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Regional-saisonal einkaufen: 30-Tage-Challenge

Wir möchten nachhaltiger leben, damit die Generationen nach uns auch noch genügend Ressourcen und eine intakte Umwelt vorfinden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten im Alltag den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Ein guter Ansatz ist es Lebensmittel möglichst regional-saisonal einzukaufen.

Wir möchten nachhaltiger leben, damit die Generationen nach uns auch noch genügend Ressourcen und eine intakte Umwelt vorfinden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten im Alltag den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Ein guter Ansatz ist es Lebensmittel möglichst regional-saisonal einzukaufen.

Trotz des Wissens kaufen auch wir Lebensmittel, die gerade keine Saison haben (Tomate, Paprika im Winter) oder die von weit her kommen (Reis, Bananen, Kichererbsen). Deshalb haben wir als Familie jetzt beschlossen 30 Tage regional-saisonal einzukaufen, um zu zeigen wie eine besonders umwelt- und klimabewusste Ernährung im April wirklich aussieht.

Warum möchten wir regional-saisonal einkaufen und kochen?

  • Die Transportwege bei regionalen-saisonalen Lebensmitteln sind kurz und es wird weniger Energie verbraucht. Kurze Transportwege entlasten auch die Straßen und es gelangen weniger Schadstoffe aus Abgasen an die Luft. Auch die Nährstoffverluste bei einem längeren Transport werden minimiert. Besonders klimaschädlich sind Lebensmittel, die mit dem Flugzeug transportiert werden.
  • Saisonale Lebensmittel aus der Region schmecken gut und haben einen höheren Vitamingehalt, da sie voll ausgereift und erntefrisch sind.
  • Saisonal bedeutet Anbau im Freiland. Die CO2-Emissionen sind 34-mal geringer (Dienstleistungszentren Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz) als beim Anbau in beheizten Gewächshäusern. Außerdem ist im Vergleich zum Anbau unter Folie der Primärenergieverbrauch viel geringer.
  • Regional-saisonale Lebensmittel sind aufgrund des hohen Angebots oft günstiger als Importware.
  • Die regionale Wirtschaft wird gestärkt.
  • Der Speiseplan ist abwechslungsreicher, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so wirkt. Wir greifen im Jahresverlauf nicht immer zu den gleichen Lebensmitteln, die uns schmecken.

Wo kannst du saisonale Lebensmittel aus der Region kaufen?

  • Ganz klassich im Supermarkt, Bioladen oder Reformhaus (hier auf regionale Label achten)
  • Auf dem Wochenmarkt
  • Direkt beim Erzeuger im Hofladen bzw. über das Direktvermarktungsportal Marktschwärmer, an Verkaufsständen oder auf (Selbstpflück-)Plantagen (z. B. Erdbeeren, Äpfel), bei regionalen Mühlen
  • Eine Ökokiste oder Biokiste beziehen
  • Aus eigenem Anbau aus dem Garten/ Schrebergarten, auf dem Balkon, auf dem Fensterbrett
  • Aus solidarischer Landwirtschaft/ eigener Landwirtschaft
  • Beteiligung an einem Urban-Gardening-Projekt (in Wiesbaden z. B. beim Tatengarten oder Biberbau)

Saisonkalender April – Was wächst im Freiland?

Der Monat April ist im Jahresdurchschnitt gesehen eine Herausforderung, um regional-saisonal einzukaufen, da die Lagerware zu Neige geht und die neue Ernte noch nicht eingeholt wurde.

Die Recherche zu diesem Beitrag war nicht einfach, da die im Internet vorhandenen Saisonkalender sich teilweise unterscheiden, so dass ich meine eigene Liste zusammengestellt habe. Da Gemüse aus Lagerware oft gekühlt werden muss, greife ich bevorzugt zu frischen Lebensmitteln aus heimischen Freilandanbau. Bei Obst ist das nur Rharbarber, so dass ich auch noch Äpfel als einziges Lagerobst kaufen werde, da wir sonst gar kein frisches Obst hätten. Diese Umweltsünde nehme ich in Kauf. Selbst gekühlt eingelagerte Äpfel aus der Region sind Überseeimporten eindeutig vorzuziehen (DLR Rheinland-Pfalz).

Wir werden versuchen das meiste regional aus einem Umkreis von maximal 200 km zu beziehen. Wenn wir aber dafür mit dem Auto viele zusätzliche Wege zurücklegen müssten, setzten wir die Grenze in Deutschland, das heißt das Lebensmittel muss möglichst aus unserem Land kommen (z. B. bei Käse und Bio-Milch in Glasflaschen).

Folgendes Obst, Gemüse und Salat ist im April frisch aus heimischen Anbau verfügbar

  • Rhabarber
  • Spinat
  • Lauch (Porree)
  • Schalotten
  • Frühlingszwiebeln
  • Spargel (z.T. ab Mitte April in milden Regionen)
  • Rucola (erste Freilandernte Ende April)
  • Champignons (ganzjährig, meist aus dem klimatisierten Fruchtraum, Kellergewölbe, Stollen, auch in Heimfertigkultur möglich)

Folgendes Obst und Gemüse ist im April als Lagerware regional verfügbar (Achtung meist aus dem Kühlhaus)

  • Äpfel (u. a. Elstar, Boskop, Pinova)
  • Kartoffeln
  • Möhren
  • Knollensellerie
  • Zwiebeln
  • Weißkohl
  • Rote Beete
  • Rotkohl
  • Pastinaken (nur noch im April, dann erst wieder im August/September aus regionalem Anbau)

Folgende Kräuter gibt es im April frisch aus heimischen Anbau

  • Schnittlauch
  • Kresse (auf der Fensterbank ganzjährig möglich)
  • Basilikum
  • Koriander
  • Bärlauch (wächst auch im Wald)
  • Portulak (gedeiht wie Kresse auch ganzjährig auf der Fensterbank)

Folgende Kräuter und Gewürze aus heimischen Anbau verwenden wir getrocknet

  • Bohnenkraut (als Pfefferersatz)
  • Majoran
  • Thymian
  • Salbei (auch ab März im Freiland)
  • Estragon
  • Kümmel
  • Rosmarin (ganzjährig auch frisch, bei Überwinterung im Haus)
  • Oregano
  • Dill
  • Lorbeer

Pfeffer, Muskat, Vanille und sonstige exotische Gewürze möchten wir nicht benutzen.

Regionale Alternativen zu Reis

  • Dinkel (z. B. in Papierverpackung von Campo Verde, aus Süddeutschland) bzw. Dinkelreis
  • Hirse (z. B. in Papierverpackung von Campo Verde)
  • Grünkern
  • Buchweizen
  • Gerste
  • Khorasan-Weizen (nur geringer Anbau in Deutschland, zum Beispiel Biolandhof Knauf)

Regionale Speiseöle

Bei Speiseölen ist es gar nicht so einfach auf heimische Alternativen umzusteigen. Zum Braten gut geeignet sind Bio-Bratöle mit Sonnnblumenkernen der Sorte high oleic, das heißt mit einem erhöhten Anteil an Ölsäure. Dadurch sind diese höher erhitzbar (werden aber trotzdem kaltgepresst). Aber auch hier musst du gut auf das Herkunftsland bzw. Ursprungsland schauen, denn Sonnenblumenkerne werden auch oft aus Frankreich, Bulgarien, Ungarn oder Rumänien importiert. Bio Planète Ölmühle Moog aus dem sächsischen Lommatzsch oder die Ölmühle Sander aus Mecklenburg-Vorpommern (Bio-Rapsöl, Bio-Hanföl) bieten Öle aus heimischen Anbau.

Regionaler Zucker und Alternativen

Am schwersten wird mir der Verzicht auf Schokolade bzw. Kakao fallen 😉 (Edit 12.04.2019 Ich bin auch schon kurz schwach geworden, aber ich will es auf jeden Fall reduzieren). Als süße Alternative backe ich selbst Kekse (u. a. Honig-Haferflocken-Kekse) und es gibt öfter einen süßen Nachtisch. Bei Zucker lohnt es sich auch regional zu denken: Nach einer Studie der Schweizer Zucker AG belastet der regional angebaute und verarbeitete Bio-Rübenzucker die Umwelt um rund 37 % weniger als ein Bio-Fair-Trade-Rohrzucker aus Paraguay. Wer auf normalen Zucker verzichten möchte, kann auch Apfelsüße als regionale Alternative oder Honig versuchen.

Eine Ausnahme lassen wir zu: Kaffee

Ohne Kaffee geht bei uns gar nichts. Wir kaufen fair gehandelten Kaffee aus kontrolliert biologischem Anbau. Noch ökologischer wäre ein koffeeinfreier heimischer Kaffee-Ersatz wie zum Beispiel Lupinenkaffee. Auch mit Haselnüssen und Walnüssen ließe sich ein Mittagstief umgehen.

Mitmachen zählt! Perfekt sein ist nicht wichtig

Dir wird beim Einkaufen schnell auffallen, dass das Sortiment im Laden ein Überangebot ist und vieles von dem was angeboten wird gar keine Saison hat und meist nicht regional ist.

Du wirst ein wenig suchen müssen, um Alternativen in deiner Region zu finden, aber das macht auch Spaß und du kommst vielleicht sogar mit den Erzeugern in direkten Kontakt. Ich finde das hat auch nochmal einen ganz anderen Stellenwert, wenn du weißt wer dein Gemüse oder Getreide anbaut und wo die Kühe ihr Gras fressen. Es muss auch nicht alles auf einmal klappen. Wichtig ist, dass du überhaupt anfängst umzudenken.

Wir würden uns freuen, wenn du im April bei dieser Challenge mitmachst und stellen dir dafür unsere Lieblingsrezepte (im Alltag schnell und fast immer plastikfrei kochbar) zur Verfügung (z. T. habe ich Rezepte aus anderen Quellen angepasst). So kannst du direkt starten. Die Rezepte sind nicht alle vegan (hauptsächlich vegetarisch), können aber bestimmt leicht angepasst werden.

REGIONAL-SAISONALE REZEPTE

Auf dem Blog folgen in Kürze noch weitere interessante Beiträge zum Thema. Außerdem gebe ich auf Instagram regelmäßig Tipps für den regional-saisonalen Einkauf. Also folge mir auch auf Instagram, damit du nichts verpasst. Unter dem Hashtag #30tageregionalsaisonal können wir uns gegenseitig motivieren.

Machst du mit bei der Challenge? Gibt es ein nicht-regionales oder nicht-saisonales Lebensmittel worauf du gar nicht verzichten könntest? Schreib mir gerne einen Kommentar. Schreib mir auch gerne, wenn du etwas zum Beitrag ergänzen möchtest. Ich freue mich auf deine Gedanken zum Thema.

Titelbild: Regional-saisonaler Einkauf © Umweltgedanken

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2 Kommentare zu Regional-saisonal einkaufen: 30-Tage-Challenge

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