Blog Umwelt und Nachhaltigkeit. Ökologischer Lifestyle und recherchierte Informationen. Dein Nachhaltigkeitsblog mit vielen Tipps für den Alltag.

Marktschwärmer: Fair und regional einkaufen direkt vom Erzeuger

Marktschwärmer ist eine Initiative, die Onlineshop und Bauernmarkt verbindet. Ich habe die Plattform getestet und bei einer Schwärmerei meiner Wahl einen Gutschein eingelöst. Regional einkaufen und dabei die Erzeuger persönlich kennenlernen.

Vor einiger Zeit bekam ich eine E-Mail von Volker Zepperitz, dem Sprecher der Initiative der Marktschwärmer. Darin enthalten war ein 25-Euro-Gutschein, den ich in einer Schwärmerei meiner Wahl einlösen kann. Was um Himmels willen ist eine Schwärmerei, dachte ich? Ich hatte noch nie davon gehört. Da ich mich zu nichts verpflichtet fühlen sollte, löste ich den Gutschein ein und hatte ein positives Einkaufserlebnis und eine nette Begegnung mit den Gastgebern einer Schwärmerei in Mainz.

Ich war so begeistert von der Vision hinter dem Konzept Marktschärmer, dass ich dich an meiner Freude teilhaben lassen möchte. Vielleicht probierst du die Marktschwärmer auch mal aus?

Ich suchte mir eine Schwärmerei in meiner Nähe und zwar die Amorella Kirsch-Manufaktur in Mainz. Leider gibt es aktuell noch keine Schwärmerei in Wiesbaden (ist aber in Aufbau im Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden). Denn immer von Wiesbaden nach Mainz zu fahren ist auch nicht nachhaltig!

Marktschwärmer ist ein sozial und ökologisch orientiertes Netzwerk zur Direktvermarktung

Nun zu dem Konzept Marktschwärmer. Was ist das? Hierbei finden sich regionale Anbieter zusammen und verkaufen Lebensmittel und Getränke zu fairen Preisen an nachhaltig denkende Menschen. Aktuell gibt es 44 Schwärmereien in Deutschland. Das Ganze ist auch nicht brandneu. Zuvor hieß Marktschwärmer Food Assembly, doch dies war vielen zu international und spiegelte nicht den Grundgedanken – die Regionalität – wider. So wurde Food Assembly 2017 in Marktschwärmer umbenannt.

Der Vorteil für die Erzeuger ist, dass diese nur so viele Produkte produzieren müssen wie auch gekauft wurden. Es gibt dadurch keine Verschwendung verderblicher Lebensmittel. Lies dazu auch meinen Beitrag zum Thema Lebensmittelverschwendung.

Der Kunde bekommt nicht einfach nur eine anonyme Lieferung wie es zum Beispiel bei Lebensmittelkisten der Fall ist, sondern kann am Abholtag direkt mit den Erzeugern ins Gespräch kommen. Auch muss der Kunde nicht jeden Erzeugerhof einzeln anfahren, um dort in den Hofläden die Lebensmittel zu kaufen. Das spart Kraftstoff und somit CO2-Emissionen. Und das ist gut für unser Klima!

Kombination aus Onlineshop und Bauernmarkt

Der Einkauf erfolgt ganz bequem online, so dass beim Abholen mehr Zeit für das Wesentliche, das Miteinander sprechen bleibt, da der Bezahlvorgang schon abgeschlossen ist. Das Tolle an den Marktschwärmern ist also, dass die Erzeuger bei der Verteilung, die einmal die Woche in Mainz zum Beispiel in der Zeit von 17:30 Uhr bis 19 Uhr stattfindet, anwesend sind. So kannst du direkt etwas zu den Produkten und deren Anbau- bzw. Aufzuchtbedingungen fragen.

Ich kam leider etwas spät, so dass ich nur noch zwei Erzeuger treffen konnte. Die anderen waren schon wieder unterwegs, weil die einen längeren Anfahrtsweg von einer Stunde hatten. Die meisten meiner Produkte waren schon zusammengestellt und wurden mir von der Gastgeberin der Schwärmerei, Katja Mossel, in der Alten Waschküche vom Chausseehaus in Mainz-Marienborn überreicht.

Mit dabei waren frische Milch und Quark vom Milchhof Soonwald, zwei Sorten Käse vom Buchenhof, ein Paket Feldsalat von Stein`s Kräuter und Garten, ein halbes Dinkel-Kartoffel-Nuss-Brot (ohne jegliche Zusatzstoffe) von Kaegy’s Kornkammer. Das Highlight war das Rinder-Hackfleisch von Bauer-Balzer.

Saisonal und regional einkaufen

Leckere regionale Produkte, die ich in der Schwärmerei gekauft habe (leider nicht alle plastikfrei)
© Anja Blumschein

Gut fand ich, dass alles regional und saisonal ist. Nicht gefallen hat mir das viele Plastik bei den Verpackungen. Die Milch kam immerhin im 2-Liter-Mehrwegbehälter. Leider war die Portionsgröße 250 g beim Quark nicht in einem Mehrwegbecher möglich. Erst ab 500 g gibt es den Quark oder Joghurt im Mehrwegbecher. Auch das Rinder-Hackfleisch war in einer Plastiktüte eingepackt. Der Feldsalat war ebenfalls in einem Einwegplastikschale mit Deckel. Hier hätte ich den Vorschlag wiederverwendbare Plastikschalen zu verwenden. Das wäre umweltfreundlicher und würde mir besser gefallen. Die Erzeuger können dann wie der Milchhof Soonwald auch ein Pfand auf die Schale erheben.

Die Produkte waren allesamt sehr lecker. Den Käse und das Brot haben wir noch gleich am selben Abend probiert.

Mir gefällt das Konzept von Marktschwärmer. Daher wollte ich es hier mit euch teilen. Sicher gibt es auch Erzeuger in anderen Schwärmereien Deutschlands, die mehr auf plastikarmes Verpacken achten. Schau doch mal bei Marktschwärmer vorbei und vielleicht gibt es auch in deiner Nähe eine Schwärmerei bei der du tolle regionale Produkte kaufen kannst. Die Registrierung beziehungsweise die Mitgliedschaft bei Marktschwärmer ist kostenlos.

Katja Mossel, Gastgeberin der Schwärmerei in Mainz, erzählte mir, dass zu jedem Marktschwärmer-Tag rund 50 Menschen kommen. Da ist sicher noch Potential. Ich denke, dass viele gar nicht wissen, dass es diese Möglichkeit des regionalen Einkaufs neben Wochenmarkt und Hofladen gibt.

Für Menschen, die es zeitlich nicht schaffen auf den Wochenmarkt zu gehen, ist so eine Schwärmerei eine Alternative für den regionalen Einkauf.

Kaufst du immer regional? Und warst du schon mal bei einer Schwärmerei in deiner Nähe? Ich freue mich auf deine Erfahrung und Meinung in deinem Kommentar.

Weiterführende Informationen:

Werbevideo von Marktschwärmer: Wir sind Marktschwärmer. Und du? 
Hier kommst du zur Plattform Marktschwärmer
Marktschwärmer bei Facebook

Titelbild: © Marktschwärmer

Bitte teile den Beitrag, wenn er dir gefällt.

Keine Kommentare zu Marktschwärmer: Fair und regional einkaufen direkt vom Erzeuger

Foodtrends unter der Lupe: Chiasamen und regionale Superfood-Alternativen

Chiasamen, das Superfood der Mayas, Inkas und Azteken soll super-gesund sein. Wir wissen längst, dass die Anbieter mit dem Begriff Superfood eine reine Marketingstrategie verfolgen.

Chiasamen, das Superfood der Mayas, Inkas und Azteken soll super-gesund sein. Wir wissen längst, dass die Anbieter mit dem Begriff Superfood eine reine Marketingstrategie verfolgen. Viele der seit einigen Jahren angepriesenen Superfoods haben regionale Alternativen (u. a. Leinsamen, Johannisbeeren), die ebenso gute Vitamine und Nährstoffe enthalten, aber nur einen Bruchteil von dem kosten was die Anbieter für Chiasamen, Gojibeeren, Matcha-Pulver & Co verlangen.

Warum Chiasamen so beliebt sind

Chiasamen werden von Veganern gern als Eiersatz genommen, da sie sich aufgegossen mit Wasser oder Mandelmilch in eine gelartige Masse verwandeln. Aufgrund ihrer aufquellenden und dadurch sättigenden Eigenschaft sollen sie auch beim Abnehmen helfen, allerdings gibt es hier keine Beweise. Zudem ist der Abnehmerfolg auch noch davon abhängig was sonst noch so gegessen wird.

Chiasamen werden positive Wirkungen auf die Gesundheit zugesprochen. So bestehen die Samen des Salbeigewächses „Salvia hispanica“ aus vielen gesunde Bestandteilen. Sie haben zum Beispiel einen hohen Kalzium- und Eisengehalt.

Aus den Samen lässt sich auch ein Chiasamen-Öl gewinnen, das mit den enthaltenen Vitamin B3 und Zink Entzündungen vorbeugt und mit Hilfe der Antioxidantien unterstützend im Kampf gegen Bakterien, Pilze, Viren und Umweltgifte wirken soll. Chiasamen-Extrakt ist auch in der Kosmetikindustrie immer häufiger in Produkten enthalten.

Ist der Hype um Chiasamen begründet? Sind Leinsamen nicht genauso gesund?

Leinsamen sind die Früchte des Flachses (Linum usitatissimum) und sind als Verdauungshilfe beliebt. Die kleinen, glatten und braunen Samen haben auch als Nährstoffquelle eine Menge zu bieten. Es gibt zwei verschiedene Züchtungen: Öl- und Faserlein. Im letzten Jahrhundert war das nährstoffreiche Leinöl in unseren Breiten eines der am häufigsten verwendeten Öle. Aufgrund der mehrfach ungesättigten Fettsäuren steigt Leinöl in seiner Bedeutung. Der Faserleinanbau hat in Deutschland kaum mehr eine Bedeutung. Ende des 19. Jahrhundert waren noch ganze Landstriche in Schleswig-Holstein und Brandenburg von den blauen Blüten bedeckt. Baumwolle verdrängte das Textilgewebe Leinen. Leinöl kommt häufig als schnell härtendes Öl im Handwerk zum Einsatz.

Leinsamen müssen gemahlen werden, damit der Körper die guten Nährstoffe verwerten kann. Quellende Gerichte wie mit Chiasamen (z. B. Pudding) lassen sich mit Leinsamen nicht herstellen. Dennoch würde ich Leinsamen Chiasamen vorziehen, da ich den hohen CO2 Austausch von transatlantisch importierten Lebensmitteln nicht fördern möchte. Hauptanbaugebiete von Chiasamen sind Mexiko und Guatemala. Aber auch Exporte aus Argentinien, Peru und Australien nehmen zu.

Leinsamen enthalten ebenso wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren und lassen sich ähnlich wie Chiasamen verdauungsfördernd als Topping für Müslis, Joghurts oder geschrotet in Smoothies verwenden. Hier findest du zum Beispiel ein tolles Rezept für einen Heidelbeer-Mandel-Smoothie mit geschroteten Leinsamen.

Einkaufstipp: Kaufe Bio-Leinsamen, denn diese sind weniger mit Schadstoffen belastet, da im Biolandbau keine Klärschlämme ausgebracht werden dürfen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) empfielt nicht mehr als 20 Gramm Leinsamen pro Tag zu essen.

Leinöl liefert wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Wer Leinsamen pur nicht mag, kann auch zu Leinöl greifen, um etwas für die Gesundheit zu tun. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. empfielt für einen Erwachsenen eine Tagesdosis von 1-1,5 Esslöffel Leinöl pro Tag.

Besonders gut für unseren Körper sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie die alpha-Linolensäure aus der unser Körper langkettige Omega-3-Fettsäuren bilden kann. Weitere Quellen für Omega-3-Fettsäuren finden sich in Fisch, vorallem in Lachs, Makrele und Hering. Zum Vergleich: Leinöl enthält 41 % Alpha-Linolensäure, Olivenöl nur 1 %. Omega-3-Fettsäuren gelten als entzündungshemmend. In einer Studie der Universität Jena wurde nachgewiesen, dass sich der Verzehr von Leinöl positiv auf die Blutdruckwerte und Blutfette auswirkt.

Leinöl wirkt aufgrund des hohen Alpha-Linolengehaltes genau wie Chiasamen-Öl zellregenerierend. Wenn es frisch ist eignet es sich sehr gut als Hautfunktionsöl.

Leider zählt Leinöl zu den schnell verderblichen Ölen. Bereits nach wenigen Wochen ist es bitter. Im Vergleich mit Leinsamen sind Chiasamen wegen der natürlichen Konservierungsmittel ewig haltbar.

Achtung: Leinöl darf nicht erhitzt werden. Deshalb für Salate verwenden oder erst nach dem Kochen der Speise hinzufügen.

Weitere gute Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind Walnuss- oder Rapsöl. Auch Hanfsamen passen gut ins Müsli und haben viel Eiweiß, bieten Magnesium, Zink und Vitamine B und E ähnlich wie Chiasamen und Leinsamen.

Wie du siehst, können Leinsamen nicht eins zu eins mit Chiasamen verglichen werden, aber viele der positiven Eigenschaften und Wirkungen lassen sich auch mit Leinsamen erreichen. Außerdem kosten Chiasamen fünfmal so viel wie Leinsamen. Es spricht daher vieles für die regionale Superfood-Alternative Leinsamen.

Was denkst du über Superfoods?

Bitte teile den Beitrag, wenn er dir gefällt.

Titelbild: Leinsaat von Maja Dumat. Lizenz: CC BY 2.0

Keine Kommentare zu Foodtrends unter der Lupe: Chiasamen und regionale Superfood-Alternativen

Windelfrei: Braucht ein Kind Belohnungen beim Sauberwerden?

Sauberkeitserziehung, Töpfchentraining: Das sind Worte, die bereits Kontrolle und Zwang im Namen tragen. Beim Sauberwerden handelt es sich ausschließlich um einen Reifungsprozess, der ähnlich wie das Laufen- und Sprechenlernen nicht beschleunigt werden kann.

Sauberkeitserziehung, Töpfchentraining: Das sind Worte, die bereits Kontrolle und Zwang im Namen tragen. Beim Sauberwerden handelt es sich ausschließlich um einen Reifungsprozess, der ähnlich wie das Laufen- und Sprechenlernen nicht beschleunigt werden kann. Das eigene Kind dabei zu begleiten, so dass es selbständig und wertschätzend lernt auf die Toilette oder das Töpfchen zu gehen, ist für viele Eltern eine Herausforderung. Zahlreiche Ratgeber versprechen Tipps und Tricks, die beim Sauberwerden helfen sollen.

Exkurs: Warum war in der ehemaligen DDR das Töpfchentraining so beliebt?

In den Krippen der ehemaligen DDR wurden die Kinder alle gemeinsam in einer Reihe auf das Töpfchen gesetzt. Es gab nur nässende Baumwollwindeln. Deshalb wurde vielleicht mehr Engagement in das Sauberwerden gesteckt. Gebracht hat das Töpfchentraining aber nur etwas, wenn das Kind körperlich dazu bereit war. Der Imitationslerneffekt war sehr groß. Dennoch verstärkt die Intensität der Sauberkeitserziehung die Entwicklung der Blasen- und Darmkontrolle nicht, so der Schweizer Kinderarzt Remo Largo, Autor der bekannten Bücher Babyjahre (Werbelink) und Kinderjahre (Werbelink).

Unabhängig davon, ob geübt wird oder nicht, werden etwa alle Kinder zum gleichen Zeitpunkt trocken, da hierfür Hirnreifungsprozesse verantwortlich sind, die dazu führen, dass das Kind die Ausscheidungen und den Harn- beziehungsweise Stuhldrang bewusst wahrnimmt. Die meisten Kinder sind emotional und körperlich zwischen 18 und 22 Monaten bereit für diesen Entwicklungsschritt. Dabei sollte das Kind dabei unterstützt werden die eigenen Körpersignale (wieder) zu lernen.

Das Interesse des Kindes hängt (…) von der Möglichkeit ab, eigene Entdeckungen zu machen. (Zitat Maria Montessori)

Laut Largo beherrschen am Ende des dritten Lebensjahres 75 % der Kinder tagsüber den Toilettengang und im Laufe des vierten Lebensjahres sind fast alle Kinder sauber. Dieses Ergebnis hat Largo in der Zürcher Längsschnittstudie erforscht, bei der über 700 Kinder seit 1954 in der Universität Zürich untersucht wurden.

Die Eltern oder Geschwisterkinder können gute Vorbilder sein und beim Toilettengang das Kind zusehen lassen. Wer das nicht möchte, kann den Vorgang auch mit Hilfe von Büchern erklären.

Empfehlenswerte Bücher sind:

Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr (Werbelink)
Was hast du in deiner Windel? (Werbelink)

Von auf dem Markt erhältlichen Trainingswindeln, die Kinder schnell hoch- und runterziehen können, würde ich abraten. Der Lerneffekt ist begrenzt, denn Flüssigkeit wird sofort aufgesogen. In der Übergangsphase ist dann aber mit mehr Wechselwäsche zu rechnen.

Bei einigen Kindern helfen entsprechende Aufkleber und Belohnungen.  Doch nicht jede Belohnung ist für jedes Kind gleichermaßen geeignet. Das eine Kind freut sich über kleine Geschenke. Das andere über gemeinsames Lesen einer Geschichte.

Am Anfang können die Belohnungen auch hilfreich sein. Lob hilft deinem Kind aber nur bedingt und bestärkt es nur im ersten Moment. Nach einer bestimmten Zeit, solltest du diese unbedingt weglassen.

Schwierig finde ich bei Belohnungen immer, dass du damit dem Kind suggerierst: „Du schaffst es nicht allein!“ Ich würde eher auf Belohnungen verzichten und versuchen das Kind mit Worten zu bestärken und ihm Hilfestellung zu geben, wenn es diese braucht.

Belohnung und Bestrafung machen Kinder abhängig

Gehirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther hält Belohnung genauso gefährlich wie Bestrafung. Lernen funktioniert mit Begeisterung und Spaß. „Es muss bedeutsam sein und unter die Haut gehen.“, so Hüther. Auch Maria Montessori, italienische Ärztin und Reformpädagogin (1870-1952), sagte, dass sich ein Kind nur verbessern und vervollkommnen kann, wenn es so viel und so lange üben darf, wie es möchte. Eine eigene Fehlerkontrolle ist außerdem wichtig. Aus diesem Grund lehne ich oben schon angesprochene Trainingswindeln ab, da damit keine „Fehlerkontrolle“ stattfindet.

Kinder, die mit Belohnung oder Bestrafung erzogen werden, lernen nicht aus sich selbst heraus und werden abhängig.

Hier noch ein kurzes Video, indem Prof. Dr. Hüther sehr gut erklärt wie Lernprozesse bei Kindern am besten gelingen. Unbedingt ansehen.

Beim Sauberwerden finde ich folgende Punkte wichtig:

 

Zum richtigen Zeitpunkt beginnen und die Umgebung vorbereiten

Viele Kinder entwickeln im zweiten und dritten Lebensjahr ein Interesse für den Körper und die Ausscheidungen. Diese Phase nennt Remo Largo die „anale Phase“. In dieser Phase reicht es aus ein Töpfchen im Badezimmer bereitszustellen. Wichtig ist, dass das Töpfchen im Bad steht und nicht in einem anderen Zimmer oder im Garten. Daneben kannst du noch einen Korb mit einer Toilettenpapierrolle und einen kleinen Eimer für das gebrauchte Papier stellen. Außerdem kannst du noch einen Korb mit Wechselkleidung und ein kleines Bilderbuch über das Sauberwerden hinstellen. Alternativ zum Töpfchen kannst du auch einen Toilettensitzverkleinerer benutzen und einen kleinen Hocker vor die Erwachsenentoilette stellen. Oder einfach beides anbieten.

Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen. (Zitat Maria Montessori)

Inspirationen für die Einrichtung der Montessori-Kindertoilette gibt es auf Pinterest.

 

Vorbildfunktion

Wenn die Eltern oder Geschwister auf die Toilette gehen, ruhig die Tür auflassen und das Kind zusehen lassen.

Keinen Druck ausüben

Wenn es noch nicht gleich klappt, nochmal zu einem späteren Zeitpunkt probieren. Nicht in stressigen Zeiten mit dem Sauberwerden beginnen. Auf keinen Fall schimpfen, wenn das Kind einnässt, sonst verbindet es den Töpfchengang mit Angst.

Routinen einführen

Vor dem Schlafengehen oder vor dem raus gehen das Töpfchen anbieten.

Liebe, Vertrauen, Ruhe und Respekt

Zeige deinem Kind, dass du es lieb hast und bestärke das Selbtsbewusstsein, indem du ihm hilfst es selbst zu tun. Schon früh übt das Kind das Trockenwerden. Auch dass es sich in eine Ecke verzieht, um das Geschäft zu erledigen, ist ein normaler Prozess. Bereits Kleinkinder haben ein Schamgefühl und dieses sollten die Eltern respektieren und das Kind in Ruhe lassen. Kinder müssen meistens dann, wenn sie entspannt sind, also im Spiel oder nach dem Essen.

Auch nachts die Windel weglassen

Kinder verwirrt es, wenn sie tagsüber keine Windel tragen und nachts eine anhaben. Lieber das Kind nochmal vorher erinnern, dass es keine Windel anhat. Und einen Nässeschutz für das Bett kaufen (zum Beispiel diesen (Werbelink) oder diesen (Werbelink)) sowie die Bettwäscheausstattung aufstocken. Vor dem Schlafengehen nicht zu viel Wasser oder Tee geben.

Unterhosen und T-Shirts statt Bodys anziehen

So kann sich das Kind selbstständig aus- und wieder anziehen.

Am Anfang passieren sicher viele Unfälle, aber diese sollten die Eltern mit Gelassenheit begegnen und immer genügend Wechselsachen dabei haben.

Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen. (Zitat Maria Montessori)

Wie siehst du das? Würdest du Belohnungen beim Sauberwerden deiner Kinder anwenden? Wenn ja, dann ist vielleicht das Set Pieselpiet für dich geeignet. Ich freue mich über deine Erfahrungen.

Bitte teile den Beitrag, wenn er dir gefällt.

Möchtest du mehr über Montessori wissen? Ich habe einen Gastbeitrag über die Sensiblen Phasen geschrieben. Das passt gut zu diesem Thema.

Titelbild: © kuzmichstudio – Fotolia.com

1 Kommentar zu Windelfrei: Braucht ein Kind Belohnungen beim Sauberwerden?

Alles muss raus! Erfolgreich Aufräumen mit Marie Kondo

Marie Kondo hat als Teenager eine radikale Aufräummethode erfunden, die unser Leben verändern wird. In diesem Beitrag stelle ich dir die wesentlichsten Tipps der KonMari-Methode vor.

Minimalismus wird immer mehr zum Trend. In deinen vier Wänden ordentlich auszumisten, hilft dir dich im Leben zu fokussieren. Marie Kondo hat als Teenager eine radikale Aufräummethode erfunden, die unser Leben verändern wird. Kondo’s Grundsatz lautet: Behalte nur was dir Freude macht. Besitze nur, was du brauchst. In diesem Beitrag stelle ich dir die wesentlichsten Tipps der KonMari-Methode vor. Mit dieser Methode ist auch der größte Aufräummuffel erfolgreich.

Ihre Vorgehensweise beim Ausmisten hat die japanische Beraterin und Lifestyle-Expertin in ihrem Bestseller, Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert (Werbelink), beschrieben. Danach folgten weitere Weltbestseller. Marie Kondo’s Ratgeber verkauften sich weltweit 8 Millionen Mal und wurden in 40 Sprachen übersetzt. Einige sprechen beim Aufräumen sogar von „Kondo-ing“. Was ist das Geheimnis hinter der KonMari-Methode?

Fokussiere wie dein Alltag aussehen soll

Stelle dir vor wie deine Wohnung oder der Platz, den du aufräumen möchtest, aussehen soll. Das motiviert dich.

Alles muss an seinem Platz stehen

Warum liegen bei uns zu Hause Dinge einfach so herum? Richtig! Weil wir nicht wissen wohin wir sie räumen sollen. Marie Kondo rät deshalb alle Teile einer Kategorie am selben Platz aufzubewahren. So fällt auch das spätere Ausmisten leichter.

KonMari-Methode

Behalte nur was dir Freude bereitet. © Africa Studio – Fotolia.com

Auf die richtige Reihenfolge kommt es an

Laut Kondo solltest du nicht schrankweise oder Zimmer für Zimmer aufräumen, sondern nach Kategorien. Die Aufräumexpertin empfielt nach einer bestimmten Reihenfolge auszusortieren und zwar immer erst die Gegenstände zu denen du eine geringe Bindung hast. Beginne zum Beispiel mit Kleidung, Büchern und Papieren. Dann nimmst du dir Kleinkram wie Pflegeprodukte, Küchenutensilien, Elektronik und CDs vor. Kondo nennt den Kleinkram Komono. Danach sind Erinnerungsstücke wie Fotos oder persönliche Briefe dran.

Alle Gegenstände einer Kategorie auf einen Haufen

Wenn du dich einer Kategorie widmest, holst du alles aus den Schränken; zum Beispiel alle Bücher oder Kleidung aus allen Zimmern und legst diese auf einen Haufen.

Does it spark joy?

Marie Kondo empfielt jedes Stück in die Hand zu nehmen und sich zu fragen, ob es einem Freude bereitet. Verbindest du ein positives Gefühl mit dem Teil, dann behalte es. Wenn nicht, dann verkaufe, spende oder werfe es weg.

Wenn es dir mit dieser Frage nicht so leicht fällt auszusortieren, kannst du dich zusätzlich auch noch fragen: Habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt? Miste alles aus was du lange nicht benutzt hast oder nur für irgendwann mal aufbewahrst.

Verabschiede dich von Gegenständen, die dir keine Freude bereiten oder die du nicht mehr brauchst, indem du dich bei ihnen für die zusammen verbrachte Zeit bedankst.

Die verbleibende Kleidung kannst du dann platzsparend verstauen. Bis auf Hemden und Kleidern empfielt Marie Kondo Kleidung hochkant gefaltet aufzubewahren. Kondo hat hierfür eine Faltmethode entwickelt, die du dir Schritt-für-Schritt in diesem Video anschauen kannst.

Ich habe bei uns zu Hause schon die Bücher ausgemistet und als nächste Kategorie nehme ich mir meine Kleidung vor. Wie du Bücher richtig aussortieren kannst und welche Möglichkeiten du hast, um diese loszuwerden, findest du in diesem Beitrag von mir: Minimalismus leben: 8 Tipps um Bücher richtig auszusortieren

Verändere nach dem Ausmisten dein Kaufverhalten. Denn nur wenn du bewusst Dinge kaufst, sammelst du nicht wieder unnützen Kram an. Denke immer an den Grundsatz, dass dir ein Gegenstand Freude machen muss.

Weitere Informationen bekommst du auf der offiziellen KonMari Webseite: https://konmari.com/

Hier findest du eine Übersicht über die Kategorien.

Bestelle Kondo’s Aufräumbeststeller hier: Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert (Werbelink)

Weitere Bücher der Bestseller-Autorin und Aufräumexpertin Marie Kondo findest du hier:
Magic Cleaning 2: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben (Werbelink)
Spark Joy: An Illustrated Master Class on the Art of Organizing and Tidying Up (Werbelink)
The Life-Changing Manga of Tidying Up: A Magical Story (Werbelink)

Und nun wünsche ich dir viel Spaß beim Ausmisten! Wenn dir noch die nötige Motivation fehlt, mir hilft immer Yoga, um mich mehr zu fokussieren.

Bitte teile den Beitrag, wenn er dir gefällt.

Titelbild: Marie Kondo von Web Summit. Lizenz: CC BY 2.0

2 Kommentare zu Alles muss raus! Erfolgreich Aufräumen mit Marie Kondo

Das könnte dir auch gefallen...

Warum Bio-Tee aus fairem Handel besser ist - 5 Fakten, die mich zum Umdenken gebracht haben

Zero Waste Lifestyle: Ohne Müll leben - 6 Fragen an die Gründerin vom Onlineshop Zum Wegwerfen zu schade

Suchbegriff in das unten stehende Feld eingeben und Enter drücken um zu suchen