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Beeindruckende ökologische Bauweisen und Konzepte, die jeder kennen sollte

Unsere Erde wurde über viele Jahrzehnte beansprucht. CO2-Emissionen, Artensterben, durch den Klimawandel verursachte Naturkatastrophen und unverhältnismäßige Ressourcenverschwendung: Jeden Tag hören wir immer wieder davon in den Medien. Am 8. August war der Earth Overshoot Day 2016 und an diesem Tag haben wir bereits mehr Ressourcen durch Überfischung, Abholzung von Wäldern und CO2-Ausstoß in die Umwelt verbraucht als die Natur in der Lage wäre zu kompensieren.

Unsere Erde wurde über viele Jahrzehnte beansprucht. CO2-Emissionen, Artensterben, durch den Klimawandel verursachte Naturkatastrophen und unverhältnismäßige Ressourcenverschwendung: Jeden Tag hören wir immer wieder davon in den Medien. Am 8. August war der Earth Overshoot Day 2016 und an diesem Tag haben wir bereits mehr Ressourcen durch Überfischung, Abholzung von Wäldern und CO2-Ausstoß in die Umwelt verbraucht als die Natur in der Lage wäre zu kompensieren. Es ist wirklich Zeit unserem einmaligen Lebensraum ein wenig von dem zurückzugeben was wir uns täglich durch unsere Konsumgewohnheiten und unserem Lebensstil nehmen.

 

„Die Güter der Welt gleiten uns durch die Finger wie der Sand der Dünen.“ Antoine de Saint-Exupéry, Wind, Sand und Sterne

 

In diesem Beitrag möchte ich dir drei beeindruckende ökologische Bauwerke und Konzepte vorstellen von denen es viel mehr auf der Welt geben sollte. Mich bringen diese Bauwerke und Ideen zum Nachdenken. Ich möchte, dass meine Kinder in Zukunft auch das Leben auf dieser Erde führen können wie ich es (jetzt noch) kann. Lass dich nun von diesen ökologischen Bauweisen und Lebenskonzepten inspirieren.

 

Nachhaltiges Konzept Nr. 1

Green School Bali: Eigenmotiviertes und umweltbewusstes Lernen unterm Bambusdach

Sehr beeindruckend ist die Green School, die es seit 2008 im Dschungel, in der Nähe von Ubud auf Bali in Indonesien gibt. Die beiden Gründer John und Cynthia Hardy haben hier etwas Wundervolles und Einzigartiges geschaffen. Ein Paradebeispiel für nachhaltige Bildung. Die Kinder lernen dort mit einem ganzheitlichen pädagogischen Modell. Jede Klasse hat maximal 25 Kinder mit drei Lehrern. Die Schulräume sind offen gestaltet ohne Wände, so dass die Kinder spüren können, wie die Luft durch die Räume strömt. Die Natur liefert den Lernstoff.

Alle Bauten sind aus Bambus, einem sehr schnell wachsenden und robusten Material. Die Dächer bestehen aus Alang-Alang-Gras. Sämtliche Möbel in der Schule bestehen ebenfalls aus Bambus. Beide Rohstoffe kommen in der Umgebung in großen Mengen vor und sind biologisch abbaubar. Schutz vor starken Monsunregen bieten die weiten Dachüberstände der Bauten.

Es gibt eine Photovoltaikanlage zur Stromproduktion, Komposttoiletten und ein eigenes Abfallmanagementsystem. Mit der Kraft des Wassers vom Ayung-Fluss wird ein Hydropowergenerator betrieben, der zusätzlichen Strom liefert. Sogar einen ökologischen Schulbus gibt es, der zu 100 % mit Biodiesel betrieben wird. Den Bio Bus gibt es aufgrund einer Initiative von Schülern der Green School. Unter anderem wird von den Schülern im Umkreis der Schule gebrauchtes Öl vom Kochen für die Herstellung des Biodiesels gesammelt. 90 % des Essens, das es in der Green School gibt, stammt aus dem eigenen Garten. Auf den eigenen Reisfeldern lernen die Kinder den Anbau und die Ernte von Reis. Die Tafeln bestehen zum Teil aus alten aufgearbeiteten Autowindschutzscheiben.

In den ersten Jahren war die Pädagogik noch sehr stark an der Waldorfpädagogik orientiert. Mehr und mehr entwickelten sich aber eigene Ideen. Besonders in den höheren Klassen weicht die Pädagogik mehr und mehr von der Methodik und Didaktik Rudolf Steiners ab. Vor allem geht es um die Integration praktischer und künstlerische Fähigkeiten, um Kreativität, Phantasie und selbstbestimmtes, eigenmotiviertes, analytisches Lernen und die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten.

Ziel ist es, einen besonderen Lernraum zu schaffen, der ein späteres Leben in Freiheit, Liebe und öko-sozialer Verantwortung gegenüber anderen Menschen, anderen Kulturen und der Umwelt ermöglicht. Das Lernen ist allerdings nicht ganz billig. Je nach Alterstufe zahlen Eltern zwischen 6.000 und 14.000 Euro im Jahr.

Abgesehen von den Kosten, sind das Konzept einer nachhaltigen und naturnahen Schule und die nachfolgenden Konzepte so genial, dass sich alle darüber Gedanken machen sollten wie wir auch in größerem Maßstab und vor allem kostengünstiger etwas mehr Ökologie in unseren Alltag bringen können.

 

Nachhaltiges Konzept Nr. 2

WaterNest 100 – das nachhaltige Hausboot, dessen Materialien zu 98 % recycelbar sind

Zusammen mit dem italienischen Architekten Giancarlo Zema hat EcoFloLife das WaterNest 100, ein ökologisches Hausboot mit 100 Quadratmeter Wohnfläche, 12 Metern im Durchmesser und einer Höhe von 4 Metern konzipiert. Dieses Niedrig-Energie-Haus, das die benötigte Energie aus der installierten Photovoltaikanlage bezieht, ist durch die Bauweise mit recycelten Schichtholz für die Wohnfläche und recyceltem Aluminium für den Rumpf zu 98 % recycelbar. Auch das Abwassersystem ist ökologisch.

Das Trinkwasser aus dem 1500 Liter großen Tank wird gefiltert und entweder rückstandsfrei zurück in das Meer, den Fluss oder den See geleitet, kann aber auch in den Hauskreislauf zurückfließen. Zugegeben, es ist ein Luxus-Hausboot und mit 1 Million Euro auch für die meisten von uns nicht bezahlbar, aber die Idee eines autarken Hauses, dass seine Energie selbst produziert, fast keinen Abfall produziert und im Einklang mit unserer Umwelt ist, finde ich toll.

 

Nachhaltiges Konzept Nr. 3

Earthship – ein Haus aus Müll, das sich selbst heizt, sein Wasser liefert und Essen produziert

Das letzte Projekt, das ich vorstellen möchte, ist das Konzept „Earthship“, auf deutsch Erdschiff. Patentieren lassen hat sich diesen Begriff Michael Reynolds, ein amerikanischer Architekt: der Erfinder des Earthships und Gründer von Earthship Biotecture sowie der Earthship Akademie. Der Begriff Biotecture setzt sich aus Biological und Architecture zusammen.

Das Erdschiff besteht hauptsächlich aus Müll und produziert seine gesamte Energie selbst, sogar das Abwasser wird recycelt. Es fallen also keine hohen Betriebskosten an. Alles was man dazu braucht sind Autoreifen, Glasflaschen, Dosen, Lehm und ein paar weitere Baumaterialien. Und natürlich das Wissen des genialen Erfinders dieser Erdhäuser.

Die Idee kam dem Visionär Michael Reynolds in den 70er Jahren. Damals hielten die meisten ihn für einen Spinner, aber er war ein Mann, der sich wirklich entschlossen hatte die Dinge zu verändern. Nun denkt keiner mehr von ihm, dass er ein Spinner ist. Seine Earthships exportiert er weltweit. „Es kann überall und von jedem gebaut werden aus Dingen, die unsere Gesellschaft wegwirft“, so Michael Reynolds. Sein erstes Haus hat der Architekt in der Wüste Mexikos aus Bierdosen gebaut.

Mittlerweile hat Reynolds viele Anhänger und es gibt tausende Earthships auf der ganzen Welt. In Kreßberg wurde von der Zukunftswerkstatt am Schloss Tempelhof nun auch ein Earthship erbaut als soziale und ökologische Begegnungsstätte zum Experimentieren und als Möglichkeit des aktiven Austausches. Ein Lernort für alle, die anders denken und zukunftsfähige Lebensräume schaffen wollen.

Der Bau startete am 28. September 2015 und ist der erste in Deutschland genehmigte Bau dieser Art und soll Vorbild für viele weitere Bauprojekte in Deutschland sein. Der Großteil des Bauwerks wurde aus eigenen Mitteln der Stiftung und aus Spenden finanziert. 70 Menschen aus 17 Nationen haben beim Bau des Earthships geholfen.

Warum verwendet man bei Reynolds Earthships immer Autoreifen? Diese werden mit Erde gefüllt und dienen als Wärmespeicher. „Autoreifen gibt es auf der ganzen Welt“, sagt Reynolds, „und es ist ökologischer diese noch Jahre nach Gebrauch weiterzuverwenden als zu recyceln.“ Das nennt man heutzutage Upcycling. Beim Upcycling werden (scheinbar) nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Das reduziert die Neuproduktion von Rohmaterial.

Wie findest du die vorgestellten ökologischen Konzepte? Könntest du dir vorstellen, dass deine Kinder in einer Green School wie auf Bali von der Natur lernen und ihre Umwelt erforschen? Wäre ein Earthship auch etwas für dich? Vielleicht willst du auch bald dein eigenes Earthship bauen? Her mit deinen Gedanken in den Kommentaren!

 

Weiterführende Informationen:

Möchtest du mehr über die Vision der Earthships erfahren? Dann besuche die Webseite von Michael Reynolds und erfahre alles Wichtige über die Bauweise und die Funktion dieser einzigartigen Wohnräume.

Du interessierst dich für die Gemeinschaft Tempelhof (Werkstatt für Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Vielfalt und freiheitliches Leben) und deren Earthship Projekt? Dann schau mal hier.

Lass dich auch von der Green School in Bali und dem ökologischen Hausboot von EcoFloLife inspirieren.

Lebe nachhaltig und bewusst!

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Ist Kokosöl eine ökologische Alternative zu Palmöl?

Kokosöl ist ein wahrer Alleskönner, wenn man den Medien glaubt. Selbstgemachte Beauty-Produkte mit Kokosöl werden immer beliebter: Da werden Cremes mit Kokosöl angerührt und Deos hergestellt. Auch zum Braten, Backen und Zubereiten von Süßspeisen eignet sich Kokosöl. Es verleiht Gerichten eine leichte exotische Note. Kann ich Kokosöl eigentlich unbedenklich einsetzen?

Kokosöl ist ein wahrer Alleskönner, wenn man den Medien glaubt. Selbstgemachte Beauty-Produkte mit Kokosöl werden immer beliebter: Da werden Cremes mit Kokosöl angerührt und Deos hergestellt. Auch zum Braten, Backen und Zubereiten von Süßspeisen eignet sich Kokosöl. Es verleiht Gerichten eine leichte exotische Note. Kann ich Kokosöl eigentlich unbedenklich einsetzen?

Der Kokosölmarkt  boomt

Es ist überall erhältlich und wird in vielen Produkten als Ersatz für Palmöl verwendet. Sogenannte Superfoods können heilen und es heißt viel hilft viel. Doch die Wirkung von Gojibeeren, Kokosöl, Maca und Chiasamen kann durch andere Lebensmittel genauso erzielt werden. Das wissen nur viele nicht und lassen sich von der Werbung leiten. Genauso wirkungsvoll wie Chiasamen sollen zum Beispiel Leinsamen sein.

Viele Menschen, die bewusst nachhaltig leben wollen, stellen sich die Frage, ob Kokosöl ökologischer ist als Palmöl.

 

„Von zwei Übeln, wird niemand das größere wählen, wenn er das kleinere wählen kann.“ (Platon, griechischer Philosoph)

 

Kokosöl wird auch in den Tropen angebaut

Kokosöl ist ein pflanzliches Öl, das aus dem getrockneten Nussfleisch (Kopra) gewonnen wird. Ursprünglich stammt Kokosöl aus Indonesien, den Philippinen, Indien, Sri Lanka, Malaysia und Papua-Neuguinea. Hierzulande ist es zu einem Hype geworden und die Nachfrage nach Kokosöl steigt. Der Transport nach Europa verursacht enorme CO2-Emissionen.

Noch wird Kokosöl meist von Kleinbauern angebaut, während Palmölpflanzen auf großen Monoplantagen angebaut werden. Für diese Monokulturen werden seit Jahrzehnten Regenwälder, oft illegal, abgeholzt oder abgebrannt. Indigene Völker und vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie der Orang Utan, der Sumatra-Tiger oder der Malaienbär werden aus ihrem Lebensraum verdrängt.

Der Malaienbär aus Südostasien ist vom Aussterben bedroht – Schuld ist die Papier-, Holz- und Palmölindustrie © Martina Berg – Fotolia.com

Laut Rettet den Regenwald e. V. brannten 2015 etwa 17.000 Quadratkilometer Regenwald auf Borneo und Sumatra. 25 Millionen Menschen leben dort. In der Trockenzeit Ende 2015 war die Schadstoffpartikelkonzentration 90 mal höher als von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen. Rettet den Regenwald e. V. sammelt Unterschriften, um die Bundesregierung aufzufordern die fatale Biospritpolitik zu beenden. Bis 2020 sollen unsere Autos mit 7 % Biosprit fahren. Aktuell enthält jede Tankfüllung durchschnittlich fünf Prozent. Bitte unterschreibt die Petition, damit die Regierung endlich aufwacht!

Palmöl ist das mit Abstand billigste Pflanzenöl auf dem Weltmarkt. Der größte Palmölproduzent ist Indonesien: Hier wurden bereits viele Millionen Hektar Regenwald vernichtet.

Was würde mit dem Ökosystem passieren, wenn die Nachfrage nach Kokosöl steigt, so dass immer mehr Monokulturen angebaut werden müssten? Der Palmölanbau steigt stetig an. Wenn auch noch der Kokosölanbau rapide ansteigt, werden weitere Flächen für die Monokulturplantagen benötigt.

Wer bewusst lebt, möchte sich vielleicht Beauty-Produkte selbst herstellen, um zu wissen welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Doch in vielen Rezepten kommt Kokosöl vor, weil man das „böse“ Palmöl nicht verwenden will.

 

Kokosöl wird als Superfood und Wundermittel von der Werbung angepriesen

Im Internet wird von dem vermeintlichen Wundermittel Kokosöl gesprochen, vielseitig einsetzbar. Da wird Kokosöl in vielerlei Funktion angepriesen: Als das perfekte Nahrungsergänzungsmittel aufgrund der Reichhaltigkeit an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralien, als die geschmeidigste Hautpflege, als Wundermittel gegen Hautalterung, als Lederpflege und als Mittel, das Bakterien abtötet und zu weißeren Zähnen verhilft. Nur frage ich mich, können diese Wirkungen nicht auch von einheimischen Ölen erzielt werden?

Beim Palmöl halte ich es persönlich so, dass ich niemals Produkte kaufe, die dieses enthalten, auch keine Produkte, die Palmöl aus ökologisch zertifiziertem Anbau versprechen. Ich hatte endlich einen Schokoaufstrich im Supermarkt vom Feinkosthändler Grashoff gefunden, der kein Palmöl enthält und sehr lecker ist.

Gerade habe ich mir nochmal die Zusammensetzung angesehen: Shea-, Raps- und Kokosnussöl. Selbst herstellen ist wahrscheinlich doch am besten. Ich kann mich daran erinnern, dass meine Mutter früher Schokoaufstrich mit Haselnüssen, Schokolade und Vollmilchpulver gemacht hat. Das war so unschlagbar lecker. Leider gibt es das Rezept nicht mehr.

Auf den Philippinen wird Biotreibstoff aus Kokosöl staatlich gefördert und in hohem Maße produziert. Die Nachfrage steigt stetig. Die Organisation Rettet den Regenwald schreibt auf ihrer Internetseite folgendes: „Doch nicht nur die Erzeugung von Palmöl hat katastrophale Auswirkungen auf die Natur und das Leben der Menschen in den Regenwaldländern. Auch andere tropische Pflanzenöle wie Kokosfett und Sojaöl sind genauso schädlich…Rettet den Regenwald fordert deshalb ein generelles Importverbot für Palm-, Kokos- und Sojaöl. Die für den europäischen Bedarf benötigten Pflanzenöle können und sollten auf heimischen Äckern angebaut werden.“

Für mich ist damit die Frage beantwortet. Kokosöl stellt für mich keine Alternative zu Palmöl dar, auch wenn das Internet häufig etwas anderes suggeriert.

Leinöl, Kürbiskernöl, Distelöl und Hanföl werden in Europa produziert und können aus meiner jetzigen Sicht bedenkenlos verwendet werden.

Welche Pflanzenöle verwendest du zum Herstellen von Kosmetik oder zum Backen und Braten? Wie sind deine Erfahrungen mit heimischen Ölen? Schreib es mir in deinem Kommentar.

Weitere Informationen

Kokosöl: Gesund und ökologischer als Palmöl? Gastbeitrag auf www.ricemilkmaid.de

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24 Kommentare zu Ist Kokosöl eine ökologische Alternative zu Palmöl?

Bewusst leben: Ganz einfach mit meinem 6-Schritte-Plan

Bewusst leben und einen nachhaltigen Lifestyle in deinen Alltag zu integrieren ist ein Prozess, an dem du wachsen kannst. In diesem Beitrag zeige ich dir, dass deine innere Motivation der Motor für jede bewusste Entscheidung in deinem Leben ist.

Bewusst leben und einen nachhaltigen Lifestyle in deinen Alltag zu integrieren ist ein Prozess, an dem du wachsen kannst. In diesem Beitrag zeige ich dir, dass deine innere Motivation der Motor für jede bewusste Entscheidung in deinem Leben ist. Du kannst bewusst über deine Karriere bestimmen, deine Ernährung und deinen ganz persönlichen Lifestyle wählen. Mein 6-Schritte-Plan hilft dir dabei dich zu fokussieren und deinen persönlichen bewussten Weg zu finden.

„Wenn du etwas loslässt, bist du etwas glücklicher. Wenn du viel loslässt, bist du viel glücklicher. Wenn du ganz loslässt, bist du frei.“ (Ajahn Chah, theravada-buddhistischer Mönch, 1918 – 1992)

 

Schritt 1

Bewusst leben ist ein Prozess: Werde dir dessen bewusst

Ich schreibe hier auf Umweltgedanken oft meine eigenen Erfahrungen. Das Wissen dazu habe ich mir über einen längeren Zeitraum erarbeitet. Wie vieles im Leben, ist eine bewusste und umweltfreundliche Lebensweise ein Prozess. Du kannst nicht von heute auf morgen alles verändern und einen nachhaltigen Lifestyle leben.

Als ich mein Studium „Landeskultur und Umweltschutz“ damals im Jahr 2003 begann, da habe ich vieles noch nicht so wahrgenommen wie heute, aber eines war mir schon immer bewusst: Umweltschutz ist mir wichtig und das war auch der Grund für die Wahl meines Studiums. Wie viele Studenten auch habe ich mir damals immer mal wieder Bioprodukte gekauft, aber nicht regelmäßig, da das mit dem Budget, das ich zur Verfügung hatte gar nicht möglich war.

Und auch heute kaufe ich nicht immer alles in Bioqualität. Da ich eine plastikfreie Ernährung bevorzuge und wie die meisten in einem Supermarkt den Großteil meiner Einkäufe erledige, greife ich in letzter Zeit öfter auch zu Obst und Gemüse, das aus konventionellem Anbau stammt. Dabei achte ich auf saisonal-regionale Produkte.

Ich würde mich noch besser fühlen, wenn ich nur Obst und Gemüse unverpackt in Bioqualität kaufen würde, aber dazu müsste ich immer einen Bioladen in meiner Stadt aufsuchen. Das ist aus zeitlichen Gründen im Alltag nicht jedes Mal realisierbar. Es ist schade, dass es einem so schwer gemacht wird. Obst und Gemüse in Bioqualität im Supermarkt zu kaufen und gleichzeitig plastikfrei zu leben ist definitiv eine Herausforderung.

Ich wünsche mir von den Supermärkten, dass die Bioprodukte in der Obst- und Gemüseabteilung endlich von den Plastikummantelungen befreit werden. Nicht nachvollziehen kann ich den Grund: Plastikverpackung, damit Bio nicht mit konventioneller Ware verwechselt werden kann. Gibt es da nicht einfachere Lösungen? Zum Beispiel die komischen Aufkleber, die ich zwar auch nicht mag, die aber zu mindestens weniger Müll bedeuten würden. Das ist nur ein Beispiel, das es mir nicht so leicht macht den Weg eines plastikfreien Lebens zu gehen. Es erfordert viel Recherche und Durchhaltevermögen.

Mir fehlt oft die Zeit Kosmetik und Reinigungsprodukte selber zu machen. Da wäre auch das Beispiel Zahncreme: Ich bin mir unsicher, ob eine selbstgemachte Zahncreme wirklich so gut vor Karies schützt.

Ihr seht also: Bei meinen Lebensmitteln schaffe ich es fast immer plastikfreie Alternativen zu finden oder selbst herzustellen, aber eben nicht immer in Bioqualität. Erfreulicherweise gibt es jetzt den Biounverpackt in Wiesbaden, wo viele Produkte lose kaufen kann. Gerade bei Süßigkeiten ist es ja besonders schwierig plastikfreie Alternativen in Bioqualität zu bekommen.

Verzichten ist für mich momentan die beste Alternative. Durch das Verzichten kaufe ich viele Produkte erst gar nicht, die zum Beispiel schädliche Inhaltsstoffe enthalten.

Wie man es dreht und wendet: Es ist ein Prozess und ein langer Weg alle Punkte eines nachhaltigen und bewussten Lebens umzusetzen. Ich lebe seit mehr als einem Jahr plastikarm und habe noch nicht alle Wege beschritten, die man gehen könnte. Es erfordert sehr viel Disziplin und dass man sich damit auseinandersetzt. Das gleiche gilt für vegane Ernährung. Momentan lebe ich weder vegan noch vegetarisch, aber mein Fleischkonsum ist minimal im Vergleich zum Bundesdurchschnitt.

Schritt 2

Den Fokus nicht verlieren: Nicht alles auf einmal wollen

Es muss nicht alles sofort umgestellt werden. Du musst auch nicht gleich dein Auto verkaufen oder einen Ökostromanbieter auswählen. Obwohl das natürlich ökologisch wäre.

Plastikfrei, vegan und gesund zu leben ist eine große Herausforderung. Alles zusammen und auf einmal halte ich für sehr anstrengend. Wenn aber ein Weg beschritten wurde, kann man sich auf das nächste persönliche Projekt konzentrieren. Zum Beispiel, wenn du weißt welche Produkte du plastikfrei bekommst, kannst du besser einschätzen, ob diese ausreichend für deinen Nährstoffbedarf sind und dich vegan ernähren. Ich würde mich erst gut informieren, bevor ich vegan lebe. Du musst dann abwechslungsreich kochen, um alle Vitamine und genügend Eiweiß zu dir zu nehmen. Für den Anfang kannst du mit einer vegetarischen Ernährung auch schon viel Gutes tun.

Schritt 3

So behältst du deine Motivation langfristig

Die innere Überzeugung gibt dir am meisten Motivation. Nur durch deine eigene Willenskraft kannst du es schaffen bewusster zu leben. Interesse an nachhaltigen Fragestellungen und Grundkenntnisse im Bereich Inhaltsstoffe, Produktionsbedingungen und Umweltauswirkungen solltest du dir Stück für Stück aneignen. Sonst ist es schwer abzuwägen und Entscheidungen zu treffen.

 

Dein individueller Weg ist wichtiger als der Weg den andere gehen wollen &copy Sibgat - Fotolia.com

Dein individueller Weg ist wichtig
© Sibgat – Fotolia.com

 

Am einfachsten ist es minimalistisch zu leben, das heißt Konsumgüter nur zu besorgen, wenn du sie auch wirklich brauchst. Auch aus Kombinationen einfacher Lebensmittel kannst du tolle Kreationen kochen.

„Wenn weniger mehr ist, dann ist ’nichts‘ vielleicht alles.“ (Rem Koolhaas, niederländischer Architekt, *1944)

Motivierend ist es auch sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Erfolgserlebnisse bewusst wahrnehmen und stolz auf das sein, was man erreicht hat, kann auch einen Motivationsschub geben. Wer nachhaltig leben nur als Lifestyle betrachtet, der gerade in Mode ist, wird schnell an seine Grenzen stoßen und die Motivation langfristig verlieren.

Rückschläge oder Sackgassen werden im Prozess des bewussten Lebens immer wieder auf dich zukommen. Nach Lösungen zu suchen kann aber sehr viel Spaß machen und eine innere Befriedigung hervorrufen.

Schritt 4

Dogmatismus kann den Spaß an der Nachhaltigkeit verderben

Gönne dir ruhig auch mal eine Auszeit. Zum Beispiel haben mein Freund und ich uns dieses Jahr einmalig eine Tüte Chips gekauft, weil wir nicht mehr widerstehen konnten. Und auch auf Partys habe ich schon ab und zu ein paar Chips gegessen. Ich denke, dass das auch nicht schlimm ist und da ich Chips so selten esse, ist es ein Genusserlebnis gewesen. Wenn ich bei Freunden zum Essen eingeladen werde, würde ich auch nicht darauf bestehen nur plastikfreie Lebensmittel zu mir zu nehmen. Da bin ich dann flexibel. Und ich esse auch mal eine Pizza. Alles nicht so schlimm. Hauptsache du bist dir bewusst was du tust.

Schritt 5

Fragen stellen: So findest du heraus wie nachhaltig und bewusst du lebst

Stell dir selbst die folgenden fünf Fragen und versuche sie dir nach und nach zu beantworten. Das waren ungefähr die Fragen, die ich mir zu Beginn meines eigenen Veränderungsprozesses auch immer wieder gestellt habe.

#1 Kennst du deinen ökologischen Fußabdruck?

#2 Hast du dich schon mit dem Thema Zero Waste und einem Leben ohne Plastik auseinandergesetzt?

#3 Weißt du wirklich welche Lebensmittel du tagtäglich zu dir nimmst und was darin enthalten ist?

#4 Wie wichtig ist dir deine Gesundheit, deine persönliche Entwicklung und deine Umwelt?

#5 Was weißt du über eine bewusste und nachhaltige Lebensweise?

Schritt 6

Womit fange ich am besten an?

Das ist keine einfach zu beantwortende Frage. Jeder ist da anders. Wenn du noch nie viel Fleisch gegessen hast, wäre sicherlich die Umstellung auf eine vegetarische Ernährung gar nicht mal das Schwerste und würde deinen ökologischen Fußabdruck erheblich reduzieren. Habe ich allerdings trotz des Bewusstseins leider noch nicht geschafft. Plastikfrei einzukaufen muss man einfach ausprobieren. Nach ein paar Monaten weißt du dann ganz gut was geht und was nicht. Dazulernen kann man immer. Palmölprodukte nicht zu kaufen geht auch ganz einfach – es steht ja immer auf der Verpackung drauf. Ökologische Produkte zum Reinigen zu benutzen wäre auch eine einfache Möglichkeit nachhaltiger zu leben.

Im Prinzip kann ich das auch nicht pauschal beantworten oder will ich auch gar nicht. Wichtig ist einfach, dass du wie in Schritt 2 deinen Fokus nicht verlierst und eine Veränderung nach der anderen umsetzt. Dann gehen gewisse Handlungsweisen mit der Zeit in deinen Alltag über und du merkst gar nicht mehr, dass du ökologisch oder bewusst handelst, sondern es ist einfach dann normal für dich. Viele gute Tipps für ein nachhaltiges und bewusstes Leben findest du hier auf Umweltgedanken.

Ich hoffe, dass dir meine Schritte helfen deinen eigenen bewussten Lebensweg zu finden und wir zusammen die Welt ein wenig nachhaltiger gestalten. Schreib mir doch in den Kommentaren welche Strategie du hast. Mich würde auch interessieren, welche Prozesse des bewussten Lebens du durchlaufen hast und was dein Erfolgsgeheimnis ist? Stehst du noch ganz am Anfang? Auch gut. Schreib mir was du als nächstes vorhast, um bewusster zu leben. Ich freue mich auf deinen wertvollen Kommentar.

Lebe bewusst und nachhaltig.

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4 Kommentare zu Bewusst leben: Ganz einfach mit meinem 6-Schritte-Plan

15 einfache Tipps, die dir helfen Aluminium in deinem Alltag zu vermeiden

Bei Aluminium denkt fast jeder zuerst an Deos oder Alufolie. Das Problem Aluminium wird schon seit geraumer Zeit vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als kritisch eingestuft. Aber noch viel zu wenig Menschen wissen Bescheid über die Gefahren, die in Lebensmitteln lauern.

Bei Aluminium denkt fast jeder zuerst an Deos oder Alufolie. Das Problem Aluminium wird schon seit geraumer Zeit vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als kritisch eingestuft. Aber noch viel zu wenig Menschen wissen Bescheid über die Gefahren, die in Lebensmitteln lauern. In diesem Beitrag erfährst du wissenswerte Informationen über Aluminium und die davon ausgehenden Gefahren. Dazu bekommst du meine 15 Tipps, wie du in Zukunft deinen Körper vor Aluminium schützen kannst.

Die Verwendung von Aluminium ist aus ökologischer Sicht untragbar

Die Herstellung von Aluminium ist extrem umweltschädlich, angefangen beim Abbau des Rohstoffs Bauxit bis hin zum hohen Energieverbrauch bei der Herstellung. Große Lagerstätten für Bauxit gibt es im Amazonasregenwald in Brasilien. Um an die Vorkommnisse zu gelangen, wird der Regenwald abgeholzt. Die energieintensive Herstellung sorgt für einen erheblichen Ausstoß des klimaschädlichen CO2.

Wir unterscheiden Aluminium in Primäraluminium, das direkt aus dem Rohstoff Bauxit per Elektrolyse gewonnen wird und Sekundäraluminium, das aus wiederverwertetem Alt-Aluminium per Recycling gewonnen wird. Im Jahr 2014 verbrauchte der Sektor Verkehr in Deutschland rund 1,4 Milliarden Tonnen Aluminium, weitere 25 Prozent des weltweit verwendeten Aluminiums werden im Bauwesen eingesetzt (Statista, 2016). Der Sektor Verpackungen benötigte 304.000 Tonnen Aluminium und steht somit an dritter Stelle.

Weißt du wo überall Aluminium enthalten ist?

Aluminium ist teils natürlich in Lebensmitteln enthalten, teils stammt es aber auch aus aluminiumhaltigen Lebensmittelzusatzstoffen und gelangt so in unseren Körper. Lebensmittelzusatzstoffe sollen die Beschaffenheit des Lebensmittels beeinflussen und werden eingesetzt um bestimmte Eigenschaften oder Wirkungen zu erzielen.

Aluminium ist heute in vielen Produkten des Alltags enthalten: Verpackungen, Deckel, Folien, Tüten, aber auch in Kosmetikprodukten. In Deos wird es aufgrund seiner schweißhemmenden Wirkung eingesetzt. In Cremes wird Aluminium als Emulgator (Aluminiumstearat) eingesetzt, in Zahncremes als Antibakterium (Aluminiumfluorid) und abrasives Mittel (Schleifmittel). Sonnencreme enthält Aluminium, das als Beschichtung von Nanopartikeln dient.

Aluminium in Lebensmitteln kannst du an den E-Nummern erkennen: E173 (Aluminium), E520 (Aluminiumsulfat), E521 (Aluminiumnatriumsulfat), E523 (Aluminiumammoniumsulfat), E554 (Natriumaluminiumsilikat), E555 (Kaliumaluminiumsilikat), E556 (Calciumaluminiumsilikat) und E598 (Calciumaluminat).

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2008 in einer Stellungnahme den typischen Aluminiumgehalt von unbehandelten Lebensmitteln mit weniger als 5 mg/kg angegeben.

Aluminium ist auch in Impfstoffen enthalten. Hier ist die Konzentration der Aufnahme besonders hoch. Allerdings ist eine einmalige Impfung nicht in dem Maße schädlich wie eine tagtägliche chronische Dosis, die über Nahrung, Kosmetika und Medikamente zugeführt wird. Doch bei Kindern ist die Blut-Hirn-Schranke noch nicht vollständig ausgebildet, so dass hier besonders auf den Verzicht von Aluminium geachtet werden sollte. Besonders die frühen Impfungen sind kritisch zu betrachten.

Fertigprodukte stehen besonders in der Kritik, da diese auch künstliche Aluminiumzusätze enthalten können. Im Trinkwasser findet sich auch Aluminium. Die Wasserwerke dürfen Aluminium als Flockungsmittel einsetzen, um dadurch kleinste Fremdpartikel zu binden. Nach der Trinkwasserverordnung beträgt der Grenzwert für Aluminium 0,2 mg/L. Medikamente zur Linderung von Sodbrennen, zum Beispiel Maaloxan, enthalten Aluminium. Bei Käsescheiben wird Aluminium als Trennmittel eingesetzt, damit die Scheiben nicht zusammenkleben.

Die Lebensmittelindustrie benutzt Aluminium auch als Lebensmittelzusatzstoff mit der Bezeichnung E173 als Farbstoff für Überzüge von Zuckerwaren. Die lustigen bunten Linsen sind voll damit. Die Brezel morgens zum Frühstück oder als Snack zwischendurch: Eine warme, knusprige Laugenbrezel liebt fast jeder von uns. Aber war dir bewusst, dass du weniger davon essen solltest, damit du deine Gesundheit nicht gefährdest? Auch in Brezeln und anderem Laugengebäck finden sich erhöhte Mengen an Aluminium.

Warum enthält Laugengebäck so hohe Gehalte an Aluminium?

Die Brezeln werden samt der Bleche vor dem Backen in Natronlauge getaucht. Diese kann das Leichtmetall lösen. Das Aluminium gelangt in die Brezel. In Bayern gibt es seit 1999 einen Aluminiumgrenzwert von 10 mg/kg Frischgewicht. Alternativen zum Backen auf Aluminium-Lochblechen gibt es bereits, zum Beispiel beschichtete Lochbleche oder Edelstahlbleche. Auch Backpapier oder ein Stofftuch zwischen Blech und Brezel sind Alternativen.

In einem Beitrag der Sendung Markt wurden die Höchstmengen an Aluminium in Laugengebäck von Discountern untersucht. Die Laugenstange von Netto enthielt zum Beispiel 5 mg/kg. Dies liegt noch unter der empfohlenen Höchstmenge von 10 mg/kg. Wenn du aber jeden Tag so eine Laugenstange isst, dann nimmst du einen beachtlichen Anteil der wöchentlich unbedenklichen Dosis an Aluminium zu dir.

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nehmen viele Menschen allein über die Nahrung so hohe Mengen Aluminium auf, dass die wöchentlich verträgliche Menge bereits überschritten wird. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat im Jahr 2013 jedes fünfte untersuchte Laugengebäck in Bayern den Grenzwert von 10 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Backware überschritten.

Warum ist Aluminium so gefährlich für dich?

Laut des Bundesinstitutes für Risikobewertung steht Aluminium unter Verdacht bestimmte Krankheiten auszulösen, unter anderem Demenz und Brustkrebs. Nachgewiesen werde konnte dies aber wohl noch nicht beziehungsweise gibt es unterschiedliche Studien, die sich widersprechen. Forscher fanden zum Beispiel bei Brustkrebspatientinnen erhöhtere Gehalte an Aluminium im Brustdrüsensekret als bei gesunden Frauen. Unklar ist, ob Aluminium der Auslöser ist oder es sich in Folge der Krebserkrankung bildet.

Aluminium schädigt ab bestimmten Konzentrationen das Nervensystem und hat eine reproduktionstoxische Wirkung (Wirkung auf Fruchtbarkeit und ungeborenes Leben) sowie negative Effekte auf die Knochenentwicklung (Demineralisierung der Knochen). Das Leichtmetall steht auch im Verdacht Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität und Lernschwächen hervorzurufen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (Tolerable Weekly Intake, TWI) von 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht für die orale Aufnahme über die Nahrung festgelegt.

Salz- oder säurehaltige Lebensmittel lösen Aluminiumionen heraus

Wenn Aluminium mit salz- oder säurehaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommt, lösen sich die Aluminiumionen heraus und gelangen in die Nahrung und somit in unseren Körper.

Kaffeekapseln bestehen zum Teil auch aus Aluminium. Deutsche Kaffee-Trinker verbrauchen pro Jahr mehr als eine Milliarde davon. Auch Kaffee hat einen hohen Säuregehalt. Innerhalb der Kapsel ist der Kaffee durch eine transparente Folie vom Aluminium getrennt. Diese Folie wird aber beim Brühvorgang durchstoßen. Belegt ist das Risiko aber bislang nicht.

Glutamat, Zitronensäure und Aspartam begünstigen die Aufnahme von Aluminium ins Gehirn

Normalerweise zirkuliert das Aluminium mit dem Blut im Körper. Glutamat ermöglicht dem Aluminium ins Gehirn zu gelangen, indem es leichter durch die Blut-Hirn-Schranke dringt. Auch Zitronensäure oder der Süßstoff Aspartam wirken ähnlich wie Glutamat. Zitronensäure findet sich in Soft-Drinks, Fertiggerichten und auch in Süßigkeiten. Neben den Aluminiumlacken, die zur Färbung eingesetzt werden, werden auch Aluminium-Zusatzstoffe verwendet, die reines Aluminium (E173) enthalten. Es ist zum Beispiel in kandiertem Obst und als Trennmittel in Soßenpulver und Tütensuppen zu finden.

Meine 15 Tipps für dich, wie du Aluminium in deinem Alltag vermeiden kannst

#Tipp 1: Der gute alte Espressokocher – auch hier lauern die Gefahren. Die Schutzschicht wird beim Spülen in der Spülmaschine zerstört. Daher sollte der Espressokocher lieber von Hand abgewaschen werden.

#Tipp 2: Für Liebhaber von Schlemmerfilets: Frosta bietet den Fisch in Pappfaltschachteln aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung an. Diese Pappschachtel besteht laut Frosta aus Frischfasern, so dass keine erhöhten Werte von Mineralölen darin zu erwarten sind. Lies hierzu auch meinen Beitrag über Mineralöle in Lebensmitteln. Als Produktschutz enthalten die Pappschachteln eine Kunststoffschicht aus PET, die allerdings frei von Bisphenol-A (BPA) ist. Auch die verwendeten Klebersysteme enthalten keine Weichmacher.

#Tipp 3: Verwende beim Grillen umweltfreundliche Mehrweggrillschalen aus Edelstahl oder mit einer Emaillebeschichtung. Du kannst außerdem Fisch- und Gemüsehalter verwenden.

#Tipp 4: Wenn du unbedingt Alufolie benutzen möchtest, dann verwende zumindest zu 100 % recycelte Alufolie von If You Care.

#Tipp 5: Benutze doch anstatt Alufolie, Klarsichtfolie oder Butterbrotpapier einmal die individuell gestalteten Eco-Brotverpackungen von Eversnack, zum Beispiel die Eversnack Brottücher. Diese bestehen aus 100 % Baumwolle, zum Teil Öko-Tex-100 zertifizierte Baumwolle. Innen sind die Brottücher mit einer recycelbaren und BPA freien Kunststofffolie vernäht.

#Tipp 6: Eine weitere Alternative zu Alufolie ist Wachspapier aus 100% natürlichem Sojabohnenwachs von If You Care oder Bienenwachspapier von Bee’s Wrap oder die wiederverwendbare Bienenwachstücher von Abeego aus Biobaumwolle. Du kannst Wachstücher auch selbst machen. Eine gute Anleitung findest du hier. Es ist fraglich, ob Wachstücher nachhaltig sind, da der Baumwollanbau auch Probleme mit sich bringt. Lies hierzu auch meinen Beitrag über verantwortungsvollen Baumwollanbau. Für Veganer sind die Bienenwachstücher nicht geeignet. 

#Tipp 7: Verwende anstatt Alufolie Frischhaltedosen aus Porzellan, Glas oder wer möchte auch aus Kunststoff. Kunststoff würde ich persönlich nicht uneingeschränkt empfehlen, da davon wieder andere Gefahren ausgehen. Mehr dazu in meinem Beitrag über die Gesundheitsrisiken von Kunststoff.

#Tipp 8: Am besten vermeidest du mit Farblack überzogene Süßigkeiten und Kaugummis oder verzehrst diese nur in geringen Mengen.

#Tipp 9: Kaufe aluminiumfreie Deos und Sonnencreme.

#Tipp 10: Laugengebäck kannst du weiterhin essen, aber nicht in überdurchschnittlich hohen Mengen. Wenn du mehr über die Risikobewertung lesen möchtest, kannst du in einer Stellungnahme zu erhöhten Gehalten von Aluminium in Laugengebäck des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) nachlesen.

#Tipp 11: Teflonpfannen sind meist aus Aluminium gegossen. Als Alternative kannst du Pfannen aus Gusseisen oder Edelstahl verwenden.

#Tipp 12: Am besten keine Konservendosen kaufen, auch wegen der Innenbeschichtung, die Weichmacher enthält. Wenn du doch einmal etwas in Dosen kaufen musst, kannst du mit einem einfachen Trick prüfen, ob es sich um eine Weißblech- oder eine Aluminiumdose handelt. Nimm einen Magneten mit. Aluminium ist nicht magnetisch. Besonders Fischdosen bestehen häufig aus Aluminium. Bei Hering in Tomatensoße wird das Aluminium dann durch die saure Tomatensoße gelöst.

#Tipp 13: Fisch kannst du in Pergamentpapier garen zum Beispiel mit SAGA Kochpergament. Das ist biologisch abbaubar, wird aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern hergestellt und ist als umweltfreundlich zertifiziert.

#Tipp 14: Kaufe keine Fertigprodukte, wie Tütensuppen oder Soßenpulver.

#Tipp 15: Wenn du eine Kaffeemaschine mit Kaffeekapseln benutzt, kannst du diese durch Edelstahlmehrwegkapseln ersetzen. Du müsstest dann zwar den gemahlenen Kaffee selbst einfüllen, aber es ist in jedem Fall ökologischer und du verursachst keine Müllberge. Für Nespresso Maschinen gibt es zum Beispiel Mehrwegkapseln.

 

Um das Aluminium, dass du nun schon über Jahre in deinem Körper angereichert hast, wieder loszuwerden, kannst du speziell auf deine Ernährung achten. Vitamin D oder auch Silicium und Calcium begünstigen das Ausleiten von Aluminium aus deinem Körper.

Die Liste was du alles tun kannst, um weniger Aluminium zu dir zu nehmen, ist mit Sicherheit nicht vollständig. Ich freue mich auf deine Ergänzungen und weitere Tipps. Schreibe mir deine hilfreiche Anregung in den Kommentaren.

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6 Kommentare zu 15 einfache Tipps, die dir helfen Aluminium in deinem Alltag zu vermeiden

Sind Airbnb Unterkünfte wirklich nachhaltiger? Diese Fakten solltest du wissen

Der Gedanke hinter Airbnb ist einfach. Airbnb steht für Airbed (Luftmatratze) und Breakfast (Frühstück). Airbnb wurde 2008 in San Francisco gegründet. So war es anfangs auch gedacht – eine günstige Übernachtungsmöglichkeit als Alternative zu Hotels und Pensionen.

Der Gedanke hinter Airbnb ist einfach. Airbnb steht für Airbed (Luftmatratze) und Breakfast (Frühstück). Airbnb wurde 2008 in San Francisco gegründet. So war es anfangs auch gedacht – eine günstige Übernachtungsmöglichkeit als Alternative zu Hotels und Pensionen. Toll ist, dass man sich irgendwie heimischer fühlt und mehr verbunden ist mit den Menschen des Landes, das man gerade besucht.

 

Du hast jetzt länger nichts von mir gehört. Ich war vergangenes Wochenende auf einer Hochzeit einer sehr guten Freundin und davor für ein verlängertes Wochenende in Budapest. Warum Budapest? Warum nicht in Deutschland Kurzurlaub machen? Nun, meine Mission war es schon immer einmal nach Ungarn zu reisen, da meine Oma mütterlicherseits aus Ungarn stammt und ich unbedingt einmal dorthin wollte, sozusagen zu meinen Wurzeln.

Flug kompensieren und über Atmosfair Klimaschutzprojekte unterstützen

Ich bin mit dem Flugzeug von Frankfurt am Main zum Flughafen Ferihegy nach Budapest geflogen. Nicht nachhaltig, aber wenn man nur ein paar Tage Freizeit hat, ist diese Reiseform immer noch am schnellsten. Eine Zugreise hätte 10 Stunden und mehr gedauert. Insgesamt betrugen meine verursachten Emissionen 405 kg CO2 für den Hin- und Rückflug mit dem Airbus 321 in der Economy Class und mit einem Zwischenstopp am Flughafen Berlin-Tegel. Diese Emissionen möchte ich über die Plattform Atmosfair mit einem Beitrag in Höhe von 20 Euro zugunsten von Klimaschutzprojekten kompensieren.

Wohnen wie die Einheimischen

Meine Unterkunft in Budapest, genauer gesagt ein kleines Apartment, habe ich über das Portal Airbnb gebucht. Mein Gastgeber war ein ungarischer Mann und ich kann diese Unterkunft voll und ganz weiterempfehlen. Ihr findet den Gastgeber bei Airbnb, wenn ihr nach Bence Varga sucht. Die Unterkunft ist im quirligen jüdischen Viertel gelegen und alle Sehenswürdigkeiten sind gut zu Fuß oder mit dem Bus beziehungsweise mit der U-Bahn erreichbar. Nicht weit von der Unterkunft steht die zweitgrößte Synagoge der Welt, die ihr euch unbedingt ansehen müsst, wenn ihr einmal in Budapest seid. Diese ist fußläufig in 3 Minuten erreichbar.

Das war meine erste Erfahrung mit Airbnb. Ich war sehr zufrieden und habe mich sehr wohl gefühlt, fast wie zu Hause. Ich würde immer wieder diese Unterkunft buchen. Besonders das kleine urige Pub nebenan mit dem schönen Namen „Uri Muri“ ist so wunderbar familiär. Dort trifft sich die Künstler- und Schauspielerszene Budapests und es wird angenehme Musik, meistens Musik aus den 60ern gespielt. Ich habe dort am Sonntagabend auch das Finalspiel der Fußball Europameisterschaft gesehen.

Es ist nicht schwer mit den Ungarn in Kontakt zu kommen, aber man muss schon etwas auf die Menschen zugehen. Da ich alleine gereist bin, war es wahrscheinlich einfacher, leicht ist es aber dennoch nicht. Es gehört ein wenig Überwindung dazu in einem fremden Land, dessen Sprache man nicht spricht, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Das war auch meine erste private Reise alleine, aber nun würde ich wieder alleine reisen mit dem Wissen, dass es Spaß macht.

Das soll hier jetzt kein Reisebericht werden. Deswegen komme ich nun zu meinem eigentlichen Blogpost, in dem ich der Frage nachgehen möchte, ob Airbnb nachhaltiger als Hotels und andere Unterkünfte ist.

Was ist eigentlich Airbnb?

Der Gedanke hinter Airbnb ist einfach. Airbnb steht für Airbed (Luftmatratze) und Breakfast (Frühstück). Airbnb wurde 2008 in San Francisco gegründet. So war es anfangs auch gedacht: eine günstige Übernachtungsmöglichkeit als Alternative zu Hotels und Pensionen. Toll ist, dass man sich irgendwie heimischer fühlt und mehr verbunden ist mit den Menschen des Landes, das man gerade besucht. Und man hat meist eine Küche zur Verfügung, die es in einem Hotel nicht gibt. Manchmal wird man von den Hosts auch herumgeführt und lernt dadurch die Stadt, oder wo man auch immer ist, sehr viel schneller kennen. Ein Hostel würde für mich nur unter Umständen in Frage kommen, zum Beispiel, wenn ich dort ein Einzelzimmer buchen kann.

Ökologischer Nutzen von Sharing Economy

Das Thema Sharing Economy ist ein spannendes Forschungsfeld. Es gibt nur wenige unabhängige Studien zu Airbnb, aber die US-Soziologin Juliet Schor hat herausgefunden, dass Nutzer von Airbnb aufgrund der preiswerten Zimmer oder Apartments häufiger in den Urlaub fahren. Dadurch nimmt mit steigenden Übernachtungen der ökologische Nutzen ab.

Airbnb hat selbst eine Studie in Auftrag gegeben, in der es heißt, dass im Jahr 2013 in Europa Wasser für das Befüllen von 1100 Schwimmbecken eingespart wurde, weil Airbnb Gäste sich gegen ein Hotel und für ein Privatzimmer entschieden haben.

Airbnb wird auch manchmal kommerziell missbraucht

Das Portal Airbnb organisiert laut Spiegel Online eine Million Übernachtungen monatlich. Da Airbnb aber auch immer mehr kommerziell genutzt wird, ist nicht mehr nur der Grundgedanke des Wohnraumteilens im Vordergrund. Einige Anbieter vermieten sehr viele Zimmer und Appartements und verdienen sich eine goldene Nase damit. Diese Wohnungen stehen dem Wohnungsmarkt nicht mehr zur Verfügung. Der Anreiz ist groß eine Wohnung zum Beispiel in einer sehr hoch frequentierten Touristenstadt wie Berlin über Airbnb zu vermieten anstatt diese regulär der Berliner Bevölkerung zur Langzeitmiete anzubieten. Insbesondere in den Innenstädten ist das ein großes Problem.

Auch muss man wissen, dass das Vermieten ohne Genehmigung Steuerhinterziehung ist. Mein Gastgeber in Budapest zahlt offiziell Steuern.

Airbnb Gäste nutzen häufiger den ÖPNV und gehen in nachhaltigen Restaurants essen

Prinzipiell denke ich, dass Menschen, die über Airbnb buchen oft nachhaltig leben und die Unterkunft wie ihre eigene Wohnung behandeln. Sie sparen Wasser und Strom und bewegen sich auch oft in dem Ort vermehrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln anstatt eines Mietwagens fort. Viele wählen vegane und vegetarische Restaurants und achten im Allgemeinen mehr auf ihre Umwelt. So habe ich auch gegenüber meiner Unterkunft lecker in einer Hummusbar gegessen. Meine Erfahrung in Budapest hat mir gezeigt, dass man dort sehr gut mit Bus und U-Bahn überall hinkommt. Das Liniennetz der U-Bahn ist übersichtlich gestaltet. Die Busse fahren mit Oberleitungsnetzen elektrisch und sind deswegen auch ökologisch.

Oberleitungsbus in Budapest © Anja Blumschein

Die Unterstützung von Einheimischen ist nachhaltig

Du siehst, es ist schwierig die Nachhaltigkeit von Airbnb einzuschätzen. Es kommt auf den jeweiligen Wohnungsanbieter an. Wenn es sich um eine einheimische Person handelt, die ein oder zwei Apartments vermietet, denke ich, dass es nachhaltiger ist diese Person mit meinem Geld zu unterstützen als eine große Hotelkette.

Abschließend möchte ich dir eines mit auf den Weg geben: Reise nachhaltig, egal ob mit Airbnb oder ohne und sei dir bewusst über dein Verhalten auf Reisen.

Nachhaltig fortbewegen in Budapest_Umweltgedanken

Nachhaltig fortbewegen mit dem Fahrrad  © Anja Blumschein

Was denkst du über Airbnb und denkst du, dass es nachhaltiger ist als andere Übernachtungsmöglichkeiten? Her mit deiner Meinung in den Kommentaren. Ich freue mich darauf.

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3 Kommentare zu Sind Airbnb Unterkünfte wirklich nachhaltiger? Diese Fakten solltest du wissen

Warum wir alle für die Lebensmittelverschwendung verantwortlich sind

Etwa 7,3 Milliarden Menschen leben heute auf der Welt. Etwa 1 Milliarde leidet täglich Hunger, obwohl weltweit Lebensmittel für 12 Milliarden Menschen produziert werden. Der deutsche Dokumentarfilm „Taste the Waste“ von Valentin Thurn aus dem Jahr 2011 machte das Thema Lebensmittelverschwendung für das breite Publikum zugänglich. In diesem Beitrag erfährst du was wir als Endverbraucher beachten müssen, um weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Etwa 7,3 Milliarden Menschen leben heute auf der Welt. Etwa 1 Milliarde leidet täglich Hunger, obwohl weltweit Lebensmittel für 12 Milliarden Menschen produziert werden. Der deutsche Dokumentarfilm „Taste the Waste“ von Valentin Thurn aus dem Jahr 2011 machte das Thema Lebensmittelverschwendung für das breite Publikum zugänglich. In diesem Beitrag erfährst du was wir als Endverbraucher beachten müssen, um weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Der Endverbraucher muss lernen umzudenken

Die Europäische Kommission hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt bis 2020 weggeworfene Lebensmittel um 50 % zu reduzieren. Über die Strategie zur Umsetzung bin ich gespannt. Momentan reden wir viel über den Sinn oder Unsinn von Verpackungsabfällen, aber auch die unnütze Lebensmittelverschwendung muss in die Köpfe der Verbraucher. Es ist das gleiche wie mit den Plastiktüten. Nur wenn der Verbraucher im übertragenen Sinne bereit ist die krumme Gurke zu kaufen, dann erst hört dieser Lebensmittelverschwendungswahnsinn auf.

In den Supermärkten erwartet der Kunde volle Regale und eine große Warenvielfalt. Der Verbraucher ist demnach mit verantwortlich, dass der Handel ein Überangebot von Lebensmitteln vorhält. In Deutschland landen beispielsweise 25 % der Backwaren auf dem Müll, weil Supermarktketten die Filialen zum Teil dazu verpflichten bis Ladenschluss volle Regale zu haben.

Der Handel entscheidet mit seiner Beschaffungspraxis auch darüber wie viel Gemüse als unverkäuflich auf den Äckern verbleibt. Die REWE Gruppe bietet laut ihrer Webseite seit Oktober 2013 unter der Eigenmarke „Wunderlinge“ Obst und Gemüse an, dass trotz besonderem Aussehen gut in Qualität und Geschmack ist. Die krummen und eigenwillig aussehenden Kartoffeln und Möhren werden zu einem günstigeren Preis angeboten. Oft können Produzenten Gemüse und Obst, dass von der Norm abweicht im Handel sonst gar nicht verkaufen.

Interessant finde ich auch die Initiative von Bäckereien, die ihr gesamtes Sortiment an Brot, Brötchen und Kuchen zum halben Preis verkaufen. Ich selbst sehe jeden Tag eine Filiale auf dem Weg zur Arbeit in Frankfurt am Main, die diesen Service in großem Maßstab neben ihrem regulären Verkauf anbietet.

Im Sinne nachhaltigen Konsums sollte die Wertschätzung für Lebensmittel in allen Teilen der Bevölkerung gesteigert werden. Lebensmittel sind Mittel zum Leben und so sollten wir sie auch behandeln. Oft ist das Verderben von Lebensmitteln Ergebnis einer falschen Lagerung oder eines falschen Transportes.

Jedes Jahr wären in Deutschland 10 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle vermeidbar

Über 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich weggeschmissen, wovon bereits heute 10 Millionen Tonnen vermeidbar wären (WWF Deutschland, 2015). Diese 10 Millionen Tonnen sind umgerechnet mit einem Ausstoß von fast 22 Millionen Tonnen Treibhausgasen verbunden.

Von den weggeworfenen Lebensmitteln sind über 60 % auf die Wertschöpfungskette vom Produzenten bis zum Großverbraucher zurückzuführen. Etwa 40 % liegen beim Endverbraucher. Insbesondere bei Gemüse, Obst, Backwaren und Speiseresten ließen sich unnötige Abfälle vermeiden.

Insgesamt liegt die globale Lebensmittelverschwendung bei etwa 30 bis 40 % unabhängig davon, ob es sich um ein Industrieland oder ein Entwicklungsland handelt. In Südamerika, Afrika und Asien sind die Ernte-, Nachernte- und Prozessverluste tendenziell höher als zum Beispiel in Nordamerika und Europa. Je höher eine Region auf der Welt wirtschaftlich entwickelt ist, desto höher sind die Verluste beim Endverbraucher.

Ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum suggeriert uns, und ich zähle mich auch dazu, das Produkt wegzuwerfen. Oft ohne zu prüfen, ob die Milch oder der Joghurt noch genießbar sind. Warum ist es aber erst dazu gekommen, dass das Lebensmittel nicht vor diesem Datum verzehrt wurde?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist seit 1981 in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Der Ernährungsminister Christian Schmidt setzt sich für die Abschaffung dieses Mindesthaltbarkeitsdatums ein. Schmidt fordert, dass auf den Verpackungen ein echtes Verfallsdatum gedruckt werden soll, nach dem diese Produkte tatsächlich nicht mehr genießbar sind.

Die Hersteller kalkulieren beim Mindesthaltbarkeitsdatum zu große Sicherheitspuffer, so dass wir als Verbraucher aus Unsicherheit dazu verleitet werden Produkte schon wegzuwerfen bevor diese überhaupt schlecht sind.

In der EU werden jährlich insgesamt 89 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, ein Großteil, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Darunter auch lange haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Kaffee. EU-Mitgliedsländer, darunter Schweden und die Niederlande,  wollen die Liste der Lebensmittel ausweiten, für die nach EU-Recht kein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben werden muss.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (im Englischen: best before) sagt lediglich aus, dass bis zu dem bestimmten Tag vom Hersteller die Qualität in Farbe, Geschmack und Nährwertgehalt garantiert wird. Anders sieht es bei Frischwaren aus: Hier handelt es sich um ein Verfallsdatum (im Englischen: use by).

Viele Verbraucher haben den Bezug zu Lebensmitteln verloren. Statt ihren eigenen Sinnen zu vertrauen, verlassen sich die Verbraucher auf einen Aufdruck der Industrie. Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn etwas schlecht riecht, ranzig schmeckt oder schimmelt, sollte man es nicht mehr essen. Früher ging es anscheinend auch ohne Mindesthaltbarkeitsdatum.

In den Industrienationen werden laut Zahlen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinigten Nationen (FAO) hauptsächlich Gemüse, Obst und Brot weggeschmissen – Lebensmittel, die ohnehin kein Mindesthaltbarkeitsdatum aufweisen müssen.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum spielt anscheinend nicht die übergeordnete Rolle bei der Lebensmittelverschwendung.

Viel entscheidender ist doch das eigene Einkaufsverhalten. Wer zuviel einkauft, verliert den Überblick und natürlich laufen dann Produkte ab, bevor wir diese überhaupt verwerten können.

Fünf einfache Tipps und Tricks, wie du in Zukunft weniger Lebensmittel wegwirfst

#Tipp 1: Am besten kaufst du nur die Produkte, die du in den nächsten zwei bis drei Tagen verzehren möchtest. Schreibe dir eine Einkaufsliste und plane dein Mittag- oder Abendessen. So vermeidest du Spontankäufe. Ich nutze als Einkaufsliste die App „Denkst du daran“. Diese ist auf mehreren Endgeräten synchron und du kannst mit jemanden zusammen einkaufen und der andere sieht was du schon in deinen Einkaufskorb gelegt hast. Das ist sehr praktisch.

#Tipp 2: Koche die Portionen so, dass du das Gericht möglichst am Zubereitungstag aufessen kannst. Aus eigener Erfahrung essen wir aufgehobene Lebensmittelreste meist nicht am Folgetag.

#Tipp 3: Obst, das bereits unschöne Stellen hat, eignet sich immer noch super für Obstsalat oder Smoothies. Eine richtig braune Banane ist zum Beispiel auch bestens für die leckersten frittierten Bananen geeignet. Erst dann haben sie die richtige Süße und schmecken genau wie im Chinarestaurant. Auch ein Bananenbrot ist umso leckerer, wenn die Bananen überreif sind.

#Tipp 4: Vertraue auf deine eigenen Sinne – riechen, schmecken, sehen. Du wirst nicht gleich an einer Lebensmittelvergiftung sterben, wenn du deine Frischmilch noch trinkst, obwohl das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist.

#Tipp 5: Verwende Abfallprodukte vom Gemüse putzen. Zum Beispiel kannst du aus den Schälresten von Spargel eine sehr leckere Spargelcremesuppe zubereiten.

Beobachte einfach einmal selbst dein Einkaufverhalten und achte darauf wie viele Lebensmittel du in die Biotonne wirfst.

Bist du für die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums und die Verwendung echter Verfallsangaben? Welche Tipps hast du noch, um weniger Lebensmittelabfälle zu produzieren? Her damit in den Kommentaren!

Weiterführende Informationen:

Hier kommst du zur Studie vom WWF Deutschland (2015): Das große Wegschmeißen. Vom Acker bis zum Verbraucher: Ausmaß und Umwelteffekte der Lebensmittelverschwendung in Deutschland.

Die Einkaufslisten-App „Denkst du daran“ findest du hier.

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2 Kommentare zu Warum wir alle für die Lebensmittelverschwendung verantwortlich sind

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