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Autor: Anja Blumschein

Zero Waste im Badezimmer: Diese Produkte benutzen wir

Minimalismus ist uns auch in unserem Badezimmer wichtig. Im Beitrag erfährst du welche Produkte wir in unserem (fast) Zero Waste Badezimmer benutzen.

Minimalismus ist uns auch in unserem Badezimmer wichtig. Im Beitrag erfährst du welche Produkte wir in unserem (fast) Zero Waste Badezimmer benutzen.

Inspiriert zu diesem Beitrag hat mich Matthias. Er wollte wissen welche Körperpflegeprodukte wir verwenden und wie zufrieden wir damit sind. Da die Beantwortung der Frage auch für dich spannend sein könnte, habe ich mich entschlossen das Thema jetzt im Rahmen meiner Rubrik Crossroads – Deine Frage zu beantworten.

Crossroads heißt auf Deutsch Straßenkreuzung. In dieser Rubrik geht es um die Beantwortung von deiner Frage zu einer Lebensentscheidung. Hast du auch eine Frage, die dich gerade beschäftigt und bei der du dich an einer wichtigen Kreuzung deines Lebens befindest? Die Frage kann sich zum Beispiel mit dem Thema Nachhaltigkeit, Minimalismus, Umweltschutz beschäftigen. Schreib mir einfach deine Frage in einer E-Mail. Alternativ kannst du deine Frage auch unten in die Kommentare schreiben.

Nun aber zu den Produkten, die wir in unserem Badezimmer benutzen. Es ist nicht alles 100 % Zero Waste bei uns. Dennoch haben wir schon viel umgesetzt und möchten dich damit motivieren auch anzufangen.

Seit dem wir auf weniger Plastik in unserem Badezimmer umgestellt haben, finden wir es auch viel schöner. Und wir haben natürlich viel weniger Plastikmüll. Das schont die Umwelt.

Duschen und Baden

Körperseifen

Zum Duschen nutzen wir Körperseifen von der Naturseifen-Manufaktur Uckermark. Diese enthalten alle mehr oder weniger Kokosöl. Wer komplett auf Kokosöl verzichten möchte, kann auch zu einer reinen Pflanzenölseife greifen, zum Beispiel Alepposeife (Olivenölseife).

Wir benutzen noch Waschlappen, eine Bambus-Handbürste und am Handwaschbecken eine palmölfreie Handseife.

Shampoo Bar

Ein Shampoo Bar ist ein festes Shampoo. Einfach das Stück in den Händen reiben und Schaum erzeugen. Dann wie gewohnt waschen. Nach vielem Ausprobieren sind wir mit den festen Shampoos der Naturseifen-Manufaktur Uckermark sehr zufrieden.

Badebomben

Badebombe Zero Waste

Zero Waste Badebomben kannst du ganz leicht selber machen © Umweltgedanken

Wir baden nicht oft, aber wenn dann kann ich selbstgemachte Badebomben empfehlen. Sieht auch als Deko im Bad toll aus. Ich habe meine Badebomben nach diesem Rezept vom Blog Nia Latea gemacht.

Rasieren (noch in der Entwicklung)

Viele schwören auf Rasierhobel und Rasierseife (von Savion gibt es eine ohne Palmöl). Ich hatte bisher immer Angst mich mit dem Rasierhobel zu schneiden und nehme daher (leider) noch die Wegwerfvariante. Für die Beine benutze ich schon seit vielen Jahren ein Epiliergerät.

Haarpflege

Ich benutze Bio-Jojobaöl (aus einem örtlichen Naturkosmetikladen) als Pflege für meine Haarspitzen. Außerdem verwende ich manchmal nach dem Waschen einen selbstgemachten Leave-In Conditioner aus Aloe-Vera.

Hier kommst du zum Rezept: Aloe Vera Leave-In Conditioner aus Aloe-Vera

Körper und Gesichtspflege

Körperöl

Ich benutze für die Körper- und Gesichtspflege auch ein Bio-Jojoboöl (nicht-komedogen) und gelegentlich ein Mandelöl – zur Zeit das Weleda Gesichtsöl. Früher musste ich meinen ganzen Körper eincremen, aber heute brauche ich das nicht mehr. Gelegentlich benutze ich das Öl an rauhen Stellen wie Ellenbogen oder Knie.

Peeling

Zero Waste Bad

Kaffee-Peeling mit Bio-Jojobaöl mache ich selber © Umweltgedanken

Als Peeling kann ich puren Kaffeesatz, Rohrohrzucker, grobes Salz (Himalaya- oder Steinsalz) oder mein selbst gemachtes Kaffee-Peeling mit Bio-Jojobaöl empfehlen.

Hier kommst du zum Rezept: Kaffee-Peeling mit Bio-Jojobaöl

Deodorant

Selbstgemachte Deos mit Natron sind für meine empfindliche Haut nichts (Natron kann die Haut reizen). Deswegen benutze ich das palmölfreie Creme-Deo Zitrone von der Naturseifen-Manufaktur Uckermark. Vorher hatte ich auch andere feste Deos ausprobiert, die mir aber im Vergleich zum einen von der Wirksamkeit und zum anderen von den Inhaltsstoffen nicht so gefallen haben wie das was ich jetzt benutze.

Zahnpflege

Ich benutze seit kurzem eine Bambuszahnbürste von Hydrophil mit Borsten aus erdölfreiem Rizinusöl. Vorher hatte ich auch schon mal eine Bürste eines anderen Herstellers mit der ich vom Putzgefühl nicht zufrieden war. Die von Hydrophil ist aber gut. Bambus ist zwar nicht einheimisch und somit nicht wirklich nachhaltig, aber es ist eine bessere Alternative zu Plastik. Es gibt wohl auch Zahnbürsten aus einheimischen Hölzern wie Buchenholz (z. B. von Alverde). Weiß aber nicht wie gut die sind und ob die Borsten auch biologisch abbaubar sind. Häufig sind die auch mit Schweineborsten und damit nicht vegan.

Zahncreme benutze ich noch welche in der Plastiktube. Ich möchte aber Zahnputztabletten oder Zahnkreide (mit Xylitol) ausprobieren. Ganz ohne Zahnpasta kannst du mit dem Miswak Zahnputzholz putzen. Bin mir aber noch unsicher, ob die Alternativen zur normalen Zahncreme wirklich so gut für die Zähne sind. An die selbst gemachte Zahnpasta traue ich mich auch nicht so ran. Hast du da Erfahrung was Zahnärzte dazu sagen?

Zahnseide gibt es im wiederverwendbaren Glastiegel.

Make up

Zero Waste Puder

Zero Waste Puder aus 3 Zutaten selbst mischen © Umweltgedanken

Ich benutze nicht allzu viel. Mein Puder mische ich selbst. Im nächsten Schritt möchte ich meine Mascara und Rouge selber machen.

Hier kommst du zum Rezept: Plastikfreies Puder aus 3 Zutaten herstellen

Sinnvoll sind eventuell noch waschbare Reinigungs- und Abschminkpads. Ich habe keine – Wasser, Seife und Waschlappen reichen bei mir.

Hygiene

Toilettenpapier

Da ist es bei mir nicht so Zero Waste, aber zumindest umweltverträglich. Wir benutzen Recycling-Toilettenpapier. Die Plastikverpackung benutze ich weiter als Mülltüte für den Kosmetikeimer. Von dem oft angepriesenen Bambustoilettenpapier halte ich nicht so viel, denn dieses muss erst importiert werden. Besser ist Recyclingtoilettenpapier mit dem Blauen Engel.

Monatshygiene (noch in der Entwicklung)

An eine Menstruationstasse oder einen Menstruationsschwamm (z. B. Levantiner) habe ich mich bisher noch nicht ran getraut, obwohl ich denke, dass es eine gute Sache ist. Ökologische Tampons gibt es zum Beispiel von Natracare (bei Alnatura, tegut, denn’s), Masmi, Organyc oder Ovy. Slipeinlagen benutze ich von Cosmea. Es gibt waschbare Slipeinlagen (Kulmine, Ella, Bloodmilla), die ich auch mal ausprobieren möchte.

Ohrstäbchen

Da gibt es plastikfreie Varianten mit Biobaumwolle in der Drogerie. Ich verzichte aber seit zwei Woche komplett auf Wattestäbchen. In den ersten Tagen war es ein komisches Gefühl, das geht aber schnell weg.

So das waren im Großen und Ganzen meine Pflegeprodukte und Utensilien. Mehr brauche ich nicht. Dinge wie Kamm und Bürste sind bei uns nicht plastikfrei, da die erst ausgetauscht werden, wenn diese nicht mehr gebrauchsfähig sind 😉.

„We don’t need a handful of people doing zero waste perfectly. We need millions of people doing it imperfectly.“ (Anne-Marie Bonneau)

An das Thema Zero Waste Monatshygiene muss ich mich erst noch herantasten. Verwendest du Bio-Tampons oder Menstruationstassen oder waschbare Slipeinlagen? Was benutzt du sonst so an Produkten in deinem Zero Waste Badezimmer? Schreib mir gerne einen Kommentar. Ich freue mich auf deine Gedanken zum Thema Zero Waste Bad.

Titelbild: © Umweltgedanken

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Bananenmilch ohne Milch und Nüsse – vegan und plastikfrei

Bananenmilch ist lecker, schnell zubereitet und komplett milch- und nussfrei. Wie du dir eine vegane Bananenmilch selber machen kannst, verrate ich dir in diesem Rezept.

Bananenmilch ist lecker, schnell zubereitet und komplett milch- und nussfrei. Wie du dir eine vegane Bananenmilch selber machen kannst, verrate ich dir in diesem Rezept.

Diese Zutaten brauchst du:

Ergibt etwa 0,5 Liter

  • 2 Bananen (in Scheiben geschnitten und gefroren)
  • 2 Tassen Wasser
  • 1 Messerspitze Ceylon-Zimt (oder Kardamom oder beides)
  • nach Belieben Ahornsirup, Zitronensaft, Bourbon Vanille, Spekulatiusgewürz, Kakao, Sesammus (Tahin), Haferflocken, Stein- oder Himalayasalz
Bananenmilch ohne Milch und Nüsse

Vegane Bananenmilch – milchfrei und nussfrei
© Umweltgedanken

 

So bereitest du die Bananenmilch zu:

Die Bananen in Scheiben schneiden und für etwa eine Stunde in den Gefrierschrank stellen, damit das Getränk später schön kalt ist (Kühlschrank geht auch). Dann die Bananenscheiben im Mixer zerkleinern oder mit dem Pürierstab pürieren und das Wasser nach und nach zugeben. Die Milch sollte wässrig sein. Wenn es von der Konsistenz eher wie ein Smoothie ist, gib noch etwas Wasser dazu. Zum Schluss mit einer Messerspitze Ceylon-Zimt verfeinern. Zucker brauchst du nicht extra zugeben, denn Bananen sind süß genug.

Du kannst natürlich auch Nüsse oder Mandeln zugeben, wenn du möchtest. Hier sind deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Bananenmilch ohne Milch

Die Bananenmilch hält sich bis zu zwei Tage im Kühlschrank
© Umweltgedanken

 

Leckerer Frühstücksdrink und Energielieferant

Bananenmilch ist schnell gemacht, schmeckt richtig lecker, besonders zum Frühstück, und gibt dir viel Energie für den Tag. Die gibt es jetzt definitiv öfter bei uns. Im Kühlschrank kannst du sie bis zu zwei Tage lagern. Fülle die Milch dazu in eine verschließbare Flasche, beispielsweise in eine gebrauchte Sahne- oder Milchpfandflasche.

Hast du auch schon mal Bananenmilch selbst gemacht? Erzähl mir von deinen Erfahrungen.

Titelbild: © Umweltgedanken

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Kaffee-Peeling selber machen – mit Bio-Jojobaöl

Ich verwende meinen Kaffeesatz weiter zu einem Kaffee-Peeling. Warum für deine Haut ein Peeling von Zeit zu Zeit wichtig ist und wieso ich Kaffee-Peeling ohne Kokosöl bevorzuge, erfährst du in diesem Beitrag.

Ich verwende meinen Kaffeesatz weiter zu einem Kaffee-Peeling. Warum für deine Haut ein Peeling von Zeit zu Zeit wichtig ist und wieso ich Kaffee-Peeling ohne Kokosöl bevorzuge, erfährst du in diesem Beitrag.

Warum ist ein Hautpeeling wichtig?

Die Hautzellen erneuern sich regelmäßig. Alte Hautschüppchen befinden sich somit auf deiner Haut. Diese fallen auch irgendwann von selbst ab. Um aber eine schöne glatte Haut zu haben, ist es gut etwa 1- bis 2-mal im Monat ein Peeling unter der Dusche zu machen. Konventionelle Peelings aus der Drogerie enthalten oft Mikroplastik. Ein selbstgemachtes Peeling aus Kaffeesatz ist viel ökologischer und garantiert plastikfrei.

Ich verzichte auf Kokosöl aus folgenden Gründen:

– Kokosöl ist nicht nachhaltig (auch für Kokospalmen werden Regenwälder gerodet – lies auch diesen Beitrag hier)
– Kokosöl ist stark komedogen, d. h. es verstopft die Poren und führt zu Hautunreinheiten und Pickeln
– Bei Raumtemperatur ist Kokosöl fest und kann den Abfluss verstopfen (insbesondere in Kombination mit dem sogenannten Kaffeefett – das sind Rückstände der ätherischen Kaffeeöle)

Den Hype um Kokosöl verstehe ich nicht. Manchmal ist Kokosöl schwer ersetzbar (in meinem Cremedeo zum Beispiel), aber meistens kann ich darauf verzichten.

Diese Zutaten brauchst du für das Kaffee-Peeling:

  • 2 Esslöffel Kaffeesatz (ich lasse den Kaffeesatz immer trocknen und sammle diesen in einem Schraubglas, so dass ich immer eine kleine Menge zur Verfügung habe)
  • 2 Esslöffel Bio-Jojobaöl
  • nach Belieben Rohrohrzucker (gröber als normaler Haushaltszucker) als zusätzliches Peelingmittel zugeben
  • 1 verschließbares Glas zum Aufbewahren

Alle Zutaten mischen und in ein Glas füllen.

Alternativ kannst du das Peeling mit jedem nicht-komedogenen Öl wie beispielsweise Traubenkernöl, Arganöl oder Ringelblumenöl ansetzen. Ob du ein nicht-komedogenes Öl benutzt, hängt von deinem Hauttyp ab. Wenn du Mischhaut hast und eher zu Hautunreinheiten neigst, empfehle ich dir ein nicht-komedogenes Öl. Bei eher trockener Haut geht zum Beispiel auch Oliven- oder Mandelöl.

Wer Angst hat, dass die Abflussrohre durch das Kaffee-Peeling verstopfen, kann das Peeling auch nur mit Rohrohrzucker machen. Der Zucker löst sich nach einiger Zeit auf. Ich habe aber noch nie Probleme mit Kaffeesatz im Abfluss gehabt.

Auf die Zugabe von ätherischen Ölen verzichte ich, da diese wassergefährdend sein können. Der Duft nach Kaffee ist schon lecker genug. Wer das Peeling nur mit Rohrohrzucker macht, kann etwas abgeriebene Zitrone oder Orange dazugeben, damit es gut duftet.

Darum nehme ich Jojobaöl anstatt Kokosöl:

  • Jojobaöl ist genau genommen ein Wachs und hinterlässt keinen schmierigen Film auf der Haut
  • die Jojobapflanze wächst in Halbwüsten oder Wüsten auf Böden, die nicht für die Landwirtschaft nutzbar sind
  • Jojoba hat viel Vitamin E und ist sehr pflegend
  • Jojobaöl wird nicht ranzig (da es keine Triglyzeride – Fette enthält), so dass sich das Peeling länger hält

Ich bin total begeistert von meinem Kaffee-Peeling 😍. Es ist eine gute Möglichkeit Kaffeesatz weiterzuverwenden. Einfach unter der Dusche den nassen Körper damit in kreisenden Bewegungen einreiben und anschließend gut mit Wasser abspülen. Die Haut ist danach angenehm weich.

Benutzt du auch Peeling aus Kaffeesatz? Welches Öl benutzt du für dein Peeling?

Titelbild: © Umweltgedanken

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Warum Bio-Tee aus fairem Handel besser ist – 5 Fakten, die mich zum Umdenken gebracht haben

Tee ist beliebt und nach Wasser das weitverbreitetste Getränk. Die größten Teeproduzenten sind China, Indien, Kenia und Sri Lanka. Sozial- und Umweltstandards sind dort vergleichsweise niedrig oder lassen sich nur schwer durchsetzen. Diese 5 Fakten haben mich zum Umdenken gebracht und werden mein Konsumverhalten nachhaltig verändern.

Tee ist beliebt und nach Wasser das weitverbreitetste Getränk. Die größten Teeproduzenten sind China, Indien, Kenia und Sri Lanka. Sozial- und Umweltstandards sind dort vergleichsweise niedrig oder lassen sich nur schwer durchsetzen. Diese 5 Fakten haben mich zum Umdenken gebracht und werden mein Konsumverhalten nachhaltig verändern.

 

Monokulturen sind schlecht für die Umwelt

Fast alle Teeanbaugebiete werden in Monokulturen bewirtschaftet. Monokulturen sind anfälliger für Schädlingsbefall und erfordern im konventionellen Anbau einen verstärkten Einsatz von Pestiziden. Die Bodenfruchtbarkeit verringert sich, und als Folge dessen werden vermehrt Kunstdünger eingesetzt. Monokulturen sind in der Natur nicht vorgesehen und zerstören das ökologische Gleichgewicht.

Ökologischere Alternativen können beispielsweise Mischkulturen mit Nelken- und Muskatbäumen, Kokospalmen und Gewürzpflanzen (Ingwer, Kardamom, Pfeffer) sein. Dadurch kann die Artenvielfalt erhöht und die Bodenfruchtbarkeit verbessert werden.

Zu den ökologischen Nachteilen kommen erhebliche wirtschaftliche Einbußen bei Ernteausfällen. In Anbaugebieten mit riesigen Monokulturen sind die Teepflückerinnen und Teepflücker von den Plantagenbesitzern abhängig, denn es gibt auf dem Land kaum Möglichkeiten einen anderen Beruf zu erlernen.

 

Tee gehört zu den Lebensmitteln, die häufig mit Schadstoffen belastet sind

Pestizide, Herbizide und Insektizide werden mit Sprühflugzeugen über die Plantagen verteilt. Hautausschlag, Lungenentzündungen und Atemwegserkrankungen sind die häufigsten Erkrankungen der Plantagenarbeiter. Die Pestizide sind nicht nur für die Umwelt und die Arbeiter schädlich, sie können auch die Verbraucher gefährden. Bei einem Test des ZDF-Magazins WISO enthielten beispielsweise fünf von sechs Schwarztees den krebserregenden Stoff Anthrachinon, der zur Abwehr von Vögeln eingesetzt wird.

 

Kinderarbeit ist auf den Plantagen immer noch Alltag

Um eine gute Qualität zu erzielen, wird Tee immer noch von Hand geerntet. Da die Teebüsche nicht hoch sind und das Bücken für die Erwachsenen anstrengend ist, greifen die Plantagenbesitzer oft auf Kinderarbeiter zurück – in Kenia sind ein Drittel der Teearbeiter Kinder. Viele Kinder sind auch unbezahlte Helfer ihrer Eltern, damit die ihre Quoten erfüllen können. Die Schulen sind oft weit entfernt und die Plantagenbesitzer organisieren keine Transporte, so dass einige Frauen gezwungen sind, ihre Kinder mit auf die Arbeit zu nehmen.

 

Schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen auf den Plantagen

Viele der Teepflückerinnen und Teepflücker sind abhängig von den Plantagenbesitzern und leben und arbeiten tatsächlich wie vor hundert Jahren. Ungeeignete Unterkünfte, Verweigerung von Gesundheitsvorsorge, unzureichender Arbeitsschutz, Überstunden und mangelnde Wasserversorgung sind die typischen Arbeitsrechtsverstöße auf Teeplantagen. Auch sexuelle Übergriffe sind nicht selten.

 

Die Löhne befinden sich oft weit unter der Armutsgrenze

Einer Studie des Katholischen Hilfswerks Misereor nach erhalten die Teepflückerinnen und Teepflücker weniger als ein Prozent des Verkaufserlöses als Lohn. Mindestlöhne werden selten gezahlt und entsprechen oft nicht dem aktuellen Preisniveau, so das Hilfswerk. In den meisten Anbauländern liegen die Löhne weit unter dem von der Weltbank definierten Existenzminimum, in Malawi zum Beispiel 50 Prozent unterhalb der definierten Grenze zur extremen Armut.

Zu niedrige Löhne und die schlechten Arbeitsbedingungen führen in den größten Teeanbaugebieten zu weit verbreiteter Unterernährung. Fast in allen Anbaugebieten leiden über 30 % der unter 5 Jahre alten Kinder an Unterentwicklung, stellte das Katholische Hilfswerk Misereor fest.

Selbst fairer Handel kann in Indien laut Umwelt-Ethnologin Sarah Besky kaum etwas am Lohn auf den Plantagen ändern. Sie lebte einige Zeit im Nordosten Indiens und erforschte die Auswirkungen von fairem Handel. Alle Arbeiterinnen und Arbeiter auf Indiens Teeplantagen verdienen laut Besky gleich, da der Lohn gesetzlich festgelegt ist.

 

Warum Fair Trade trotzdem wichtig ist?

Fairer Handel ermöglicht soziale, ökologische und ökonomische Projekte (zum Beispiel Gewährung von Kleinkrediten, Lehrgänge in ökologischer Landwirtschaft), regelt die Arbeitsbedingungen der Teepflückerinnen und Teepflücker (Mutterschutz, Arbeitszeiten, Schutzkleidung, Sanitäranlagen, Trinkwasserverfügbarkeit und Erste-Hilfe-Ausstattung) und schützt durch Umweltstandards Mensch, Tier und Natur. Außerdem wird Kinderarbeit unterbunden und dafür gesorgt, dass Kinder von Produzentenfamilien die Schule besuchen können.

 

Was kannst du tun?

Kaufe am besten losen fair gehandelten Tee aus kontrolliert biologischem Anbau. Damit verringerst du das Risiko einer Pestizidbelastung, unterstützt faire Handelsstrukturen und einen umweltverträglichen Teeanbau. Weiterhin förderst du damit bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Teepflückerinnen und Teepflücker.

Fair gehandelte Produkte sind nicht immer teurer als konventionelle Produkte. Die meisten großen Supermarktketten haben mittlerweile fair gehandelten Tee in ihrem Hausmarken-Sortiment.

 

Woran erkennst du Fair Trade? Durchblick im Siegel-Dschungel

Das Naturland Fair Siegel, das Fairtrade-Siegel vom TransFair e.V. und die Fairhandels-Häuser GEPA, dwp – Die Weltpartner und El Puente sind gute Anhaltspunkte, wenn du fairen Tee kaufen möchtest. Zudem gibt es noch das eigenständige Gütesiegel Hand in Hand der Rapunzel Naturkost AG sowie das Pro Planet Siegel der Rewe Group (zertifiziert konventionelle Produkte), die beide auch vertrauenswürdig sind.

Es gibt außerdem das Siegel mit dem grünen Frosch – Rainforest Alliance. Dieses geht aber von geringeren Standards aus und legt den Schwerpunkt vor allem auf effizientere Anbaupraktiken. Faire Arbeitsbedingungen und Mindestpreise für das Produkt stehen nicht im Vordergrund. So sind nur nationale Mindestlöhne Standard, die teilweise nicht existenzsichernd sind. Außerdem wird bemängelt, dass Kontrollen unzureichend sind.

Manche Händler wählen auch den Direct Trade Ansatz und kaufen Produkte ohne Zwischenhändler von Kleinbauern ein und sorgen vor Ort durch eigene Projekte für bessere Lebensbedingungen für sie und ihre Familien. So kann eine höhere Transparenz in der gesamten Produktionskette gewährleistet und auf die Qualität gut Einfluss genommen werden.

Mit dem Thema Teeanbau habe ich mich (leider, da sehr interessant) erst so richtig im Rahmen einer Kooperation mit dem Online-Teehändler Dear Mr. Nice Guy auseinandergesetzt.

Die sympathischen Gründer von Dear Mr. Nice Guy haben mir leckeren Tee aus kontrolliert biologischem Anbau und eine Teebereiterflasche zum Testen zur Verfügung gestellt. Auf der Teeverpackung steht, dass der Biotee ausschließlich von Partnern der Ethical Tea Partnership (ETP) Organisation bezogen wird, um faire Verhältnisse vom Anbau bis zum Handel zu garantieren.

 

Bio und lecker: Dear Mr. Oorange – Oolong Tee mit Orangenschalen von Dear Mr. Nice Guy (Oolong Tee ist halbfermentierter Tee und verbindet somit die Eigenschaften von Grün- und Schwarztee)
© Umweltgedanken

 

Da ich die Ethical Tea Partnership Organisation bisher nicht kannte, habe ich nach weiterführenden Informationen gesucht. Die 1997 gegründete Zertifizierungs-organisation sagt von sich selbst, dass sie sich für Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen im Teeanbau und Teehandel einsetzt. Das Non-Profit-Magazin Ethical Consumer jedoch beschreibt die ETP als Initiative der Mainstream Teeindustrie und die Zertifizierung gilt verglichen mit einer Fairtrade-Zertifizierung als einfacher erreichbar. Auch das niederländische Centre for Research on Multinational Corporations (SOMO) kritisiert in einem Bericht aus dem Jahr 2006, dass wichtige Grundsätze wie ein existenzsichernder Lohn oder die Festlegung der maximalen Arbeitszeit fehlen; Kontrollen würden zuvor angekündigt.

 

Fair Trade Tee

Die Teebereiterflasche Dear Mr. Bamboottle eignet sich auch super, um aufgebrühten Tee umweltfreundlich mitzunehmen
© Umweltgedanken

 

Die ETP hat zwar nicht die höchsten Standards bezogen auf fairen Teeanbau und Teehandel, aber eine solche Zertifizierung ist besser als gar keine. Auch wenn mich die ETP als Zertifizierungsorganisation (ähnlich wie bei der Rainforest Alliance) nicht 100 % überzeugt, hat mich das ökologische Engagement und das Teesortiment von Dear Mr. Nice Guy dennoch sehr angesprochen.

Der Tee stammt aus kontrolliert biologischem Anbau und ist nach EU-Bio-Richtlinien zertifiziert. Für einen noch besseren ökologischen Fußabdruck spendet Dear Mr. Nice Guy 2 % des Warenkorbwertes für Aufforstungsprojekte an die Tropenwaldstiftung Oro Verde – 1 Euro steht dabei für einen gepflanzten Baum. Die Stiftung begleitet und betreut seit 1989 Regenwaldschutzprojekte in Lateinamerika und Asien. Auch beim Versand der Biotees achtet Dear Mr. Nice Guy auf Klimaschutz und versendet klimaneutral mit DHL Go Green.

Wenn du die leckeren Teesorten, wie beispielsweise Dear Mr. Apple Crumple oder Dear Mr. Cookie Monster auch mal ausprobieren möchtest, schau doch mal im Onlineshop von Dear Mr. Nice Guy vorbei. Es lohnt sich, denn das Angebot ist vielfältig und macht Lust auf einen gemütlichen Abend mit einer Tasse Tee. #qualitytime # teatime

 

Weiterführende Informationen zum Thema fairer Handel

Mit dem Produkt- und Einkaufsfinder von Fairtrade Deutschland kannst du fair gehandelte Produkte oder Verkaufsstellen in deiner Umgebung recherchieren.

Die fair gehandelten Produkte von El Puente gibt es in Weltläden und im eigenen Onlineshop. Auf der Webseite des Fairhandels-Unternehmens findest du einen Weltladen-Finder.

Fairtrade-Mythen: Die 10 bekanntesten Irrtümer über Fairtrade im Fakten-Check

Sustainabilitea – The Dutch Tea Market and Corporate Social Responsibility, SOMO, ProFound & India Committee of the Netherlands, 2006

 

Biotee von Dear Mr. Nice Guy

Der leckere Biotee von Dear Mr. Nice Guy hat mich überzeugt
© Umweltgedanken

 

Mit dem Kauf von fair gehandeltem Tee aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft unterstützt du einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit den Teepflückerinnen und Teepflückern auf den Plantagen. Außerdem schützt du dich als Verbraucher selbst vor Schadstoffen.

Waren dir die 5 Fakten über Tee bekannt? Ist dir fairer Handel und Bioqualität beim Teekauf wichtig? Ich freue mich auf deinen wertvollen Kommentar.

Titelbild: © Umweltgedanken

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