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Zero Waste im Alltag Teil 1: Haarpflege

Ich wasche schon seit zwei Jahren meine Haare mit festem Shampoo. Du erfährst in diesem Beitrag welche empfehlenswerten Anbieter für Zero Waste Shampoo es gibt und welche Produkte sich bei mir bewährt haben.

Ich wasche schon seit zwei Jahren meine Haare mit festem Shampoo. Du erfährst in diesem Beitrag welche empfehlenswerten Anbieter für Zero Waste Shampoo es gibt und welche Produkte sich bei mir bewährt haben.

Warum wasche ich meine Haare mit festem Shampoo?

Der Hauptgrund warum ich das mache, ist die Vermeidung von Plastikverpackungen. Außerdem enthalten meine festen Shampoos keine Parabene, Silikone oder Erdölprodukte. Oft enthalten diese auch nicht so scharfe Tenside wie konventionelles Shampoo aus der Drogerie oder vom Friseur. Meine derzeitigen Lieblingsanbieter, Sauberkunst und Rosenrot, bei denen ich momentan mein festes Shampoo kaufe, benutzen das Tensid Sodium Lauryl Sulfoacetate (SLSA). Ich habe dir die Anbieter weiter unten verlinkt. Update 12.07.2018 Ich benutze aktuell das feste Shampoo (und auch die Körperseifen) von der Naturseifen Manufaktur Uckermark (Tensid ist SLSA und SCI) und bin super zufrieden!

Sodium Lauryl Sulfoacetate, unter Verbrauchern kurz SLSA genannt, ist ein ecozertifiziertes Tensid auf Basis von Fettsäuren aus meistens Kokosöl (kann aber auch aus Palmöl hergestellt werden). Es ist milder im Vergleich zum in der konventionellen Kosmetikindustrie verwendeten und kostengünstigeren Sodium Lauryl Sulfate.

Feste Shampoos sind keine Haarseifen! Seifen werden mit Natronlauge angesetzt und haben einen gruseligen pH-Wert für unsere Haare. Marion Garz, Naturfriseur

Mit Haarseifen bin ich nicht zurecht gekommen und meine Haare wirkten fettig. Ich hatte aber auch keine Geduld. Viele sagen, dass sich das mit der Zeit reguliert.

Ich kaufe mir das feste Shampoo entweder im Unverpackt-Laden oder im Onlineshop der jeweiligen Manufaktur. Wenn ich online bestelle, dann immer gleich eine größere Menge, damit der Versand gerechtfertigt ist. Ich achte darauf, dass alles plastikfrei geliefert wird. Ich habe zwei Lieblingsanbieter für festes Shampoo (Sauberkunst und Rosenrot), die ich euch weiter unten verlinken werde. Den ersten Anbieter nutze ich seit zwei Jahren und bin nun zu dem anderen Anbieter gewechselt. Obwohl ich den auch schon länger kannte, denn die Shampoo Bars gibt es bei uns im Unverpackt-Laden. Update 12.07.2018 Ich nutze ab jetzt die festen Shampoos von der Naturseifen Manufaktur Uckermark (sind für meine Haare am besten).

Lush stellt zum Beispiel auch festes Shampoo her, doch würde ich davon abraten, da darin größtenteils bedenkliche Substanzen enthalten sind. In den Lush Solidshampoos ist das Tensid Sodium Lauryl Sulfate enthalten. Außerdem kann zum Beispeil Alpha-Isomethyl Ionone enthalten sein. Das ist ein Duftstoff, der Allergien auslösen kann. Dieser Stoff ist allerdings auch in Shampoo Bars von Sauberkunst enthalten. Einige Shampoo Bars von Lush enthalten leider auch Parabene und Polyethylenglycol (PEG). Und wer auf Naturkosmetik und gute Inhaltstoffe wert legt, sollte besser zu Rosenrot, oder anderen Naturkosmetikanbietern greifen beziehungsweise ganz genau die Inhaltstoffe von den Lush Shampoo Bars studieren (da gibt es erhebliche Unterschiede).

Es gibt noch festes Shampoo von Lamazuna, welches ich aber bisher nicht getestet habe. Darin ist das Tensid Sodium Cocoyl Isothioniate (SCI) enthalten, das sulfatfrei und eine milde Alternative zu SLSA ist. Es besteht ebenso aus natürlichen Fettsäuren des Kokosöls. Allerdings sind Glycerin und Stearinsäure enthalten. Die können aus Palmöl stammen. Es gibt aber auch palmölfreies Glyzerin, wie es Sauberkunst zum Beispiel verwendet.

Folgende feste Shampoos, die ohne Plastikverpackung auskommen, habe ich noch gefunden, aber noch nicht getestet:

  • Marion Garz – your loving nature (ohne Alkohol, Onlineshop, aber auch Salon & Shop in Berlin-Mitte, Naturfriseur, Shampoo Bars in Dose und als Refill & festes leave-in Pflege Konzentrat)
  • Rapunzel festes Shampookonzentrat (Tensid ist SLSA)
  • Natural & Pure Solids (Shampoo-Stein Tensid ist SLSA, Shampoo Bar Tensid ist sulfatfrei)
Zero Waste Haare waschen

Festes Shampoo (links) und Conditioner (rechts) von Rosenrot
© Anja Blumschein

Preise (23.04.2018)

  • Rosenrot (vegan, außer Honig) 8,99 Euro / 55 g (festes Shampoo mit Pappschachtel oder in Zellglas)
  • Sauberkunst (vegan) 5,50 Euro / 45 g
  • Marion Garz – your loving nature 12,00 Euro / 50 g (Refill)
  • Naturseifen Manufaktur Uckermark (vegan) 7,00 bis 8,00 Euro / 55 g
  • Natural & Pure Solids (vegan) Shampoo-Stein 7,50 Euro / 50 g; Shampoo Bar (sulfatfrei) 8,50 Euro / 70 g
  • Lamazuna (vegan) 9,90 Euro / 55 g
  • Schwesterchen Shampookonzentrat Rapunzel 14,40 Euro / 80 g
  • Lush (vegan) 8,95 Euro / 55 g

Andere Alternativen wie selbsthergestelltes Kastanienshampoo habe ich noch nicht ausprobiert – kann ich mir aber sehr gut vorstellen, da in Kastanien waschaktive Substanzen, sogenannte Saponine, enthalten sind. Das Kastanienshampoo wird ähnlich wie das Kastanienwaschmittel hergestellt. Vielleicht hast du mit einem Kastanien-Shampoo Erfahrungen und magst sie mir in einem Kommentar schreiben?

Alle Vorteile von festem Shampoo auf einen Blick:

  • Ergiebiger: Ein Stück festes Shampoo (45 g bis 55 g) reicht etwa so lange wie zwei bis drei der üblichen Shampooflaschen je nach Waschhäufigkeit.
  • Platzsparender: Auf Reisen nimmt das feste Shampoo weniger Platz im Gepäck ein. Und es hat auch ein geringeres Gewicht.
  • Mitnahme im Flugzeug: Keine Mengenbeschränkung wie bei flüssigem Shampoo.
  • Weniger Müll: Du kannst Plastik vermeiden und sparst viel unnötigen Müll.
Zero Waste Haarpflege

Feste Shampoos von Rosenrot (Sorten Kokos-Meersalz und Walnuss)
© Anja Blumschein

Fester Conditioner als Pflegespülung

Lange war ich auf der Suche nach einer plastikfreien Alternative, die meine Haare nach dem Waschen entwirrt, die Kämmbarkeit verbessert und meine Haare glänzender aussehen lässt. Meine schulterlangen Haare haben sich nach der Haarwäsche mit den Shampoo Bars von Sauberkunst oft stumpf und verfilzt angefühlt. Ich habe sie mit der Bürste kaum durchbekommen. Dann habe ich vor ein paar Wochen feste Conditioner Bits gefunden, die dazu sogar noch aus natürlichen Substanzen sind. Die funktionieren wie das Shampoo. Der Conditioner wird in die Spitzen und Längen massiert und nach einer kurzen Einwirkzeit wieder ausgespült. Die habe ich bis jetzt nur bei Rosenrot gefunden. Das war auch mit ein Grund warum ich den Anbieter jetzt gewechselt habe. Rosenrot gefällt mir von den Inhaltsstoffen aber auch besser.

Zusätzliche Geschmeidigkeit und Glanz erreichst du mit einer Apfelessig-Spülung, die du gelegentlich machen kannst. Aber nicht so oft, denn bei einem Shampookonzentrat brauchst du eine saure Rinse normalerweise nicht, nur bei Haarseifen. Für die Rinse 1 EL Apfelessig mit 1 Liter warmen Wasser mischen. Alternativ geht auch Zitronensaft, wenn du den Essiggeruch nicht magst.

Noch ein Tipp: Für unterwegs nutze ich ein kleines Organza-Säckchen zum Verstauen der Seife (das lag noch bei mir herum). Damit kann ich das Shampoo und den Conditioner auch gut zum Trocknen aufhängen. Es eignen sich aber auch Gläser, Dosen oder andere Stoffsäckchen.

Zero Waste unterwegs

Festes Shampoo auf Reisen in einem Säckchen verstauen
© Anja Blumschein

Weitere Zero Waste Pflegeprodukte

Wenn meine Haare eine extra Pflegeportion brauchen, mache ich mir eine Roggenmehl-Haarkur. Dazu 3 EL Roggenmehl mit Wasser zu einer Paste verrühren und auf das gewaschene Haar auftragen, eine kurze Zeit lang einwirken lassen und dann ausspülen. Das mache ich aber selten. Anfangs habe ich auch versucht meine Haare komplett mit Roggenmehl zu waschen. Das war mir jedoch zu unpraktisch, da ich sehr häufig Haare wasche und keine Lust hatte jedes Mal das Roggenmehl-Shampoo anzurühren. Außerdem musst du hinterher immer die Dusche oder Badewanne von den Resten reinigen.

Auch eine Pflege mit Arganöl und/oder Jojobaöl wirkt gegen trockenes und brüchiges Haar. Arganöl wirkt auch als Hitzeschutz beim Fönen. Einfach 1 bis 2 Tropfen nach der Haarwäsche ins feuchte Haar (Längen und Spitzen) auftragen.

Bei Marion Garz – your loving nature gibt es eine schnelle Pflege gegen Trockenheit: ein festes leave-in Pflege Konzentrat. Das werde ich mir demnächst kaufen.

So, nun kennst du meine Haarwaschroutine. Mehr benutze ich nicht. Das spart eine Menge Plastikmüll und meine Haare sind seit dem Weglassen von Silikonen und anderem Zeug, das in konventionellem Shampoo, Pflegespülungen und Haarkuren enthalten ist, viel gesünder. Die Shampoo Bars sind auch viel ergiebiger als Shampoo in Plastikflaschen.

Links zu den Anbietern von denen ich momentan festes Shampoo kaufe (persönliche Kaufempfehlung, keine bezahlte Werbung):

Sauberkunst
Rosenrot (hier gibt es auch den festen Conditioner, wird in kompostierbarem Zellglas geliefert)

Nach meiner Recherche für diesen Beitrag sagen mir auch die Anbieter Marion Garz – your loving nature, Naturseifen Manufaktur Uckermark (Update 12.07.2018 Benutze ich aktuell auch.) und Natural & Pure Solids sehr zu.

Sauberkunst hat mittlerweile auch einen Laden in Berlin (Nikolaiviertel) und in Potzdam.

Ich hoffe, dir hat der Beitrag gefallen und dir bei deiner Enstcheidung, welches Zero Waste Shampoo das beste für dich ist, weitergeholfen. Was benutzt du so zum Haare waschen? Schreib es mir doch mal in die Kommentare.

Im zweiten Teil der Zero Waste im Alltag Serie erfährst du wie ich nachhaltig und umweltfreundlich putze und das ohne unnötige Plastikverpackungen.

Zusätzliche Informationen:

Ausführliche Liste zur Deklaration von Palmöl (Inhaltststoffe, die Palmöl enthalten können)

Sehr gute und umfangreiche Übersicht von Inhaltsstoffen in Kosmetik auf die du besser verzichten solltest

Zero Waste im Alltag Teil 1: Haarpflege

Titelbild: © drubig-photo – Fotolia.com

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4 Kommentare zu Zero Waste im Alltag Teil 1: Haarpflege

The URA Collective – Bedachte nachhaltige Mode aus Reststoffen

Tue Gutes und rede darüber: Genau das tat Sportfotograf Florian Breitenberger, Gründer von The URA Collective, als er mich fragte, ob ich nicht auf Umweltgedanken über sein junges Fair Fashion Label berichten möchte. Sehr gerne mache ich das, denn die Kleidung von The URA Collective sieht stylisch aus und ist nachhaltig produziert.

Tue Gutes und rede darüber: Genau das tat Sportfotograf Florian Breitenberger, Gründer von The URA Collective, bedachte – nachhaltige Mode aus Reststoffen, als er mich fragte, ob ich nicht auf Umweltgedanken über sein junges Fair Fashion Label berichten möchte. Sehr gerne mache ich das, denn die Kleidung von The URA Collective sieht stylisch aus und ist nachhaltig produziert.

Aus Müll nachhaltige Mode machen

Der namhafte, nachhaltige und soziale Produzent Hemp Fortex stellt für The URA Collective Shirts und Sweater ausschließlich aus Reststoffen her, die ansonsten als Industrieabfälle entsorgt werden würden. Das spart Rohmaterialien.

URA kommt von der Zusammensetzung „useful rag“ was so viel bedeutet wie „nützlicher Lumpen“. Es wird englisch betont und deswegen wie „jura“ ausgesprochen.

©The URA Collective

Kleidung von Hemp Fortex ist mit dem Siegel „Global Organic Textile Standard“ (GOTS) zertifiziert. Das GOTS Siegel sichert die Einhaltung von Umweltstandards. Außerdem müssen soziale Kriterien wie sichere und hygienische Arbeitsbedingungen, Vereinigungsfreiheit und das Verbot von Kinderarbeit gewährleistet werden.

Hemp Fortex ist außerdem Mitglied bei der Fair Wear Foundation (das höchste Gütesiegel in der Textilndustrie) und verantwortet die gesamte Wertschöpfungskette vom Anpflanzen der Rohmaterialien bis zum Versand der Kleidung und garantiert somit die komplette Kontrolle über Herkunft, Nachhaltigkeit und Qualität der Produkte.

Liebevoll designte „Lieblingsstücke“

The URA Collective hat mir ein Shirt aus Biobaumwolle, Hanf und Elasthan zur Verfügung gestellt. Das Shirt Diamond Patch kam plastikfrei in einem Recyclingumschlag verpackt.

Besonders die hochwertige Qualität der Stoffe hat mich überzeugt. Das kastig geschnittene Rundhalsshirt mit Rauten Aufnäher fühlt sich super weich an auf der Haut und gehört schon jetzt zu meinen Lieblingsteilen. Auch die Farbe ist megaschön – Anthrazit Gletschereis mit einer rosé farbenen Applikation. Und genau die Applikationen sind es auch die den Style von den T-Shirts und Pullovern von The URA Collective auszeichnen.

Umweltengagement

The URA Collective ist Mitglied bei der Organisation 1 % for the Planet und spendet 1 % des Brutto Jahres-Einkommens für ressourcenschonende Projekte. Außerdem besteht aktuell beim Kauf die Möglichkeit den Preis aufzurunden und für das Azulita-Projekt zu spenden. Das Azulita Projekt hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht den Rückkauf von Altkunststoffen zu fördern, Recycling-Behälter in Gemeinden zu installieren, Jungendliche über einen verantwortungsvollen Umgang mit Plastik und Kunststoffen zu erziehen und arbeitet eng mit lokalen Firmen zusammen, um mehr Verantwortung für die Verwendung von Kunststoffen zu übernehmen.

Gemeinsam gegen Fast Fashion

Wusstest du, dass die Textilindustrie nach der Ölindustrie an zweiter Stelle der umweltschädlichen Industrien steht? Über 90 % unserer Kleidung stammt aus Asien, insbesondere aus China, Bangladesh und Indien – und verursacht dort große Umweltschäden. Die kurze Tragedauer von Textilien und die immer schnelllebigeren Modetrends tragen in hohem Maße zu dieser Umweltverschmutzung bei. Das es auch anders und nachhaltig geht, zeigt der Produzent Hemp Fortex, der die Kleidung für The URA Collective herstellt: Ein Best-Practice Beispiel für die Textilindustrie in Asien.

The URA Collective macht nicht nur nachhaltige Mode, sondern sie sprechen von bedachter nachhaltiger Mode. Das heißt, dass für die Produktion nicht nur Reststoffe verwendet werden, sondern sie achten auch auf die Qualität und Umweltfreundlichkeit der Stoffe. Das macht das Label so einzigartig. Es ist nicht einfach ein weiteres Label, das Greenwashing betreibt und den Begriff Nachhaltigkeit verwendet, weil dieser gerade im Trend ist. The URA Collective will etwas verändern und zwar gemeinsam mit dir. Das spiegelt auch der Teil Collective (engl. gemeinsam) im Namen des jungen nachhaltigen Modelabels wider.

In der Textilbranche muss sich noch einiges tun, da häufig nur die Baumwolle fair und nicht die gesamte Produktion mit einbezogen ist.
TransFair Vorstandsvorsitzender Dieter Overath

©The URA Collective

In einer idealen Welt dürfte es nur Fair Fashion Mode geben!

Schreib mir doch gerne mal einen Kommentar, welche weiteren Modelabels, die nachhaltige und bewusste Kleidung aus Reststoffen herstellen, du noch kennst?

Und noch etwas: Wir verlosen gemeinsam mit The URA Collective 3 Gutscheine á 25 Euro (Gutscheine sind einzulösen bis 31.12.2018)! Wenn du mitmachen möchtest, schau auf der Umweltgedanken Facebook-Seite vorbei. Dort findest du alle Informationen zum Gewinnspiel. Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen.

Weiterführende Informationen:

Titelbild: ©The URA Collective

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Marktschwärmer: Fair und regional einkaufen direkt vom Erzeuger

Marktschwärmer ist eine Initiative, die Onlineshop und Bauernmarkt verbindet. Ich habe die Plattform getestet und bei einer Schwärmerei meiner Wahl einen Gutschein eingelöst. Regional einkaufen und dabei die Erzeuger persönlich kennenlernen.

Vor einiger Zeit bekam ich eine E-Mail von Volker Zepperitz, dem Sprecher der Initiative der Marktschwärmer. Darin enthalten war ein 25-Euro-Gutschein, den ich in einer Schwärmerei meiner Wahl einlösen kann. Was um Himmels willen ist eine Schwärmerei, dachte ich? Ich hatte noch nie davon gehört. Da ich mich zu nichts verpflichtet fühlen sollte, löste ich den Gutschein ein und hatte ein positives Einkaufserlebnis und eine nette Begegnung mit den Gastgebern einer Schwärmerei in Mainz.

Ich war so begeistert von der Vision hinter dem Konzept Marktschärmer, dass ich dich an meiner Freude teilhaben lassen möchte. Vielleicht probierst du die Marktschwärmer auch mal aus?

Ich suchte mir eine Schwärmerei in meiner Nähe und zwar die Amorella Kirsch-Manufaktur in Mainz. Leider gibt es aktuell noch keine Schwärmerei in Wiesbaden (ist aber in Aufbau im Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden). Denn immer von Wiesbaden nach Mainz zu fahren ist auch nicht nachhaltig!

Marktschwärmer ist ein sozial und ökologisch orientiertes Netzwerk zur Direktvermarktung

Nun zu dem Konzept Marktschwärmer. Was ist das? Hierbei finden sich regionale Anbieter zusammen und verkaufen Lebensmittel und Getränke zu fairen Preisen an nachhaltig denkende Menschen. Aktuell gibt es 44 Schwärmereien in Deutschland. Das Ganze ist auch nicht brandneu. Zuvor hieß Marktschwärmer Food Assembly, doch dies war vielen zu international und spiegelte nicht den Grundgedanken – die Regionalität – wider. So wurde Food Assembly 2017 in Marktschwärmer umbenannt.

Der Vorteil für die Erzeuger ist, dass diese nur so viele Produkte produzieren müssen wie auch gekauft wurden. Es gibt dadurch keine Verschwendung verderblicher Lebensmittel. Lies dazu auch meinen Beitrag zum Thema Lebensmittelverschwendung.

Der Kunde bekommt nicht einfach nur eine anonyme Lieferung wie es zum Beispiel bei Lebensmittelkisten der Fall ist, sondern kann am Abholtag direkt mit den Erzeugern ins Gespräch kommen. Auch muss der Kunde nicht jeden Erzeugerhof einzeln anfahren, um dort in den Hofläden die Lebensmittel zu kaufen. Das spart Kraftstoff und somit CO2-Emissionen. Und das ist gut für unser Klima!

Kombination aus Onlineshop und Bauernmarkt

Der Einkauf erfolgt ganz bequem online, so dass beim Abholen mehr Zeit für das Wesentliche, das Miteinander sprechen bleibt, da der Bezahlvorgang schon abgeschlossen ist. Das Tolle an den Marktschwärmern ist also, dass die Erzeuger bei der Verteilung, die einmal die Woche in Mainz zum Beispiel in der Zeit von 17:30 Uhr bis 19 Uhr stattfindet, anwesend sind. So kannst du direkt etwas zu den Produkten und deren Anbau- bzw. Aufzuchtbedingungen fragen.

Ich kam leider etwas spät, so dass ich nur noch zwei Erzeuger treffen konnte. Die anderen waren schon wieder unterwegs, weil die einen längeren Anfahrtsweg von einer Stunde hatten. Die meisten meiner Produkte waren schon zusammengestellt und wurden mir von der Gastgeberin der Schwärmerei, Katja Mossel, in der Alten Waschküche vom Chausseehaus in Mainz-Marienborn überreicht.

Mit dabei waren frische Milch und Quark vom Milchhof Soonwald, zwei Sorten Käse vom Buchenhof, ein Paket Feldsalat von Stein`s Kräuter und Garten, ein halbes Dinkel-Kartoffel-Nuss-Brot (ohne jegliche Zusatzstoffe) von Kaegy’s Kornkammer. Das Highlight war das Rinder-Hackfleisch von Bauer-Balzer.

Saisonal und regional einkaufen

Leckere regionale Produkte, die ich in der Schwärmerei gekauft habe (leider nicht alle plastikfrei)
© Anja Blumschein

Gut fand ich, dass alles regional und saisonal ist. Nicht gefallen hat mir das viele Plastik bei den Verpackungen. Die Milch kam immerhin im 2-Liter-Mehrwegbehälter. Leider war die Portionsgröße 250 g beim Quark nicht in einem Mehrwegbecher möglich. Erst ab 500 g gibt es den Quark oder Joghurt im Mehrwegbecher. Auch das Rinder-Hackfleisch war in einer Plastiktüte eingepackt. Der Feldsalat war ebenfalls in einem Einwegplastikschale mit Deckel. Hier hätte ich den Vorschlag wiederverwendbare Plastikschalen zu verwenden. Das wäre umweltfreundlicher und würde mir besser gefallen. Die Erzeuger können dann wie der Milchhof Soonwald auch ein Pfand auf die Schale erheben.

Die Produkte waren allesamt sehr lecker. Den Käse und das Brot haben wir noch gleich am selben Abend probiert.

Mir gefällt das Konzept von Marktschwärmer. Daher wollte ich es hier mit euch teilen. Sicher gibt es auch Erzeuger in anderen Schwärmereien Deutschlands, die mehr auf plastikarmes Verpacken achten. Schau doch mal bei Marktschwärmer vorbei und vielleicht gibt es auch in deiner Nähe eine Schwärmerei bei der du tolle regionale Produkte kaufen kannst. Die Registrierung beziehungsweise die Mitgliedschaft bei Marktschwärmer ist kostenlos.

Katja Mossel, Gastgeberin der Schwärmerei in Mainz, erzählte mir, dass zu jedem Marktschwärmer-Tag rund 50 Menschen kommen. Da ist sicher noch Potential. Ich denke, dass viele gar nicht wissen, dass es diese Möglichkeit des regionalen Einkaufs neben Wochenmarkt und Hofladen gibt.

Für Menschen, die es zeitlich nicht schaffen auf den Wochenmarkt zu gehen, ist so eine Schwärmerei eine Alternative für den regionalen Einkauf.

Kaufst du immer regional? Und warst du schon mal bei einer Schwärmerei in deiner Nähe? Ich freue mich auf deine Erfahrung und Meinung in deinem Kommentar.

Weiterführende Informationen:

Werbevideo von Marktschwärmer: Wir sind Marktschwärmer. Und du? 
Hier kommst du zur Plattform Marktschwärmer
Marktschwärmer bei Facebook

Titelbild: © Marktschwärmer

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Foodtrends unter der Lupe: Chiasamen und regionale Superfood-Alternativen

Chiasamen, das Superfood der Mayas, Inkas und Azteken soll super-gesund sein. Wir wissen längst, dass die Anbieter mit dem Begriff Superfood eine reine Marketingstrategie verfolgen.

Chiasamen, das Superfood der Mayas, Inkas und Azteken soll super-gesund sein. Wir wissen längst, dass die Anbieter mit dem Begriff Superfood eine reine Marketingstrategie verfolgen. Viele der seit einigen Jahren angepriesenen Superfoods haben regionale Alternativen (u. a. Leinsamen, Johannisbeeren), die ebenso gute Vitamine und Nährstoffe enthalten, aber nur einen Bruchteil von dem kosten was die Anbieter für Chiasamen, Gojibeeren, Matcha-Pulver & Co verlangen.

Warum Chiasamen so beliebt sind

Chiasamen werden von Veganern gern als Eiersatz genommen, da sie sich aufgegossen mit Wasser oder Mandelmilch in eine gelartige Masse verwandeln. Aufgrund ihrer aufquellenden und dadurch sättigenden Eigenschaft sollen sie auch beim Abnehmen helfen, allerdings gibt es hier keine Beweise. Zudem ist der Abnehmerfolg auch noch davon abhängig was sonst noch so gegessen wird.

Chiasamen werden positive Wirkungen auf die Gesundheit zugesprochen. So bestehen die Samen des Salbeigewächses „Salvia hispanica“ aus vielen gesunde Bestandteilen. Sie haben zum Beispiel einen hohen Kalzium- und Eisengehalt.

Aus den Samen lässt sich auch ein Chiasamen-Öl gewinnen, das mit den enthaltenen Vitamin B3 und Zink Entzündungen vorbeugt und mit Hilfe der Antioxidantien unterstützend im Kampf gegen Bakterien, Pilze, Viren und Umweltgifte wirken soll. Chiasamen-Extrakt ist auch in der Kosmetikindustrie immer häufiger in Produkten enthalten.

Ist der Hype um Chiasamen begründet? Sind Leinsamen nicht genauso gesund?

Leinsamen sind die Früchte des Flachses (Linum usitatissimum) und sind als Verdauungshilfe beliebt. Die kleinen, glatten und braunen Samen haben auch als Nährstoffquelle eine Menge zu bieten. Es gibt zwei verschiedene Züchtungen: Öl- und Faserlein. Im letzten Jahrhundert war das nährstoffreiche Leinöl in unseren Breiten eines der am häufigsten verwendeten Öle. Aufgrund der mehrfach ungesättigten Fettsäuren steigt Leinöl in seiner Bedeutung. Der Faserleinanbau hat in Deutschland kaum mehr eine Bedeutung. Ende des 19. Jahrhundert waren noch ganze Landstriche in Schleswig-Holstein und Brandenburg von den blauen Blüten bedeckt. Baumwolle verdrängte das Textilgewebe Leinen. Leinöl kommt häufig als schnell härtendes Öl im Handwerk zum Einsatz.

Leinsamen müssen gemahlen werden, damit der Körper die guten Nährstoffe verwerten kann. Quellende Gerichte wie mit Chiasamen (z. B. Pudding) lassen sich mit Leinsamen nicht herstellen. Dennoch würde ich Leinsamen Chiasamen vorziehen, da ich den hohen CO2 Austausch von transatlantisch importierten Lebensmitteln nicht fördern möchte. Hauptanbaugebiete von Chiasamen sind Mexiko und Guatemala. Aber auch Exporte aus Argentinien, Peru und Australien nehmen zu.

Leinsamen enthalten ebenso wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren und lassen sich ähnlich wie Chiasamen verdauungsfördernd als Topping für Müslis, Joghurts oder geschrotet in Smoothies verwenden. Hier findest du zum Beispiel ein tolles Rezept für einen Heidelbeer-Mandel-Smoothie mit geschroteten Leinsamen.

Einkaufstipp: Kaufe Bio-Leinsamen, denn diese sind weniger mit Schadstoffen belastet, da im Biolandbau keine Klärschlämme ausgebracht werden dürfen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) empfielt nicht mehr als 20 Gramm Leinsamen pro Tag zu essen.

Leinöl liefert wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Wer Leinsamen pur nicht mag, kann auch zu Leinöl greifen, um etwas für die Gesundheit zu tun. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. empfielt für einen Erwachsenen eine Tagesdosis von 1-1,5 Esslöffel Leinöl pro Tag.

Besonders gut für unseren Körper sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie die alpha-Linolensäure aus der unser Körper langkettige Omega-3-Fettsäuren bilden kann. Weitere Quellen für Omega-3-Fettsäuren finden sich in Fisch, vorallem in Lachs, Makrele und Hering. Zum Vergleich: Leinöl enthält 41 % Alpha-Linolensäure, Olivenöl nur 1 %. Omega-3-Fettsäuren gelten als entzündungshemmend. In einer Studie der Universität Jena wurde nachgewiesen, dass sich der Verzehr von Leinöl positiv auf die Blutdruckwerte und Blutfette auswirkt.

Leinöl wirkt aufgrund des hohen Alpha-Linolengehaltes genau wie Chiasamen-Öl zellregenerierend. Wenn es frisch ist eignet es sich sehr gut als Hautfunktionsöl.

Leider zählt Leinöl zu den schnell verderblichen Ölen. Bereits nach wenigen Wochen ist es bitter. Im Vergleich mit Leinsamen sind Chiasamen wegen der natürlichen Konservierungsmittel ewig haltbar.

Achtung: Leinöl darf nicht erhitzt werden. Deshalb für Salate verwenden oder erst nach dem Kochen der Speise hinzufügen.

Weitere gute Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind Walnuss- oder Rapsöl. Auch Hanfsamen passen gut ins Müsli und haben viel Eiweiß, bieten Magnesium, Zink und Vitamine B und E ähnlich wie Chiasamen und Leinsamen.

Wie du siehst, können Leinsamen nicht eins zu eins mit Chiasamen verglichen werden, aber viele der positiven Eigenschaften und Wirkungen lassen sich auch mit Leinsamen erreichen. Außerdem kosten Chiasamen fünfmal so viel wie Leinsamen. Es spricht daher vieles für die regionale Superfood-Alternative Leinsamen.

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Titelbild: Leinsaat von Maja Dumat. Lizenz: CC BY 2.0

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Windelfrei: Braucht ein Kind Belohnungen beim Sauberwerden?

Sauberkeitserziehung, Töpfchentraining: Das sind Worte, die bereits Kontrolle und Zwang im Namen tragen. Beim Sauberwerden handelt es sich ausschließlich um einen Reifungsprozess, der ähnlich wie das Laufen- und Sprechenlernen nicht beschleunigt werden kann.

Sauberkeitserziehung, Töpfchentraining: Das sind Worte, die bereits Kontrolle und Zwang im Namen tragen. Beim Sauberwerden handelt es sich ausschließlich um einen Reifungsprozess, der ähnlich wie das Laufen- und Sprechenlernen nicht beschleunigt werden kann. Das eigene Kind dabei zu begleiten, so dass es selbständig und wertschätzend lernt auf die Toilette oder das Töpfchen zu gehen, ist für viele Eltern eine Herausforderung. Zahlreiche Ratgeber versprechen Tipps und Tricks, die beim Sauberwerden helfen sollen.

Exkurs: Warum war in der ehemaligen DDR das Töpfchentraining so beliebt?

In den Krippen der ehemaligen DDR wurden die Kinder alle gemeinsam in einer Reihe auf das Töpfchen gesetzt. Es gab nur nässende Baumwollwindeln. Deshalb wurde vielleicht mehr Engagement in das Sauberwerden gesteckt. Gebracht hat das Töpfchentraining aber nur etwas, wenn das Kind körperlich dazu bereit war. Der Imitationslerneffekt war sehr groß. Dennoch verstärkt die Intensität der Sauberkeitserziehung die Entwicklung der Blasen- und Darmkontrolle nicht, so der Schweizer Kinderarzt Remo Largo, Autor der bekannten Bücher Babyjahre (Werbelink) und Kinderjahre (Werbelink).

Unabhängig davon, ob geübt wird oder nicht, werden etwa alle Kinder zum gleichen Zeitpunkt trocken, da hierfür Hirnreifungsprozesse verantwortlich sind, die dazu führen, dass das Kind die Ausscheidungen und den Harn- beziehungsweise Stuhldrang bewusst wahrnimmt. Die meisten Kinder sind emotional und körperlich zwischen 18 und 22 Monaten bereit für diesen Entwicklungsschritt. Dabei sollte das Kind dabei unterstützt werden die eigenen Körpersignale (wieder) zu lernen.

Das Interesse des Kindes hängt (…) von der Möglichkeit ab, eigene Entdeckungen zu machen. (Zitat Maria Montessori)

Laut Largo beherrschen am Ende des dritten Lebensjahres 75 % der Kinder tagsüber den Toilettengang und im Laufe des vierten Lebensjahres sind fast alle Kinder sauber. Dieses Ergebnis hat Largo in der Zürcher Längsschnittstudie erforscht, bei der über 700 Kinder seit 1954 in der Universität Zürich untersucht wurden.

Die Eltern oder Geschwisterkinder können gute Vorbilder sein und beim Toilettengang das Kind zusehen lassen. Wer das nicht möchte, kann den Vorgang auch mit Hilfe von Büchern erklären.

Empfehlenswerte Bücher sind:

Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr (Werbelink)
Was hast du in deiner Windel? (Werbelink)

Von auf dem Markt erhältlichen Trainingswindeln, die Kinder schnell hoch- und runterziehen können, würde ich abraten. Der Lerneffekt ist begrenzt, denn Flüssigkeit wird sofort aufgesogen. In der Übergangsphase ist dann aber mit mehr Wechselwäsche zu rechnen.

Bei einigen Kindern helfen entsprechende Aufkleber und Belohnungen.  Doch nicht jede Belohnung ist für jedes Kind gleichermaßen geeignet. Das eine Kind freut sich über kleine Geschenke. Das andere über gemeinsames Lesen einer Geschichte.

Am Anfang können die Belohnungen auch hilfreich sein. Lob hilft deinem Kind aber nur bedingt und bestärkt es nur im ersten Moment. Nach einer bestimmten Zeit, solltest du diese unbedingt weglassen.

Schwierig finde ich bei Belohnungen immer, dass du damit dem Kind suggerierst: „Du schaffst es nicht allein!“ Ich würde eher auf Belohnungen verzichten und versuchen das Kind mit Worten zu bestärken und ihm Hilfestellung zu geben, wenn es diese braucht.

Belohnung und Bestrafung machen Kinder abhängig

Gehirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther hält Belohnung genauso gefährlich wie Bestrafung. Lernen funktioniert mit Begeisterung und Spaß. „Es muss bedeutsam sein und unter die Haut gehen.“, so Hüther. Auch Maria Montessori, italienische Ärztin und Reformpädagogin (1870-1952), sagte, dass sich ein Kind nur verbessern und vervollkommnen kann, wenn es so viel und so lange üben darf, wie es möchte. Eine eigene Fehlerkontrolle ist außerdem wichtig. Aus diesem Grund lehne ich oben schon angesprochene Trainingswindeln ab, da damit keine „Fehlerkontrolle“ stattfindet.

Kinder, die mit Belohnung oder Bestrafung erzogen werden, lernen nicht aus sich selbst heraus und werden abhängig.

Hier noch ein kurzes Video, indem Prof. Dr. Hüther sehr gut erklärt wie Lernprozesse bei Kindern am besten gelingen. Unbedingt ansehen.

 

Vedvarende UG bietet Set Pieselpiet als Belohnungssystem an

Wer gerne mit Lob arbeitet und ein Belohnungssystem anwenden möchte, dem kann ich das süße Set Pieselpiet von der Vedvarende UG ans Herz legen.

Dieses wurde mir kostenlos zum Test zur Verfügung gestellt. In dem Set sind eine Beschreibung über das Konzept Pieselpiet, 10 verpackte nachhaltige Geschenke, 58 Pieselpiet-Sticker und 10 Stickerkarten enthalten.

Pieselpiet-Sticker und Stickerkarten © Anja Blumschein

Unser Sohn ist noch nicht soweit, aber ich werde bei ihm zum Sauberwerden aus oben beschriebenen Gründen kein Belohnungssystem anwenden. Daher habe ich die Geschenke schon jetzt ausgepackt und für euch begutachtet. Das Set wurde liebevoll von Hand gepackt. Richtig doll hat sich unser Sohn über den Glockenstab aus naturbelassener Buche von Schlossfürst Musikinstrumente gefreut. Bei Schlossfürst Musikinstrumente gibt es sehr schöne Musikinstrumente und Musik-Bewegungsmaterial für die musikalische Frühförderung.

Glockenstab aus naturbelassener Buche © Anja Blumschein

Was mir nicht so gut an dem Set gefällt ist, dass ein paar der Geschenke nicht für unter dreijährige Kinder geeignet sind, obwohl das Set beziehungsweise die „Sauberkeitserziehung“ laut Vedvarende ab 2 Jahre empfohlen wird.

Das Set eignet sich nicht für Leute, die komplett auf Plastik verzichten möchten, da zwei der enthaltenen Geschenke unter anderem aus Plastik bestehen. Du kannst dir aber auch selbst Geschenke ausdenken.

© Anja Blumschein

Beim Sauberwerden finde ich folgende Punkte wichtig:

 

Zum richtigen Zeitpunkt beginnen und die Umgebung vorbereiten

Viele Kinder entwickeln im zweiten und dritten Lebensjahr ein Interesse für den Körper und die Ausscheidungen. Diese Phase nennt Remo Largo die „anale Phase“. In dieser Phase reicht es aus ein Töpfchen im Badezimmer bereitszustellen. Wichtig ist, dass das Töpfchen im Bad steht und nicht in einem anderen Zimmer oder im Garten. Daneben kannst du noch einen Korb mit einer Toilettenpapierrolle und einen kleinen Eimer für das gebrauchte Papier stellen. Außerdem kannst du noch einen Korb mit Wechselkleidung und ein kleines Bilderbuch über das Sauberwerden hinstellen. Alternativ zum Töpfchen kannst du auch einen Toilettensitzverkleinerer benutzen und einen kleinen Hocker vor die Erwachsenentoilette stellen. Oder einfach beides anbieten.

Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen. (Zitat Maria Montessori)

Inspirationen für die Einrichtung der Montessori-Kindertoilette gibt es auf Pinterest.

 

Vorbildfunktion

Wenn die Eltern oder Geschwister auf die Toilette gehen, ruhig die Tür auflassen und das Kind zusehen lassen.

Keinen Druck ausüben

Wenn es noch nicht gleich klappt, nochmal zu einem späteren Zeitpunkt probieren. Nicht in stressigen Zeiten mit dem Sauberwerden beginnen. Auf keinen Fall schimpfen, wenn das Kind einnässt, sonst verbindet es den Töpfchengang mit Angst.

Routinen einführen

Vor dem Schlafengehen oder vor dem raus gehen das Töpfchen anbieten.

Liebe, Vertrauen, Ruhe und Respekt

Zeige deinem Kind, dass du es lieb hast und bestärke das Selbtsbewusstsein, indem du ihm hilfst es selbst zu tun. Schon früh übt das Kind das Trockenwerden. Auch dass es sich in eine Ecke verzieht, um das Geschäft zu erledigen, ist ein normaler Prozess. Bereits Kleinkinder haben ein Schamgefühl und dieses sollten die Eltern respektieren und das Kind in Ruhe lassen. Kinder müssen meistens dann, wenn sie entspannt sind, also im Spiel oder nach dem Essen.

Auch nachts die Windel weglassen

Kinder verwirrt es, wenn sie tagsüber keine Windel tragen und nachts eine anhaben. Lieber das Kind nochmal vorher erinnern, dass es keine Windel anhat. Und einen Nässeschutz für das Bett kaufen (zum Beispiel diesen (Werbelink) oder diesen (Werbelink)) sowie die Bettwäscheausstattung aufstocken. Vor dem Schlafengehen nicht zu viel Wasser oder Tee geben.

Unterhosen und T-Shirts statt Bodys anziehen

So kann sich das Kind selbstständig aus- und wieder anziehen.

Am Anfang passieren sicher viele Unfälle, aber diese sollten die Eltern mit Gelassenheit begegnen und immer genügend Wechselsachen dabei haben.

Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen. (Zitat Maria Montessori)

Wie siehst du das? Würdest du Belohnungen beim Sauberwerden deiner Kinder anwenden? Wenn ja, dann ist vielleicht das Set Pieselpiet für dich geeignet. Ich freue mich über deine Erfahrungen.

Bitte teile den Beitrag, wenn er dir gefällt.

Möchtest du mehr über Montessori wissen? Ich habe einen Gastbeitrag über die Sensiblen Phasen geschrieben. Das passt gut zu diesem Thema.

Titelbild: © kuzmichstudio – Fotolia.com

1 Kommentar zu Windelfrei: Braucht ein Kind Belohnungen beim Sauberwerden?

Alles muss raus! Erfolgreich Aufräumen mit Marie Kondo

Marie Kondo hat als Teenager eine radikale Aufräummethode erfunden, die unser Leben verändern wird. In diesem Beitrag stelle ich dir die wesentlichsten Tipps der KonMari-Methode vor.

Minimalismus wird immer mehr zum Trend. In deinen vier Wänden ordentlich auszumisten, hilft dir dich im Leben zu fokussieren. Marie Kondo hat als Teenager eine radikale Aufräummethode erfunden, die unser Leben verändern wird. Kondo’s Grundsatz lautet: Behalte nur was dir Freude macht. Besitze nur, was du brauchst. In diesem Beitrag stelle ich dir die wesentlichsten Tipps der KonMari-Methode vor. Mit dieser Methode ist auch der größte Aufräummuffel erfolgreich.

Ihre Vorgehensweise beim Ausmisten hat die japanische Beraterin und Lifestyle-Expertin in ihrem Bestseller, Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert (Werbelink), beschrieben. Danach folgten weitere Weltbestseller. Marie Kondo’s Ratgeber verkauften sich weltweit 8 Millionen Mal und wurden in 40 Sprachen übersetzt. Einige sprechen beim Aufräumen sogar von „Kondo-ing“. Was ist das Geheimnis hinter der KonMari-Methode?

Fokussiere wie dein Alltag aussehen soll

Stelle dir vor wie deine Wohnung oder der Platz, den du aufräumen möchtest, aussehen soll. Das motiviert dich.

Alles muss an seinem Platz stehen

Warum liegen bei uns zu Hause Dinge einfach so herum? Richtig! Weil wir nicht wissen wohin wir sie räumen sollen. Marie Kondo rät deshalb alle Teile einer Kategorie am selben Platz aufzubewahren. So fällt auch das spätere Ausmisten leichter.

KonMari-Methode

Behalte nur was dir Freude bereitet. © Africa Studio – Fotolia.com

Auf die richtige Reihenfolge kommt es an

Laut Kondo solltest du nicht schrankweise oder Zimmer für Zimmer aufräumen, sondern nach Kategorien. Die Aufräumexpertin empfielt nach einer bestimmten Reihenfolge auszusortieren und zwar immer erst die Gegenstände zu denen du eine geringe Bindung hast. Beginne zum Beispiel mit Kleidung, Büchern und Papieren. Dann nimmst du dir Kleinkram wie Pflegeprodukte, Küchenutensilien, Elektronik und CDs vor. Kondo nennt den Kleinkram Komono. Danach sind Erinnerungsstücke wie Fotos oder persönliche Briefe dran.

Alle Gegenstände einer Kategorie auf einen Haufen

Wenn du dich einer Kategorie widmest, holst du alles aus den Schränken; zum Beispiel alle Bücher oder Kleidung aus allen Zimmern und legst diese auf einen Haufen.

Does it spark joy?

Marie Kondo empfielt jedes Stück in die Hand zu nehmen und sich zu fragen, ob es einem Freude bereitet. Verbindest du ein positives Gefühl mit dem Teil, dann behalte es. Wenn nicht, dann verkaufe, spende oder werfe es weg.

Wenn es dir mit dieser Frage nicht so leicht fällt auszusortieren, kannst du dich zusätzlich auch noch fragen: Habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt? Miste alles aus was du lange nicht benutzt hast oder nur für irgendwann mal aufbewahrst.

Verabschiede dich von Gegenständen, die dir keine Freude bereiten oder die du nicht mehr brauchst, indem du dich bei ihnen für die zusammen verbrachte Zeit bedankst.

Die verbleibende Kleidung kannst du dann platzsparend verstauen. Bis auf Hemden und Kleidern empfielt Marie Kondo Kleidung hochkant gefaltet aufzubewahren. Kondo hat hierfür eine Faltmethode entwickelt, die du dir Schritt-für-Schritt in diesem Video anschauen kannst.

Ich habe bei uns zu Hause schon die Bücher ausgemistet und als nächste Kategorie nehme ich mir meine Kleidung vor. Wie du Bücher richtig aussortieren kannst und welche Möglichkeiten du hast, um diese loszuwerden, findest du in diesem Beitrag von mir: Minimalismus leben: 8 Tipps um Bücher richtig auszusortieren

Verändere nach dem Ausmisten dein Kaufverhalten. Denn nur wenn du bewusst Dinge kaufst, sammelst du nicht wieder unnützen Kram an. Denke immer an den Grundsatz, dass dir ein Gegenstand Freude machen muss.

Weitere Informationen bekommst du auf der offiziellen KonMari Webseite: https://konmari.com/

Hier findest du eine Übersicht über die Kategorien.

Bestelle Kondo’s Aufräumbeststeller hier: Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert (Werbelink)

Weitere Bücher der Bestseller-Autorin und Aufräumexpertin Marie Kondo findest du hier:
Magic Cleaning 2: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben (Werbelink)
Spark Joy: An Illustrated Master Class on the Art of Organizing and Tidying Up (Werbelink)
The Life-Changing Manga of Tidying Up: A Magical Story (Werbelink)

Und nun wünsche ich dir viel Spaß beim Ausmisten! Wenn dir noch die nötige Motivation fehlt, mir hilft immer Yoga, um mich mehr zu fokussieren.

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Titelbild: Marie Kondo von Web Summit. Lizenz: CC BY 2.0

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