Beeindruckende ökologische Bauweisen und Konzepte, die jeder kennen sollte

Unsere Erde wurde über viele Jahrzehnte beansprucht. CO2-Emissionen, Artensterben, durch den Klimawandel verursachte Naturkatastrophen und unverhältnismäßige Ressourcenverschwendung: Jeden Tag hören wir immer wieder davon in den Medien. Am 8. August war der Earth Overshoot Day 2016 und an diesem Tag haben wir bereits mehr Ressourcen durch Überfischung, Abholzung von Wäldern und CO2-Ausstoß in die Umwelt verbraucht als die Natur in der Lage wäre zu kompensieren. Es ist wirklich Zeit unserem einmaligen Lebensraum ein wenig von dem zurückzugeben was wir uns täglich durch unsere Konsumgewohnheiten und unserem Lebensstil nehmen.

 

„Die Güter der Welt gleiten uns durch die Finger wie der Sand der Dünen.“ Antoine de Saint-Exupéry, Wind, Sand und Sterne

 

In diesem Beitrag möchte ich dir drei beeindruckende ökologische Bauwerke und Konzepte vorstellen von denen es viel mehr auf der Welt geben sollte. Mich bringen diese Bauwerke und Ideen zum Nachdenken. Ich möchte, dass meine Kinder in Zukunft auch das Leben auf dieser Erde führen können wie ich es (jetzt noch) kann. Lass dich nun von diesen ökologischen Bauweisen und Lebenskonzepten inspirieren.

 

Nachhaltiges Konzept Nr. 1

Green School Bali: Eigenmotiviertes und umweltbewusstes Lernen unterm Bambusdach

Sehr beeindruckend ist die Green School, die es seit 2008 im Dschungel, in der Nähe von Ubud auf Bali in Indonesien gibt. Die beiden Gründer John und Cynthia Hardy haben hier etwas Wundervolles und Einzigartiges geschaffen. Ein Paradebeispiel für nachhaltige Bildung. Die Kinder lernen dort mit einem ganzheitlichen pädagogischen Modell. Jede Klasse hat maximal 25 Kinder mit drei Lehrern. Die Schulräume sind offen gestaltet ohne Wände, so dass die Kinder spüren können, wie die Luft durch die Räume strömt. Die Natur liefert den Lernstoff.

Alle Bauten sind aus Bambus, einem sehr schnell wachsenden und robusten Material. Die Dächer bestehen aus Alang-Alang-Gras. Sämtliche Möbel in der Schule bestehen ebenfalls aus Bambus. Beide Rohstoffe kommen in der Umgebung in großen Mengen vor und sind biologisch abbaubar. Schutz vor starken Monsunregen bieten die weiten Dachüberstände der Bauten.

Es gibt eine Photovoltaikanlage zur Stromproduktion, Komposttoiletten und ein eigenes Abfallmanagementsystem. Mit der Kraft des Wassers vom Ayung-Fluss wird ein Hydropowergenerator betrieben, der zusätzlichen Strom liefert. Sogar einen ökologischen Schulbus gibt es, der zu 100 % mit Biodiesel betrieben wird. Den Bio Bus gibt es aufgrund einer Initiative von Schülern der Green School. Unter anderem wird von den Schülern im Umkreis der Schule gebrauchtes Öl vom Kochen für die Herstellung des Biodiesels gesammelt. 90 % des Essens, das es in der Green School gibt, stammt aus dem eigenen Garten. Auf den eigenen Reisfeldern lernen die Kinder den Anbau und die Ernte von Reis. Die Tafeln bestehen zum Teil aus alten aufgearbeiteten Autowindschutzscheiben.

In den ersten Jahren war die Pädagogik noch sehr stark an der Waldorfpädagogik orientiert. Mehr und mehr entwickelten sich aber eigene Ideen. Besonders in den höheren Klassen weicht die Pädagogik mehr und mehr von der Methodik und Didaktik Rudolf Steiners ab. Vor allem geht es um die Integration praktischer und künstlerische Fähigkeiten, um Kreativität, Phantasie und selbstbestimmtes, eigenmotiviertes, analytisches Lernen und die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten.

Ziel ist es, einen besonderen Lernraum zu schaffen, der ein späteres Leben in Freiheit, Liebe und öko-sozialer Verantwortung gegenüber anderen Menschen, anderen Kulturen und der Umwelt ermöglicht. Das Lernen ist allerdings nicht ganz billig. Je nach Alterstufe zahlen Eltern zwischen 6.000 und 14.000 Euro im Jahr.

Abgesehen von den Kosten, sind das Konzept einer nachhaltigen und naturnahen Schule und die nachfolgenden Konzepte so genial, dass sich alle darüber Gedanken machen sollten wie wir auch in größerem Maßstab und vor allem kostengünstiger etwas mehr Ökologie in unseren Alltag bringen können.

 

Nachhaltiges Konzept Nr. 2

WaterNest 100 – das nachhaltige Hausboot, dessen Materialien zu 98 % recycelbar sind

Zusammen mit dem italienischen Architekten Giancarlo Zema hat EcoFloLife das WaterNest 100, ein ökologisches Hausboot mit 100 Quadratmeter Wohnfläche, 12 Metern im Durchmesser und einer Höhe von 4 Metern konzipiert. Dieses Niedrig-Energie-Haus, das die benötigte Energie aus der installierten Photovoltaikanlage bezieht, ist durch die Bauweise mit recycelten Schichtholz für die Wohnfläche und recyceltem Aluminium für den Rumpf zu 98 % recycelbar. Auch das Abwassersystem ist ökologisch.

Das Trinkwasser aus dem 1500 Liter großen Tank wird gefiltert und entweder rückstandsfrei zurück in das Meer, den Fluss oder den See geleitet, kann aber auch in den Hauskreislauf zurückfließen. Zugegeben, es ist ein Luxus-Hausboot und mit 1 Million Euro auch für die meisten von uns nicht bezahlbar, aber die Idee eines autarken Hauses, dass seine Energie selbst produziert, fast keinen Abfall produziert und im Einklang mit unserer Umwelt ist, finde ich toll.

 

Nachhaltiges Konzept Nr. 3

Earthship – ein Haus aus Müll, das sich selbst heizt, sein Wasser liefert und Essen produziert

Das letzte Projekt, das ich vorstellen möchte, ist das Konzept „Earthship“, auf deutsch Erdschiff. Patentieren lassen hat sich diesen Begriff Michael Reynolds, ein amerikanischer Architekt: der Erfinder des Earthships und Gründer von Earthship Biotecture sowie der Earthship Akademie. Der Begriff Biotecture setzt sich aus Biological und Architecture zusammen.

Das Erdschiff besteht hauptsächlich aus Müll und produziert seine gesamte Energie selbst, sogar das Abwasser wird recycelt. Es fallen also keine hohen Betriebskosten an. Alles was man dazu braucht sind Autoreifen, Glasflaschen, Dosen, Lehm und ein paar weitere Baumaterialien. Und natürlich das Wissen des genialen Erfinders dieser Erdhäuser.

Die Idee kam dem Visionär Michael Reynolds in den 70er Jahren. Damals hielten die meisten ihn für einen Spinner, aber er war ein Mann, der sich wirklich entschlossen hatte die Dinge zu verändern. Nun denkt keiner mehr von ihm, dass er ein Spinner ist. Seine Earthships exportiert er weltweit. „Es kann überall und von jedem gebaut werden aus Dingen, die unsere Gesellschaft wegwirft“, so Michael Reynolds. Sein erstes Haus hat der Architekt in der Wüste Mexikos aus Bierdosen gebaut.

Mittlerweile hat Reynolds viele Anhänger und es gibt tausende Earthships auf der ganzen Welt. In Kreßberg wurde von der Zukunftswerkstatt am Schloss Tempelhof nun auch ein Earthship erbaut als soziale und ökologische Begegnungsstätte zum Experimentieren und als Möglichkeit des aktiven Austausches. Ein Lernort für alle, die anders denken und zukunftsfähige Lebensräume schaffen wollen.

Der Bau startete am 28. September 2015 und ist der erste in Deutschland genehmigte Bau dieser Art und soll Vorbild für viele weitere Bauprojekte in Deutschland sein. Der Großteil des Bauwerks wurde aus eigenen Mitteln der Stiftung und aus Spenden finanziert. 70 Menschen aus 17 Nationen haben beim Bau des Earthships geholfen.

Warum verwendet man bei Reynolds Earthships immer Autoreifen? Diese werden mit Erde gefüllt und dienen als Wärmespeicher. „Autoreifen gibt es auf der ganzen Welt“, sagt Reynolds, „und es ist ökologischer diese noch Jahre nach Gebrauch weiterzuverwenden als zu recyceln.“ Das nennt man heutzutage Upcycling. Beim Upcycling werden (scheinbar) nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Das reduziert die Neuproduktion von Rohmaterial.

Wie findest du die vorgestellten ökologischen Konzepte? Könntest du dir vorstellen, dass deine Kinder in einer Green School wie auf Bali von der Natur lernen und ihre Umwelt erforschen? Wäre ein Earthship auch etwas für dich? Vielleicht willst du auch bald dein eigenes Earthship bauen? Her mit deinen Gedanken in den Kommentaren!

 

Weiterführende Informationen:

Möchtest du mehr über die Vision der Earthships erfahren? Dann besuche die Webseite von Michael Reynolds und erfahre alles Wichtige über die Bauweise und die Funktion dieser einzigartigen Wohnräume.

Du interessierst dich für die Gemeinschaft Tempelhof (Werkstatt für Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Vielfalt und freiheitliches Leben) und deren Earthship Projekt? Dann schau mal hier.

Lass dich auch von der Green School in Bali und dem ökologischen Hausboot von EcoFloLife inspirieren.

Lebe nachhaltig und bewusst!

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