Minimalismus, Nachhaltigkeit
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Minimalismus leben: 8 Tipps um Bücher richtig auszusortieren

Bücher entrümpeln

Ich bin gerade dabei mich von Dingen und Glaubenssätzen zu befreien, die ich nicht wirklich zum Leben und Glücklichsein brauche. Begonnen habe ich bei unseren vielen Büchern. Da hat sich in den letzten Jahren vieles angehäuft.

Zum Minimalismus und bewussten Leben bin ich unter anderem durch die Gebote (Yamas und Niyamas) des Raja Yogas gekommen. Eines der 5 Yamas ist Aparigraha und heißt soviel wie Nicht-Horten. Es bedeutet auch Großzügigkeit oder Freundlichkeit ohne Hintergedanken. Und es bedeutet loslassen, gelassen sein.

Ein neuer Lebensstil erwächst – der Minimalismus

Bei der minimalistischen Lebensweise geht es nicht nur um Verzicht, sondern auch um das bewusste Wollen oder Nicht-Wollen. Der Begriff Minimalismus kommt aus der Architektur und steht dort für eine klare Formsprache. Als Lebensphilosophie umfasst Minimalismus totale Konsumverweigerer, aber auch Menschen, die ihren Konsum regelmäßig hinterfragen.

Das bewusste sich von etwas trennen zu wollen, führt zu einer inneren Befriedigung und Zufriedenheit. Du hast anschließend nicht nur mehr Platz und weniger Staubfänger – auch dein Bewusstsein fühlt sich freier an.

Bücher weitergeben statt verstauben lassen

Wie funktioniert das konsequente Trennen von alten Büchern, die du nicht mehr in deinem Bücherschrank verstauben lassen möchtest? Sicher, du kannst einfach alle nicht mehr gewollten Bücher ins Altpapier werfen. Das kam für mich nicht in Frage, denn hinter jedem Buch steht eine Geschichte, die es verdient weitergegeben zu werden. Es ist nachhaltiger ein Produkt weiterzuverwenden als es in den Abfall zu werfen.

Folgende Möglichkeiten hast du, um gebrauchte Bücher loszuwerden:

1. Selbstverkauf auf dem Flohmarkt (Nachteil: Standgebühr muss bezahlt werden; du wirst Bücher nicht los)
2. Selbstverkauf auf Ebay Auktion (Nachteil: du wirst Bücher nicht los oder bekommst nicht den Wunschpreis, es müssen Fotos und Bechreibungen über das Buch und den Zustand gemacht werden; jedes Buch muss unter Umständen einzeln verschickt werden, außer du bietest Bücherpakete an)
3. Selbstverkauf auf Ebay Kleinanzeigen (mit Selbstabholung)
4. Nachhaltige Lösung zu Ebay & Co: Selbstverkauf auf fairmondo.de (Vorteile: keine Großinvestoren, Fairmondo unterstützt Organisationen, die gegen Korruption sind, Spendenfunktion)
5. Bücher verschenken, zum Beispiel an Familie, Freunde, Sozialkaufhäuser, Kindergärten, Kinderheime, Stadtbibliotheken, öffentliche Bücherschränke, Oxfam Shops
6. Bücher tauschen auf Online-Tauschbörsen, zum Beispiel auf tauschgnom.de
7. BookCrossing – eine ID ermöglicht dir die Reise deines Buches auf der ganzen Welt zu verfolgen. Wie BookCrossing funktioniert erfährst du hier. Wenn du ein Buch von dir freilassen möchtest, findest du auf ballycumber.de eine Liste offizieller BookCrossing Zonen (OBCZ) im deutschen Sprachraum.
8. Unkomplizierter, schneller und einfacher Verkauf über Re-Commerce Ankaufsportale, zum Beispiel momox.de, rebuy.de, regalfrei.de, studibuch.de (Nachteil: Anbieter wollen etwas verdienen, daher gibt es oft nur geringe Verkaufspreise)

Verkauf von Büchern auf Re-Commerce Ankaufsportalen

Im ersten Schritt habe ich alle Bücher, die ich nicht mehr haben wollte, auf einen Stapel gelegt. Dann habe ich über das Internet verschiedene Ankaufsportale gefunden. Du kannst theoretisch auch über Ebay oder andere Portale verkaufen. Den Weg habe ich nicht gewählt, da mir der Aufwand, das heißt das Versenden jedes einzelnen Buches, zu aufwändig wäre. Bei den Ankaufsportalen bekommst du für gewisse Bücher nur einen geringen Verkaufswert, aber es summiert sich bei vielen Büchern. Bücher für die es nur 0,01 Euro gibt, verkaufe ich nicht.

Es gibt diverse Anbieter, die vergleichen bei welchen Ankaufsportalen du für Gebrauchtes am meisten Verkaufserlöse erhältst. Ein Portal zum Vergleichen wäre zum Beispiel bonavendi.de.

Um den administrativen Aufwand so gering wie möglich zu halten, habe ich mich schlussendlich für drei Ankaufsportale entschieden. Folgende Buchankaufsportale habe ich verwendet: momox.de, regalfrei.de und studibuch.de. Momox zählt zu den größten Anbietern. Studibuch.de ist ein Portal für Fachliteratur. Bei Fachbüchern lohnt sich eventuell auch der Selbstverkauf. Da ich die Bücher schnell und unkompliziert loswerden wollte, habe ich mich für studibuch.de entschieden.

© Anja Blumschein

Bei allen Buchankaufsportalen gibst du die ISBN Nummer oder den Barcode des Buches ein. Dann wird dir ein Verkaufspreis angezeigt. Ich habe die ISBN Nummer immer bei regalfrei.de und momox.de eingegeben, da es zum Teil beachtliche Unterschiede bei den Erlösen gab. Es lohnt sich also mehrere Pakete zu packen. Allerdings würde ich mich schlussendlich auf eine gewisse Anzahl beschränken, da jeder Versand auch wieder zu Lasten der Umwelt geht.

Ich hatte einige Bücher aus der ehemaligen DDR – diese lassen sich nur schwer verkaufen, da meist keine ISBN Nummer vorhanden ist.

Der Verkauf ist einfach. Nach Eingabe der ISBN Nummer wird dir ein Verkaufspreis angezeigt. Du musst jetzt nur noch das Paket packen. Je nach Anbieter gibt es verschiedene Ankaufsbedingungen zu beachten. Regalfrei.de nimmt zum Beispiel keine Mängelexemplare an. Bücher mit einem Bibliotheksstempel werden sowohl von momox.de als auch von regalfrei.de nicht angenommen.

Die meisten Ankaufsportale übernehmen die Versandgebühren, allerdings oft erst nach einer Mindestankaufssumme (in der Regel 10 Euro). Du kannst dir einen Paketschein ausdrucken und das Paket zur Post bringen. Bei momox.de kannst du das Paket auch von Hermes bei dir zu Hause abholen lassen.

© Anja Blumschein

Öffentliche Bücherschränke

Einige Bücher werden nicht angenommen – diese wandern dann in einen öffentlichen Bücherschrank und finden vielleicht dort einen Leser. Der Gedanke hinter Bücherschränken ist folgender: Du nimmst dir ein Buch und legst dieses entweder nach dem Lesen wieder zurück in den Bücherschrank oder du tauschst das gewünschte Buch gegen ein altes von dir aus. Hier findest du eine Liste von öffentlichen Bücherschränken in Deutschland.

Uns hat das Aussortieren und vergleichen auf den Verkaufsportalen sehr viel Spaß gemacht. Die Pakete müssen jetzt nur noch abgeschickt werden. Der Zeitaufwand war vertretbar. Es hat etwa einen Abend gedauert.

Ich habe ungefähr 50 Bücher aussortiert. Nun ist wieder Platz im Bücherschrank. Von meinen heißbegehrten Lieblingsbüchern kann ich mich aber nicht trennen. Einige Bücher, die besonders gut sind, werden bei uns sogar mehrmals gelesen oder in der Familie weitergegeben.

Hast du auch Lust bekommen bei dir auszusortieren? Bei den Büchern zu beginnen, ist ein guter Anfang. Weiter soll es bei uns mit der Kleidung gehen.

Mein Umwelt-Mantra für diesen Monat: Ohne geht es mir besser. 

Trenne dich von nicht mehr benötigten Gegenständen, Gefühlen und Glaubenssätzen und du wirst Stück für Stück bemerken, dass es dir ohne besser geht.

Viel Erfolg auf deinem Weg in ein minimalistisches Leben bei dem das bewusste Haben und Nicht-Haben immer wichtiger wird. Lebe das öko-yogische Prinzip Aparigraha Tag für Tag in deinem Alltag.

Noch ein Tipp für die Wiederverwendung alter Bücher: Es lassen sich wunderschöne Geschenktüten aus alten Buchseiten basteln. Eine tolle Alternative zu Geschenkpapier.

Welche Tipps und Strategien kennst du noch, um sich von alten verstaubten Dingen und Gewohnheiten oder Glaubenssätzen zu trennen? Her damit in den Kommentaren! Ich freue mich auf dein Feedback.

Titelbild: Der Prozess des Loslassens (Aparigraha – Nicht-Horten) beginnt bei materiellen Dingen, © Alena Ozerova – Fotolia.com

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7 Kommentare

  1. Liebe Anja!

    Bücher aussortieren ist in der Tat eine nicht ganz einfache Angelegenheit. Ich habe lange auf meinen über 2000 Exemplaren gehockt, bis ich im Zuge der Umstellung auf einen allgemein minimalistischeren Lebensstil auch das Bücherhorten hinterfragt habe.
    Ich glaube, es ist wirklich eine Sache des Mindsets (wie man das neudeutsch so schön formuliert): Mittlerweile betrachte ich Bücher nicht als Dinge, die ich unbedingt haben muss, sondern in erster Linie als Dinge, die eine Funktion haben – mir eine Geschichte zu vermitteln. Wenn ich das Buch ausgelesen habe (das kann auch nach dem dritten oder zwölften Mal sein), dann hat es seine Funktion erfüllt und kann weitergegeben werden (zu dem Zweck liebe ich öffentliche Bücherschränke!).

    Nun konnten wir unsere riesige Schrankwand im Wohnzimmer abbauen und haben nur noch 2 Regale – die aber sind mit den Lieblingsbüchern gefüllt. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  2. Anja Blumschein sagt

    Wow, liebe Jenni, 2000 Bücher – das war ja eine ganze Menge. Ich finde es cool, dass du dich auch nicht von deinen Lieblingsbüchern trennen kannst. Irgendwie hängt das Herz und die Erinnerung doch einfach daran 😉 Liebe Grüße, Anja

  3. Ingrid Kubisch sagt

    Liebe Anja,

    Bei uns haben sich in jedem Zimmer die Bücher gestapelt. In den Regalen standen sie so eng gepresst, dass man nur mit großer Mühe eines heraus ziehen konnte. Aber nicht nur nebeneinander, nein, es lagen sogar Bücher auf den stehenden Büchern, und wenn Platz war, vor den Buchreichen.

    Was tun? Ein ganzer Stapel Bücher ging an die Bibliothek in Gobabis (Namibia). Hunderte und aberhunderte gehorteter Zeitschriften (PM, Welt der Wunder, National Geographic, Readers Digest und wie sie alle heißen) transportierte ich von der Farm zum deutschen Schülerheim in Windhoek. Ich weiß, dass die Kinder immer begeistert sind, nicht zuletzt wegen der Schulprojekte. Allein die Zeitschriften haben mir einen Kubikmeter Platz verschafft.
    Und immer noch viel zu viele Bücher – alte Schwarten von den Eltern, die 5fach auch bei den Schulbasaren zu finden sind – es gab da den Bertelsmann Lesering, bei dem waren, so scheint es, alle deutschen Familien in Namibia Mitglied. Haha … Also Schulbasar kam für mich nicht in Frage.
    Sodann brachte ich viele Bücher zu „Uncle Spikes Book Exchange“. Sicherlich um die 100 Stück, und man weigerte sich, diese sofort abzurechnen, das würde ja den ganzen Tag dauern usw. Also ließ ich die Buchpakete da und beim nächsten Trip ging ich hin, um mit meinem „Guthaben“ ein paar Bücher zu holen.
    Jetzt wird es radikaler: Eine Freundin von mir zerreißt die Bücher und wirft sie in ihre Kompostgrube. Die Kompostwürmer fressen sich da durch. Bei mir kommt das nicht in Frage, weil ich die Komposttierchen schon mit den Tageszeitungen füttere, die mir Freunde und Verwandte mitgeben, um Fenster mit zu putzen oder die Mülltonnen auszulegen.
    Also habe ich sie verbrannt – viele, viele Bücher habe ich einfach verbrannt. Ich stand am Feuer draußen bei unserer Brenngrube, blätterte jedes Buch noch einmal durch und übergab es dann den Flammen, deren Hitze und Rauch die Gedanken, die Worte und Sätze in die Atmosphäre hinauftrugen. Also sind sie nicht verloren, sie sind nur nicht mehr gegenständlich.
    So, ich geh nun ins Bett und schmöker noch ein bisschen.

    Viele liebe Grüße
    Inki

  4. Ich hatte als Teenie immer den Traum einer eigenen Bibliothek und habe kräftig gesammelt. Bis ich mich beim Umzug in die erste eigene Wohnung völlig erschlagen gefühlt habe. Mit Verkäufen bei Momox konnte ich knapp 30 € einnehmen, was bei manchen Verkäufen pro Buch für 15 Cent einer Menge Bücher entspricht. Einige wenige Bücher hat die lokale Bücherei angenommen um ihren Bestand zu ergänzen bzw. mit neueren Exemplaren auszutauschen.
    Dann gab es zum Glück das erste öffentliche Bücherregal bei uns auf dem Campus, wo ich auch sehr viele Bücher loswerden konnte. Von da verirrt sich zwar auch ab und zu ein Buch zu mir nach Hause, aber ich weiß ja jetzt, wo ich es wieder loswerde, um anderen die Freude am Lesen zu ermöglichen 🙂

    Dein Artikel ist eine gute Zusammenfassung aller Möglichkeiten und ich habe mich darin gut wiedergefunden 🙂

    Lg Lisa

  5. Anja Blumschein sagt

    Liebe Lisa,

    es freut mich, dass dir mein Artikel zusagt. Ich fand es früher auch immer richtig toll, wenn ich viele Bücher im Regal stehen hatte. Es sind auch immer noch einige da, aber ich versuche mich jetzt einfach regelmäßiger auch von welchen zu trennen.

    Viele Grüße
    Anja

  6. Hallo Anja, ich bin Studentin und lebe daher in einem bereits möbliertem 20 m² Einzelappartement. Das ist nicht viel Platz, wenn man bedenkt, dass dazu ein separater Raum als Bad mit zu den 20 m² gehört. Dementsprechend hab ich meinen Besitz bereits stark reduziert, habe aber bei meiner Familie noch mein Kinderzimmer, wo ein ganzer Schrank voller Bücher steht. Ich liebe Bücher einfach über alles und habe diesen Schrank selbst gefüllt. In ihm sind nur Bücher reingestellt, die ich auch wirklich bis zum Schluss durchgelesen habe. Daher hängt an jedem einzelnen Buch mein Herz, sodass ich lange nicht bereit war sie von mir zu geben. Aber die Möglichkeiten, die du hier erläuterst finde ich, sind teilweise eine so gute Sache, dass ich es nun zu schade finde all diese Bücher zu horten, statt sie zu teilen. Auf das meine Bücher die Chance haben jemand Neues zu erfreuen! 🙂

    Liebe Grüße Janett

  7. Anja sagt

    Liebe Janett,

    ja, an manchen Büchern hängt das Herz. Die kannst du auf jeden Fall behalten. Das mache ich auch so. Trotzdem finde ich es gut, dass du einigen Büchern nun eine neue Bestimmung geben willst. Ein anderer freut sich bestimmt 🙂 Es gibt wirklich so viele gute Möglichkeiten Bücher zu teilen oder einem neuen Zweck zuzuführen. Auch basteln kann man gut mit alten Buchseiten, zum Beispiel Weihnachtssterne oder Lesezeichen.

    Liebe Grüße
    Anja

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