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DIY Aloe Vera Leave-In Conditioner – Natürliche Zero-Waste-Haarpflege

Aloe Vera ist ein Allrounder in Sachen Gesundheit und Pflege und versorgt die Haare mit viel Feuchtigkeit. In diesem Beitrag zeige ich dir wie du einen natürlichen Aloe Vera Leave-In Conditioner selbst herstellen kannst.

Aloe Vera ist ein Allrounder in Sachen Gesundheit und Pflege und versorgt die Haare mit viel Feuchtigkeit. In diesem Beitrag zeige ich dir wie du einen natürlichen Aloe Vera Leave-In Conditioner selbst herstellen kannst.

Du brauchst dafür eine Aloe Vera Pflanze oder ein einzelnes Blatt (zum Beispiel aus dem Biosupermarkt) und Wasser. Wer mag kann noch ein beliebiges Öl dazugeben wie Kokosöl, Mandelöl oder Arganöl.

© juefraphoto – stock.adobe.com

 

Ich habe seit 1,5 Jahren eine Aloe Vera Pflanze (damals als Ableger bekommen) und möchte sie nun verwenden. Besser ist es sogar 3 Jahre zu warten bevor die Blätter geerntet werden.

So geht’s – Aloe Vera Leave-In Conditioner herstellen

Als erstes schneidest du ein äußeres Blatt von deiner Aloe-Pflanze ab. Nun stellst du das Blatt aufrecht in ein Gefäß und wartest bis die gelbliche Flüssigkeit vollständig abgelaufen ist (am besten über Nacht stehen lassen). Diese könnte sonst deine Haut reizen. Bei einem großen Blatt ist es sinnvoll dieses vorher in kleinere Abschnitte zu zerteilen.

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Anschließend wird das Mark, das Innere des Blattes, mit einem Messer oder einem Löffel aus der Schale gekratzt und mit einem Pürierstab oder Mixer zerkleinert (es geht auch mit einer Gabel, dauert nur länger). Das schäumt dann ein bisschen. Danach füllst du die gleiche Menge Wasser auf und schüttest alles durch ein Sieb in eine Sprühflasche (meine ist aus Plastik, weil ich die noch von damals aufgehoben hatte). Nun kannst du nach Belieben noch einige Tropfen eines pflegenden Öls hinzugeben (ich mache es ohne). Auch Honig oder Zitrone sind als Beigaben denkbar. Alles gut durchschütteln. Jetzt kannst du deinen Zero-Waste-Conditioner anwenden: Den Leave-In Conditioner auf das noch feuchte Haar aufsprühen und leicht einmassieren.

Aloe Vera Gel kann in Eiswürfelbehälter eingefroren werden

Mindestens eine Woche kannst du den Zero-Waste-Conditioner im Kühlschrank aufbewahren.

Es ist ratsam immer nur eine kleine Menge zu machen, je nachdem wie oft du deine Haare wäschst. Das Aloe Vera Gel lässt sich sehr gut in Eiswürfelbehältern einfrieren und dann immer nach Bedarf auftauen.

Ich würde mich freuen, wenn du den Aloe Vera Leave-In Conditioner auch mal ausprobierst. Jedenfalls bin ich jetzt begeistert von dieser Pflanze! Für mich die beste plastikfreie Lösung, da reines Öl nicht in Frage kommt.

Die Vorteile des Leave-In Conditioners lassen sich wie folgt beschreiben:

  • deine Haare werden mit Feuchtigkeit versorgt
  • die Kämmbarkeit deiner Haare wird verbessert
  • ökologisch, da kein Plastikabfall anfällt
  • ein Produkt mit natürlichen Inhaltsstoffen ohne Konservierungsstoffe und Silikone
  • einfach herzustellen

Was benutzt du als Leave-in Conditioner oder kommst du ohne aus? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Titelbilder: © Umweltgedanken

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Zero Waste Leave-In Conditioner
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Wie du dir in 5 Minuten ein transparentes Puder herstellst – plastikfrei und mit nur drei Zutaten

Seit einem Jahr benutze ich mein selbstgemachtes Puder und spare mir dadurch den Kauf von teurer Kosmetik. Außerdem kann ich damit auf unnötiges Plastik in meinem Leben verzichten und tue damit etwas für die Umwelt. Ich möchte dir heute zeigen wie du ein gut mattierendes plastikfreies Puder aus nur drei Zutaten – zwei davon befinden sich in jeder Küche – ganz einfach selbst mischen kannst.

Seit einem Jahr benutze ich mein selbstgemachtes Puder und spare mir dadurch den Kauf von teurer Kosmetik. Außerdem kann ich damit auf unnötiges Plastik in meinem Leben verzichten und tue damit etwas für die Umwelt. Ich möchte dir heute zeigen wie du ein gut mattierendes plastikfreies Puder aus nur drei Zutaten – zwei davon befinden sich in jeder Küche – ganz einfach selbst mischen kannst.

Mein erster Blogbeitrag im neuen Jahr soll dich motivieren etwas für die Umwelt zu tun. Wenn du bisher dachtest beim Schminken kannst du nicht auf Plastik verzichten, dann kann ich dich mit diesem Beitrag bestimmt vom Gegenteil überzeugen.

Das plastikfreie Puder besteht aus Maisstärke, Heilerde für die Haut und Zimtpulver. Maisstärke und Heilerde für die Haut bekommst du in Papierverpackungen und wenn du einen Unverpackt-Laden in deiner Nähe hast, kannst du dort auch Zimt lose kaufen. Achte noch darauf, dass du Cylon-Zimt nimmst und nicht den billigen Cassia-Zimt (musste eben auch erstmal auf mein Zimtdöschen schauen ;-)). Warum Cylon-Zimt besser ist, erfährst du unter der Anleitung im Infokasten.

Eine vorgeschriebene Mengenangabe je Zutat gibt es nicht. Du musst einfach selbst etwas experimentieren bis du die Mischung, die deinem Hautton entspricht, gefunden hast.

Für eine Portion brauchst du (Mengen können nach eigenem Belieben angepasst werden):

  • 1 verschließbares Glas oder eine Dose
  • 2 Teelöffel Maisstärke
  • 1 bis 2 Teelöffel Heilerde (z. B. Luvos hautfein, gibt es in jeder Drogerie)
  • 0,5 bis 1 Teelöffel Zimtpulver oder Kakao-Pulver zum Backen oder beides (Menge kann erhöht werden bis die gewünschte Farbnuance erreicht ist)

Die Zutaten durch ein kleines Sieb in das Gefäß füllen und gut mischen.

Zimt wirkt aufgrund der ätherischen Öle stimulierend. Der anregende Duft ist hauptsächlich beim Öffnen des Glases zu riechen und verfliegt auf der Haut. Im Altertum war Zimt auch ein begehrtes Aphrodisiakum.

Wenn du Zimt kaufst, solltest du Cylon-Zimt nehmen. Im Gegensatz zu Cassia-Zimt enthält dieser nur Spuren des potentiell schädlichen Pflanzenstoffs Cumarin. Dieser kann auch über die Haut gut aufgenommen werden. Übrigens Tonkobohnen und Datteln enthalten auch Cumarin.

Und Achtung! Nicht jeder verträgt Zimt: Die Anwendung kann allergische Hautreaktionen hervorrufen. Besonders Pollenallergiker sollten auf Zimt verzichten, da dieser in einigen Fällen Kreuzallergien auslöst. Wer mag kann anstatt Zimt auch Back-Kakao nehmen. Der Duft von Kakao ist auch sehr angenehm.

5 Gründe, warum ich plastikfreies Puder selber mache – und warum du es mir nachmachen solltest:

  1. Du sparst Verpackungsmüll und tust damit etwas für die Umwelt.
  2. Heilerde pflegt und beugt Hautunreinheiten vor.
  3. Zimt wirkt entzündungshemmend und desinfizierend (antibakteriell).
  4. Das Puder ist sehr kostengünstig und du kommst sehr lange mit den Einzelzutaten aus.
  5. Die Herstellung geht schnell und das Puder besteht aus natürlichen Zutaten.

Ich komme gut mit losem Puder zurecht. Wenn du bisher Kompaktpuder gewöhnt bist, musst du dich etwas umstellen. Du brauchst auch noch einen großen Pinsel zum Auftragen des Puders. Vor dem Auftragen klopfe ich den Puderpinsel am Glasrand etwas ab, damit überschüssiges Puder abfällt.

Ich freue mich, wenn du das plastikfreie Puder auch mal ausprobierst und mir berichtest. Schreib mir gerne einen Kommentar wie du es findest. Ganz viel Freude beim Ausprobieren!

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BPA-freie Trinkflaschen bei 720°DGREE + zwei Fragen an die Unternehmensgründer

Ich war im Juli zwei Wochen im Urlaub in der Normandie (Frankreich) und habe für euch drei Produkte von 720°DGREE getestet. Das Team von 720°DGREE hat es sich zur Aufgabe gemacht wiederverwendbare Produkte mit einem hohen Anspruch an Design und Funktionalität herzustellen und möchte damit gegen den täglichen Wahnsinn der Müllproduktion durch Plastikflaschen, Einweg-Kaffeebecher und Wegwerf-Essensbehälter ein Zeichen setzen.

Ich war im Juli zwei Wochen im Urlaub in der Normandie (Frankreich) und habe für euch drei Produkte von 720°DGREE getestet. Das Team von 720°DGREE hat es sich zur Aufgabe gemacht wiederverwendbare Produkte mit einem hohen Anspruch an Design und Funktionalität herzustellen und möchte damit gegen den täglichen Wahnsinn der Müllproduktion durch Plastikflaschen, Einweg-Kaffeebecher und Wegwerf-Essensbehälter ein Zeichen setzen.

Zero Waste Kaffee-To-Go-Becher

Edelstahl Kaffee-To-Go Becher von 720°DGREE mit 360 ° Trinköffnung
© Umweltgedanken

 

Statt ein eigenes dezentrales Netzwerk aufzubauen, hat sich das Unternehmen bewusst für den Vertrieb über Amazon entschieden. Ob der Vertrieb beim genannten Versandhändler nachhaltig ist – darüber will ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Was ich zu bemängeln habe, ist das Plastikfüllmaterial im Paket. Es wäre gut, wenn Unternehmen darauf Einfluss nehmen könnten, dass zumindest nachhaltiges Füllmaterial verwendet wird.

Aber nun zu den Produkten selbst:

Neben einem 650 ml Premium Isolierbehälter für warme oder kalte Speisen habe ich noch einen Edelstahl Kaffeebecher mit 1-Klick Öffnung und eine Trinkflasche aus dem Material Tritan-Copolyester (frei von BPA, BPS und Phthalaten) getestet.

Zero Waste Essensbehälter

Isolierbehälter zum Mitnehmen von warmen und kalten Speisen
© Umweltgedanken

 

Was sind BPA und BPS?

Bisphenol A (BPA) und der alternative Weichmacher Bisphenol S (BPS) führen laut einer Studie von Forschern der University of Calgary zu Veränderungen in der Gehirnentwicklung. Nachgewiesen wurde dies bei Zebrafischen, deren Gene unseren zu 80 % ähnlich sind. Die Veränderungen der Gehirnneuronen treten insbesondere in der pränatalen (der Geburt vorausgehenden) Phase auf und führen zu neurologischen Entwicklungsstörungen wie Hyperaktivität und Autismus.

Ähnlich wie BPA greift BPS speziell männliche Hormone an. Mehr über die negativen Auswirkungen von BPA auf die Gesundheit findest du in meinem Beitrag Kunststoffverpackungen vermeiden – Gesundheit schützen.

Produkte und Verpackungen, die BPS enthalten, werden gerne als BPA-frei gekennzeichnet, um als sicher zu gelten. Möglicherweise ist BPS aber genauso giftig wie BPA.

Ich finde Unternehmen gut, die sich an Alternativen versuchen. Nur bleibt abzuwarten, ob die Ersatzstoffe wie Tritan so viel weniger schädlich sind.

Trinkflasche ohne BPA

Auslaufsichere Tritan Trinkflasche mit integriertem Fruchtsieb
© Umweltgedanken

 

Ist Tritan gesundheitlich unbedenklich?

Tritan wurde 2007 von der US-Firma namens Eastman Chemicals hergestellt. Das Unternehmen wollte ein Material auf den Markt bringen, welches sich auch für Babyflaschen eignet. Laut Studien, die Eastman in Auftrag gegeben hat, ist Tritan unbedenklich und gibt keine hormonell oder östrogen wirksamen Substanzen ab.

Gegen die Verwendung von Trinkflaschen aus Tritan sprechen Studien von amerikanischen Forschern der University of Texas sowie der University of Missouri-Columbia, die zu dem Ergebnis kamen, das Tritan Trinkflaschen den Hormonhaushalt stören und eine östrogene Wirkung haben. Die beiden Studien seien 200-mal sensitiver als die mit denen die Gefahrlosigkeit von Tritan gezeigt wurde. Eastman klagte gegen die Veröffentlichung der Ergebnisse und bekam recht. Möglicherweise sind andere Verbindungen, die bei der Kunststoffproduktion hinzugegeben wurden, verantwortlich für die östrogene Wirkung, vermutet Wade Welshons von der University of Missouri-Columbia.

 

Trinkflasche aus Tritan – eine Alternative zu anderen Kunststoffflaschen?

Ich habe schon eine Trinkflasche aus Glas mit der ich sehr zufrieden bin, aber für Wanderungen oder beim Joggen ist eine leichte Kunststoffflasche komfortabler. Die „uberBottle“ von 720°DGREE ist auslaufsicher und praktisch, doch bin ich mir unsicher, ob das Material Tritan angesichts der oben genannten negativen Studien wirklich so unbedenklich ist.

 

Der Premium Isolierbehälter hat mich überzeugt

Zero Waste Isolierbehälter

Praktischer Edelstahl Essensbehälter von 720°DGREE für unterwegs
© Umweltgedanken

 

Ob im Büro, beim Picknick oder auf Reisen: Mit dem auslaufsicheren Isolierbehälter bleiben deine Speisen dank Doppelwand Vakuum mit zusätzlicher Kupferschicht lange warm oder kalt. Mit dem wiederverwendbaren Essensbehälter trägst du aktiv dazu bei Verpackungsmüll zu reduzieren.

Ich habe zu einem Ausflug in ein Naturschutzgebiet bei Ouistreham einen exotischen Reissalat mit Datteln und Cashewkernen mitgenommen. Morgens in den Isolierbehälter eingefüllt, war dieser auch noch am Nachmittag richtig schön kalt. Der Hersteller verspricht, dass der Isolierbehälter aus gesundheitlich unbedenklichen 18/8 Edelstahl bis zu 24 Stunden kühlt und bis zu 12 Stunden warmhält.

18/8 Edelstahl wird gerne in der Gastronomie und in der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt. Die Ziffernfolge 18/8 bedeutet, dass 18 % Chrom, 8 % Nickel und 74 % Stahl enthalten sind. Wenn eine Legierung mindestens 13 % Chrom enthält, darf der Stahl als rostfrei bezeichnet werden. Aufgrund des Nickelanteils ist der Stahl zudem widerstandsfähig gegenüber Säuren.

 

Der Isolier-Kaffeebecher hält was er verspricht

Wiederverwendbarer Kaffee-To-Go Becher

Wiederverwendbare Kaffee-To-Go Becher sind umweltfreundlicher
© Umweltgedanken

 

Auch der Kaffee-To-Go Becher von 720°DGREE hat mich überzeugt. Das Getränk, in meinem Fall Kaffee, bleibt mindestens 5 Stunden heiß. Der Becher ist auslaufsicher und durch den praktischen 1-Klick-Deckel leicht zu öffnen. Leider ist es schlecht zu erkennen, ob der Becher geöffnet oder geschlossen ist. Hilfreich wäre hier eine Markierung, an der man sehen kann, ob der Becher offen ist.

 

Zwei Fragen an die Gründer von 720°DGREE

 

720°DGREE engagiert sich für den Brunnenbau in Gebieten mit Wasserknappheit. Wie sieht euer Engagement genau aus? Arbeitet ihr vor Ort mit Partnern zusammen?

Wir arbeiten hier direkt mit der Neven Subotic Stiftung zusammen. Diese haben über ihr Netzwerk schon viel Erfahrung in Äthiopien gesammelt und somit die Expertise vor Ort. Zusätzlich zur allgemeinen Aktion, dass wir die Neven Subotic Stiftung unterstützen, haben wir nun bis Ende des Jahres die #GiveWater2All Sonderedition uberBottle aufgesetzt. Jegliche Überschüsse, die hier zusammenkommen, werden direkt gespendet, um in 2018 genug Geld für mindestens einen 720°DGREE Brunnen gesammelt zu haben.

 

Sind weitere nachhaltige Projekte geplant, die ihr in Zukunft unterstützen wollt?

Wir haben zur Weihnachtszeit einige soziale Einrichtungen wie Kinderheime, den Kinderschutzbund, etc. in Deutschland mit Produkten unterstützt, welche nicht mehr verkaufsfähig waren, da die Verpackung z. B. beschädigt war. Auf Instagram posten wir regelmäßig Stories hierzu. Weiterhin möchten wir in Zukunft sogenannte Strandsäuberungs-Aktionen unterstützen, damit angeschwemmter Müll ordentlich weggeräumt wird. Hier sind wir jedoch noch ganz am Anfang und freuen uns jederzeit über Hinweise, welche Organisationen wir am besten unterstützen sollten.

 

Wenn du mehr über 720°DGREE erfahren möchtest, besuche den Onlineshop oder die Webseite.

Mehr Informationen zur Neven Subotic Stiftung, die sich dafür einsetzt, dass Menschen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen haben, bekommst du hier.

Haben dir die Produkte von 720°DGREE gefallen? Was denkst du über das innovative Material Tritan als Alternative zu Polycarbonat-Kunststoffen?

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„Unilever, räum auf!“ – ein Konzern, zwei Gesichter

Nach der Schulzeit die Perspektive wechseln, ins Berufsleben hineinschnuppern und soziales Engagement zeigen: Das waren Sarah’s Motive für ihren weltwärts-Freiwilligendienst in Indien. Die umweltpolitische Organisation „The Other Media“ in Chennai ist jetzt für ein Jahr ihre Arbeitsstelle.

Nach der Schulzeit die Perspektive wechseln, ins Berufsleben hineinschnuppern und soziales Engagement zeigen: Das waren Sarah’s Motive für ihren weltwärts-Freiwilligendienst in Indien. Die umweltpolitische Organisation „The Other Media“ in Chennai ist jetzt für ein Jahr ihre Arbeitsstelle.

Was sie hier alles unternimmt, erfährst du auf ihrem Blog. Die Perspektive wechseln: Das heißt auch bisherige Auffassungen über Bord werfen zu müssen. Das hat Sarah am Beispiel „Unilever“ gemerkt.

Unilevers Doppelmoral zwischen Europa und Indien

Zwei Milliarden Menschen aus über 190 Ländern nutzen täglich ein Unilever-Produkt (Unilever). Bei mir gab es zum Beispiel in Deutschland keinen Filmeabend ohne mein Lieblingseis von Ben & Jerry’s. Die Trendmarke ist seit dem Jahr 2000 Tochter des Weltkonzerns. Dass auf den Eisbechern Werbung für Flüchtlingshilfe gemacht wird und zum Klimaschutz durch Kohleausstieg aufgefordert wird, hat mir beim Naschen auch gleich noch ein gutes Gewissen verschafft.

In der Marketingstrategie umd im Unternehmenskonzept von Unilever nehmen Social Responsibility und Nachhaltigkeit einen übergeordneten Stellenwert ein. Mit dem Unilever Sustainable Living Plan aus dem Jahr 2010 will sich Unilever für nachhaltiges Wachstum einsetzen. Im Jahr 2015 gewann Unilever-CEO Paul Polman die höchste Umweltauszeichnung der Vereinten Nationen: den „Champion of the Earth“- Award. Doch dieses positive Bild, das ich in Europa von Unilever hatte, habe ich während meines Freiwilligendienstes in Indien gründlich überdacht.

Kodaikanal, the „Gift of the Forest“ oder eher “Gift“ für den „Forest“?

Die umweltpolitische Organisation „The Other Media“ aus Chennai, bei der ich für zwölf Monate im Rahmen des weltwärts-Freiwilligendienstes arbeite, setzt sich für das Schicksal der südindischen Stadt Kodaikanal ein. Kodaikanal ist eine wunderschöne Bergstadt in den Western Ghats und ein beliebtes Urlaubsziel. Der Name bedeutet übersetzt „Geschenk des Waldes“. Nicht weit entfernt sind der Lake Kodaikanal sowie der Pambar Shola Forest, der zum Kodaikanal Wildlife Sanctuary gehört. In diesem Naturschutzgebiet sind mindestens 17 Tier- und Pflanzenarten heimisch, die auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen.

Doch nicht umsonst gelten die Western Ghats als einer der 35 weltweit ausgewiesenen Biodiversitäts-Hotspotregionen mit einer hohen Artenvielfalt, die zugleich in besonderem Maße bedroht sind (Conservation International). Kodaikanals Bewohner und die Umwelt leiden seit über 30 Jahren unter der Quecksilber -Schadstoffbelastung , ausgehend von einer ehemaligen Thermometerfabrik, im Besitz von Hindustan Unilever. Boden- und Gewässerproben aus der Umgebung liefern stark erhöhte Quecksilberwerte, die erwiesenermaßen Ursache für gesundheitliche Schäden sind: Die World Health Organisation nennt Quecksilber-Vergiftung als einen der „Major Public Health Concerns“.

Wie konnte es in einem Naturschutzgebiet dazu kommen?

1983 wurde die Thermometerfabrik in Kodaikanal eröffnet. Ehemalige Arbeiter berichteten über die Zustände in der Fabrik, wo sie arglos mit den Quecksilberresten spielten, ohne dass sie über Gesundheitsrisiken und Schutzvorkehrungen Bescheid wussten. Im Jahr 2001 entdeckten Anwohner auf einem nahegelegenen Schrottplatz Schutthaufen zersplitterter Quecksilberthermometer, abgeladen von der Fabrik. Auch auf dem Fabrikgelände wurden illegale Ablagerungen gefunden. Auf Druck der staatlichen Behörden wurde die Fabrik geschlossen (kodaimercury.org). Was blieb, waren die Quecksilberrückstände.

Kodaikanal Quecksilber

Von 1983 bis 2001 wurde in Kodaikanal hochgiftiges Quecksilber in einer Thermometer-Fabrik verarbeitet
© The Other Media

Unilever weigert sich bis heute die Umwelt rund um Kodaikanal zu angemessen Standards von Quecksilber reinigen zu lassen. Zum Vergleich: In Deutschland gilt gemäß Bundesbodenschutzverordnung ein Quecksilber-Vorsorgewert von 0,1 mg/kg (Bodenart Sand). In Indien will Unilever einen Säuberungsstandard von 25 mg/kg durchsetzen. In einem ökologisch sensiblen Gebiet wie dem Pambar Shola Forest ist das inakzeptabel, und vor allem nicht vereinbar mit Unilevers Anspruch: „Wirtschaftliches Wachstum darf nicht auf Kosten der Menschen und des Planeten erfolgen.“ Wie kann Unilever diese Doppelmoral rechtfertigen:in Europa als Vorreiter der Nachhaltigkeit, in Indien als Verbreiter von giftigen Substanzen?

Auch die ehemaligen Arbeiter aus der Fabrik mussten für eine angemessene Entschädigung jahrelang kämpfen. Unter den gesundheitlichen Folgen leiden Familien in Kodaikanal noch heute und die Liste der durch Quecksilber verursachten Gesundheitsschäden ist lang: Organversagen, Zahnausfall, Neurologische Störungen uvm. Besonders schockierend ist die Auswirkung auf ungeborene Kinder im Mutterleib, die mit Fehlbildungen zur Welt kommen.

Erst eine lebhafte Kampagne rund um einen extra für Kodaikanal geschriebenen Rap-Song erzeugte den medialen Druck, der Unilever zu einer Einigung mit den Arbeitern zwang. Weltweit waren Unilever-Kunden durch „Kodaikanal Won’t“ auf diese Umweltsünde aufmerksam geworden und nahmen an einer Petition teil.

Die Kampagne „Unilever, räum auf!“

Der neue Rap „Kodaikanal still Won’t“ von Sofia Ashraf, TM Krishna and Amrit Rao soll jetzt auch den Kampf für die Umwelt beenden. Wenn sich wieder weltweit Menschen zusammentun, die Kampagne unterstützen und fordern: „Unilever, räum auf!“, kann sich der Konzern seiner Verantwortung und selbstauferlegten Verpflichtung zum Schutz der Umwelt nicht mehr entziehen.

Viele Organisation, darunter auch die Bürgerbewegung WeMove Europe haben sich schon der Kampagne angeschlossen.

Ich freue mich, wenn auch du einen Beitrag für Kodaikanal leisten willst: Unterschreibe die Petition, höre den Rap-Song „Kodaikanal still won‘t“ und erzähle deinen Freunden von Kodaikanal. Denn neben dem Perspektive wechseln habe ich hier in Indien auch in Sachen soziales Engagement noch etwas gelernt: Dass es manchmal ganz einfach ist und jeder kleine Beitrag zählt!

Weiterführende Informationen

Du möchtest mehr über die Umweltorganisation The Other Media erfahren? Dann schau auf der Webseite von The Other Media vorbei.

Titelbild: Kodai Hills von Hareey3. Lizenz: CC-BY-SA-4.0

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Entdecke jetzt 9 einfache Regeln für nachhaltigen Fischkonsum

Die Lage der Fischbestände in den Weltmeeren ist besorgniserregend. Ich verrate dir zunächst die Gründe warum nachhaltige Fischerei wichtig ist. Anschließend gebe ich dir 9 Regeln mit auf den Weg, die du zukünftig bei deinem Fischkonsum beachten kannst.

Die Lage der Fischbestände in den Weltmeeren ist besorgniserregend. Ich verrate dir zunächst die Gründe warum nachhaltige Fischerei wichtig ist. Anschließend gebe ich dir 9 Regeln mit auf den Weg, die du zukünftig bei deinem Fischkonsum beachten kannst.

Warum ist nachhaltige Fischerei wichtig?

Immer mehr Menschen essen immer öfter Fisch. Das ist daran zu erkennen, dass sich der Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch als Nahrungsmittel in den letzten 50 Jahren verdoppelt hat. Die langjährige Übernutzung der Meere hat dazu geführt, dass laut Welternährungsorganisation (FAO) weltweit 29 % der Fischbestände überfischt und 61 % bis an die Grenzen überfischt sind. Im Mittelmeer sind laut WWF sogar unglaubliche 93 % überfischt. Dadurch sind viele Fischarten vom Aussterben bedroht.

Weitere Opfer des konventionellen Fischfangs sind Wale, Delfine, Haie und Meeresschildkröten, die sich in den Netzen und Langleinen als Beifang verheddern und qualvoll sterben. Gemäß WWF zerstören vor allem grundberührende Fanggeräte auf der Jagd nach Scholle, Seezunge und Krabben durch das Umpflügen das empfindliche Ökosystem Meeresboden. Es sind aber nicht nur die Tiere, die als Beifang verenden, sondern 800 Millionen Menschen leben von der Fischerei und sind insbesondere in den Entwicklungsländern wegen der Überfischung in ihrer Existenz bedroht. Für viele ist Fisch nicht nur eine Einnahmequelle, sondern auch ein wichtiges Nahrungsmittel.

Als Verbraucher kannst du etwas gegen illegale und umweltzerstörerische Fangmethoden tun, denn die Nachfrage nach nachhaltig gefangenen Fisch bestimmt das Angebot. Nachfolgend gebe ich dir 9 wichtige Regeln mit auf den Weg wie du Fisch bewusster konsumieren kannst und damit vom Aussterben bedrohte Fischarten rettest.

9 Regeln für nachhaltigen Fischkonsum

Regel 1

Achte auf Nachhaltigkeitszertifikate. Für Fisch aus Zucht kannst du auf die Siegel von Bioland, Naturland und vom ASC (Aquaculture Stewardship Council) bei Verwendung gentechnikfreier Futtermittel achten. Bei Wildfisch gilt das MSC-Siegel einen Hinweis auf nachhaltige Fischerei. Wie bei vielen Zertifizierungen gibt es auch hier Kritik an bestimmten Siegeln. So fordert der WWF, dass die Anforderungen beim MSC-Siegel nachgebessert werden.

Regel 2

Kaufe nur Fische, die der WWF mit Hilfe eines Ampelsystems als „Gute Wahl“ einstuft.
Mit Hilfe des WWF-Ratgebers „Fische & Meeresfrüchte“ solltest du dich nur für Fische mit der Kennzeichnung „Gute Wahl“ entscheiden. Es gibt noch „Zweite Wahl“ und „Lieber nicht“. Den WWF-Einkaufsratgeber gibt es für unterwegs auch als App. Laut WWF werden kaum uneingeschränkt Fischarten zum Kauf empfohlen. Lediglich Karpfen und Afrikanischer Wels können ohne schlechtes Gewissen konsumiert werden. Bei vielen Fischarten kommt es auf die Herkunft an. Zum Beispiel ist Zander aus deutscher, niederländischer oder dänischer Zucht empfehlenswert, während Wildfang zum Beispiel aus Estland oder Kasachstan gemieden werden sollte.

Aal, Rochen, Hai, Granatbarsch und Schnapper sind immer rot!

Regel 3

Auch Greenpeace hat einen Einkaufsratgeber herausgegeben. Demnach ist Karpfen in Ordnung sowie Hering und Afrikanischer Wels, wobei bei den beiden letztgenannten auch kritische Ausnahmen bestehen, die du lieber meiden solltest.

Regel 4

Da Deutschland rund 90 % des Fisches importiert (Fisch-Informationszentrum e. V.) ist es ohnehin wichtig Fisch nur als nichtalltägliche Delikatesse zu genießen und wertzuschätzen. Der Schweizer Verein fair-fish empfiehlt wenn überhaupt nur einmal pro Monat Fisch zu essen.

Regel 5

Konsumiere keine vom Aussterben bedrohte oder kritische Fischarten. Verzichte zum Beispiel auf Aal, Dornhai (Schillerlocken), Rotbarsch, Steinbutt und Steinbeißer. Welcher Handel bedrohte oder kritische Fischarten im Angebot hat kannst du im WWF Bericht „Nicht im Trüben fischen“ nachlesen.

Regel 6

Ernährungsexperten raten ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen. Wir müssen Fisch jedoch nicht essen um gesund zu bleiben. Eiweiß ist auch in Hülsenfrüchten enthalten und Jod in Speisesalz. Auch wegen der Omega-3-Fettsäuren wird Fisch häufig empfohlen. Besonders fette Fischarten wie Lachs, Makrele, Thunfisch oder Hering enthalten viele der Omega-3-Fettsäuren, die der Körper selbst nicht bilden kann, welche aber beispielsweise für die Gehirnleistung und muskelaufbaubauende Prozesse im Körper bedeutend sind. Alternativen sind Walnüsse, Mandeln und Leinöl. Mehr über Omega-3-Fettsäuren kannst du in meinem Artikel über Leinsamen als regionale Superfood-Alternative nachlesen.

Regel 7

Beim Thunfischfang werden auch Delphine getötet. Daher achte auf das Siegel des Delfin-Schutzprogramms SAFE. Durch das 1990 ins Leben gerufene Programm SAFE werden heute über 90 % des weltweiten Handels in Europa, Kanada, Australien und in den USA kontrolliert. Laut der Gesellschaft zur Rettung der Delfine (GRD) werden dadurch jedes Jahr 80.000 bis 100.000 Delfine vom grausamen Tod als Beifang im Fischernetz verschont. Delfine dürfen auf der Fangfahrt weder gejagt noch mit Netzen umkreist werden. Treibnetze dürfen gar nicht zum Einsatz kommen. Außerdem sollen die dem SAFE-Programm angeschlossenen Fischereien auf den Fang von Jungthunfischen verzichten und diese wie alle anderen Beifangarten wieder freilassen. SAFE ist somit das wirkungsvollste Delfinschutzprogramm der Welt. Ohne das SAFE-Programm wären die im tropischen Ostpazifik heimischen Schlank- und Spinnerdelfinpopulationen schon ausgestorben.

Regel 8

Wenn du Fisch außerhalb essen gehst achte darauf, dass das Restaurant Fisch aus nachhaltiger Fischerei anbietet. Einen Anhaltspunkt für grüne Restaurant liefert dir die Webseite von Greentable – die 2014 gegründete Plattform für nachhaltiges Essen in Restaurants.

Regel 9

Garnelen am besten nur aus ökologisch zertifizierter Zucht kaufen, denn Garnelen aus konventioneller Aquakultur sind meist mit Pestiziden und Antibiotika belastet. Zudem werden für die Zucht oftmals Mangrovenwälder gerodet, die aber die Küsten vor Erosion und Überschwemmungen schützen sollen. Farmen, die zum Beispiel das Naturland-Siegel tragen investieren in die Wiederaufforstung der Mangrovenwälder, die auch als Regenwälder der Küsten gelten.

Mehr Informationen zum Thema nachhaltiger Fischkonsum

Naturland Broschüre Mit gutem Gewissen genießen – Fisch und Meeresfrüchte

Worauf achtest du beim Einkauf von Fisch? Denkst du, dass wir überhaupt noch Fisch essen sollten angesichts der erschreckenden Umweltauswirkungen des Fischfangs? Ich freue mich auf deinen wertvollen Kommentar.

Titelbild: © curto – Fotolia.com

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Wie du als Lebensmittelretter unsere Ressourcen schützen kannst

Jeder von uns wirft pro Jahr etwa 55 Kilogramm Lebensmittel weg. Fast die Hälfte davon wird als vermeidbar eingeschätzt. Der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ins Leben gerufene Zu gut für die Tonne!-Bundespreis greift das Thema Lebensmittelverschwendung auf und sucht deinen #EinfallGegenAbfall.

Jeder von uns wirft pro Jahr etwa 55 Kilogramm Lebensmittel weg. Fast die Hälfte davon wird als vermeidbar eingeschätzt. Der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ins Leben gerufene Zu gut für die Tonne!-Bundespreis greift das Thema Lebensmittelverschwendung auf und sucht deinen #EinfallGegenAbfall.

 

Wieder zu viel eingekauft und nicht rechtzeitig verbraucht? Laut BMEL landen in Deutschland jährlich 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Die größten Verschwender sind die Verbraucher, aber auch in Supermärkten, Bäckereien und Restaurants landen noch essbare Nahrungsmittel in der Tonne. In den Statistiken überhaupt nicht berücksichtigt sind die Lebensmittel, die auf Äckern liegen bleiben, weil sie nicht der Norm entsprechen.

 

Der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung

In den letzten Jahren haben sich daher immer mehr Initiativen gegründet, die gegen die Lebensmittelverschwendung kämpfen. So können Restaurantabfälle zum Beispiel mit der App Too Good to Go verteilt werden. Brotabfälle aus Bäckereien können mittlerweile einer Weiterverwertung zugeführt werden: Die Firma Knödelkult stellt aus altem Brot Knödel im Glas her, die dann, in Scheiben geschnitten, angebraten werden können. Aus Brotresten entsteht auch schon Bier. In vielen Städten gibt es sogenannte Essensretter, die noch brauchbare Lebensmittel aus Geschäften abholen und verteilen.

 

Den Gesamtprozess betrachten

Da wir auch Lebensmittel von anderen Kontinenten essen, sind die Auswirkungen weltweit zu spüren, wenn wir Lebensmittel verschwenden. Verschwendet werden nicht nur die eigentlichen Lebensmittel, sondern es werden im gesamten Herstellungsprozess wertvolle Ressourcen verbraucht. Für ein Kilo Äpfel sind zum Beispiel mehr als 800 Liter Wasser notwendig, dazu Dünger, Energie und Anbauflächen.

 

Deutschland hat sich verpflichtet die Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren

Deutschland hat sich aufgrund der hohen Ressourcenverschwendung, die immer mehr zunimmt, verpflichtet, die Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2030 um bis zu 50 % zu reduzieren. Das ist ein ehrgeiziges Ziel, das wir nur mit klaren Zielvorgaben und Zuständigkeiten erreichen.

Frankreich hat Anfang 2016 beispielsweise ein Gesetz verabschiedet, das größeren Supermärkten (ab 400 m²) verbietet, unverkaufte aber genießbare Lebensmittel in den Müll zu werfen. Vielmehr sollen die Lebensmittel gespendet, zu Tiernahrung oder kompostiert beziehungsweise zur Energiegewinnung verwendet werden. Ein guter Ansatz!

 

Mach mit beim Zu gut für die Tonne!-Bundespreis

Weil das Thema Ressourcenschutz von sehr hoher Bedeutung ist, vergibt das BMEL seit ein paar Jahren einen Preis an Unternehmen, Privatpersonen, Kommunen, Nichtregierungsorganisationen oder Bürgerinitiativen für vorbildliche Aktionen rund um das Thema Lebensmittelverschwendung. Wenn du eine Idee hast, wie du Lebensmittel retten kannst, bewirb dich noch bis zum 31. Oktober 2018 für den Zu gut für die Tonne!-Bundespreis.

In der Kategorie Gastronomie hat 2017 das Berliner Restaurant Restlos glücklich, das komplett aus Resten kocht, gewonnen. Den Bundespreis 2018 in der Kategorie Handel gewann der Laden und Onlineshop SirPlus, der Lebensmittel anbietet, die im Handel nicht mehr verkauft werden dürfen.

 

Der Laden und Onlinehandel SirPlus gewann in der Kategorie Handel 2018 den Zu gut für die Tonne!-Bundespreis (© BMEL/Christof Rieken)

 

4 Tipps wie du Lebensmittel retten kannst

  • Bewusster einkaufen: Du kannst einen Essensplan für die ganze Woche schreiben. Das mache ich immer so. Ich kaufe dann nur die Dinge, die auf dem Einkaufszettel stehen. Seitdem werfen wir kaum noch Lebensmittel weg.
  • Achte auf die richtige Lagerung der Lebensmittel: Zum Beispiel solltest du Tomaten und Äpfel getrennt von anderen Obst- und Gemüsesorten lagern. Das enthaltende Ethylengas könnte sonst zur schnelleren Reifung führen.
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum: Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, sind oft noch lange genießbar.
  • Schließe dich in deiner Stadt einer Essensretter- oder Foodsharing-Initiative an.

Mehr Informationen zum Thema Lebensmittelverschwendung

Dokumentarfilm „Taste the Waste“ von Valentin Thurn

https://www.lebensmittelwertschaetzen.de/

Studie: Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland

WWF Studie: Das große Wegschmeißen

Foodsharing Initiative

 

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) entstanden.

Titelbild: ©highwaystarz

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