der Natur nicht vorgesehen und zerstören das ökologische Gleichgewicht.

Es werden Pestizide versprüht, obwohl das für den Kautschukbaum gar nicht nötig wäre, z. B., um den Unterwuchs zu entfernen, beispielsweise um Schlangen besser sehen zu können. Dadurch werden die Böden trockener und das ist für den Kautschukbaum nicht gut, denn dieser braucht Feuchtigkeit. Somit sinken die Erträge.

Es gibt bisher nur ein paar wenige Plantagen, auf denen der Zwischenwuchs maschinell entfernt wird.

Vor allem in der Mekong-Region in Südchina wird Kautschuk fast ausschließlich in Monokulturen angebaut im Gegensatz zu Indonesien wo Naturkautschuk oft Teil von Agroforstwirtschaftssystemen ist (Häuser et al., 2015).

Die OCEAN MAT von Southern Shores besteht aus Nicht-Amazonas Naturkautschuk, recycelten Plastikflaschen und recycelten Naturkautschuk. Außerdem stellen die Gründer von Southern Shores mit einer FSC-Zertifizierung sicher, dass der Naturkautschuk für ihre OCEAN MAT ausschließlich aus Quellen stammt, die die biologische Vielfalt und ökologische Integrität erhalten.

Agroforstwirtschaftssysteme verringern Bodenerosion

Nur vereinzelt wird versucht Land- und Forstwirtschaft (Agroforstwirtschaft) miteinander zu kombinieren. In Indonesien und Thailand (dort sind Plantagen zu 85 % in kleinbäuerlichen Strukturen) versuchen Kleinbauern Kautschuk-, Obst- und andere Nutzbäume zusammen anzubauen, d. h. zwischen den Kautschukbäumen wachsen Kaffee, Tee, Kakao oder Ananas. Im Gegensatz zu Monokulturen beugen die Kleinbauern so Bodenerosion vor, die besonders in Südchina ein Problem im Kautschukanbau darstellt, da Plantagen dort sehr oft an Steilhängen liegen.

Eine Studie, die auf einer großen Monokulturplantage in Xishuangbanna durchgeführt wurde, belegt, dass die Bodenverlustrate bis zu 50 % betragen kann (Zhou et al., 2014). Die Bodenerosionsrate ist aufgrund eines erhöhten Oberflächenabflusses sogar 40-mal höher als in den Regenwäldern (Wu et al., 2001), die meist den Plantagen weichen müssen.

Das Problem ist allerdings, dass Agroforstwirtschaftssysteme oft nur mit Subventionen funktionieren und bei älteren Kautschukbäumen die Baumkronen so dicht sind, dass nur noch wenig Licht für andere Pflanzen zur Verfügung steht.

Es gibt in China z. B. Bemühungen traditionelle chinesische Heilpflanzen zwischen den Kautschukbäumen anzubauen. Diese und andere Ansätze werden im Rahmen des Surumer-Projekts der Universität Hohenheim erforscht. In dem Projekt geht es um einen nachhaltigen Kautschukanbau in der Mekong-Region bzw. um die Entwicklung eines integrativen Landnutzungskonzepts in der chinesischen Provinz Yunnan.

Außerdem begünstigen Monokulturen Kohlenstoffverluste sowie eine Versauerung der Böden. Da gerade die Speicherung von Kohlenstoff wichtig im Kampf gegen den Klimawandel ist, sind Agroforstwirtschaftssysteme gute Ansätze für nachhaltige Landnutzungssysteme.

Veränderung des lokalen Wasserhaushalts durch Monokulturen

Als weitere Folgen des konventionellen Kautschukanbaus wurden ein geringerer Wasserfluss und trockengelegte Brunnen beobachtet (Qiu, 2009). Durch das Abzapfen von Latex (Milchsaft des Kautschukbaumes) reagiert der Kautschukbaum mit einer verstärkten Wasseraufnahme, was zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels führt und die Wasserversorgung von Bächen und Flüssen verringert. Der konventionelle Kautschukanbau beeinflusst also den lokalen Wasserhaushalt aufgrund der Eigenschaften des Kautschukbaumes, der Anbaumethoden und des Plantagendesigns. Auch die Verdunstung ist auf Naturkautschuk-Plantagen um bis zu 17 % geringer als in Regenwäldern (Tan et al., 2011).

Es ist wichtig, wie wir Landwirtschaft und Forstwirtschaft betreiben, denn der Konsum solcher Produkte trägt zum Klimawandel bei. Kombinierte Agroforstwirtschaftssysteme können die biologische Artenvielfalt erhöhen, Bodenerosion verringern, mehr Kohlenstoff speichern, das Mikroklima und den lokalen Wasserhaushalt verbessern.

Forest Stewardship Council (FSC) garantiert biologische Vielfalt und ökologische Integrität

Mit dem FSC als Partner stellt Southern Shores sicher, dass der Naturkautschuk von Plantagen stammt, die die biologische Vielfalt und ökologische Integrität erhalten. Die oben aufgeführten negativen Auswirkungen des konventionellen Kautschukanbaus werden so minimiert. Naturkautschuk gehört zu den Nicht-Holz-Waldprodukten, die der FSC zusammen mit Nüssen, Ahornsirup oder Fasern – wie Bambus oder Rattan – zertifiziert. Mit dem Siegel sind zum einen die Umweltkriterien erfüllt, zum anderen schreibt der FSC auch Regeln zum Schutz der Arbeitnehmerrechte und indigener Völker vor.

Noch einen wichtigen Schritt weiter geht da eine Kennzeichnung mit dem Fair Rubber Logo des Fair Rubber e. V., der die Fair-Trade-Prämien (Mitglieder und Lizenznehmer des Fair Rubber e. V. zahlen 0,50 € pro Kilogramm Dry Rubber Content) zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen an die Primärerzeuger von Kautschuk gibt. In Sachen Umwelt enthalten die seit 2018 entwickelten Fair Rubber Kriterien die relevanten Kriterien des FSC. Die Fair Rubber Kriterien sind eng angelehnt an relevante Kriterien von Fairtrade International.

Im Jahr 2019 wurde auch die Global Platform for Sustainable Natural Rubber gegründet. Diese globale Runde soll bis Mitte 2020 Kriterien für den nachhaltigen Kautschukanbau vorlegen.

Weltweit gibt es außerdem Initiativen, die an nachhaltigen Alternativen zu Naturkautschuk forschen. So hat z. B. der Russische Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz) ein großes Potenzial, um den Naturkautschuk-Bedarf zu decken. Zudem würden klimaschädliche CO2-Emissionen durch weite Transportwege entfallen.

Da die Entwicklung mit dem Löwenzahn-Kautschuk noch etwas dauert, überzeugt mich die neue OCEAN MAT von Southern Shores mit dem FSC-Zertifiziertem Naturkautschuk so wie sie jetzt ist und ich würde sie kaufen, wenn ich nicht schon eine hätte ;).

Du möchtest keine Produkte kaufen, für die Regenwald gerodet wurde oder die deshalb so billig sind, weil sie von Kindern oder Sklaven hergestellt wurden? Du wünschst dir eine Yogamatte, die fair produziert wurde und keine Schadstoffe enthält? Southern Shores hat eine ökologische Yogamatte entwickelt, die aus FSC-Zertifiziertem Naturkautschuk und recycelten Plastikflaschen besteht. Die OCEAN MAT ist voraussichtlich ab Ende Juli erhältlich.

Wenn du die ökologische Yogamatte jetzt vorbestellst, erhältst du von Southern Shores einen Rabatt. Hier geht’s zum Online-Shop (Affiliate-Link).

Was die beiden Gründer Lasse und Hannes noch alles für das Gemeinwohl und die Umwelt tun, kannst du in diesem Blogpost lesen: Die Gründe warum die Yogamatte von Southern Shores so gut ist

Beach-Clean-Ups in Barcelona

Hannes, einer der beiden Gründer, beim Beach-Clean-Up, © Southern Shores

In einer im Jahr 2019 erschienenen Publikation des Vereins Südwind e. V. findest du weitere Empfehlungen für Unternehmen: Nachhaltigkeit beim Anbau von Naturkautschuk

Was denkst du über den Kautschukanbau? Schreib es mir in den Kommentaren.

Titelbild: Naturkautschuk, © Southern Shores

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