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Gefährliche Silvestertradition: Feinstaub durch Silvesterböller

Der Umsatz der Silvester-Branche ist seit 2013 stetig gestiegen. Zwischen 100 und 200 Millionen Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Silvester-Feuerwerk aus. Ganz schön viel Geld für Feinstaub und Müll.

Der Umsatz der Silvester-Branche ist seit 2013 stetig gestiegen. Zwischen 100 und 200 Millionen Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Silvester-Feuerwerk aus. Ganz schön viel Geld für Feinstaub und Müll.

Zersplitterte Sektflaschen, abgestürzte Raketen, Reste von Knaller-Batterien. In Frankfurt fielen 2016 rund 25 Tonnen Müll in der Silvesternacht an, in München sogar 50 Tonnen.

Was viele nicht wissen: Die Mehrheit unserer Silvesterknaller stammen aus Schwellen- und Entwicklungsländern und werden dort unter schlechten Arbeitsbedingungen hergestellt. Neben den sozialen Auswirkungen wird durch die Produktion auch die Umwelt stark belastet. In der chinesischen Provinz Hunan, wo zwei Drittel unserer Knaller produziert werden, sind um die Stadt Liuyany die Ackerflächen mit Cadmium verseucht. Dieses gelangt über Reis und Gemüse in die Nahrung und somit in den Menschen und verursacht tödliche Krankheiten.

Jedes Jahr sterben Arbeiter bei Explosionen in Feuerwerksfabriken. Erst im November 2017 kamen wieder 50 Menschen bei einer heftigen Explosion in einer Feuerwerksfabrik nahe Jakarta ums Leben. Ende 2016 starben über 30 Menschen bei einer Explosion auf einem Markt für Pyrotechnik in Mexiko.

Die Region Sivakasi in Südindien ist der Hotspot der Feuerwerksherstellung in Indien. Rund 70.000 Kinder arbeiten dort in der Feuerwerksindustrie (Aktiv gegen Kinderarbeit). Bei der Herstellung von Raketen, Böllern und Wunderkerzen verätzen sie sich die Hände, Arme und Gesicht sind mit Brandnarben gezeichnet. Manche haben keine Fingernägel mehr.

Feinstaub in der Silvesternacht höher als an anderen Tagen

Rund 5.000 Tonnen Feinstaub (PM10) werden laut Umweltbundesamt in einer Silvesternacht freigesetzt. Das sind für Deutschland etwa 17 % der jährlich im Straßenverkehr freigesetzten Feinstaubmenge. Die Luftbelastung ist also an Silvester in manchen Städten so hoch wie das ganze Jahr nicht. Die Feinstaubpartikel können die Atemwege reizen und auf Dauer die Lungenfunktion stören. Darum wird geraten Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Lärm durch Knaller löst Panik bei Tieren aus

Nicht nur der Feinstaub ist problematisch. Auch die Lärmbelastung durch das Feuerwerk löse bei vielen Tieren Panik aus. Der Naturschutzbund NABU fordert daher in Parks und Grünflächen ganz auf das Knallen zu verzichten. Einige Vögel verlieren sogar die Orientierung durch die lauten Knalleffekte.

Auf Bleigießen lieber verzichten

Auch auf das traditionelle Bleigießen solltest du besser verzichten. Giftige Bleioxide werden eingeatmet warnt das Umweltbundesamt. Beim Anfassen der Figuren gelangt Blei an die Hände und bei Kindern schnell in den Mund. Das Schwermetall kann das Nervensystem, Hirn, Niere und Leber schädigen. Zubehör, Bleireste ud alle Gegenstände, die mit Blei in direktem Kontakt kamen, gehören in den Sondermüll. Auf keinen Fall sollten diese über den Restmüll oder die Kanalisation entsorgt werden. Wer die Tradition unbedingt fortführen will, sollte Wachs statt Blei verwenden.

#silvesterohneböller

Wenn du zur Verminderung der Feinstaubbelastung in der Silvesternacht beitragen möchtest und verhindern willst, das noch mehr Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen Feuerwerkskörper herstellen müssen, verzichte doch dieses Jahr auf dein persönliches Feuerwerk.

In einigen historischen Altstädten ist das Feuerwerk aufgrund der hohen Brandgefahr verboten wie zum Beispiel in Konstanz und in Ravensburg. Aber ein komplettes Verbot für Deutschland ist leider nicht möglich. Oder vielleicht doch? Andere europäische Länder machen es vor: In Dänemark ist das private Feuerwerk verboten.

Wir brauchen keine Silvester-Knaller, um glücklich ins neue Jahr zu kommen!

Bitte kaufe keine Silvesterknaller! #silvesterohneböller

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Upcycling Idee: Weihnachtsstern aus Toilettenpapierrollen

Weihnachten rückt immer näher und du hast noch kein Weihnachtsgeschenk? Dann habe ich eine tolle Last-Minute Upcycling-Idee für dich. Bastel doch schnell einen Weihnachtsstern aus Toilettenapierrollen. So gibst du einem Wegwerf- (Recycling-)produkt einen neuen Zweck, das dazu auch noch super schön aussieht und vielfältig verwendet werden kann (als Fensterdeko, für den Adventskranz, als Tischdeko).

Weihnachten rückt immer näher und du hast noch kein Weihnachtsgeschenk? Dann habe ich eine tolle Last-Minute Upcycling-Idee für dich. Bastel doch schnell einen Weihnachtsstern aus Toilettenapierrollen. So gibst du einem Wegwerf- (Recycling-)produkt einen neuen Zweck, das dazu auch noch super schön aussieht und vielfältig verwendet werden kann (als Fensterdeko, für den Adventskranz, als Tischdeko).

Das brauchst du dafür:

Drücke für einen Weihnachtsstern zunächst 2 Toilettenpapierrollen platt.

© Anja Blumschein

Anschließend schneidest du die Toilettenpapierrolle in 1,5 cm breite Streifen.

© Anja Blumschein

© Anja Blumschein

Dann klebst du 6 Streifen mit der Heißflebepistole zusammen.

© Anja Blumschein

Füge dann die restlichen Streifen in die Zwischenräume.

© Anja Blumschein

Nun kannst du deinen Stern noch weiß lackieren und mit Glitterspray besprühen. Du kannst ihn aber auch natur lassen und eventuell nur mit Klarlack versiegeln.

© Anja Blumschein

© Anja Blumschein

Hier siehst du einen Vergleich von einem weiß lackierten mit silbernen Glitterspray besprühten und einem naturbelassenen Weihnachtsstern.

© Anja Blumschein

Und nun viel Spaß beim Nachmachen!

© Anja Blumschein

© Anja Blumschein

Inspiriert von noz!design und Petronella

Verlinkt mit Alt trifft neu

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RePack gewinnt Natur- und Umweltpreis des Nordischen Rates 2017

Die Menschen lieben es online einzukaufen. Mit dem expandierenden Online-Handel steigen auch die Mengen an Verpackungsmüll. Das Unternehmen RePack aus Finnland will dem Verpackungswahnsinn mit einem nachhaltigen Verpackungs- und Rückgabesystem ein Ende bereiten.

Die Menschen lieben es online einzukaufen. Mit dem expandierenden Online-Handel steigen auch die Mengen an Verpackungsmüll. Das Unternehmen RePack aus Finnland will deshalb dem Verpackungswahnsinn mit einem nachhaltigen Verpackungs- und Rückgabesystem ein Ende bereiten.

© RePack

Der diesjährige Natur- und Umweltpreis des Nordischen Rates ging an den CEO von RePack, Jonne Hellgren. Aus 11 Nominierten wurde RePack für den mit etwa 47.000 Euro dotierten Preis ausgewählt.

Die Versandverpackungen von RePack sind bis zu 20-mal wiederverwendbar, in drei Größen verfügbar, und werden zu 100 % aus recycelbaren Materialien hergestellt. Unter anderem entstehen die Verpackungen durch Upcycling von alten Plakatwänden und das passte gut zum diesjährigen Thema des Natur-und Umweltpreises des Nordischen Rates: Müllfreie Gesellschaft. Bis zu 90 % Müll und 80 % CO2 Emissionen können durch RePack im Vergleich mit anderen Verpackungen eingespart werden.

© RePack

Im Jahre 2014 gewannen die Gründer Hellgren, Piirainen und Peltonen bereits den Green Alley Award, Europas größter Startup-Award, und erlangten mit ihrem nachhaltigen Verpackungs- und Rückgabeservice erstmals große Medienwirksamkeit.

Scandinavian Outdoor, Pure Waste und Filippa K sind nur einige der 30 Unternehmen, die RePack als umweltfreundliche Versandoption anbieten. Besonders nachhaltige Unternehmen entscheiden sich dafür.

Wie funktioniert das System RePack?

Der Endverbraucher wählt RePack anstatt von Einwegverpackungen und zahlt ein kleines Pfand. Dann erhält der Verbraucher das Paket in einer nachhaltigen Verpackung und bekommt das Pfand als Gutschein zurück. Der Gutschein kann in allen Online-Shops eingelöst werden, die RePack anbieten.

© RePack

Die leere Verpackung wird wie ein Brief zusammengefaltet und kann in jeden Briefkasten der Welt geworfen werden. Die Rücksenderate liegt bei 75 %.

 

Gutscheinsystem lockt neue Kunden in die Online-Shops

Eine Studie hat ergeben, dass die Nutzer von RePack bis zu 30 % mehr Geld in Online-Shops ausgeben als durchschnittliche Käufer.

© RePack

Der skandinavische Textilhändler Finlayson bietet RePack seit 2016 an und sammelte vor Kurzem in einer Take-back Kampagne 11 Tonnen alte Jeans von Finnischen Kunden ein, stellte daraus Handtücher her und verkaufte diese wieder. Alle Leute, die sich an der Aktion beteiligten, bekamen einen 30 % Gutschein für den Finlayson Shop.

RePack ist eine Dienstleistung, das heißt die Verpackungen, die ausgedient haben, gehören RePack. Das  Unternehmen kümmert sich auch um das Rückgabe- und Verwertungssystem.

© RePack

Das intelligente Verpackungs- und Rückgabesystem von RePack könnte den gesamten Onlinehandel revolutionieren. RePack gibt es bisher hauptsächlich in Skandinavien. Jetzt hat es das Verpackungs- und Rückgabesystem aber auch nach Deutschland geschafft.

© Kiezbett

Das nachhaltige Berliner Unternehmen Kiezbett verpackt mit RePack und versendet innerhalb von Berlin und Potsdam mit dem Lastenfahrrad oder dem Elektroauto.

Mehr erfahren zu den Preisen des Nordischen Rates

Mehr Informationen zum Natur- und Umweltpreis des Nordischen Rates

Hier findest du alle RePack Stores

Kannst du dir vorstellen den Service RePack bei deiner nächsten Onlinebestellung in Anspruch zu nehmen? Lass es mich in deinem Kommentar wissen.

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Titelbild: © Magnus Froderberg – norden.org

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Plastikfrei leben: 10 Tipps, die jeder im Alltag umsetzen kann

Seit 2015 versuche ich ein Leben ohne Plastik zu führen. Oft gelingt mir das sehr gut. Die folgenden Tipps, die alle leicht umsetzbar sind, kann jeder in seinen Alltag integrieren und damit viel Müll vermeiden.

Seit 2015 versuche ich ein Leben ohne Plastik zu führen. Oft gelingt mir das sehr gut. Die folgenden Tipps, die alle leicht umsetzbar sind, kann jeder in seinen Alltag integrieren und damit viel Müll vermeiden.

Warum ich plastikfrei leben möchte, kannst du im Beitrag über Kunststoffe und deren Gesundheitsgefahren nachlesen.

Tipp 1: Frisch kochen und keine abgepackten Lebensmittel kaufen

In einigen Supermärkten, in Bio- und Hofläden oder auf Wochenmärkten kannst du Obst und Gemüse lose kaufen. Verzichte auf die kostenlosen Plastik- beziehungsweise Papiertüten und nehme stattdessen einen Korb, eine Tragetasche oder einen Rucksack mit.

Für Kartoffeln oder Tomaten nehme ich einen Baumwollbeutel (Werbelink). Auch Käse, Wurst und Fleisch kaufe ich nicht mehr abgepackt. Unverpackt einkaufen ist die am meisten wirksamste Lösung, leider aber (noch) nicht überall möglich.

Tipp 2: Verzichte möglichst auf Süßigkeiten und Knabbereien der Großkonzerne

Seit dem ich plastikfrei lebe, fällt es mir gar nicht mehr schwer an den Süßigkeitenregalen im Supermarkt vorbei zu gehen. Abgesehen davon sind die meisten Süßigkeiten pure Zuckerbomben und enthalten fast immer Palmöl.  Hin und wieder gönne ich mir ein Stück Kuchen vom Bäcker oder mache uns einen leckeren selbstgemachten Schokoladenpudding.

Bei mir um die Ecke gibt es einen türkischen Bäcker, bei dem ich mir leckere frischgebackene Kekse in meine Dose abfüllen lasse. Wenn du einen Unverpackt-Laden in der Nähe hast, bekommst du dort unter anderem Nüsse, Bananenchips und andere Leckereien wie Gummibärchen oder schokolierte Früchte.

Tipp 3: Körperseife statt Duschgel und feste Shampoobars

Ich liebe zum Duschen die veganen und palmölfreien Körperseifen von SauberKunst (liefern plastikfrei). Am besten finde ich die Sorten Kirschblüte, Sanddorn und Meertau. Zum Haare waschen benutze ich feste Shampoobars (Kokosmakrone und Mango Lassi). Mein Freund benutzt das Avocado-Hanföl Shampoobar. Auch Haarseifen sind denkbar, aber da habe ich keine Erfahrung mit.

Festes Schampoobar Avocado-Hanföl
© Anja Blumschein

Tipp 4: Waschmittelpulver im Karton oder selbstgemachtes Waschmittel benutzen

Ich benutze das Frosch Aloe Vera Waschmittel im Karton. Denkbar, aber mit mehr Aufwand, wären auch selbstgemachtes Waschmittel aus Kastanien oder Efeu.

Kastanien Waschmittel

Waschmittelpulver aus Kastanien – natürlich, verpackungsfrei und ohne Konservierungs-, Duft- und Farbstoffe
© Anja Blumschein

Tipp 5: Keinen Weichspüler benutzen

Erstens ist Weichspüler nicht ökologisch und zweitens bekommst du diesen nicht ohne Plastik. Lass ihn einfach weg! Es geht auch ohne.

Tipp 6: Stofftaschentücher oder Recyclingtaschentücher aus der plastikfreien Spenderbox

Stofftaschentücher sind wieder im Kommen. Alternativ kannst du Recyclingtaschentücher aus der Spenderbox kaufen. Bei Rossmann gibt es jetzt ein Produkt mit dem Blauen Engel, das komplett ohne Plastik auskommt.

Recyclingtaschentücher in plastikfreier Spenderbox
© Anja Blumschein

Tipp 7: Benutze Mehrwegbecher für deinen Coffee to go

Wir benutzen den Contigo Thermobecher (Werbelink). Bei dem auslaufsicheren Edelstahlbecher besteht lediglich der Deckel aus Plastik. Von der Funktionalität ist dieser Becher für uns die beste Kompromisslösung. Viele Bäckereien bieten mittlerweile auch einen Preisnachlass an, wenn du deinen eigenen Becher mitbringst.

Tipp 8: Milchprodukte in Mehrwegglas kaufen

Vermeide Milch in Tetrapacks, kaufe Mehrwegflaschen. Alternativ kannst du dir Milch auch frisch vom Bauern holen. In einigen Supermärkten gibt es bereits Milchzapfstationen. Das ist aber bisher noch selten. Kaufe Joghurt und Sahne im Pfandglas. Milchreis, Gries und Pudding bereite ich selbst zu.

Verschiedene Frischkäse lasse ich mir auf dem Wochenmarkt am Käsestand in mitgebrachte Glasgefäße abfüllen. Am besten eignen sich nach meiner Erfahrung eckige Glasschalen (Werbelink).

Tipp 9: Immer eine Tragetasche dabei haben

Für den geplanten Einkauf habe ich mehrereTragetaschen aus Jute, die besonders stabil sind und sehr lange halten. In meiner Handtasche ist auch immer ein Baumwollbeutel, falls ich einen Spontankauf mache.

unverpackt einkaufen

Auf geht`s zum Einkauf mit eigenen Gefäßen und Jutebeutel
© Anja Blumschein

Tipp 10: Babys Po ohne Feuchttücher waschen

Bei unserem Baby benutzen wir nur Waschlappen und Wasser zum Reinigen des Pos. Wenn es nötig ist, halten wir den Babypo direkt unter fließendes Wasser. Feuchttücher benutzen wir nur unterwegs.

Wasser und Waschlappen anstatt Feuchttücher spart Ressourcen
© Anja Blumschein

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig inspirieren. Du musst zugeben: Alle diese Tipps kannst du direkt ab heute umsetzen. Alles andere kommt mit der Zeit.

Plastikfrei leben, aber bitte ohne Dogma ;-).

Ich liebe zum Beispiel griechischen Joghurt mit gerösteten Walnüssen und Honig. Den Joghurt bekomme ich leider nur in Plastik. Hier gebe ich mich dem Genuss hin und sage mir, es soll Spaß machen und nicht eine Last sein auf Plastik zu verzichten. Wenn jeder diese 10 Tipps beherzigen würde, wäre schon viel Plastik vermieden.

Ich verlinke dir noch das Rezept für den Schokoladenpudding, den ich gerne koche. Das Rezept ist sehr gut.

Welche Tipps hast du noch? Ich freue mich über deine besten Tipps für ein Leben ohne Plastik. Her damit in den Kommentaren. Und mich interessiert brennend worauf du gar nicht verzichten kannst.

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4 Kommentare zu Plastikfrei leben: 10 Tipps, die jeder im Alltag umsetzen kann

Kosmische Erziehung: Definition und gesellschaftliche Bedeutung

Maria Montessori, die ihr Konzept zur kosmischen Erziehung erstmals 1935 vorstellte, entwickelte die Auffassung, dass die Gesamtheit der Natur – sowohl die belebte als auch die unbelebte – seit der Entstehung des Universums bis in die heutige Zeit einem einheitlichen „Kosmischen Plan“ folge, dessen Bestandteile in gegenseitiger Abhängigkeit zueinanderstehen.

Maria Montessori, die ihr Konzept zur kosmischen Erziehung erstmals 1935 vorstellte, entwickelte die Auffassung, dass die Gesamtheit der Natur – sowohl die belebte als auch die unbelebte – seit der Entstehung des Universums bis in die heutige Zeit einem einheitlichen „Kosmischen Plan“ folge, dessen Bestandteile in gegenseitiger Abhängigkeit zueinanderstehen.

Der Mensch nimmt seine „kosmischen Aufgaben“ wahr, indem er an der Entwicklung und Gestaltung seiner „Supra-Natur“ (= Kultur) arbeitet, ohne, dass es ihm bewusst ist. Auf der einen Seite hat der Mensch die Natur bereichert und verschönert, aber auf der anderen Seite bringt er sich selbst in große Gefahr und verkennt die durch ihn selbst verursachten Bedingungen auf der Erde. Maria Montessori schreibt:

„Heute ist er nicht gerüstet, die aus einer Supra-Natur bestehende Umgebung zu beherrschen.“

Es ist deshalb umso wichtiger, dass die Menschheit verantwortungsvoll mit ihrer Umwelt umgeht und nach dem „kosmischen Plan“ handelt, um das Gleichgewicht der Natur wiederherzustellen und Katastrophen, wie Kriege oder anderweitige Störungen, abzuwenden. Kosmische Erziehung trägt im Wesentlichen zum Verstehen der Zusammenhänge einer kosmischen Ordnung bei.

In einem universalen Lehrplan müssen alle Aspekte des Wissens und vom Kosmos verbunden werden.

„Astronomie, Geographie, Geologie, Biologie, Physik, Chemie sind nur Details des Ganzen. Ihr Bezug untereinander ist das, was das Interesse von einem Zentrum bis zu seinen Ausläufern hin treibt.“

Dieser Lehrplan ist jedoch kein Lehrplan im üblichen Sinne, der in Schritten abgearbeitet werden muss. Er beinhaltet vielmehr das gesamte Spektrum der menschlichen Kultur und des Wissens aller Kulturkreise. Aus diesem breitgefächerten Angebot suchen die Kinder selbst aus und bearbeiten die Aspekte, die sie näher interessieren.

Dem Kind wird die Gesamtheit des Universums dargeboten. Montessori verfolgte dabei immer den Grundsatz:

„Das Ganze geben, indem man das Detail als Mittel gibt.“

Genauer gesagt: „Man studiert die Wirklichkeit des Details, und dann stellt man sich das Ganze vor.“

Die Vorstellungskraft wächst und führt zum Verständnis des Ganzen. Wenn das Kind einen Fluss oder See kennt, kann es sich auch die anderen Seen und Flüsse der Welt vorstellen. Es ist für den Pädagogen von Bedeutung, selbst zu verinnerlichen was das Ganze bedeutet, und wie er das Interesse in dem Kind wachruft.

„Die geringsten Details werden interessant, wenn sie als Teil eines Ganzen dargestellt werden; das Interesse wächst um so mehr, je mehr man von den Details weiß.“

Lernen am Modell und durch selbstbestimmte Erfahrung

Kinder lernen durch Beobachtung und durch aktive, selbstgesteuerte Erfahrung, das heißt es ist wichtig, Kindern die wahrhaftige Natur zu zeigen. Die Kinder sollen hinausgehen und in der Natur die Pracht einer Blumenwiese, einen rauschenden Fluss, die Schönheit eines Sternenhimmels, die Beschaffenheit des Bodens, die Vielfalt der Tiere und vieles mehr erfahren.

„Wenn das Kind wandert, bietet sich ihm die Welt selbst dar. Veranlassen wir das Kind zu wandern, zeigen wir ihm Dinge in ihrer Wirklichkeit, anstatt Gegenstände anzufertigen, die Begriffe darstellen, und sie in einen Schrank einzuschließen.“

Schlüsselgeschichten als Einführung

Im Kapitel „Menschliche Potentialität und Erziehung“ der Schrift Kosmische Erziehung beschreibt Montessori mit einer beeindruckenden Originalität und Anschaulichkeit die ökologischen Zusammenhänge. Für Kinder, speziell im Grundschulalter, entwarf Montessori sogenannte Schlüsselgeschichten, die sogenannten cosmic tales (Werbelink), um ihnen auf diese Weise in komprimierter Form Einführungen in ökologische, geschichtliche und sozial-anthropologische Zusammenhänge zu geben.

Nach der AMI-Tradition (AMI – Association Montessori Internationale) gibt es die fünf großen Erzählungen:

  • Die Geschichte des Universums (Gott hat keine Hände)
  • Die Entstehung des Lebens
  • Die Entwicklung des Menschen
  • Die Geschichte der Zahlen
  • Die Geschichte der Schrift

Die Zeit von 3 bis 6 Jahren wird als eine Art Vorbereitung auf die Zeit der kosmischen Erziehung angesehen, wobei dort zunächst nur die Phänomene an sich interessieren und nicht die Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten. Im Alter von 6 bis 12 Jahren findet die eigentliche kosmische Erziehung statt, in der auch die Zusammenhänge und das „Warum?“ von Interesse sind. Nach dem Alter von 12 Jahren wird in der Arbeit auf die kosmische Erziehung aufgebaut und zurückgegriffen.

Erdkinderplan zur Förderung der Entwicklung in einer ökologischen Gemeinschaft

Maria Montessori sieht für die 12- bis 15-jährigen Jugendlichen eine spezielle Form des Lernens und Erfahrens in ihrem „Erdkinderplan“ vor.

„Die Schulen, so wie sie heute sind, sind weder den Bedürfnissen des jungen Menschen noch denen unserer jetzigen Epoche angepasst.“

Schon damals erkannte Maria Montessori die Notwendigkeit einer Reform der Pädagogik. Einer der wenigen Versuche weltweit ist die Hershey Montessori Farm School in Ohio, die von David Kahn gegründet wurde und im Schuljahr 2000/2001 ihre Tore öffnete. In dieser Gemeinschaftseinrichtung wird die „Vorstellung eines Studien- und Arbeitszentrums auf dem Lande als eine den Bedürfnissen und Interessen dieses Alters optimal angemessene Erziehungsform umfassend verwirklicht“.

In Deutschland gibt es bisher kaum Einrichtungen dieser Art, in der es möglich ist, in dieser Art von Gemeinschaft zu leben, produktive Arbeit in der Natur zu leisten und einen ökologischen Lebensstil zu führen. Es werden stattdessen immer nur Ansätze des „Erdkinderplans“ verwirklicht. In einigen Montessori-Schulen gibt es Kooperationen mit Bauernhöfen oder praktische Wochen, in denen die Jugendlichen Handwerk in der Nachbarschaft erlernen. Der gemeinnützige Verein Erdkinder-Projekt e.V. in Eberharting im oberbayrischen Voralpenland bietet ganzheitliches und praktisches Lernen auf dem Lande in einer Montessori-Schule, einem integrativen Kinderhaus sowie in einem Abiturkolleg an.

Indviduelle Persönlichkeitsentwicklung

Nur fehlt der Ansatz, dass Kinder nach Montessori, im Alter von 12 bis 18 Jahren, bevorzugt nicht im Elternhaus die meiste Zeit verbringen sollten, da sie hier zu sehr in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung beeinflusst und gesteuert werden.

Daher wäre, wie in Ohio, ein Internat als Wohnort der Familie, im Sinne von einer Gemeinschaft junger Menschen, wünschenswert. Dort übernehmen die Internatseltern die Funktion des Vertrauenspädagogen, fördern die Entwicklung, geben aber den Jugendlichen auch den Freiraum und lassen sie ihren eigenen individuellen Weg gehen.

Es fehlen noch der Mut und die Kraft ein Projekt, wie es in Ohio funktioniert, in Deutschland zu verwirklichen. Dazu bedarf es gute Überlegungen und vor allem Ausdauer und Liebe zum Detail in der Umsetzung. Eine Akzeptanz für diese Erziehungsform beziehungsweise Erfahrungsschule ist bisher nicht weit verbreitet, sowohl bei Schulämtern, als auch bei Eltern.

Zur Vorbereitung auf eine Berufsausbildung oder ein Universitätsstudium ist diese Form des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens sicherlich von Vorteil, denn ab Verlassen der Schule sind wir auf uns alleine gestellt. Wir müssen uns die Details selber erarbeiten, um das große Ganze zu verstehen.

Zusammenfassung

Ich möchte abschließend betonen, dass ich die Art von kosmischer Erziehung, wie sie Montessori für alle Altersgruppen beschreibt, für geeignet halte und diese sollte in der Zukunft eine höhere Bedeutung in den Schulen oder sonstigen Einrichtungen haben.

Um meinen Beitrag zusammenzufassen, möchte ich einen wesentlichen Erziehungsgrundatz von Montessori anbringen:

„Einzelheiten lehren bedeutet Verwirrung stiften. Die Beziehung unter den Dingen herstellen bedeutet Erkenntnisse vermitteln“.

Die Methoden in der Lehre der kosmischen Erziehung der 6- bis 12-jährigen Kinder sind bisher sehr gut, aber auf dem Weg einer ganzheitlichen Montessori-Pädagogik für die 12- bis 15-jährigen bzw. 15- bis 18-jährigen Jugendlichen gibt es noch viele unbetretene Ufer.

Gibt es in deiner Umgebung Montessori-Schulen oder ähnliche Einrichtungen, die den von Montessori gedachten Erdkinderplan verwirklichen? Erzähl mir mehr davon in deinem Kommentar.

Literatur

Maria Montessori: Kosmische Erziehung (Werbelink) – Die Stellung des Menschen – Menschliche Potentialität und Erziehung – Von der Kindheit zur Jugend. Hrsg. Paul Oswald und Günther Schulz-Bensch. Kleine Schriften Maria Montessoris. Herder-Verlag. Freiburg. 1988.

Ela Eckert: Maria Montessoris Erdkinderplan und die Praxis der Hershey Montessori Farm School. In: Das Kind. Halbjahresschrift für Montessori-Pädagogik. 2. Halbjahr 2005, Heft 38.

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Vegane Energie: Tierethisch unbedenklicher Strom für 100 % veganes Leben?

Ökostrom kennen die meisten, aber hast du schon mal etwas von veganem Strom gehört? Eine Marke der TWL Energie Deutschland GmbH, Vegawatt, liefert Energie, die unter nachhaltig veganen Gesichtspunkten erzeugt wurde.

Ökostrom kennen die meisten, aber hast du schon mal etwas von veganem Strom gehört? Eine Marke der TWL Energie Deutschland GmbH, Vegawatt, liefert Energie, die unter nachhaltig veganen Gesichtspunkten erzeugt wurde. In diesem Beitrag erfährst du den Unterschied zwischen konventionellem Strom, Ökostrom und veganem Strom. Ich gehe auch der Frage nach, wie vegan unterschiedliche Ökostromarten sind.

Zunächst werde ich etwas zu den Motiven einer veganen Lebensweise schreiben.

Veganer konsumieren keine tierischen Lebensmittel, tragen keine Kleidung aus Pelz, Wolle, Leder oder Seide, benutzen keine Produkte, die an Tieren getestet wurden, gehen nicht jagen oder angeln und meiden Orte, an denen Tiere ausgestellt, vorgeführt oder von anderen Tieren gehetzt werden.

Es gibt viele Motive sich dafür zu entscheiden vegan zu leben. Die meisten Veganer entscheiden sich für diese Lebensweise aus ethisch-moralischen Gründen. So sind die Motive unter anderem Mitleid mit den Tieren und die Forderung nach gesellschaftlicher Anerkennung der Rechte von Tieren, zum Beispiel das Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit. Aber auch ökologische, gesundheitliche und religiöse Motive spielen eine Rolle.

Vegawatt liefert tierethisch unbedenkliche Energie

Ist Ökostrom auch veganer Strom?

Konventioneller Strom wird unter anderem in Kohle- und Atomkraftwerken erzeugt. Die Ausgangsprodukte sind zum Beispiel entweder Stein- oder Braunkohle oder Uran, Thorium sowie Plutonium. Aus ökologischer Sicht und mit Blick auf das Tierwohl ist die Erzeugung von Energie aus Atom- und Kohlekraftwerken nicht empfehlenswert. Denken wir bei Atomkraftwerken nur an mögliche Reaktorunglücke wie Tschernobyl und Fukushima.

Ökostrom stammt, im Gegensatz zu Kohle- und Atomenergie, aus erneuerbaren Quellen und ist nahezu unbegrenzt verfügbar. Doch die grünen Energiearten Wind, Wasser und Biomasse, wenngleich umweltfreundlich, haben mitunter negative Auswirkungen auf die Tierwelt.

Windenergie ist aufgrund des Vogelschlags aus veganer Sicht bedenklich. Das gilt auch für den negativen Einfluss von Offshore-Anlagen auf die Meerestiere.

Wasserkraftanlagen wirken sich ebenso nachteilig auf die Tierwelt aus. Für solche Anlagen sind Eingriffe in die Natur mit massiven Erdbewegungen unvermeidbar. Staudämme und Wehre führen dazu, dass Fische ihre Laichplätze nicht mehr finden. Trotz Fischtreppen sterben immer noch Fische. Ganze Landstriche trocknen durch Staudämme aus. Andererseits werden große Natur- und Kulturlandschaften von Stauseen überschwemmt.

Auch konventionelle Gaserzeugungsarten wie Erdgas und Fracking sind weder nachhaltig noch vegan. Insbesondere der Pipelinebau hat empfindliche Auswirkungen auf die Tierwelt.

Biomasse zählt zu den ökologischen Energiearten, wenn organische Abfälle verwertet werden. Wenn aber nachwachsende Biomasse auf Flächen angepflanzt wird, die eigentlich der Nahrungsmittelerzeugung dienen sollten, dann ist das nicht ganz ökologisch. Energie aus Biomasse ist nicht 100 % klimaneutral, da schädliche Methangase ausgestoßen werden. Biogas oder Strom aus Biomasse klingt erstmal ökologisch, doch werden für die Vergärung tierische Abfälle verwendet, ist das nicht vegan. Wenn es sich nicht um eine kontrolliert biologische Tierhaltung handelt, fördert der Gebrauch von Biogas außerdem die Massentierhaltung.

Vegawatt

Biogaserzeugung aus Abfällen der Zuckerrübe, wie es Vegawatt macht, ist vegan, ökologisch und nachhaltig
© Bits and Splits – Fotolia.com

Vegawatt verwendet für die vegane Biogasherstellung Zuckerrübenabfälle und hat einen Biogaserzeuger gefunden, der ausschließlich Zuckerrübenschnitzel in seiner Anlage fermentiert. Zudem wird das Gas direkt in das Ortsnetz eingespeist, so dass kein Pipelinebau notwendig ist.

Sonnenenergie ist relativ klimaneutral und lässt sich gut als vegane Energiequelle nutzen. Allerdings werden die Auswirkungen des Rohstoffabbaus sowie die CO2-Emissionen zur Herstellung der Solarzellen nicht genügend berücksichtigt.

Vegawatt produziert veganen Strom aus Photovoltaikanlagen. Auf den ersten Blick hat diese Art der Stromerzeugung keinen negativen Einfluss auf den Lebensraum der Tiere, sofern die Anlagen in Europa hergestellt und installiert werden. In einer vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Studie wurde hingegen nachgewiesen, dass die Reproduktionsrate von Insekten und Reptilien in der Nähe von Solarparks sinkt, da die Tiere ihre Eier auf den wasserähnlich aussehenden Paneelen ablegen.

Auf Freiflächen, die zum Nahrungsmittelanbau geeignet sind, sollten keine Photovoltaikanlagen aufgestellt werden. Aus veganer Sicht sind Photovoltaikanlagen auf Dächern von Fleischindustrie und Tierhaltungsbetrieben inakzeptabel. Ein weiteres Problem von Solaranlagen ist die Veränderung der Bodenstruktur (Verdichtung) sowie die Überschirmung und damit die Verschattung von Flächen was dazu führt, dass sich das Mikroklima ändert. Wegen der Einzäunung der Anlage wird der Lebensraum von insbesondere mittelgroßen bis großen Tieren zerschnitten.

Genau wie Solarenergie ist auch Geothermie eine weitgehend vegane Energiequelle. Dennoch kann es auch bei Geothermie durch mögliche Erdabsenkungen zu negativen Auswirkungen auf die Tierwelt kommen.

Mein Fazit: 100 % vegane Energie gibt es nicht. Selbst Solarenergie und Geothermie können negative Auswirkungen auf die Tierwelt haben. Einem Veganer geht es aber um das Vermeiden des Vermeidbaren und da sind diese beiden Energiearten veganer als andere.

Im deutschen Stromnetz kommt immer ein Mix aus konventioneller und grüner Energie aus der Steckdose. Vielleicht fragst du dich jetzt: Warum soll ich veganen Strom von Vegawatt beziehen, wenn ich diesen Strom gar nicht geliefert bekomme?

Die Antwort ist einfach: Du unterstützt damit tierethisch unbedenklichen Strom in Deutschland und vielleicht kommt dann schon bald veganer Strom aus deiner Steckdose.

Wer sich vegane Energie wünscht, kommt an Ökostrom oder Ökogas von Vegawatt nicht vorbei.

Wechsel zu Vegawatt, unterstütze die Energiewende und lebe konsequent vegan. Berechne dir jetzt deinen veganen Tarif.

Bist du selbst Veganer und nutzt schon vegane Energie oder möchtest du in Zukunft zu einem veganen Energieanbieter wechseln? Erzähl mir mehr davon in deinem Kommentar.

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Vegawatt entstanden.

Titelbild: © VioNet – Fotolia.com

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Müll: Ein Problem der indischen Megastadt Chennai

Da mir das Thema Müll in Schwellen- und Entwicklungsländern sehr am Herzen liegt, freue ich mich besonders diesen Gastbeitrag von Simon Dorr zu veröffentlichen, in dem es um den Umgang mit Müll in der indischen Megastadt Chennai geht.

Da mir das Thema Müll in Schwellen- und Entwicklungsländern sehr am Herzen liegt, freue ich mich besonders diesen Gastbeitrag von Simon Dorr zu veröffentlichen, in dem es um den Umgang mit Müll in der indischen Megastadt Chennai geht. Simon leistet im Rahmen des Weltwärtsprogramms ein Jahr lang einen Freiwilligendienst an der Hindu Union Comittee Middle School ab und unterrichtet die Kinder in Englisch. Die Eindrücke seines Aufenthaltes beschreibt Simon auf seinem Blog Simons Indien.

Seit neuestem bin ich nicht nur Freiwilliger, sondern auch Pendler – gezwungenermaßen.

Also heißt es für mich morgens raus und auf zum Bus.

Die Menschen und der Müll warten darauf, dass sie abgeholt werden. Der Müll wird wohl noch länger warten müssen.
© Simon Dorr

Ich gehe am Straßenrand zur Bushaltestelle, warte auf den 46G, steige ein und bezahle meine 13 Rupien. Mit etwas Glück finde ich einen Sitzplatz und kann das Treiben der indischen Großstadt auf meiner Pendlerstrecke durchs Fenster beobachten. Kurz bevor ich aussteige, wird mein Bus den Fluss überqueren. Vor diesem Streckenabschnitt beginne ich schneller zu atmen. Dann, kurz bevor wir die Brücke erreichen, hole ich nochmal tief Luft und halte den Atem an. Wenn der Bus gut durchkommt, kann ich es dadurch vermeiden, die vom Gestank des Flusses durchsetzte Luft einzuatmen.

Ich springe kurz vor meiner Haltestelle aus dem Bus und laufe in Richtung Schule. Auf dem schmalen Pfad am Straßenrand neben den Motorrädern versuche ich meine Tritte so zu setzen, dass der Schmutz möglichst nur die Sohle meiner Schuhe berührt. Denn in unmittelbarer Nähe der Müllcontainer halten sich meist Kühe und Hunde auf, die sich vom Müll ernähren. Bei Regen wird dann der Abfall der Menschen mit den Exkrementen der Tiere zu einem unangenehmen Brei vermengt und auf die Straße gespült. Nicht weiter schlimm. Es braucht nur eine etwas erhöhte Aufmerksamkeit, um trotzdem sauberen Fußes in der Schule anzukommen.

Das Kalb hat Glück und findet neben dem Müllcontainer etwas altes Gemüse zum Fressen. © Simon Dorr

Müllentsorgung in Chennai

In Deutschland gibt es eine Tonne für Restmüll, eine für Kompost und eine für Papier und Pappe. Dann gibt es Säcke für Plastik und Wertstoffe, Container für weißes, grünes und braunes Glas, kleine Boxen für die Entsorgung von Batterien und Wertstoffhöfe für Bauschutt, Sperrmüll und Elektrogeräte.

In Indien gibt es nur eine Art Müll: Müll. Den aber dafür fast überall. Gleichmäßig verteilt liegen kleine Verpackungen, Papierschnipsel und Pappbecher auf der Straße, so als hätte es gerade eben ein paar Sekunden lang Müll geregnet.

Keinesfalls kapitulieren die Bürger Chennais tatenlos vor dem Straßenmüll. Täglich werden die Straßenabschnitte vor den verschiedenen Läden und Wohnhäusern gefegt und der Müll dadurch zu größeren Ansammlungen an genau den Stellen gehäuft, für die niemand direkt zuständig ist. Das ist die erste Müllsammelstufe: Kleine Haufen an Stromkästen, Ecken von Mauern und Laternen. Es gibt einen speziellen Berufsstand, der diese Haufen mit Schüsseln und Schabern aufsammelt. Ohne Handschuhe oder Schutzmasken wird der Müll von der Straße auf Lastfahrräder befördert. Dabei pusten die Männer kräftig in eine Trillerpfeife, um den Anwohnern zu signalisieren, dass sie ihnen außerdem ihren Haushaltsmüll bringen können. Mehrmals täglich kommt derselbe Mann zu uns in die Straße, sammelt den Müll und pfeift in seine Pfeife.

Auf der einen Seite der Straße scheint die Sonne auf die bunten Hausfassaden. Auf der anderen Seite liegt Plastikmüll
© Simon Dorr

Die nächstgrößere Müllsammelstufe sind Container, die in regelmäßigen Abständen an der Straße stehen. Diese werden von der Müllabfuhr zumindest so oft abgeholt, dass mein Müllbeutel noch immer in den nächsten Container gepasst hat.

Müll Chennai Indien

Müll liegt neben den Sammelcontainern
© Simon Dorr

Obwohl es dieses System gibt, sammelt sich der Müll auf größeren freien Flächen. Dort, wo sich keine Läden befinden, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass Sperrmüll den Platz für sich beansprucht. Auch und vor allem die Flussufer sind davon betroffen. Und nicht nur deren Ufer, auch an den flacheren Stellen der Flüsse lassen die Plastikteile erahnen, was der Fluss außer Wasser ins Landesinnere transportiert. Was noch darüber hinaus mit einem Fluss passieren muss, damit er so riecht wie der durch Chennai fließende Cooum, liegt jenseits meines Vorstellungsvermögens.

Hier ein Artikel über den Ganges, der zwar 1900 km von Chennai entfernt liegt, dessen Verschmutzung aber genauso real ist.

Beim Betrachten der Müllberge fallen mir schwarze Brandflecken auf. Je weiter ich mich von der Stadt entferne, desto häufiger werden diese. Ihre Herkunft wurde mir zum ersten Mal bewusst, als ich auf einer längeren Busfahrt an einem brennenden Müllhaufen vorbeigefahren bin. Da es nur wenige Verbrennungsanlagen gibt, und es unmöglich ist, allen Müll dorthin zu transportieren, greifen die Menschen zur Selbsthilfe und die Müllverbrennung wird in Eigenregie vor Ort durchgeführt.

Von Greenpeace gibt es auf Englisch einen Artikel über diese selbstständig durchgeführten Müllverbrennungen in Indien. Dieser Artikel beschreibt, was relativ logisch erscheint: Bei einer Müllverbrennung unter freiem Himmel verschmutzen die brennbaren Bestandteile die Luft und die nicht brennbaren den Boden. Ob einfach liegen lassen die bessere Alternative ist, sei jedoch dahingestellt.

So ist die Situation. Ich traue mich zu behaupten, dass ich in dieser Hinsicht einen guten Überblick über Chennai und die nähere ländliche Umgebung bekommen habe.

Die Situation ist schlimm, den–Kinnladen–runter–kippen–lassend schlimm.

Und das ist nicht die Art Problem, über die durch das Fernsehen informiert wird. Nicht die Art Problem auf die erst aufmerksam gemacht werden muss. Der Müll ist allgegenwärtig und er stinkt. Wenn ich Lust dazu hätte, könnte ich von jedem Punkt der Straße sieben, acht Schritte gehen und eine große Handvoll Abfall aufheben. Ich könnte ein paar hundert Meter laufen und mit einem Hechtsprung in einen Müllberg stechen. Der Müll ist Teil meines Alltags und eines jeden anderen. Aber egal wie viel ich darüber nachdenke, von der Ursache habe ich nicht die geringste Vorstellung.

Woran liegt es, dass die Menschen hier nicht Herr über die Abfälle werden? Was müsste getan werden, um die Situation zu verbessern?

Häuser in der Nähe des Strandes erstrahlen in satten, leuchtenden Farben, aber zwischen die Gebäude sollten Menschen besser keinen Blick werfen.
© Simon Dorr

Zahlen- und Faktenvergleich zum Müll in Deutschland und Indien

Als ich nach dem Abfallaufkommen von Deutschland in den letzten Jahren gesucht habe, wurde ich schnell fündig. Das Umweltbundesamt liefert Statistiken zu allen möglichen Arten von Abfällen – aufgeschlüsselt für die letzten Jahre. In Deutschland fallen rund 51,6 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle an (Zahlen von 2015).

Ich habe lange recherchiert, um an ähnliche Zahlen für Indien zu gelangen, und die mir am sichersten erscheinende Quelle ist das Manual on Municipal Solid Waste Management 2016 der indischen Behörde Ministry of Urban Development.

Aus dessen Einleitung zitiert:

Even though only 31% of [the] Indian population resides in urban areas, this population of 377 million (Census of India, 2011) generates a gigantic 1,43,449 metric tonnes per day of municipal solid waste, as per the Central Pollution Control Board (CPCB), 2014-15.

Dies ist die einzige Statistik, die auch eine ungefähre Personenzahl zum Müllaufkommen angibt, auch wenn das beim modernen Phänomen der indischen Megastadt mehr ein halbblindes Schätzen als alles andere ist. „Municipal solid waste“ wird als „Siedlungsabfall“ in der Statistik übersetzt. Werden jetzt die Siedlungsabfälle aus Deutschland entsprechend umgerechnet, kommen wir auf 141.369 Tonnen pro Tag für 2015. Das entspricht ungefähr dem angegebenen Verbrauch der indischen Stadtbevölkerung.

Falls diese Zahlen stimmen, verursacht ein Deutscher im Schnitt ungefähr 4,7-mal so viel Haushaltsmüll wie ein in einer Stadt lebender Inder. Das kommt mir realistisch vor. Wer wenig hat, kann auch wenig konsumieren und wenig Müll verursachen.

Der Mensch und sein Müll

Des einen Müll ist des anderen Schatz.

Mit diesem Credo jedes Flohmarkts möchte ich dich vom Ausflug in die Welt der Statistik wieder zurück in die Realität holen.

Des einen Müll ist vielleicht noch nicht jedes anderen Schatz, aber zumindest nicht unbedingt jedes anderen Müll. Jeder hat bei Müll oder Dreck eine andere Schmerzgrenze. Manch einer kann es kaum ertragen, eine leere Pizzaschachtel nicht direkt nach dem Essen wegzuräumen, während in so manchen WGs die gleiche Schachtel schon mal eine Woche auf dem Wohnzimmertisch verbringen kann. Das ist auch der Grund, warum es immer derselbe ist, der den Tisch abräumt oder das Bad putzt. Das ist eben die Person, deren Schmerzgrenze am niedrigsten liegt.

Aber wer sind wir, die Pizzaschachtel-Liegenlasser dieser Welt zu verurteilen? Auf Pizzaschachteln kann man Dinge genauso gut abstellen wie auf dem Tisch. Welches Argument macht das Wegräumen jetzt besser als das Wegräumen in einer Woche? Was genau macht den Müll objektiv schlecht?

Wo Müll ist, sind Moskitos und dort werden Krankheiten übertragen. Wenn Indien sich durch einen einzigen Willensakt aufräumen ließe, dann würde sich die Argumentation einfacher darstellen als die am heimischen Wohnzimmertisch. Aber ich möchte auch ein weniger handfestes Argument anbringen: Der Straßenmüll, die kleinen Haufen, die offenen Container, die großen Haufen, der Gestank. Es ist die Definition der Hässlichkeit. Der Müll verunstaltet das Stadtbild und ist ständiges Mahnmal für die Probleme des Landes. Wenn er einfach toleriert wird, ist das für mich eine Art Teilabschied von der Idee eines schönen Lebens. Und da könnte man doch vielleicht eine Parallele zur unaufgeräumten Pizzaschachtel im Wohnzimmer sehen.

Deshalb möchte ich abschließend den Blick noch einmal weg vom Müll richten. Weg vom Müll und dahin, worum es letztendlich geht. Hin zu den Menschen. Meinem Urteil nach ist die Toleranz, die dem Müll entgegengebracht wird, mindestens genauso schlimm wie der Müll selbst. Der Müll ist normal. Die Verschmutzung ist Norm. Müll liegt überall herum, es stinkt in der Umgebung von Müllcontainern und in der des Flusses. Das ist so. Das wird nicht hinterfragt

© Simon Dorr

Auf dem Bild ist eine große Müllansammlung vor den Mauern meiner Schule zu sehen, neben deren Eingang sich Haushalts- und Sperrmüll türmt. Rechts von diesem Bild ist der Eingang. Noch weiter rechts sieht es zum Glück nicht so schlimm aus.

© Simon Dorr

Nach der Englischstunde drückt mir eine Schülerin eine kleine Packung Kekse in die Hand, eine weitere Packung behält sie für sich. Ich sehe die gleichen Kekse auch bei allen anderen Kindern der Klasse. Anscheinend wurden sie von jemandem für alle mitgebracht. Ich freue mich.

Ich esse auf, weiß erstmal nicht wohin mit der Verpackung und halte sie in der geschlossenen Faust meiner linken Hand. Ich blicke ein wenig durch den Raum und sehe etwas über den Boden des Klassenzimmers gleiten.

Es sind einige Hochglanz-Keksverpackungen.

Keine Kommentare zu Müll: Ein Problem der indischen Megastadt Chennai

Reisetipp: Plastikfrei einkaufen in der Markthalle Colmar

Ausspannen. Genießen. Kurzurlaub. Ich war mit meiner kleinen Familie für ein Wochenende in der wunderschönen elsässischen Stadt Colmar in Frankreich. Dort habe ich die traditionelle Markthalle (Marché Couvert) besucht und war begeistert von dem Angebot. Die Markthalle gehört zu den Top Sehenswürdigkeiten in Colmar.

Ausspannen. Genießen. Kurzurlaub. Ich war mit meiner kleinen Familie für ein Wochenende in der wunderschönen elsässischen Stadt Colmar in Frankreich. Dort habe ich die traditionelle Markthalle (Marché Couvert) besucht und war begeistert von dem Angebot. Die Markthalle gehört zu den Top Sehenswürdigkeiten in Colmar.

Colmar ist eine hübsche Stadt mit viel Charme und einer mittelalterlichen Altstadt. Die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser kannst du bei einem Bummel durch das besonders interessante Petit Venice (Klein-Venedig) bewundern. Dort war auch unsere kleine Ferienwohnung. Vielleicht kommst du bei deinem Spaziergang entlang der Lauch (Fluss in Colmar) mit deren üppigen Blumendekorationen an der Markthalle vorbei. Die tollen Blumenarrangements an Brückengeländern und Straßenlaternen sind mir überall im Elsass begegnet.

Blumendekoration entlang der Lauch (rechts Markthalle Colmar) © R. Kubisch

Fachwerkhäuser Petit Venice © R. Kubisch

© R. Kubisch

Allein die Architektur der Markthalle lohnt für einen Besuch. Die Halle wurde zwischen 1863 bis 1865 von dem Architekten Louis-Michael Boltz aus Ziegelstein und Sandstein gebaut. Jahrzehntelang wurde die Markthalle als Garage für Autos genutzt. Erst dank einer umfassenden Renovierung im Jahr 2010 dient sie heute wieder als Ort an dem Feinschmecker voll auf ihre Kosten kommen.

Markthalle Colmar © R. Kubisch

Neben Biogemüse gibt es viele regionale elsässische Spezialitäten. Wir haben dort kleine Snacks für den Nachmittagsausflug zum Col de la Schlucht, einem 1139 m hohen Pass in den Vogesen, und für unser Abendessen gekauft.

Sehenswerte Deckenkonstruktion in der Markthalle Colmar © R. Kubisch

Plastiktüten habe ich bei den Händlern in der Markthalle keine gesehen. Das Obst und Gemüse wird vom Kunden selbst in Papiertüten oder Körbe gepackt. Auch Nüsse und Gewürze lassen sich in Papiertütchen abfüllen. Ich habe viele Kunden beobachtet, die kleine Baumwollsäckchen oder eigene Körbe dabei hatten, in die dann Tomaten und Kartoffeln gelegt wurden.

© R. Kubisch

In der Reduzierung von Plastiktüten spielt Frankreich eine Vorreiterrolle in Europa. Seit 1. Juli 2016 sind bereits Einkaufstüten aus Plastik verboten. Danach folgte das Verbot von Plastiktüten zum Verpacken für Lebensmittel. In diesem Sinne dürfen seit dem 1. Januar 2017 abseits der Kasse nur noch Verpackungen aus Papier und Stoff oder solche, die biologisch abbaubar sind, ausgelegt werden. Das betrifft vor allem Tüten für Obst und Gemüse, Aufschnitt, Fleisch und Fisch.

Kräuter in der Markthalle © R. Kubisch

Frankreichs Regierung übernimmt noch viel mehr Verantwortung für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. So muss Einweggeschirr bis 2020 biologisch abbaubar sein. Außerdem dürfen unverkaufte Lebensmittel in großen Supermärkten mit einer Ladenfläche ab 400 Quadratmeter nicht mehr weggeworfen werden und müssen einer kariativen Einrichtung gespendet werden. Im Gegensatz zu Frankreich baut Deutschland statt auf ein Gesetz mehr auf Aufklärung, denn die größten Lebensmittelverschwender sind die Verbraucher selbst.

Elsässische Spezialitäten, die mein Herz höher schlagen lassen

Wenn du im Elsass bist, probiere unbedingt den leckeren Käse dort. Besonders der Munster hat es uns angetan. Der Munster wird östlich der Vogesen im Münstertal hergestellt.

Wir haben unseren Munsterkäse in der traditionellen Schaukäserei Maison du Fromage auf dem Weg von Munster nach Gunsbach gekauft. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail eine moderne und gut gemachte Ausstellung zum Thema Käseherstellung aufgebaut.

Traditionelle Schaukäserei Maison du Fromage © R. Kubisch

Den Käse haben wir dann nachmittags zusammen mit Baguette genossen. Ein Träumchen! Zum Nachtisch gab es Tarte aux chocolat (französische Schokoladentarte) und Tarte aux pommes (französische Apfeltarte), die wir auch in der Markthalle gekauft haben.

Einkäufe aus der Markthalle © R. Kubisch

Kleiner Käseladen in Colmar  © R. Kubisch

Colmar – eine Stadt zum Verlieben © R. Kubisch

Mehr traditionelle Markthallen wie die in Colmar oder kleine Käseläden wären doch auch bei uns schön, oder? Kennst du ähnliche dauerhafte Markthallen in anderen Ländern, die auf Regionalität, Bio und Nachhaltigkeit setzen? Ich freue mich auf deinen Tipp.

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Nachhaltige Inspirationen für Kinderkrippe und Kindergarten

Du bist auf der Suche nach einer Checkliste für die Kinderkrippe oder den Kindergarten? Du suchst Inspirationen und nachhaltige Ideen? Mit dieser Liste vergisst du bestimmt nichts mehr.

Du bist auf der Suche nach einer Checkliste für die Kinderkrippe oder den Kindergarten? Du suchst Inspirationen und nachhaltige Ideen? Mit dieser Liste vergisst du bestimmt nichts mehr.

Welche Dinge du brauchst, ist individuell von Einrichtung zu Einrichtung verschieden. Beim Informationsgespräch wirst du bestimmt eine Liste mit benötigten Dingen bekommen.

Hygieneprodukte

In den meisten Kinderkrippen bringst du deine eigenen Hygieneprodukte mit.

Windeln

Ich nutze Windeln von Lillydo, da sie frei von Parfum, Lotion und Farbstoffen sind und mir von der Haptik und dem Design gut gefallen. Im Praxistest haben sich die Windeln bewährt. Aus Nachhaltigkeitsaspekten sind es nicht die besten Windeln (enthalten unter anderem saugstarke Mikroperlen), da gibt es sicher bessere, zum Beispiel Windeln von Naty by Nature oder Stoffwindeln. Lillydo bezeichnet sich trotz OEKO-TEX Standard 100 Zertifizierung auch nicht als Öko-Windelmarke. Im Vergleich zu Pampers etc. sind Lillydo dennoch ökologischer und dazu angenehmer auf der Haut. Die Produktion ist in Europa, die Verpackung ist industriell kompostierbar, die Feuchttücher sind zu 100 % biologisch abbaubar und die Windeln bestehen aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Ist schon alles nachhaltiger als bei anderen Herstellern. Besonders praktisch finde ich bei den Lillydo Windeln, dass sie im Abonnement monatlich nach Hause geliefert werden und ich online Menge und Größe ändern und jederzeit kündigen kann.

Ein paar wenige Kinderkrippen wickeln auch mit Stoffwindeln.

Erhalte 10 Euro Rabatt auf deine erste Bestellung bei Abschluss eines Lillydo Windelabos (begrenztes Angebot). Einfach den Code A3400C51 bei deiner Bestellung angeben.

Feuchttücher

Zu Hause benutzen wir keine Feuchttücher, sondern waschen mit Mullwaschlappen und Wasser oder bei größeren Verschmutzungen direkt unter dem Wasserhahn. Für unterwegs beziehungsweise die Kinderkrippe empfehle ich die Feuchttücher von Lillydo oder von Naty by Nature (Werbelink). Übrigens diesen tollen Mullwaschlappen aus Bio-Baumwolle habe ich bei einem Dawanda Shop (Lunaciel) bestellt.

Wasser und Waschlappen anstatt Feuchttücher spart Ressourcen
© Anja Blumschein

Wundschutzcreme

Der Babypopo von unserem Kind ist kaum wund. Wenn aber doch einmal eine kleine Stelle zu sehen ist, benutzen wir den Windelbalsam von Ingeborg Stadelmann. Dieser enthält Rohstoffe aus Bioanbau, ist frei von Konservierungsstoffen, Stabilisatoren und anderen Zusatzstoffen (kein Zink!). Das Produkt ist nicht ganz günstig, wirkt aber Wunder und ist sehr ergiebig. Ich würde keine andere Wundcreme mehr nehmen. Leider ist die Creme in einem Plastiktiegel. Ich gehe hier aufgrund des guten Produkts aber den Kompromiss ein.

Umweltfreundliche Brotbox ohne Plastik

Ob du überhaupt eine Brotbox brauchst, hängt davon ab, ob dein Kind eine Ganztagesverpflegung in der Kita bekommt oder eventuell das Frühstück und einen Nachmittagssnack mitbringen muss. Inspirationen für abwechslungsreiche und bunt gestaltete Brotboxfüllungen gibt es zum Beispiel auf der Seite Lunchboxdiary. Mir wäre wichtig, dass nur frische Biolebensmittel in die Brotbox meines Kindes wandern. Außerdem sollen keine verpackten Produkte in die Brotbox kommen, da ich versuche so weit wie möglich auf Verpackungen zu verzichten.

Aufgepasst bei Biokunststoffbrotboxen aus Bambus oder Maisstärke! Wer plastikfrei lebt, möchte möglichst keine Schadstoffe, aber Eltern sollten genau hinsehen: Frei von Bisphenol-A (BPA) bedeutet noch lange nicht schadstofffrei. Angepriesen als reine Ökoware sind in manchen Biokunststoffbrotboxen auch Kunststoffe, unter anderem Melaminharze und Polylactat enthalten. Da die Hersteller diese Brotboxen meist als rein natürlich anpreisen, ist das Verbrauchertäuschung. Problematisch ist der Produktionsgrundstoff des Melaminharzes: Formaldehyd. Dieses wird von der EU als krebsverdächtig eingestuft.

Eine gute Alternative zu Plastikbrotboxen sind Edelstahlbrotboxen. Da gibt es zum Beispiel die ECO Brotbox (Werbelink), die in einem Familienbetrieb in Indien produziert wird. Kinderarbeit ist dort selbstverständlich tabu und den Arbeitern werden faire Löhne gezahlt. Die Box hat an den Seiten Klippverschlüsse, die von den Kindern leicht bedient werden können. Hier kannst du dir ein Video über die Produktion der ECO Brotbox ansehen.

 

Die Edelstahl Brotbox von LunchBots mit 3 Fächern (Werbelink) finde ich auch sehr praktisch, zum Beispiel für Käsewürfel, Gemüsesticks oder Obst.

Geschirrset und Trinkbecher

In einigen Einrichtungen musst du das Geschirrset und einen Trinkbecher mitbringen.

Glas und Porzellangeschirr, sofern erlaubt, sollte frei von Blei und Kadmium sein.

Bei Bioplastik gilt das gleiche wie bei den Brotboxen. Biokunststoff heißt nicht gleich schadstofffrei. Fast immer ist das gefährliche Melamin enthalten. In der Ökotest 02/2016 wurde Kindergeschirr getestet. Getestet wurde vor allem ob die Produkte Melamin oder Formaldehyd abgeben. Das Raupe Nimmersatt Geschirrset war unetr anderem unter den Testsiegern. Fünf getestete Kunststoffalternativen aus Bambus (darunter Hungry Flamingo Set von Zupersozial und Biobu von Ekobo) wurden als nicht verkehrsfähig eingestuft! Ein Bambusset sonderte sogar krebsverdächtiges Formaldehyd in Mengen, die über dem EU-Grenzwert liegen, in heiße Speisen ab.

Besonders schade ist, dass das Beco Feeding Set nicht mehr produziert wird, da es kein Melamin enthalten hat, sondern aus Bambus, Reiskörnern und einem natürlichen Bindemittel (eine Art Harz aus Aminosäuren) bestand (Quelle). Es ist frei von BPA und Phthalaten. Mit ein bisschen Internetrecherche lassen sich noch Restposten bei dem einen oder anderen Shop ergattern. Warum der Hersteller die Produktion eingestellt hat, weiß ich nicht. Der Hersteller heißt jetzt Beco pets statt Beco things, so dass ich vermute, dass er nur noch umweltfreundliche Artikel für Tiere produziert.

Melaminfreies Bioplastikgeschirr: Teller, Schale und Becher aus Bambusabfallprodukten und Spelzen von Reiskörnern mit einem natürlichen Bindemittel
© Anja Blumschein

Ich habe kürzlich noch ein Beco Feeding Set kaufen können. Die Lieferung erfolgte allerdings aus Italien. Zusätzlich habe ich noch eine Babybreischale und -löffel aus Olivenholz (Werbelink). Diese kann ich später auch als Salat- oder Müslischale für das Kind verwenden. Olivenholzprodukte sind nicht für die Spülmaschine geeignet.

Babybreischale und -löffel aus Olivenholz
© Anja Blumschein

Für ältere Kinder eignet sich Besteck aus Edelstahl zum Beispiel das Kinder-Besteckset von Lunchbots (Werbelink).

Für die kleinen Babys, die noch nicht aus einem normalen Becher trinken können empfehle ich statt Schnabeltasse oder anderer Trinklernbecher den Doidy Cup (Werbelink). Dieser ist sowohl BPA als auch PVC frei. Dieser Becher hat zwei Henkel zum Festhalten und durch die schräge Form kann das Kind den Inhalt gut sehen. Eine korrekte Mund- und Kieferentwicklung sowie das gesunde Wachstum der Milchzähne werden unterstützt. Der Becher ist laut Hersteller ab 3 Monate geeignet. Der Kopf muss beim Trinken nicht nach hinten geneigt werden.

Trinkflasche

Als Trinkflasche, die auf den Ausflug oder auf den Spielplatz mitkommt, gefällt mir die Emil Bio Line, Größe 0,3 Liter (Werbelink) am besten. Emil, die ökologische Trinkflasche, ist bereits seit 1991 auf dem Markt und wird in Europa hergestellt. Ich bevorzuge Glas, da das Wasser einfach besser schmeckt. Die Emil Flasche hat einen bruchsicheren Thermo-Isolierbecher (aus Polypropylen ohne Weichmacher) um das Glas, so dass auch nichts kaputt gehen kann. Toll ist auch die Individualisierbarkeit der Flasche mit Hilfe der bunten Stofftaschen. Übrigens ist eine Trinkflasche auch für den Hin- und Heimweg sinnvoll.


Emil Bio Line, Größe 0,3 Liter (Werbelink)

Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor

Da Babys und Kleinkinder eine größere Hautoberfläche im Verhältnis zur Körpergröße haben, ist es besonders wichtig, dass der Sonnenschutz frei von schädlichen Substanzen ist. Die enthaltenen Schadstoffe werden von der Haut absorbiert und damit in höherem Umfang aufgenommen als bei Erwachsenen. Der beste Sonnenschutz ist immer noch lange Kleidung und eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz. Bei Babys unter einem Jahr sollte auch versucht werden ganz auf Sonnenschutzcreme zu verzichten, um die junge Haut nicht unnötig zu beanspruchen.

Laut Ökotest 2015 wurde der Sonnenbalsam LSF 30 Sonnenmichel von Alverde (dm Drogeriemarkt) als einziges Produkt mit sehr gut bewertet und zählt zu den günstigsten Produkten. Mit gut bewertet wurden unter anderem die Bübchen Sensitive Sonnenlotion LSF 50+, die Ladival Sonnenschutzmilch für Kinder 50+ und die Lavera Sun Sensitiv Sonnencreme LSF 30.

Ich benutze aktuell die vegane Sonnencreme von eco cosmetics Baby & Kids neutral (Werbelink) (ebenfalls von Ökotest mit gut bewertet und ohne Parfum), die frei von Konservierungs- und Farbstoffen, Nanopartikeln, PEG und Parabenen ist. Die Produkte von eco Cosmetics bestehen aus rein natürlichen Rohstoffe, viele davon aus Bio-Anbau, sowie Demeter-zertifizierte Öle.

Gummistiefel, Regenjacke und Matschhose

Bei Matschhosen gibt es für die ganz Kleinen auch welche mit Fuß (gesehen bei Hans Natur). Ich empfehle sowohl Regenkleidung als auch Gummistiefel in zweifacher Ausführung anzuschaffen, so dass einmal davon immer im Kindergarten bleibt. PVC freie Regenjacken und Gummistiefel aus synthetischem Kautschuk (Werbelink) gibt es bei dem nachhaltigen Hersteller Kamik, der auch den Zero Waste Gedanken in der Produktion verfolgt.

Regenkleidung und Gummistiefel am besten in zweifacher Ausführung kaufen, einmal für den Kindergarten und einmal für zu Hause
© Peter – Fotolia.com

Wechselkleidung

Die Wechselkleidung sollte vom Body bis zu den Socken eine komplette Garnitur umfassen. Für die schmutzige Kleidung brauchst du noch einen Wäschebeutel. Das kann ein einfacher Baumwollbeutel oder ein wasserfester Beutel (zum Beispiel Permanenttragetasche) sein. Meine Lieblingsökoonlineshops für Baby- und Kinderbekleidung habe ich hier für dich zusammengestellt.

Hausschuhe

Da wirst du sicher auch in einem meiner empfohlenen Ökoonlineshops für Babys und Kinder fündig.

Zahnbürste und Zahncreme

Wenn dein Kind eine Zahnbürste für den Kindergarten braucht, empfehle ich eine aus Bambus, um Plastik zu vermeiden. Bambuszahnbürsten sind kompostierbar. Die Auswahl der Anbieter ist mittlerweile groß und es ist gar nicht so einfach das beste Produkt auf dem Markt zu finden. Am besten nimmst du eine bei der auch die Borsten plastikfrei sind. Ich benutze eine von pandoo® (Werbelink).

Bei der Zahncreme ist entscheidend: Mit oder ohne Fluorid? Ich möchte nicht darüber schreiben, ob Fluorid ja oder nein. Ich denke, es sollte eine Zahncreme sein, die speziell für die Bedürfnisse von kleinen Kindern entwickelt ist, das heißt nicht zu scharf im Geschmack und ohne Farb- und Süßstoffe. Kinderärzte empfehlen die Verwendung fluoridhaltig Zahncreme erst ab einem Alter von 4 Jahren, wenn ein Verschlucken von Zahncreme weitestgehend ausgeschlossen werden kann. Säuglinge und Kleinkinder sollen Fluorid in Form von Tabletten bekommen. Zahnärzte sind da anderer Auffassung. Wenn es nach ihnen geht müssen Kinder fluoridhaltige Zahncreme benutzen. Über die Art der Fluoridaufnahme streiten sich die Experten. Eines ist aber sicher: Niemals Fluoridtabletten verabreichen und fluoridhaltige Zahncreme gleichzeitig benutzen. Ökotest hat im Jahr 2016 Kinderzahnpastas getestet. Die Testsieger findest du hier, darunter zum Beispiel die Elmex Junior. Schreib mir doch gerne in die Kommentare wie du das mit dem Fluorid siehst.

Kuscheltier und Schmusetuch

Schöne schadstofffreie Kuscheltiere gibt es zum Beispiel bei Efie.

Schlafsack

In manchen Einrichtungen musst du einen eigenen Schlafsack mitbringen. Meine Favoriten sind die Schlafsäcke von Lotties und PoPoLiNi Iobio.

Rucksack oder Umhängetasche

Tolle fair produzierte Kindergartenrucksäcke und Kindergartentaschen in verschiedenen Größen findest du bei Affenzahn. Der Affenzahn Kinderrucksack Toni Tiger (Werbelink) und der Affenzahn Kinderrucksack Timmy Tiger (Werbelink) sind meine Favoriten. Ich kann mich nicht entscheiden: Welchen würdest du nehmen?

Wer es nicht so verspielt mag, dem möchte ich die Vaude Kinderrucksäcke ans Herz legen. Vaude setzt sich für faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz ein.

Habe ich etwas Wichtiges in der Checkliste vergessen? Schreib mir bitte einen Kommentar.

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Plastikstrohhalme adé #StopSucking

Die Firma HALM hat mir Trinkhalme aus Glas zum Testen zugesendet. Da mich das nachhaltige Gesamtkonzept von HALM anspricht, möchte ich euch heute diese wunderbaren Trinkhalme vorstellen. Außerdem habe ich den Gründern von HALM drei Fragen zu ihrem Produkt gestellt.

Die Firma HALM hat mir Trinkhalme aus Glas zum Testen zugesendet. Da mich das nachhaltige Gesamtkonzept von HALM anspricht, möchte ich euch heute diese wunderbaren Trinkhalme vorstellen. Außerdem habe ich den Gründern von HALM drei Fragen zu ihrem Produkt gestellt.

In Deutschland werden geschätzt etwa 40 Milliarden Plastikstrohhalme pro Jahr verbraucht. Diese sind aufgrund der zugesetzten Weichmacher, Stabilisatoren, Flammschutzmittel und Füllstoffe zum Teil gesundheitlich bedenklich. Außerdem werden Plastikstrohhalme aus Erdöl, einem immer knapper werdenden Rohstoff, hergestellt. Laut Umweltbundesamt werden 100 bis 140 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen vermutet und gefährden die Meerestiere.

Trinkhalme aus Glas
© Anja Blumschein

HALM wurde erfunden um mehr Geschmack in deine Drinks und weniger Plastik in die Umwelt zu bringen. Die Idee kam den sympathischen Gründern, Hannah Chenney und Sebastian Müller, während eines Urlaubs auf der Insel Koh Phayam vor der Westküste Thailands. An den Stränden lag jede Menge Plastikmüll. So organisierte Hannah spontan eine Strandputzaktion. In nur zwei Stunden füllten sie und ihre Freunde zwei Dutzend 150-Liter-Säcke mit Müll. „Gefühlt war jeder zweite Gegenstand ein Plastikstrohhalm“, berichtet Hannah.

Tatsächlich ist jedes 7. Plastikteil, das am Strand gefunden wird, ein Strohhalm bzw. Stirrer (Ocean Conservancy).

Glas überzeugt als Material für Trinkhalme

Hannah und Sebastian haben sich bewusst gegen recyceltes Glas entschieden wie es zum Beispiel bei Trinkhalmen aus Fernost benutzt wird. Daher ist der Trinkhalm aus Glas gesundheitlich absolut unbedenklich und frei von Blei oder anderen Giften. Glas ist eine gute Alternative für Plastik, da es wiederverwendbar, hygienisch, geschmacksneutral und vollständig recycelbar ist.

Vor allem die Gastronomie, der Hauptverursacher des Problems, wollen die HALM-Gründer mit ihrem wiederverwendbaren und geschmacksverbessernden Trinkhalm aus Glas ansprechen. Ich bin gespannt, ob sich das Plastikstrohhalmproblem auch bei den Fastfood-Ketten mit Take away Getränken lösen lässt. Denn dieser Plastikmüll landet allzu oft nicht dort wo er eigentlich hingehört.

Wenn das Geschäft einmal profitabel wird, sollen 50 % der erwirtschafteten Erträge in nachhaltige Projekte wie CleanUps, Bildung und Forschung zum Thema Plastikmüll investiert werden.

HALM Trinkhalme aus Glas gibt es in gebogener und gerader Form plus praktischer Reinigungsbürste mit Naturborsten
© Anja Blumschein

Die Trinkhalme aus Glas werden in drei verschiedenen Längen in gebogener und gerader Form angeboten. Damit du deinen Trinkhalm aus Glas überall mitnehmen kannst, gibt es auch eine coole Tasche aus 100 % Bio-Baumwolle zum Verstauen.

Wenn du es mit Zero Waste ernst meinst, sagst du ab sofort nein zu Plastikstrohhalmen #StopSucking und trinkst deinen Cocktail mit wiederverwendbaren Trinkhalmen. Lies auch meinen Beitrag über Zero Waste und warum diese neo-ökologische Bewegung mehr als nur ein Trend ist.

Benutze doch auch mal ein gebrauchtes Marmeladenglas für deinen nächsten Smoothie
© Anja Blumschein

Drei Fragen an die HALM-Gründer Hannah Chenney und Sebastian Müller

UMWELTGEDANKEN: Es gibt auch wiederverwendbare Trinkhalme aus Edelstahl oder Bambus. Sind Trinkhalme aus Glas nachhaltiger?

HALM: Edelstahl ist genau so gut zu recyceln wie Glas und ist ebenfalls eine super wiederverwendbare Alternative. Bambus ist ein nachwachsender Rohstoff, biologisch abbaubar und kann über den Biomüll entsorgt werden. Bambus eignet sich für den privaten Gebrauch auch sehr gut, ist jedoch für die Gastronomie bezüglich der Hygiene undenkbar, denn es ziehen Stoffe in den Bambus ein. Außerdem gibt Bambus einen sehr deutlichen Eigengeschmack ab.

UMWELTGEDANKEN: Warum habt ihr euch für Trinkhalme aus Glas entschieden? Gehen die nicht schnell kaputt?

HALM: Trinkhalme aus Glas gehen genau so schnell kaputt wie unsere klassischen Trinkgläser. Mit 1,5 mm Wanddicke und dem extra-stabilen SCHOTT®-Spezialglas ist es überhaupt kein Problem auf den Halmen rumzubeißen oder diese als Stößel in Getränken zu nutzen. Glas und Edelstahl liegen in Punkten der Nachhaltigkeit und Wiederverwendbarkeit gleich auf, allerdings ist nur Glas im Vergleich komplett geschmacksneutral und erfüllt im Unterschied zu Silikon, Bambus oder speziellen Kunststoffhalmen hohe Hygienestandards. Im Gegensatz zu Edelstahl sieht man von außen auch, ob die Halme wirklich sauber geworden sind.

UMWELTGEDANKEN: Es gibt noch andere Anbieter für Trinkhalme aus Glas auf dem Markt. Warum sollen sich meine Leser für Trinkhalme von euch entscheiden?

HALM: Die meisten anderen Anbieter lassen in China in Handarbeit produzieren. Wir produzieren bei SCHOTT® in Deutschland und lassen die Halme vom Lebenshilfewerk in Neumünster einpacken. Borosilikatglas, so wie es zum Beispiel von STRAWGRACE verwendet wird, kann in diesen Größen nur in Handarbeit hergestellt werden. Von der Plakatkampagne bis zur Verpackung: Wir verzichten komplett auf die Verwendung von Mineralölen. Uns ist der ganzheitliche Ansatz sehr wichtig.

Mich haben die Antworten in Sachen Nachhaltigkeit überzeugt. Dich auch? HALM strebt außerdem an eine Firma mit Null Plastik Impact zu sein. Gerne mehr Unternehmen von dieser Sorte 🙂

© Anja Blumschein

© Anja Blumschein

Weiterführende Informationen

Ökologische Alternativen zu Strohhalmen aus Plastik im Vergleich
https://www.halm.co/de/wiederverwendbare-strohhalme-im-vergleich

Rezept Heidelbeer-Mandel-Smoothie

Zutaten: 2 Orangen, 2 Bananen, 50 g Heidelbeeren, 300 ml Mandelmilch, 20 g geschrotete Leinsamen

Zubereitung: Orangen und Bananen schälen. Dann zusammen mit den gewaschenen Heidelbeeren pürieren. Anschließend geschrotete Leinsamen hinzufügen und den Smoothie mit Mandelmilch auffüllen.

Jeder kann etwas gegen die Plastikstrohhalmflut machen. Schließt euch der Bewegung #StopSucking an und macht bei der Challenge mit.

Welche Trinkhalme verwendest du? Kennst du weitere nachhaltige Anbieter von ökologischen Trinkhalmen? Hinterlasse mir deinen wertvollen Kommentar.

Bitte teile den Beitrag, wenn er dir gefällt.

https://www.ecobrotbox.de/de/shop/zubehoer/eco-strohhalm/
2 Kommentare zu Plastikstrohhalme adé #StopSucking

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