Blog Nachhaltigkeit

The URA Collective – Bedachte nachhaltige Mode aus Reststoffen

Tue Gutes und rede darüber: Genau das tat Sportfotograf Florian Breitenberger, Gründer von The URA Collective, als er mich fragte, ob ich nicht auf Umweltgedanken über sein junges Fair Fashion Label berichten möchte. Sehr gerne mache ich das, denn die Kleidung von The URA Collective sieht stylisch aus und ist nachhaltig produziert.

Tue Gutes und rede darüber: Genau das tat Sportfotograf Florian Breitenberger, Gründer von The URA Collective, als er mich fragte, ob ich nicht auf Umweltgedanken über sein junges Fair Fashion Label berichten möchte. Sehr gerne mache ich das, denn die Kleidung von The URA Collective sieht stylisch aus und ist nachhaltig produziert.

Aus Müll nachhaltige Mode machen

Der namhafte, nachhaltige und soziale Produzent Hemp Fortex stellt für The URA Collective Shirts und Sweater ausschließlich aus Reststoffen her, die ansonsten als Industrieabfälle entsorgt werden würden. Das spart Rohmaterialien.

URA kommt von der Zusammensetzung „useful rag“ was so viel bedeutet wie „nützlicher Lumpen“. Es wird englisch betont und deswegen wie „jura“ ausgesprochen.

©The URA Collective

Kleidung von Hemp Fortex ist mit dem Siegel „Global Organic Textile Standard“ (GOTS) zertifiziert. Das GOTS Siegel sichert die Einhaltung von Umweltstandards. Außerdem müssen soziale Kriterien wie sichere und hygienische Arbeitsbedingungen, Vereinigungsfreiheit und das Verbot von Kinderarbeit gewährleistet werden.

Hemp Fortex ist außerdem Mitglied bei der Fair Wear Foundation (das höchste Gütesiegel in der Textilndustrie) und verantwortet die gesamte Wertschöpfungskette vom Anpflanzen der Rohmaterialien bis zum Versand der Kleidung und garantiert somit die komplette Kontrolle über Herkunft, Nachhaltigkeit und Qualität der Produkte.

Liebevoll designte „Lieblingsstücke“

The URA Collective hat mir ein Shirt aus Biobaumwolle, Hanf und Elasthan zur Verfügung gestellt. Das Shirt Diamond Patch kam plastikfrei in einem Recyclingumschlag verpackt.

Besonders die hochwertige Qualität der Stoffe hat mich überzeugt. Das kastig geschnittene Rundhalsshirt mit Rauten Aufnäher fühlt sich super weich an auf der Haut und gehört schon jetzt zu meinen Lieblingsteilen. Auch die Farbe ist megaschön – Anthrazit Gletschereis mit einer rosé farbenen Applikation. Und genau die Applikationen sind es auch die den Style von den T-Shirts und Pullovern von The URA Collective auszeichnen.

Umweltengagement

The URA Collective ist Mitglied bei der Organisation 1 % for the Planet und spendet 1 % des Brutto Jahres-Einkommens für ressourcenschonende Projekte. Außerdem besteht aktuell beim Kauf die Möglichkeit den Preis aufzurunden und für das Azulita-Projekt zu spenden. Das Azulita Projekt hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht den Rückkauf von Altkunststoffen zu fördern, Recycling-Behälter in Gemeinden zu installieren, Jungendliche über einen verantwortungsvollen Umgang mit Plastik und Kunststoffen zu erziehen und arbeitet eng mit lokalen Firmen zusammen, um mehr Verantwortung für die Verwendung von Kunststoffen zu übernehmen.

Gemeinsam gegen Fast Fashion

Wusstest du, dass die Textilindustrie nach der Ölindustrie an zweiter Stelle der umweltschädlichen Industrien steht? Über 90 % unserer Kleidung stammt aus Asien, insbesondere aus China, Bangladesh und Indien – und verursacht dort große Umweltschäden. Die kurze Tragedauer von Textilien und die immer schnelllebigeren Modetrends tragen in hohem Maße zu dieser Umweltverschmutzung bei. Das es auch anders und nachhaltig geht, zeigt der Produzent Hemp Fortex, der die Kleidung für The URA Collective herstellt: Ein Best-Practice Beispiel für die Textilindustrie in Asien.

The URA Collective macht nicht nur nachhaltige Mode, sondern sie sprechen von bedachter Fair Fashion Mode. Das heißt, dass für die Produktion nicht nur Reststoffe verwendet werden, sondern sie achten auch auf die Qualität und Umweltfreundlichkeit der Stoffe. Das macht das Label so einzigartig. Es ist nicht einfach ein weiteres Label, das Greenwashing betreibt und den Begriff Nachhaltigkeit verwendet, weil dieser gerade im Trend ist. The URA Collective will etwas verändern und zwar gemeinsam mit dir. Das spiegelt auch der Teil Collective (engl. gemeinsam) im Namen des jungen nachhaltigen Modelabels wider.

In der Textilbranche muss sich noch einiges tun, da häufig nur die Baumwolle fair und nicht die gesamte Produktion mit einbezogen ist.
TransFair Vorstandsvorsitzender Dieter Overath

©The URA Collective

In einer idealen Welt dürfte es nur Fair Fashion Mode geben!

Schreib mir doch gerne mal einen Kommentar, welche weiteren Modelabels, die nachhaltige und bewusste Kleidung aus Reststoffen herstellen, du noch kennst?

Und noch etwas: Wir verlosen gemeinsam mit The URA Collective 3 Gutscheine á 25 Euro (Gutscheine sind einzulösen bis 31.12.2018)! Wenn du mitmachen möchtest, schau auf der Umweltgedanken Facebook-Seite vorbei. Dort findest du alle Informationen zum Gewinnspiel. Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen.

Weiterführende Informationen:

Titelbild: ©The URA Collective

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Marktschwärmer: Fair und regional einkaufen direkt vom Erzeuger

Marktschwärmer ist eine Initiative, die Onlineshop und Bauernmarkt verbindet. Ich habe die Plattform getestet und bei einer Schwärmerei meiner Wahl einen Gutschein eingelöst. Regional einkaufen und dabei die Erzeuger persönlich kennenlernen.

Vor einiger Zeit bekam ich eine E-Mail von Volker Zepperitz, dem Sprecher der Initiative der Marktschwärmer. Darin enthalten war ein 25-Euro-Gutschein, den ich in einer Schwärmerei meiner Wahl einlösen kann. Was um Himmels willen ist eine Schwärmerei, dachte ich? Ich hatte noch nie davon gehört. Da ich mich zu nichts verpflichtet fühlen sollte, löste ich den Gutschein ein und hatte ein positives Einkaufserlebnis und eine nette Begegnung mit den Gastgebern einer Schwärmerei in Mainz.

Ich war so begeistert von der Vision hinter dem Konzept Marktschärmer, dass ich dich an meiner Freude teilhaben lassen möchte. Vielleicht probierst du die Marktschwärmer auch mal aus?

Ich suchte mir eine Schwärmerei in meiner Nähe und zwar die Amorella Kirsch-Manufaktur in Mainz. Leider gibt es aktuell noch keine Schwärmerei in Wiesbaden (ist aber in Aufbau im Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden). Denn immer von Wiesbaden nach Mainz zu fahren ist auch nicht nachhaltig!

Marktschwärmer ist ein sozial und ökologisch orientiertes Netzwerk zur Direktvermarktung

Nun zu dem Konzept Marktschwärmer. Was ist das? Hierbei finden sich regionale Anbieter zusammen und verkaufen Lebensmittel und Getränke zu fairen Preisen an nachhaltig denkende Menschen. Aktuell gibt es 44 Schwärmereien in Deutschland. Das Ganze ist auch nicht brandneu. Zuvor hieß Marktschwärmer Food Assembly, doch dies war vielen zu international und spiegelte nicht den Grundgedanken – die Regionalität – wider. So wurde Food Assembly 2017 in Marktschwärmer umbenannt.

Der Vorteil für die Erzeuger ist, dass diese nur so viele Produkte produzieren müssen wie auch gekauft wurden. Es gibt dadurch keine Verschwendung verderblicher Lebensmittel. Lies dazu auch meinen Beitrag zum Thema Lebensmittelverschwendung.

Der Kunde bekommt nicht einfach nur eine anonyme Lieferung wie es zum Beispiel bei Lebensmittelkisten der Fall ist, sondern kann am Abholtag direkt mit den Erzeugern ins Gespräch kommen. Auch muss der Kunde nicht jeden Erzeugerhof einzeln anfahren, um dort in den Hofläden die Lebensmittel zu kaufen. Das spart Kraftstoff und somit CO2-Emissionen. Und das ist gut für unser Klima!

Kombination aus Onlineshop und Bauernmarkt

Der Einkauf erfolgt ganz bequem online, so dass beim Abholen mehr Zeit für das Wesentliche, das Miteinander sprechen bleibt, da der Bezahlvorgang schon abgeschlossen ist. Das Tolle an den Marktschwärmern ist also, dass die Erzeuger bei der Verteilung, die einmal die Woche in Mainz zum Beispiel in der Zeit von 17:30 Uhr bis 19 Uhr stattfindet, anwesend sind. So kannst du direkt etwas zu den Produkten und deren Anbau- bzw. Aufzuchtbedingungen fragen.

Ich kam leider etwas spät, so dass ich nur noch zwei Erzeuger treffen konnte. Die anderen waren schon wieder unterwegs, weil die einen längeren Anfahrtsweg von einer Stunde hatten. Die meisten meiner Produkte waren schon zusammengestellt und wurden mir von der Gastgeberin der Schwärmerei, Katja Mossel, in der Alten Waschküche vom Chausseehaus in Mainz-Marienborn überreicht.

Mit dabei waren frische Milch und Quark vom Milchhof Soonwald, zwei Sorten Käse vom Buchenhof, ein Paket Feldsalat von Stein`s Kräuter und Garten, ein halbes Dinkel-Kartoffel-Nuss-Brot (ohne jegliche Zusatzstoffe) von Kaegy’s Kornkammer. Das Highlight war das Rinder-Hackfleisch von Bauer-Balzer.

Saisonal und regional einkaufen

Leckere regionale Produkte, die ich in der Schwärmerei gekauft habe (leider nicht alle plastikfrei)
© Anja Blumschein

Gut fand ich, dass alles regional und saisonal ist. Nicht gefallen hat mir das viele Plastik bei den Verpackungen. Die Milch kam immerhin im 2-Liter-Mehrwegbehälter. Leider war die Portionsgröße 250 g beim Quark nicht in einem Mehrwegbecher möglich. Erst ab 500 g gibt es den Quark oder Joghurt im Mehrwegbecher. Auch das Rinder-Hackfleisch war in einer Plastiktüte eingepackt. Der Feldsalat war ebenfalls in einem Einwegplastikschale mit Deckel. Hier hätte ich den Vorschlag wiederverwendbare Plastikschalen zu verwenden. Das wäre umweltfreundlicher und würde mir besser gefallen. Die Erzeuger können dann wie der Milchhof Soonwald auch ein Pfand auf die Schale erheben.

Die Produkte waren allesamt sehr lecker. Den Käse und das Brot haben wir noch gleich am selben Abend probiert.

Mir gefällt das Konzept von Marktschwärmer. Daher wollte ich es hier mit euch teilen. Sicher gibt es auch Erzeuger in anderen Schwärmereien Deutschlands, die mehr auf plastikarmes Verpacken achten. Schau doch mal bei Marktschwärmer vorbei und vielleicht gibt es auch in deiner Nähe eine Schwärmerei bei der du tolle regionale Produkte kaufen kannst. Die Registrierung beziehungsweise die Mitgliedschaft bei Marktschwärmer ist kostenlos.

Katja Mossel, Gastgeberin der Schwärmerei in Mainz, erzählte mir, dass zu jedem Marktschwärmer-Tag rund 50 Menschen kommen. Da ist sicher noch Potential. Ich denke, dass viele gar nicht wissen, dass es diese Möglichkeit des regionalen Einkaufs neben Wochenmarkt und Hofladen gibt.

Für Menschen, die es zeitlich nicht schaffen auf den Wochenmarkt zu gehen, ist so eine Schwärmerei eine Alternative für den regionalen Einkauf.

Kaufst du immer regional? Und warst du schon mal bei einer Schwärmerei in deiner Nähe? Ich freue mich auf deine Erfahrung und Meinung in deinem Kommentar.

Weiterführende Informationen:

Werbevideo von Marktschwärmer: Wir sind Marktschwärmer. Und du? 
Hier kommst du zur Plattform Marktschwärmer
Marktschwärmer bei Facebook

Titelbild: © Marktschwärmer

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Foodtrends unter der Lupe: Chiasamen und regionale Superfood-Alternativen

Chiasamen, das Superfood der Mayas, Inkas und Azteken soll super-gesund sein. Wir wissen längst, dass die Anbieter mit dem Begriff Superfood eine reine Marketingstrategie verfolgen.

Chiasamen, das Superfood der Mayas, Inkas und Azteken soll super-gesund sein. Wir wissen längst, dass die Anbieter mit dem Begriff Superfood eine reine Marketingstrategie verfolgen. Viele der seit einigen Jahren angepriesenen Superfoods haben regionale Alternativen (u. a. Leinsamen, Johannisbeeren), die ebenso gute Vitamine und Nährstoffe enthalten, aber nur einen Bruchteil von dem kosten was die Anbieter für Chiasamen, Gojibeeren, Matcha-Pulver & Co verlangen.

Warum Chiasamen so beliebt sind

Chiasamen werden von Veganern gern als Eiersatz genommen, da sie sich aufgegossen mit Wasser oder Mandelmilch in eine gelartige Masse verwandeln. Aufgrund ihrer aufquellenden und dadurch sättigenden Eigenschaft sollen sie auch beim Abnehmen helfen, allerdings gibt es hier keine Beweise. Zudem ist der Abnehmerfolg auch noch davon abhängig was sonst noch so gegessen wird.

Chiasamen werden positive Wirkungen auf die Gesundheit zugesprochen. So bestehen die Samen des Salbeigewächses „Salvia hispanica“ aus vielen gesunde Bestandteilen. Sie haben zum Beispiel einen hohen Kalzium- und Eisengehalt.

Aus den Samen lässt sich auch ein Chiasamen-Öl gewinnen, das mit den enthaltenen Vitamin B3 und Zink Entzündungen vorbeugt und mit Hilfe der Antioxidantien unterstützend im Kampf gegen Bakterien, Pilze, Viren und Umweltgifte wirken soll. Chiasamen-Extrakt ist auch in der Kosmetikindustrie immer häufiger in Produkten enthalten.

Ist der Hype um Chiasamen begründet? Sind Leinsamen nicht genauso gesund?

Leinsamen sind die Früchte des Flachses (Linum usitatissimum) und sind als Verdauungshilfe beliebt. Die kleinen, glatten und braunen Samen haben auch als Nährstoffquelle eine Menge zu bieten. Es gibt zwei verschiedene Züchtungen: Öl- und Faserlein. Im letzten Jahrhundert war das nährstoffreiche Leinöl in unseren Breiten eines der am häufigsten verwendeten Öle. Aufgrund der mehrfach ungesättigten Fettsäuren steigt Leinöl in seiner Bedeutung. Der Faserleinanbau hat in Deutschland kaum mehr eine Bedeutung. Ende des 19. Jahrhundert waren noch ganze Landstriche in Schleswig-Holstein und Brandenburg von den blauen Blüten bedeckt. Baumwolle verdrängte das Textilgewebe Leinen. Leinöl kommt häufig als schnell härtendes Öl im Handwerk zum Einsatz.

Leinsamen müssen gemahlen werden, damit der Körper die guten Nährstoffe verwerten kann. Quellende Gerichte wie mit Chiasamen (z. B. Pudding) lassen sich mit Leinsamen nicht herstellen. Dennoch würde ich Leinsamen Chiasamen vorziehen, da ich den hohen CO2 Austausch von transatlantisch importierten Lebensmitteln nicht fördern möchte. Hauptanbaugebiete von Chiasamen sind Mexiko und Guatemala. Aber auch Exporte aus Argentinien, Peru und Australien nehmen zu.

Leinsamen enthalten ebenso wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren und lassen sich ähnlich wie Chiasamen verdauungsfördernd als Topping für Müslis, Joghurts oder geschrotet in Smoothies verwenden. Hier findest du zum Beispiel ein tolles Rezept für einen Heidelbeer-Mandel-Smoothie mit geschroteten Leinsamen.

Einkaufstipp: Kaufe Bio-Leinsamen, denn diese sind weniger mit Schadstoffen belastet, da im Biolandbau keine Klärschlämme ausgebracht werden dürfen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) empfielt nicht mehr als 20 Gramm Leinsamen pro Tag zu essen.

Leinöl liefert wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Wer Leinsamen pur nicht mag, kann auch zu Leinöl greifen, um etwas für die Gesundheit zu tun. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. empfielt für einen Erwachsenen eine Tagesdosis von 1-1,5 Esslöffel Leinöl pro Tag.

Besonders gut für unseren Körper sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie die alpha-Linolensäure aus der unser Körper langkettige Omega-3-Fettsäuren bilden kann. Weitere Quellen für Omega-3-Fettsäuren finden sich in Fisch, vorallem in Lachs, Makrele und Hering. Zum Vergleich: Leinöl enthält 41 % Alpha-Linolensäure, Olivenöl nur 1 %. Omega-3-Fettsäuren gelten als entzündungshemmend. In einer Studie der Universität Jena wurde nachgewiesen, dass sich der Verzehr von Leinöl positiv auf die Blutdruckwerte und Blutfette auswirkt.

Leinöl wirkt aufgrund des hohen Alpha-Linolengehaltes genau wie Chiasamen-Öl zellregenerierend. Wenn es frisch ist eignet es sich sehr gut als Hautfunktionsöl.

Leider zählt Leinöl zu den schnell verderblichen Ölen. Bereits nach wenigen Wochen ist es bitter. Im Vergleich mit Leinsamen sind Chiasamen wegen der natürlichen Konservierungsmittel ewig haltbar.

Achtung: Leinöl darf nicht erhitzt werden. Deshalb für Salate verwenden oder erst nach dem Kochen der Speise hinzufügen.

Weitere gute Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind Walnuss- oder Rapsöl. Auch Hanfsamen passen gut ins Müsli und haben viel Eiweiß, bieten Magnesium, Zink und Vitamine B und E ähnlich wie Chiasamen und Leinsamen.

Wie du siehst, können Leinsamen nicht eins zu eins mit Chiasamen verglichen werden, aber viele der positiven Eigenschaften und Wirkungen lassen sich auch mit Leinsamen erreichen. Außerdem kosten Chiasamen fünfmal so viel wie Leinsamen. Es spricht daher vieles für die regionale Superfood-Alternative Leinsamen.

Was denkst du über Superfoods?

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Titelbild: Leinsaat von Maja Dumat. Lizenz: CC BY 2.0

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Windelfrei: Braucht ein Kind Belohnungen beim Sauberwerden?

Sauberkeitserziehung, Töpfchentraining: Das sind Worte, die bereits Kontrolle und Zwang im Namen tragen. Beim Sauberwerden handelt es sich ausschließlich um einen Reifungsprozess, der ähnlich wie das Laufen- und Sprechenlernen nicht beschleunigt werden kann.

Sauberkeitserziehung, Töpfchentraining: Das sind Worte, die bereits Kontrolle und Zwang im Namen tragen. Beim Sauberwerden handelt es sich ausschließlich um einen Reifungsprozess, der ähnlich wie das Laufen- und Sprechenlernen nicht beschleunigt werden kann. Das eigene Kind dabei zu begleiten, so dass es selbständig und wertschätzend lernt auf die Toilette oder das Töpfchen zu gehen, ist für viele Eltern eine Herausforderung. Zahlreiche Ratgeber versprechen Tipps und Tricks, die beim Sauberwerden helfen sollen.

Exkurs: Warum war in der ehemaligen DDR das Töpfchentraining so beliebt?

In den Krippen der ehemaligen DDR wurden die Kinder alle gemeinsam in einer Reihe auf das Töpfchen gesetzt. Es gab nur nässende Baumwollwindeln. Deshalb wurde vielleicht mehr Engagement in das Sauberwerden gesteckt. Gebracht hat das Töpfchentraining aber nur etwas, wenn das Kind körperlich dazu bereit war. Der Imitationslerneffekt war sehr groß. Dennoch verstärkt die Intensität der Sauberkeitserziehung die Entwicklung der Blasen- und Darmkontrolle nicht, so der Schweizer Kinderarzt Remo Largo, Autor der bekannten Bücher Babyjahre (Werbelink) und Kinderjahre (Werbelink).

Unabhängig davon, ob geübt wird oder nicht, werden etwa alle Kinder zum gleichen Zeitpunkt trocken, da hierfür Hirnreifungsprozesse verantwortlich sind, die dazu führen, dass das Kind die Ausscheidungen und den Harn- beziehungsweise Stuhldrang bewusst wahrnimmt. Die meisten Kinder sind emotional und körperlich zwischen 18 und 22 Monaten bereit für diesen Entwicklungsschritt. Dabei sollte das Kind dabei unterstützt werden die eigenen Körpersignale (wieder) zu lernen.

Das Interesse des Kindes hängt (…) von der Möglichkeit ab, eigene Entdeckungen zu machen. (Zitat Maria Montessori)

Laut Largo beherrschen am Ende des dritten Lebensjahres 75 % der Kinder tagsüber den Toilettengang und im Laufe des vierten Lebensjahres sind fast alle Kinder sauber. Dieses Ergebnis hat Largo in der Zürcher Längsschnittstudie erforscht, bei der über 700 Kinder seit 1954 in der Universität Zürich untersucht wurden.

Die Eltern oder Geschwisterkinder können gute Vorbilder sein und beim Toilettengang das Kind zusehen lassen. Wer das nicht möchte, kann den Vorgang auch mit Hilfe von Büchern erklären.

Empfehlenswerte Bücher sind:

Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr (Werbelink)
Was hast du in deiner Windel? (Werbelink)

Von auf dem Markt erhältlichen Trainingswindeln, die Kinder schnell hoch- und runterziehen können, würde ich abraten. Der Lerneffekt ist begrenzt, denn Flüssigkeit wird sofort aufgesogen. In der Übergangsphase ist dann aber mit mehr Wechselwäsche zu rechnen.

Bei einigen Kindern helfen entsprechende Aufkleber und Belohnungen.  Doch nicht jede Belohnung ist für jedes Kind gleichermaßen geeignet. Das eine Kind freut sich über kleine Geschenke. Das andere über gemeinsames Lesen einer Geschichte.

Am Anfang können die Belohnungen auch hilfreich sein. Lob hilft deinem Kind aber nur bedingt und bestärkt es nur im ersten Moment. Nach einer bestimmten Zeit, solltest du diese unbedingt weglassen.

Schwierig finde ich bei Belohnungen immer, dass du damit dem Kind suggerierst: „Du schaffst es nicht allein!“ Ich würde eher auf Belohnungen verzichten und versuchen das Kind mit Worten zu bestärken und ihm Hilfestellung zu geben, wenn es diese braucht.

Belohnung und Bestrafung machen Kinder abhängig

Gehirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther hält Belohnung genauso gefährlich wie Bestrafung. Lernen funktioniert mit Begeisterung und Spaß. „Es muss bedeutsam sein und unter die Haut gehen.“, so Hüther. Auch Maria Montessori, italienische Ärztin und Reformpädagogin (1870-1952), sagte, dass sich ein Kind nur verbessern und vervollkommnen kann, wenn es so viel und so lange üben darf, wie es möchte. Eine eigene Fehlerkontrolle ist außerdem wichtig. Aus diesem Grund lehne ich oben schon angesprochene Trainingswindeln ab, da damit keine „Fehlerkontrolle“ stattfindet.

Kinder, die mit Belohnung oder Bestrafung erzogen werden, lernen nicht aus sich selbst heraus und werden abhängig.

Hier noch ein kurzes Video, indem Prof. Dr. Hüther sehr gut erklärt wie Lernprozesse bei Kindern am besten gelingen. Unbedingt ansehen.

 

Vedvarende UG bietet Set Pieselpiet als Belohnungssystem an

Wer gerne mit Lob arbeitet und ein Belohnungssystem anwenden möchte, dem kann ich das süße Set Pieselpiet von der Vedvarende UG ans Herz legen.

Dieses wurde mir kostenlos zum Test zur Verfügung gestellt. In dem Set sind eine Beschreibung über das Konzept Pieselpiet, 10 verpackte nachhaltige Geschenke, 58 Pieselpiet-Sticker und 10 Stickerkarten enthalten.

Pieselpiet-Sticker und Stickerkarten © Anja Blumschein

Unser Sohn ist noch nicht soweit, aber ich werde bei ihm zum Sauberwerden aus oben beschriebenen Gründen kein Belohnungssystem anwenden. Daher habe ich die Geschenke schon jetzt ausgepackt und für euch begutachtet. Das Set wurde liebevoll von Hand gepackt. Richtig doll hat sich unser Sohn über den Glockenstab aus naturbelassener Buche von Schlossfürst Musikinstrumente gefreut. Bei Schlossfürst Musikinstrumente gibt es sehr schöne Musikinstrumente und Musik-Bewegungsmaterial für die musikalische Frühförderung.

Glockenstab aus naturbelassener Buche © Anja Blumschein

Was mir nicht so gut an dem Set gefällt ist, dass ein paar der Geschenke nicht für unter dreijährige Kinder geeignet sind, obwohl das Set beziehungsweise die „Sauberkeitserziehung“ laut Vedvarende ab 2 Jahre empfohlen wird.

Das Set eignet sich nicht für Leute, die komplett auf Plastik verzichten möchten, da zwei der enthaltenen Geschenke unter anderem aus Plastik bestehen. Du kannst dir aber auch selbst Geschenke ausdenken.

© Anja Blumschein

Beim Sauberwerden finde ich folgende Punkte wichtig:

 

Zum richtigen Zeitpunkt beginnen und die Umgebung vorbereiten

Viele Kinder entwickeln im zweiten und dritten Lebensjahr ein Interesse für den Körper und die Ausscheidungen. Diese Phase nennt Remo Largo die „anale Phase“. In dieser Phase reicht es aus ein Töpfchen im Badezimmer bereitszustellen. Wichtig ist, dass das Töpfchen im Bad steht und nicht in einem anderen Zimmer oder im Garten. Daneben kannst du noch einen Korb mit einer Toilettenpapierrolle und einen kleinen Eimer für das gebrauchte Papier stellen. Außerdem kannst du noch einen Korb mit Wechselkleidung und ein kleines Bilderbuch über das Sauberwerden hinstellen. Alternativ zum Töpfchen kannst du auch einen Toilettensitzverkleinerer benutzen und einen kleinen Hocker vor die Erwachsenentoilette stellen. Oder einfach beides anbieten.

Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen. (Zitat Maria Montessori)

Inspirationen für die Einrichtung der Montessori-Kindertoilette gibt es auf Pinterest.

 

Vorbildfunktion

Wenn die Eltern oder Geschwister auf die Toilette gehen, ruhig die Tür auflassen und das Kind zusehen lassen.

Keinen Druck ausüben

Wenn es noch nicht gleich klappt, nochmal zu einem späteren Zeitpunkt probieren. Nicht in stressigen Zeiten mit dem Sauberwerden beginnen. Auf keinen Fall schimpfen, wenn das Kind einnässt, sonst verbindet es den Töpfchengang mit Angst.

Routinen einführen

Vor dem Schlafengehen oder vor dem raus gehen das Töpfchen anbieten.

Liebe, Vertrauen, Ruhe und Respekt

Zeige deinem Kind, dass du es lieb hast und bestärke das Selbtsbewusstsein, indem du ihm hilfst es selbst zu tun. Schon früh übt das Kind das Trockenwerden. Auch dass es sich in eine Ecke verzieht, um das Geschäft zu erledigen, ist ein normaler Prozess. Bereits Kleinkinder haben ein Schamgefühl und dieses sollten die Eltern respektieren und das Kind in Ruhe lassen. Kinder müssen meistens dann, wenn sie entspannt sind, also im Spiel oder nach dem Essen.

Auch nachts die Windel weglassen

Kinder verwirrt es, wenn sie tagsüber keine Windel tragen und nachts eine anhaben. Lieber das Kind nochmal vorher erinnern, dass es keine Windel anhat. Und einen Nässeschutz für das Bett kaufen (zum Beispiel diesen (Werbelink) oder diesen (Werbelink)) sowie die Bettwäscheausstattung aufstocken. Vor dem Schlafengehen nicht zu viel Wasser oder Tee geben.

Unterhosen und T-Shirts statt Bodys anziehen

So kann sich das Kind selbstständig aus- und wieder anziehen.

Am Anfang passieren sicher viele Unfälle, aber diese sollten die Eltern mit Gelassenheit begegnen und immer genügend Wechselsachen dabei haben.

Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen. (Zitat Maria Montessori)

Wie siehst du das? Würdest du Belohnungen beim Sauberwerden deiner Kinder anwenden? Wenn ja, dann ist vielleicht das Set Pieselpiet für dich geeignet. Ich freue mich über deine Erfahrungen.

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Möchtest du mehr über Montessori wissen? Ich habe einen Gastbeitrag über die Sensiblen Phasen geschrieben. Das passt gut zu diesem Thema.

Titelbild: © kuzmichstudio – Fotolia.com

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Alles muss raus! Erfolgreich Aufräumen mit Marie Kondo

Marie Kondo hat als Teenager eine radikale Aufräummethode erfunden, die unser Leben verändern wird. In diesem Beitrag stelle ich dir die wesentlichsten Tipps der KonMari-Methode vor.

Minimalismus wird immer mehr zum Trend. In deinen vier Wänden ordentlich auszumisten, hilft dir dich im Leben zu fokussieren. Marie Kondo hat als Teenager eine radikale Aufräummethode erfunden, die unser Leben verändern wird. Kondo’s Grundsatz lautet: Behalte nur was dir Freude macht. Besitze nur, was du brauchst. In diesem Beitrag stelle ich dir die wesentlichsten Tipps der KonMari-Methode vor. Mit dieser Methode ist auch der größte Aufräummuffel erfolgreich.

Ihre Vorgehensweise beim Ausmisten hat die japanische Beraterin und Lifestyle-Expertin in ihrem Bestseller, Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert (Werbelink), beschrieben. Danach folgten weitere Weltbestseller. Marie Kondo’s Ratgeber verkauften sich weltweit 8 Millionen Mal und wurden in 40 Sprachen übersetzt. Einige sprechen beim Aufräumen sogar von „Kondo-ing“. Was ist das Geheimnis hinter der KonMari-Methode?

Fokussiere wie dein Alltag aussehen soll

Stelle dir vor wie deine Wohnung oder der Platz, den du aufräumen möchtest, aussehen soll. Das motiviert dich.

Alles muss an seinem Platz stehen

Warum liegen bei uns zu Hause Dinge einfach so herum? Richtig! Weil wir nicht wissen wohin wir sie räumen sollen. Marie Kondo rät deshalb alle Teile einer Kategorie am selben Platz aufzubewahren. So fällt auch das spätere Ausmisten leichter.

KonMari-Methode

Behalte nur was dir Freude bereitet. © Africa Studio – Fotolia.com

Auf die richtige Reihenfolge kommt es an

Laut Kondo solltest du nicht schrankweise oder Zimmer für Zimmer aufräumen, sondern nach Kategorien. Die Aufräumexpertin empfielt nach einer bestimmten Reihenfolge auszusortieren und zwar immer erst die Gegenstände zu denen du eine geringe Bindung hast. Beginne zum Beispiel mit Kleidung, Büchern und Papieren. Dann nimmst du dir Kleinkram wie Pflegeprodukte, Küchenutensilien, Elektronik und CDs vor. Kondo nennt den Kleinkram Komono. Danach sind Erinnerungsstücke wie Fotos oder persönliche Briefe dran.

Alle Gegenstände einer Kategorie auf einen Haufen

Wenn du dich einer Kategorie widmest, holst du alles aus den Schränken; zum Beispiel alle Bücher oder Kleidung aus allen Zimmern und legst diese auf einen Haufen.

Does it spark joy?

Marie Kondo empfielt jedes Stück in die Hand zu nehmen und sich zu fragen, ob es einem Freude bereitet. Verbindest du ein positives Gefühl mit dem Teil, dann behalte es. Wenn nicht, dann verkaufe, spende oder werfe es weg.

Wenn es dir mit dieser Frage nicht so leicht fällt auszusortieren, kannst du dich zusätzlich auch noch fragen: Habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt? Miste alles aus was du lange nicht benutzt hast oder nur für irgendwann mal aufbewahrst.

Verabschiede dich von Gegenständen, die dir keine Freude bereiten oder die du nicht mehr brauchst, indem du dich bei ihnen für die zusammen verbrachte Zeit bedankst.

Die verbleibende Kleidung kannst du dann platzsparend verstauen. Bis auf Hemden und Kleidern empfielt Marie Kondo Kleidung hochkant gefaltet aufzubewahren. Kondo hat hierfür eine Faltmethode entwickelt, die du dir Schritt-für-Schritt in diesem Video anschauen kannst.

Ich habe bei uns zu Hause schon die Bücher ausgemistet und als nächste Kategorie nehme ich mir meine Kleidung vor. Wie du Bücher richtig aussortieren kannst und welche Möglichkeiten du hast, um diese loszuwerden, findest du in diesem Beitrag von mir: Minimalismus leben: 8 Tipps um Bücher richtig auszusortieren

Verändere nach dem Ausmisten dein Kaufverhalten. Denn nur wenn du bewusst Dinge kaufst, sammelst du nicht wieder unnützen Kram an. Denke immer an den Grundsatz, dass dir ein Gegenstand Freude machen muss.

Weitere Informationen bekommst du auf der offiziellen KonMari Webseite: https://konmari.com/

Hier findest du eine Übersicht über die Kategorien.

Bestelle Kondo’s Aufräumbeststeller hier: Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert (Werbelink)

Weitere Bücher der Bestseller-Autorin und Aufräumexpertin Marie Kondo findest du hier:
Magic Cleaning 2: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben (Werbelink)
Spark Joy: An Illustrated Master Class on the Art of Organizing and Tidying Up (Werbelink)
The Life-Changing Manga of Tidying Up: A Magical Story (Werbelink)

Und nun wünsche ich dir viel Spaß beim Ausmisten! Wenn dir noch die nötige Motivation fehlt, mir hilft immer Yoga, um mich mehr zu fokussieren.

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Titelbild: Marie Kondo von Web Summit. Lizenz: CC BY 2.0

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Gefährliche Silvestertradition: Feinstaub durch Silvesterböller

Der Umsatz der Silvester-Branche ist seit 2013 stetig gestiegen. Zwischen 100 und 200 Millionen Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Silvester-Feuerwerk aus. Ganz schön viel Geld für Feinstaub und Müll.

Der Umsatz der Silvester-Branche ist seit 2013 stetig gestiegen. Zwischen 100 und 200 Millionen Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Silvester-Feuerwerk aus. Ganz schön viel Geld für Feinstaub und Müll.

Zersplitterte Sektflaschen, abgestürzte Raketen, Reste von Knaller-Batterien. In Frankfurt fielen 2016 rund 25 Tonnen Müll in der Silvesternacht an, in München sogar 50 Tonnen.

Was viele nicht wissen: Die Mehrheit unserer Silvesterknaller stammen aus Schwellen- und Entwicklungsländern und werden dort unter schlechten Arbeitsbedingungen hergestellt. Neben den sozialen Auswirkungen wird durch die Produktion auch die Umwelt stark belastet. In der chinesischen Provinz Hunan, wo zwei Drittel unserer Knaller produziert werden, sind um die Stadt Liuyany die Ackerflächen mit Cadmium verseucht. Dieses gelangt über Reis und Gemüse in die Nahrung und somit in den Menschen und verursacht tödliche Krankheiten.

Jedes Jahr sterben Arbeiter bei Explosionen in Feuerwerksfabriken. Erst im November 2017 kamen wieder 50 Menschen bei einer heftigen Explosion in einer Feuerwerksfabrik nahe Jakarta ums Leben. Ende 2016 starben über 30 Menschen bei einer Explosion auf einem Markt für Pyrotechnik in Mexiko.

Die Region Sivakasi in Südindien ist der Hotspot der Feuerwerksherstellung in Indien. Rund 70.000 Kinder arbeiten dort in der Feuerwerksindustrie (Aktiv gegen Kinderarbeit). Bei der Herstellung von Raketen, Böllern und Wunderkerzen verätzen sie sich die Hände, Arme und Gesicht sind mit Brandnarben gezeichnet. Manche haben keine Fingernägel mehr.

Feinstaub in der Silvesternacht höher als an anderen Tagen

Rund 5.000 Tonnen Feinstaub (PM10) werden laut Umweltbundesamt in einer Silvesternacht freigesetzt. Das sind für Deutschland etwa 17 % der jährlich im Straßenverkehr freigesetzten Feinstaubmenge. Die Luftbelastung ist also an Silvester in manchen Städten so hoch wie das ganze Jahr nicht. Die Feinstaubpartikel können die Atemwege reizen und auf Dauer die Lungenfunktion stören. Darum wird geraten Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Lärm durch Knaller löst Panik bei Tieren aus

Nicht nur der Feinstaub ist problematisch. Auch die Lärmbelastung durch das Feuerwerk löse bei vielen Tieren Panik aus. Der Naturschutzbund NABU fordert daher in Parks und Grünflächen ganz auf das Knallen zu verzichten. Einige Vögel verlieren sogar die Orientierung durch die lauten Knalleffekte.

Auf Bleigießen lieber verzichten

Auch auf das traditionelle Bleigießen solltest du besser verzichten. Giftige Bleioxide werden eingeatmet warnt das Umweltbundesamt. Beim Anfassen der Figuren gelangt Blei an die Hände und bei Kindern schnell in den Mund. Das Schwermetall kann das Nervensystem, Hirn, Niere und Leber schädigen. Zubehör, Bleireste ud alle Gegenstände, die mit Blei in direktem Kontakt kamen, gehören in den Sondermüll. Auf keinen Fall sollten diese über den Restmüll oder die Kanalisation entsorgt werden. Wer die Tradition unbedingt fortführen will, sollte Wachs statt Blei verwenden.

#silvesterohneböller

Wenn du zur Verminderung der Feinstaubbelastung in der Silvesternacht beitragen möchtest und verhindern willst, das noch mehr Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen Feuerwerkskörper herstellen müssen, verzichte doch dieses Jahr auf dein persönliches Feuerwerk.

In einigen historischen Altstädten ist das Feuerwerk aufgrund der hohen Brandgefahr verboten wie zum Beispiel in Konstanz und in Ravensburg. Aber ein komplettes Verbot für Deutschland ist leider nicht möglich. Oder vielleicht doch? Andere europäische Länder machen es vor: In Dänemark ist das private Feuerwerk verboten.

Wir brauchen keine Silvester-Knaller, um glücklich ins neue Jahr zu kommen!

Bitte kaufe keine Silvesterknaller! #silvesterohneböller

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Upcycling Idee: Weihnachtsstern aus Toilettenpapierrollen

Weihnachten rückt immer näher und du hast noch kein Weihnachtsgeschenk? Dann habe ich eine tolle Last-Minute Upcycling-Idee für dich. Bastel doch schnell einen Weihnachtsstern aus Toilettenapierrollen. So gibst du einem Wegwerf- (Recycling-)produkt einen neuen Zweck, das dazu auch noch super schön aussieht und vielfältig verwendet werden kann (als Fensterdeko, für den Adventskranz, als Tischdeko).

Weihnachten rückt immer näher und du hast noch kein Weihnachtsgeschenk? Dann habe ich eine tolle Last-Minute Upcycling-Idee für dich. Bastel doch schnell einen Weihnachtsstern aus Toilettenapierrollen. So gibst du einem Wegwerf- (Recycling-)produkt einen neuen Zweck, das dazu auch noch super schön aussieht und vielfältig verwendet werden kann (als Fensterdeko, für den Adventskranz, als Tischdeko).

Das brauchst du dafür:

Drücke für einen Weihnachtsstern zunächst 2 Toilettenpapierrollen platt.

© Anja Blumschein

Anschließend schneidest du die Toilettenpapierrolle in 1,5 cm breite Streifen.

© Anja Blumschein

© Anja Blumschein

Dann klebst du 6 Streifen mit der Heißflebepistole zusammen.

© Anja Blumschein

Füge dann die restlichen Streifen in die Zwischenräume.

© Anja Blumschein

Nun kannst du deinen Stern noch weiß lackieren und mit Glitterspray besprühen. Du kannst ihn aber auch natur lassen und eventuell nur mit Klarlack versiegeln.

© Anja Blumschein

© Anja Blumschein

Hier siehst du einen Vergleich von einem weiß lackierten mit silbernen Glitterspray besprühten und einem naturbelassenen Weihnachtsstern.

© Anja Blumschein

Und nun viel Spaß beim Nachmachen!

© Anja Blumschein

© Anja Blumschein

Inspiriert von noz!design und Petronella

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1 Kommentar zu Upcycling Idee: Weihnachtsstern aus Toilettenpapierrollen

RePack gewinnt Natur- und Umweltpreis des Nordischen Rates 2017

Die Menschen lieben es online einzukaufen. Mit dem expandierenden Online-Handel steigen auch die Mengen an Verpackungsmüll. Das Unternehmen RePack aus Finnland will dem Verpackungswahnsinn mit einem nachhaltigen Verpackungs- und Rückgabesystem ein Ende bereiten.

Die Menschen lieben es online einzukaufen. Mit dem expandierenden Online-Handel steigen auch die Mengen an Verpackungsmüll. Das Unternehmen RePack aus Finnland will deshalb dem Verpackungswahnsinn mit einem nachhaltigen Verpackungs- und Rückgabesystem ein Ende bereiten.

© RePack

Der diesjährige Natur- und Umweltpreis des Nordischen Rates ging an den CEO von RePack, Jonne Hellgren. Aus 11 Nominierten wurde RePack für den mit etwa 47.000 Euro dotierten Preis ausgewählt.

Die Versandverpackungen von RePack sind bis zu 20-mal wiederverwendbar, in drei Größen verfügbar, und werden zu 100 % aus recycelbaren Materialien hergestellt. Unter anderem entstehen die Verpackungen durch Upcycling von alten Plakatwänden und das passte gut zum diesjährigen Thema des Natur-und Umweltpreises des Nordischen Rates: Müllfreie Gesellschaft. Bis zu 90 % Müll und 80 % CO2 Emissionen können durch RePack im Vergleich mit anderen Verpackungen eingespart werden.

© RePack

Im Jahre 2014 gewannen die Gründer Hellgren, Piirainen und Peltonen bereits den Green Alley Award, Europas größter Startup-Award, und erlangten mit ihrem nachhaltigen Verpackungs- und Rückgabeservice erstmals große Medienwirksamkeit.

Scandinavian Outdoor, Pure Waste und Filippa K sind nur einige der 30 Unternehmen, die RePack als umweltfreundliche Versandoption anbieten. Besonders nachhaltige Unternehmen entscheiden sich dafür.

Wie funktioniert das System RePack?

Der Endverbraucher wählt RePack anstatt von Einwegverpackungen und zahlt ein kleines Pfand. Dann erhält der Verbraucher das Paket in einer nachhaltigen Verpackung und bekommt das Pfand als Gutschein zurück. Der Gutschein kann in allen Online-Shops eingelöst werden, die RePack anbieten.

© RePack

Die leere Verpackung wird wie ein Brief zusammengefaltet und kann in jeden Briefkasten der Welt geworfen werden. Die Rücksenderate liegt bei 75 %.

 

Gutscheinsystem lockt neue Kunden in die Online-Shops

Eine Studie hat ergeben, dass die Nutzer von RePack bis zu 30 % mehr Geld in Online-Shops ausgeben als durchschnittliche Käufer.

© RePack

Der skandinavische Textilhändler Finlayson bietet RePack seit 2016 an und sammelte vor Kurzem in einer Take-back Kampagne 11 Tonnen alte Jeans von Finnischen Kunden ein, stellte daraus Handtücher her und verkaufte diese wieder. Alle Leute, die sich an der Aktion beteiligten, bekamen einen 30 % Gutschein für den Finlayson Shop.

RePack ist eine Dienstleistung, das heißt die Verpackungen, die ausgedient haben, gehören RePack. Das  Unternehmen kümmert sich auch um das Rückgabe- und Verwertungssystem.

© RePack

Das intelligente Verpackungs- und Rückgabesystem von RePack könnte den gesamten Onlinehandel revolutionieren. RePack gibt es bisher hauptsächlich in Skandinavien. Jetzt hat es das Verpackungs- und Rückgabesystem aber auch nach Deutschland geschafft.

© Kiezbett

Das nachhaltige Berliner Unternehmen Kiezbett verpackt mit RePack und versendet innerhalb von Berlin und Potsdam mit dem Lastenfahrrad oder dem Elektroauto.

Mehr erfahren zu den Preisen des Nordischen Rates

Mehr Informationen zum Natur- und Umweltpreis des Nordischen Rates

Hier findest du alle RePack Stores

Kannst du dir vorstellen den Service RePack bei deiner nächsten Onlinebestellung in Anspruch zu nehmen? Lass es mich in deinem Kommentar wissen.

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Titelbild: © Magnus Froderberg – norden.org

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