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Schlagwort: Verbraucherschutz

Gentechnik: Die Gewinner sind die Saatgutmonopolisten – die Verlierer die Verbraucher, die Landwirte und die Umwelt

Nach der Verlängerung von Glyphosat (zum Glück keine Wiederzulassung für 15 Jahre, sondern nur eine Verlängerung für 18 Monate seit dem 1. Juli 2016), der Übernahme Monsantos durch Bayer und der umstrittenen Freihandelsabkommen Ceta und TTIP habe ich mich intensiver mit dem Thema Gentechnik und Agrochemie-Konzerne beschäftigt.

Nach der Verlängerung von Glyphosat (zum Glück keine Wiederzulassung für 15 Jahre, sondern nur eine Verlängerung für 18 Monate seit dem 1. Juli 2016), der Übernahme Monsantos durch Bayer und der umstrittenen Freihandelsabkommen Ceta und TTIP habe ich mich intensiver mit dem Thema Gentechnik und Agrochemie-Konzerne beschäftigt. Dieser Beitrag wird dir helfen, besser zu verstehen warum Gentechnik nicht die Lösung der Welternährungsprobleme ist. Zudem gebe ich dir wertvolle Tipps woran du in Deutschland erkennst, das Produkte gentechnikfrei sind.

Das Abkommen Ceta ist „ausverhandelt“. Die Unterzeichnung des Abkommens ist Ende Oktober auf dem EU-Kanada Gipfel geplant.

Kommen mit Ceta und TTIP auch Gentechnikprodukte in die Supermarktregale?

Die Freihandelsabkommen Ceta und TTIP werden Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen haben. Viele befürchten, dass Standards in der Landwirtschaft und bei Lebensmitteln sinken könnten. In Kanada und den USA gilt nicht das Vorsorgeprinzip, d. h. es können Produkte zugelassen werden auch wenn die Unschädlichkeit für Mensch und Umwelt noch nicht nachgewiesen wurde.

Die EU sagt, sie werde grundlegende Gesetze wie die zur Gentechnik nicht verhandeln, die Sicherheitsbewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beibehalten, ebenso das Risikomanagement-Verfahren, so der BUND.

In Wolfsburg wurde nochmals betont, dass beim Freihandelsabkommen mit Kanada bei kritischen Punkten nachgeschärft wurde, wie bei dem sogenannten Vorsorgeprinzip, das Produkte nur erlaubt, wenn deren Unschädlichkeit für Mensch und Umwelt nachgewiesen ist. Ebenso wurde von Sanktionsmechanismen gesprochen, die bei Verstößen gegen Umweltstandards entwickelt werden müssen.

Der BUND befürchtete schon länger, dass es der EU nicht um Änderungen der Gesetze geht, aber um Angleichen und Anerkennung von Standards, nach dem Motto: Was in den USA zugelassen ist, ist auch in der EU zugelassen. Ebenso ließen sich Grenzwerte einführen, wie auch schon bei den Futtermitteln geschehen.

Es bleibt also nur zu hoffen, dass zukünftig im Sinne der Bürger entschieden wird. Ich habe mich in der letzten Zeit oft gefragt, wie wir in Europa als Verbraucher vor Gentechnik geschützt sind und was ich tun kann, um sicher zu gehen, dass ich keine Lebensmittel konsumiere, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten. Noch gelingt das in Deutschland halbwegs gut. Wie es in ein paar Jahren sein wird, kann momentan kaum einer greifen. Für mich ist die Entscheidung enttäuschend. Wird auch TTIP folgen?

Die Beweggründe der Regierung sind umfassender und ich möchte auch nicht unterstellen, dass es um die Machtausdehnung der großen Konzerne geht. Dennoch werden sich Dinge ändern vor denen viele Umweltschutz- und Verbraucherschutzorganisationen lange schon gewarnt haben. Das Problem „Gentechnik“ ist nur eines von vielen.

Agro-Gentechnik verursacht massive Probleme ökologischer, sozialer und ökonomischer Art. Gentechnisch veränderte Pflanzen in der Natur sind ein nicht zu kontrollierendes Risiko.

In Kanada ist ökologischer und konventioneller Rapsanbau mittlerweile unmöglich geworden. In den Gen-Mais Gebieten Spaniens haben Bauern den Anbau von ökologischem Mais ganz aufgegeben.

Dieser Beitrag wird dir helfen, besser zu verstehen warum Gentechnik nicht die Lösung der Welternährungsprobleme ist. Zudem gebe ich dir wertvolle Tipps woran du in Deutschland erkennst, das Produkte gentechnikfrei sind.

Die Milliardenübernahme des US-Biotechnologieherstellers Monsanto durch Bayer wurde vergangenen Mittwoch von Bayer bestätigt. Die Aktionäre und die Kartellbehörde müssen der Übernahme noch zustimmen. Das kann sich bis Ende 2017 hinziehen.

Das sich nur wenige Agrochemie-Konzerne die Macht teilen, führt zu gravierenden Folgen für die Gesellschaft und die Umwelt:

  • Agrarkonzerne bestimmen was auf unseren Tellern kommt.
  • Die Abhängigkeit der Bauern von wenigen Konzernen steigt.
  • Die Kosten für Saatgut und Lebensmittel steigen.
  • Die Vielfalt landwirtschaftlicher Nutzpflanzenarten sinkt dramatisch.

Gentechnik ist ein Teilgebiet der Biotechnologie

Als „gentechnisch verändert“ werden Pflanzen oder Organismen bezeichnet, deren Erbsubstanz in einer Weise verändert wurde, die in der Natur nicht vorkommt. Während bei klassischen Züchtungsmethoden nur Arten miteinander gekreuzt werden können, die mehr oder weniger verwandt sind, ist es mit gentechnischen Methoden möglich, Gene vom Menschen auf Tiere und von Bakterien auf Pflanzen zu übertragen.

Im Sprachgebrauch unterscheiden wir drei große Bereiche der Gentechnik:

Grüne Gentechnik (Landwirtschaftliche Produktion): Die Anwendung gentechnischer Verfahren in der Pflanzenzüchtung, die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor.

Rote Gentechnik (Medizin und Pharmazie): Die Anwendung von Gentechnik in der Medizin zur Entwicklung von diagnostischen und therapeutischen Verfahren sowie von Arzneimitteln und Impfstoffen.

Weiße Gentechnik (Industrielle Verfahren): Die Herstellung von Enzymen und Feinchemikalien für industrielle Zwecke mit Hilfe gentechnisch veränderter Organismen.

In diesem Beitrag geht es hauptsächlich um die „Grüne Gentechnik“.

In welchen Ländern werden gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut?

Gentechnik findet heute nur in wenigen Anbauländern und nur für wenige Kulturpflanzen Anwendung. Nur auf 3 % der weltweiten Agrarflächen werden gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut.

Die globale Anbaufläche von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen wurde 2013 vom ISAAA auf 175,2 Millionen Hektar geschätzt. Die vier bedeutendsten Anbaupflanzen waren dabei Sojabohnen (47,6 %), Mais (32,7 %), Baumwolle (14,3 %) und Raps (5,4 %).

Geschätzte 18 Millionen Landwirte bauten 2013 in über 27 Ländern gentechnisch veränderte Kulturpflanzen an. 97 % der gesamten GV-Anbaufläche entfiel auf 9 Länder. Die Hauptanbauländer für gentechnisch veränderte Pflanzen sind nach James (2015) die USA (40,3 %) gefolgt von Brasilien (23,3 %) und Argentinien (13,4 %). Weitere Anbauländer sind Indien, Kanada, China und Paraguay.

In China und Indien findet sich vorrangig eine gentechnisch veränderte Pflanze, die aber nicht der Ernährung dient – die Baumwolle. Die Verwendung von gentechnisch veränderter Baumwolle ist nicht kennzeichnungspflichtig. Nur Textilien aus zertifizierter Bio-Baumwolle sind garantiert gentechnikfrei.

Abgesehen von Versuchsfeldern sind die Äcker in Deutschland gentechnikfreie Zone. Die Politik hat hier streng reguliert, erst 2009 verbot die damalige Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) national einen EU-weit zugelassenen Monsanto-Mais (MON810). BASF hat 2012 aufgegeben, stoppte den Anbau der Gentech-Kartoffel Amflora und verlagerte seine Gentechniksparte in die USA.

Doch im Handel gibt es zahlreiche Lebensmittel, die mithilfe von Agrar-Gentechnik hergestellt wurden – und die nicht als solche zu erkennen sind. Gentechnik gelangt vor allem über den Import in die europäische Lebensmittelkette. Derzeit sind nach Angaben der EU-Kommission 58 gentechnisch veränderte Organismen für den Gebrauch in Lebens- und Futtermitteln in der EU zugelassen.

Seit 2004 sind Lebensmittel in der EU kennzeichnungspflichtig, wenn sie pro Inhaltsstoff mehr als 0,9 % zufällige oder unvermeidbare gentechnisch veränderte Spuren enthalten. Werden gentechnisch veränderte Pflanzen oder Organismen bewusst eingesetzt, müssen diese auf den Verpackungen gekennzeichnet werden: „Enthält genetisch veränderte …“ oder „Hergestellt aus genetisch verändertem …“.

In Deutschland lehnt eine große Mehrheit Gentechnik ab

Deshalb finden sich gentechnisch veränderte Lebensmittel, die laut EU-Gesetz gekennzeichnet werden müssen, kaum in den Regalen deutscher Supermärkte. Doch die Regelungen sind lückenhaft: Verbraucher können beispielsweise nicht erkennen, ob tierische Produkte wie Milch, Fleisch oder Eier von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden. Auch nicht gekennzeichnet werden müssen Zusatzstoffe wie Aromen, Geschmacksverstärker, Vitamine und Enzyme, die mithilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt wurden.

Das „Ohne Gentechnik“ Siegel ist eine freiwillige Kennzeichnung

Verbraucher, die konventionelle Waren kaufen, haben keine Wahlfreiheit. Das Siegel „Ohne Gentechnik“ ist ein freiwilliges Siegel, das seit 2008 vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e. V. (VLOG) vergeben wird. VLOG vergibt zudem ab sofort das Siegel „VLOG geprüft“ für Futtermittel, die nach EU-Recht nicht als gentechnisch verändert gelten und nach dem strengen VLOG-Zertifizierungsstandard von unabhängigen Instituten kontrolliert wurden. Das neue Siegel für Futtermittel vereinfacht somit auch die Vergabe für das „Ohne Gentechnik“ Siegel.

Eine sichere Alternative bietet der ökologische Anbau. Hier dürfen keine gentechnisch veränderten Organismen oder gentechnisch verändertes Futter eingesetzt werden. Bio-Siegel garantieren neben der Gentechnikfreiheit auch eine artgerechte Tierhaltung.

Für Lebensmittel mit einer „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung oder einem entsprechenden Label gilt:

– ein Verbot des Einsatzes von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) oder Teilen davon

– ein Verbot des Einsatzes von Vitaminen, Aromen, Enzymen und anderen Lebensmittelzusatzstoffen, die mithilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt wurden

– eine Fütterung ohne gentechnisch veränderte Pflanzen. Dabei müssen strenge Fristen eingehalten werden

Bei pflanzlichen Lebensmitteln bedeutet das Siegel gemäß Foodwatch, das genveränderte Bestandteile noch nicht einmal in Spuren enthalten sein dürfen. Das geht über die EU-Kennzeichnungspflicht hinaus: Sind genveränderte pflanzliche Bestandteile im Produkt, muss dies erst ab einem Anteil von 0,9 Prozent deklariert werden – das „Ohne“-Siegel legt also strengere Maßstäbe an.

Anders bei Tierprodukten: Tragen Eier, Milch oder Fleisch das Siegel, bedeutet dies, dass die Futtermittel maximal 0,9 Prozent genveränderten Bestandteile enthalten (diese Futtermittel gelten vor dem Gesetz als gentechnikfrei).

Das „Ohne Gentechnik“ Siegel ist freiwillig. Foodwatch, Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) und VLOG fordern, das „Ohne Gentechnik“ Siegel durch eine verpflichtende und überarbeitete „Mit Gentechnik“ Kennzeichnung zu ersetzen. Nur Pflichtangaben schaffen Verlässlichkeit für Verbraucher.

Fakten, die zeigen, dass Gentechnik nicht das halten kann was Agrochemie-Konzerne versprochen haben

in Anlehnung an Greenpeace, 2015

In der Publikation von Greenpeace aus dem Jahr 2015 könnt ihr viele Fakten zu den größten Mythen der Agro-Gentechnik noch einmal nachlesen: Zwei Jahrzehnte des Versagens. Die gebrochenen Versprechen der Agro-Gentechnik

Große Agrochemie-Konzerne verhindern unabhängige Forschung

Mehr als 300 unabhängige Wissenschaftler lehnen den Konsens zur Unbedenklichkeit von Gen-Pflanzen ab (Hilbeck et al. 2015). Unabhängige Forschung ist schwierig, denn vielen Wissenschaftlern wird der Zugang zu Saatgutmaterial zur Durchführung von Tests zu Umweltauswirkungen erschwert oder gar nicht ermöglicht. Zudem fürchten Forscher die unbarmherzige Verfolgung und Diskreditierung der Gentechnik-Industrie (Waltz, 2009).

Pestizide werden aufgrund von Resistenzen in immer höheren Mengen ausgebracht

Monsanto entwickelte Herbizidtolerante HT-„Roundup Ready“-Gen-Pflanzen, um den vom Konzern hergestellten und vertriebenen Herbiziden auf Glyphosatbasis (Roundup) standzuhalten. Mehr als 90 % der in den USA 2009 angebauten Sojabohnen waren herbizidtolerante Gen-Pflanzen (National Agricultural Statistics Service, 2009).

Die anfänglichen Vorteile herbizidtoleranter Gen-Pflanzen können sich nicht halten, weil Unkräuter gegen extensiv eingesetzte Herbizide tolerant werden. So müssen Pestizide in immer höheren Mengen ausgebracht werden, was zu mehr Umweltbelastungen führt. Inzwischen wurden in den USA 14 glyphosatresistente Unkrautarten identifiziert, 2004 waren es noch 5 Arten (Benbrook, 2012).

Patentiertes Gen-Saatgut ist ein Geschäft der Saatgutmonopolisten zu Lasten der Kleinbauern

Die Preise für Gen-Mais-Saatgut lagen 2012 bei durchschnittlich 263 USD pro Einheit, herkömmliches Saatgut kostete hingegen nur 167 USD (Benbrook, 2012). Bei Gen-Saatgut zahlen die Bauern jedes Jahr, da die Agrochemiekonzerne verbieten, Saatgut für die nächste Saison zu gewinnen, da dies als Verletzung der Patentrechte für Gen-Saatgut ausgelegt wird.

Gen-Baumwollbauern in Indien gaben im Vergleich zu Bio-Baumwollbauern 15 bis 150 USD pro Hektar mehr für chemische Pestizide und sieben Mal mehr für Düngemittel aus (Greenpeace, 2010).

Gen-Kontaminationen sind Realität

Von 1994 bis 2013 wurden 396 Fälle von Gen-Kontaminationen erfasst (Price und Cotter, 2014). Versuchsweise angebauter Gen-Reis gelangte in China in die Lebensmittelkette, führte zu Verunreinigungen von Säuglingsnahrung und beeinträchtigte Reisexporte nach Österreich, Frankreich, Großbritannien und Deutschland (Price und Cotter, 2014).

Reichtum und Macht konzentriert in den Händen weniger Agrarkonzerne

Dadurch werden echte Innovationen verhindert. Fast alle Gen-Pflanzen gehören zu einem der sechs folgenden Unternehmen: Monsanto, Dow, Syngenta, Bayer, DuPont und BASF. Zusammen kontrollieren diese den Agrochemie-Markt zu 76 % (ETC, 2013). Fortschritte in der Saatgutzüchtung werden behindert und verlangsamt, wenn Wettbewerb, Forschung und Entwicklung von Saatgutmonopolen beeinflusst werden (Louwaars, 2009).

Mit Hilfe der Gentechnik konnten viele Probleme nicht gelöst werden.

Förderung von Ökolandbau und gentechnikfreien Biotechnologie-Innovationen

Bei der Präzisionszüchtung (SMART Breeding) oder der markergestützten Selektion (Marker Assisted Selection – MAS) werden biotechnologische Verfahren ohne Gentechnik eingesetzt, um für eine breite Palette an Nutzpflanzen viele gute Eigenschaften zu erreichen (Greenpeace, 2014).

Ökologische Anbaumethoden verbessern die Bodenfruchtbarkeit und können den Bauern ein gesichertes Einkommen verschaffen, dass vergleichbar mit dem des konventionellen Sektors ist.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten fließen Millionen in die Entwicklung von Gentechnik. Alleine 10 Millionen wurden in den USA in die gescheiterte Entwicklung des gentechnisch veränderten „Golden Rice“ gesteckt (Greenpeace, 2013). Goldener Reis ist eine Reissorte, die durch gentechnische Verfahren erhöhte Mengen an Beta-Carotin (Vitamin A) enthält.

Eine Technologie, die Monokulturen fördert, den Einsatz von Pestiziden in die Höhe treibt und den ökonomischen Druck auf Bauern erhöht, ist eindeutig keine Innovation und hat in einer ökologischen und fairen Welt keinen Platz verdient, so Greenpeace. Wünschenswert wären höhere Investitionen in den ökologischen Landbau. Biologische Diversität hat sich als entscheidender Faktor gegen Veränderungen des Ökosystems erwiesen (Chapin et. al, 2000).

4 Tipps, wie du gentechnikfrei einkaufst

#Tipp 1: Kaufe Produkte aus ökologischem Anbau.

#Tipp 2: Kaufe bei regionalen Bauern, die du im Zweifel direkt fragen kannst welche Futtermittel sie verwenden. Zudem unterstützt du die Wertschöpfung in deiner Region und trägst zum Erhalt einer gentechnikfreien Landwirtschaft bei.

#Tipp 3: Achte bei konventionellen Produkten auf die Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“.

#Tipp 4: Geschmacksverstärker, Aromen, Säuerungsmittel und vieles mehr hat seine Ursprünge in gentechnisch veränderten Enzymen, Pilzen und Bakterien. Vermeide Produkte mit Zusatzstoffen.

Nach dieser Recherche war mir erstmals so richtig bewusst wie komplex die Auswirkungen von Gentechnik sind. Und wie verheerend die Freihandelsabkommen Ceta und TTIP für uns Verbraucher und unsere Entscheidungsfreiheit beim Thema gentechnikfreie Produkte sein können.

Was denkst du über Gentechnik? Können wir als Verbraucher noch beeinflussen was wir essen? Ich freue mich über deinen Kommentar.

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Weiterführende Informationen

Eine Publikation von Greenpeace aus dem Jahr 2013 behandelt die Wahrheit über den vielfach angepriesenen „Golden Rice“, der den Vitamin-A-Mangel in Schwellen- und Entwicklungsländern lösen sollte: Die Goldene Illusion. Gentechnisch veränderter „goldener Reis“ hält nicht, was er verspricht

Wenn du mehr über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP erfahren möchtest, lies das Positionspapier des BUND: Das Gemeinwohl ist nicht ver(frei) handelbar. Kein transatlantisches Freihandelsabkommen TTIP auf Kosten von Mensch und Umwelt

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Foodwatch warnt vor Mineralölen in Lebensmitteln

Insbesondere Produkte in Verpackungen aus Recyclingfasern sind betroffen, aber auch von Pappkartons aus Frischfasern gelangen Mineralöle in Lebensmittel. Darunter sind viele als Bio deklarierte Produkte.

Insbesondere Produkte in Verpackungen aus Recyclingfasern sind betroffen, aber auch von Pappkartons aus Frischfasern gelangen Mineralöle in Lebensmittel. Darunter sind viele als Bio deklarierte Produkte. Menschen, wie ich, die plastikfrei leben möchten, stoßen oft an ihre Grenzen. Was soll ich kaufen? Ganz auf Verpackungen verzichten – das ist im Alltag doch gar nicht möglich, oder?

Ich versuche nur frische Produkte zu kaufen, aber Reis, Nudeln, Kakao & Co kaufe ich in Pappkartons ohne Plastikinnenverpackung. Ich kaufe keine Produkte in Plastik, da ich nicht möchte, dass schädliche Substanzen in meinem Essen sind, aber was ist mit den zum Teil von der EU-Lebensmittelbehörde EFSA eingestuften potentiell krebserregenden Mineralölen in Papierverpackungen? Die will ich auch nicht!

Mineralöle werden über die Nahrung aufgenommen

Jeder Mensch enthält Experten nach durchschnittlich 1 Gramm Mineralöl im Körper. Der mengenmäßig größte Anteil der Verunreinigungen wird über die Nahrung aufgenommen. Wir unterscheiden in gesättigte und aromatische Mineralöle. Erstere reichern sich im Körper an. Aromatische Mineralöle stehen besonders im Verdacht krebserregend zu sein und gehören daher auf keinen Fall in Lebensmittel! Die Mineralöle stammen bei Altpapier-Verpackungen hauptsächlich aus den Druckfarben. Auch hormonwirksame Weichmacher und Lösungsmittel sind enthalten. In einem anderen Beitrag von mir, in dem ich über schädliche Substanzen in Plastikverpackungen aufgeklärt habe, kannst du Hinweise zur Gefährlichkeit von Weichmachern nachlesen.

In Deutschland enthält jedes fünfte Lebensmittel Mineralöle

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Testergebnisse Ende Oktober 2015 in Deutschland, Frankreich und in den Niederlanden veröffentlicht. Von den von Foodwatch getesteten 120 Produkten aus Deutschland und Frankreich enthielten 43 % aromatische Mineralöle. Jedes fünfte Produkt (9 von 43 Lebensmitteln) enthält demnach in Deutschland Mineralöle, die unter Verdacht stehen krebserregend und erbgutschädigend zu sein. Die umfangreiche Analyse von Foodwatch klärt auf und zeigt auf verständliche Art und Weise mit einem Ampelsystem wo Mineralöle in Lebensmitteln enthalten sind und welche Produkte du besser meiden solltest. Real zum Beispiel hat schnell auf die Studie von Foodwatch reagiert und ein belastetes Produkt aus dem Sortiment genommen, den Spitzenlangkornreis der Marke „reisfit“ und forderte vom Hersteller Maßnahmen.

Für mich war es sehr überraschend, dass in den Produkten von Uncle Bens die schädlichen aromatischen Mineralöle nachgewiesen wurden. War ich doch froh, dass ich einen Naturreis ganz ohne Plastikinnenverpackung gefunden hatte. Dieses spezielle Produkt war in der Studie zwar nicht ausgewiesen, aber ich gehe davon aus, dass Mineralöle in allen Pappkartons von Uncle Bens enthalten sind, aber laut der Studie von Foodwatch nicht in allen Produkten nachgewiesen werden. Ich bin also unsicher, ob ich den Naturreis weiter kaufen soll. Auch der Sweet Family Puderzucker von Nordzucker ist nicht mineralölfrei. Dieser enthält sowohl gesättigte Mineralöle als auch die bedenklichen aromatischen Mineralöle. Erschreckend, den habe ich auch immer gekauft.

Wer zum Beispiel Original Puddingpulver von Dr. Oetker kauft, sollte das lieber nicht mehr tun, denn im Pulver wurden gesättigte Mineralöle in einer Konzentration von 3,1 mg/kg nachgewiesen. Aufgrund der Plastikumverpackung kaufe ich diese Fertigpuddingmischungen schon lange nicht mehr.

Einen leckeren Vanillepudding kannst du leicht selbst zubereiten. Der schmeckt auch viel besser und so richtig nach Vanille. Alles was du dafür brauchst sind Milch, Eier, Puderzucker, Vanilleschote und Speisestärke. Die Speisestärke von Mondamin kannst du zum Beispiel bedenkenlos kaufen, denn da sind laut foodwatch keine Mineralölrückstände im Produkt enthalten. Die Zubereitungszeit ist nicht wesentlich länger als bei den Fertigmischungen. Probiere es aus. Du wirst den selbstgemachten Pudding lieben.

5 wertvolle Tipps wie du gesund, ökologisch und bewusst einkaufen und leben kannst

1. Kaufe am besten immer frische und unverpackte Lebensmittel, wenn möglich in Bioqualität
2. Vermeide Convenience Food und mache die Produkte selber
3. Verzichte auf Verpackungen, wenn du zum Beispiel die Möglichkeit hast in einem Unverpackt-Laden in deiner Nähe einzukaufen
4. Nutze die Produktcheck-App (Barcode-Scanner) von Codecheck
5. Lies Verbraucherschutzseiten wie www.foodwatch.org und informiere dich

Verbraucherschützer fordern Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln

Foodwatch fordert Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln. Für besonders kritische Mineralöle fordert die Organisation sogar eine Null-Toleranzgrenze. Auch Lösungen für Barrieren werden von Foodwatch gefordert, das heißt eine Grenzschicht zwischen Produkt und Papierverpackung. Ich hoffe darauf, dass Hersteller zukünftig bei der Verpackung besser auf gesundheitsverträgliche Alternativen setzen.

Auf der Webseite von Foodwatch kannst du diese Forderung unterstützen und eine Nachricht an den EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis senden. Unterstütze die Petition „Giftige Mineralöle – raus aus Lebensmitteln“, wenn du auch möchtest, dass wir Verbraucher besser geschützt werden. 89.604 Verbraucher haben bereits mit Ihrer Unterschrift ein Signal gesetzt.

Machst du dir Gedanken über schädliche Substanzen in deinen Lebensmitteln? Schreib mir deine Gedanken zu dem Thema in deinem wertvollen Kommentar.

Weitere Informationen zu Mineralölen in Lebensmitteln kannst du in einem Hintergrundpapier von Foodwatch nachlesen. Hier kommst du direkt zu den Testergebnissen der Foodwatch Studie über Mineralöle in Lebensmitteln.

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2 Kommentare zu Foodwatch warnt vor Mineralölen in Lebensmitteln

Kunststoffverpackungen vermeiden – Gesundheit schützen

Ich habe vor etwa einem Jahr angefangen Kunststoffverpackungen aus meinem Leben zu verbannen, nicht nur, weil ich weniger Abfälle produzieren möchte, sondern auch weil ich keine Lebensmittel mehr zu mir nehmen möchte, die in Kunststoff verpackt sind und Plastikteilchen enthalten können.

Ich habe vor etwa einem Jahr angefangen Kunststoffverpackungen aus meinem Leben zu verbannen, nicht nur, weil ich weniger Abfälle produzieren möchte, sondern auch weil ich keine Lebensmittel mehr zu mir nehmen möchte, die in Kunststoff verpackt sind und Plastikteilchen enthalten können.

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich mikroskopisch kleine Plastikpartikel im Gewebe von zum Beispiel Miesmuscheln anlagern.

Bisphenol A ist ein Hormongift und krebserregend

Das sogenannte Bisphenol A, auch als Weichmacher bezeichnet, ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Warum? Es handelt sich um einen Grundstoff zur Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat. Enthalten ist es in Kunststoffbeschichtungen von Konservendosen, in Getränkeflaschen, in Plastikgeschirr und in vielen weiteren Lebensmittelverpackungen, aber auch in Thermopapieren (Kassenbons). Zum Beispiel verhindert es als Beschichtung in Konservendosen, dass das Blech korrodiert und sich Metalle herauslösen.

Die Chemikalie Bisphenol A mit der Abkürzung BPA ist nachweislich ein Hormongift, erbgutschädigend und gilt als krebserregend. Das heißt es wirkt wie andere endokrine Substanzen schädlich auf unseren Organismus ein. Es wirkt ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen und soll die Fortpflanzung und die Gehirnentwicklung beeinflussen. Auch wird ein Zusammenhang zwischen Hyperaktivität und BPA vermutet. In Babytrinkflaschen ist BPA seit dem 1. Juni 2011 EU-weit verboten. Allerdings haben andere Länder schon viel früher dieses Verbot ausgesprochen. Kanada war weltweit das erste Land, dass bereits 2008 dieses Verbot ausgesprochen hat.

Verbraucherschützer fordern EU-weites Verbot von Bisphenol A in Lebensmittelverpackungen

Immer mehr Länder beschränken die Verwendung von Bisphenol A auch in anderen Lebensmittelverpackungen. So hat Frankreich sich bereits 2015 entschieden ein Verbot für BPA in Lebensmitteldosen durchzusetzen.

Laut BUND, Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland, ist der mittlere Gehalt an Bisphenol A im menschlichen Blut inzwischen höher als die Konzentration, die bei Mäusen zur Verringerung der Sexualentwicklung führen kann.

Der Ausschuss der EU-Chemikalienverordnung REACH hat am 4. Februar 2016 für eine Einstufung von Bisphenol A als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B gestimmt. Das EU-Parlament prüft einen Regulierungsentwurf, der es nach Zustimmung durch die Kommission erlauben würde, BPA in die Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufzunehmen.

Kritisch diskutiert wird der Ersatz von Bisphenol A in der Verpackungsindustrie. Die Entwicklung von Alternativen steht noch in den Kinderschuhen und es ist bisher wenig bekannt über die toxische Wirkung alternativer Substanzen.

Wie kannst du deine Gesundheit schützen und Plastik vermeiden?

Ich bin für mich schon Anfang 2015 zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht nur auf Kunststoffe verzichte, die Bisphenol A enthalten, sondern auch alle anderen Kunststoffe, wie zum Beispiel Polyethylen (Code 2 oder 4) und Polypropylen (Code 5) meide. Polyethylenterephthalat (PET), Polyvinylchlorid (PVC) und Polystyrol (PS) enthalten zwar auch kein BPA, aber dafür andere hormonähnliche Weichmacher.

Mit meinem teilweisen Verzicht auf Plastikverpackungen trage ich dazu bei, dass weniger Müll entsteht und gleichzeitig fühle ich mich sicherer, da ich nicht wissentlich meine Gesundheit gefährde. Es gibt auch ein paar Einschränkungen, die es im Alltag oft schwer machen auf Plastik im Leben zu verzichten. Zudem ist es auch oft eine Gewissensfrage – Habe ich die Zeit in den Bioladen zu gehen oder zu einem Hofladen zu fahren, um unverpackte regionale Bioprodukte zu kaufen? Wenn die Zeit vorhanden ist, dann mache ich das bevorzugt. Es ist für mich auch in Ordnung den Kompromiss einzugehen, dass ich zum Beispiel Obst im Supermarkt nur in konventioneller Qualität erhalte, da viele der Bioprodukte in der Obstabteilung in Kunststoff verpackt sind.

Seitdem ich kaum noch in Plastik verpackte Produkte kaufe, hat sich mein Kaufverhalten verändert. Mir ist aufgefallen, dass ich an bestimmten Regalen vorbeigehe. Zum Anfang fiel es mir besonders schwer bei dem Regal für Chips und andere Knabbereien. Warum werden diese Waren nicht in Papierverpackungen angeboten?

5 Tipps, um auf Plastik im Alltag zu verzichten

  1. Vermeide Fertigprodukte und koche öfter selbst
  2. Kaufe frisches und unverpacktes Obst und Gemüse und lege deine Waren an der Kasse lose auf das Band oder nutze wiederverwendbare schadstofffreie Leinenbeutel
  3. Frage deinen Metzger des Vertrauens, ob er dir die Wurst oder das Fleisch in selbst mitgebrachte Gefäße füllen kann (klappt im Supermarkt leider nicht)
  4. Kaufe Milch, Sahne und Joghurt in Mehrwegglas
  5. Verwende für Lebensmittel keine Plastikgefäße – Alternativen sind Keramik, Bambus, Holz, Glas oder Edelstahl

In einem meiner nächsten Posts werde ich dir weitere Tipps und Tricks verraten, um deinen Konsum an Plastikverpackungen zu verringern und damit maßgeblich einen Beitrag für die Umwelt zu leisten.

Was machst du, um Plastik im Alltag zu vermeiden? Ich freue mich auf deinen hilfreichen Kommentar.

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